Der Buckelwal in der Nordsee – die Freilassung des mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwals sollte in einem nicht öffentlich bekannten Gebiet der Nordsee erfolgen. Ein Schiffskonvoi transportierte das Tier dafür in Richtung Norwegen, nachdem es zuvor aus der Ostsee geborgen wurde. Buckelwal Nordsee steht dabei im Mittelpunkt.

Das ist passiert
- Buckelwal strandete mehrfach an der deutschen Ostseeküste.
- Eine private Initiative barg den Wal, um ihn in die Nordsee zu bringen.
- Der Transport erfolgte auf einer Barge, gezogen von einem Schlepper.
- Der Konvoi musste den Kurs aufgrund von hohem Wellengang ändern.
Die Odyssee des Buckelwals: Von der Ostsee in die Nordsee
Der Schiffskonvoi, der den Buckelwal in die Nordsee bringen sollte, erreichte am frühen Samstagmorgen den Skagerrak, einen Teil der Nordsee. Der Schlepper, die Barge mit dem Wal und das Begleitschiff setzten ihre Fahrt nördlich der dänischen Küste in Richtung Norwegen fort, wie der Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zeigte. Ziel war es, den Wal an einem abgelegenen Ort in der Nordsee freizulassen.
Am Freitagabend befand sich das Tier noch immer auf der Barge, einem Lastkahn ohne eigenen Antrieb, der von dem Schlepper «Fortuna B» gezogen wurde. Der Konvoi hatte am Freitagmorgen kurz nach dem Übergang von der Ost- zur Nordsee aufgrund des hohen Wellengangs seinen Kurs ändern müssen und war zunächst wieder Richtung Süden gefahren. Das Absperrnetz an der Barge wurde in dieser Zeit entfernt, jedoch wurde der Wal nicht freigelassen. Am Nachmittag konnte der Kurs wieder in Richtung Norden aufgenommen werden. In den folgenden Stunden passierten die Schiffe den Übergang von Ost- zu Nordsee auf der Höhe der dänischen Stadt Skagen.
Mitglieder der verantwortlichen privaten Initiative betonten am Freitagmittag, dass jeder Kilometer Richtung Nordsee von Bedeutung sei. Der etwa zwölf Meter lange Buckelwal hatte sich zuvor vier Wochen lang vor der Insel Poel bei Wismar aufgehalten. Gegen den Rat zahlreicher Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.
Am vergangenen Dienstag gelang es, den Buckelwal, der wochenlang an der Ostseeküste gestrandet war, auf die Barge zu bringen. Dieses mit Wasser gefüllte Lastschiff wurde von dem Mehrzweckschiff «Fortuna B» gezogen. (Lesen Sie auch: Buckelwal: Buckelwal-Konvoi am Morgen weiterhin auf Kurs…)
Warum wurde der Buckelwal in die Nordsee gebracht?
Die private Initiative argumentierte, dass der Buckelwal in der Ostsee nicht überleben könne, da es sich nicht um seinen natürlichen Lebensraum handele. Die geringe Salinität und das begrenzte Nahrungsangebot der Ostsee seien für den Wal problematisch. Durch die Verlegung in die Nordsee sollte dem Tier eine höhere Überlebenschance ermöglicht werden, da dort die Bedingungen für Buckelwale deutlich besser sind.
Buckelwale sind bekannt für ihre langen Wanderungen zwischen den Polarregionen, wo sie fressen, und den tropischen Gewässern, wo sie sich paaren und gebären. Die Nordsee liegt nicht direkt auf einer typischen Wanderroute, ist aber dennoch ein potenziell geeigneter Lebensraum.
Die Kontroverse um die Rettungsaktion
Die Rettungsaktion war von Anfang an umstritten. Viele Wissenschaftler und Tierschutzorganisationen äußerten Bedenken hinsichtlich der Methode und des Risikos für das Tier. Sie argumentierten, dass der Stress des Transports und die ungewohnte Umgebung dem Wal mehr schaden könnten als ein Verbleib in der Ostsee. Zudem wurde kritisiert, dass die private Initiative die Aktion ohne ausreichende wissenschaftliche Begleitung durchführte. Wie Stern berichtet, gab es unterschiedliche Meinungen über die Vorgehensweise.
Einige Experten schlugen vor, den Wal in der Ostsee zu beobachten und gegebenenfalls zu unterstützen, anstatt ihn in eine andere Umgebung zu verfrachten. Andere befürchteten, dass der Wal durch die Rettungsaktion unnötig gestresst und verletzt werden könnte. Die private Initiative verteidigte ihre Entscheidung jedoch mit dem Argument, dass sie dem Wal eine Chance auf ein besseres Leben geben wollten. Die Kosten der Rettungsaktion wurden von der Initiative getragen und beliefen sich auf eine beträchtliche Summe.
Wie geht es dem Buckelwal jetzt?
Nach der Freilassung des Buckelwals in der Nordsee ist sein Zustand ungewiss. Es gibt keine Informationen darüber, wie sich das Tier an die neue Umgebung anpasst und ob es ausreichend Nahrung findet. Die private Initiative plant, den Wal weiterhin zu beobachten und gegebenenfalls zu unterstützen. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Buckelwal in der Nordsee zurechtfindet und ein gesundes Leben führen kann. Die zuständigen Behörden werden die Situation weiterhin beobachten. Die Bundesanstalt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) überwacht die Meeresumwelt und kann wichtige Daten liefern. (Lesen Sie auch: Auf dem Weg in die Nordsee: Netz…)
Welche Herausforderungen birgt die Umsiedlung von Meeressäugern?
Die Umsiedlung von Meeressäugern ist ein komplexes und risikoreiches Unterfangen. Es gibt viele Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, um sicherzustellen, dass die Aktion erfolgreich ist und dem Tier nicht schadet. Dazu gehören die Wahl des geeigneten Lebensraums, die Vorbereitung des Tieres auf den Transport und die Überwachung des Tieres nach der Freilassung. Die NABU setzt sich für den Schutz von Meeressäugern und deren Lebensräume ein.
Eine der größten Herausforderungen ist die Anpassung des Tieres an die neue Umgebung. Meeressäuger sind oft sehr an ihre angestammten Lebensräume angepasst und können Schwierigkeiten haben, sich an neue Bedingungen zu gewöhnen. Dazu gehören Unterschiede in der Wassertemperatur, dem Salzgehalt, dem Nahrungsangebot und der Konkurrenz durch andere Tiere. Es ist daher wichtig, dass die Umsiedlung sorgfältig geplant und durchgeführt wird, um das Risiko für das Tier zu minimieren.
Die Umsiedlung von Wildtieren sollte immer als letztes Mittel betrachtet werden. Es ist oft sinnvoller, die Lebensräume der Tiere zu schützen und zu verbessern, anstatt sie in andere Gebiete zu verfrachten.

| Fakt | Details |
|---|---|
| Länge des Buckelwals | ca. 12 Meter |
| Dauer des Aufenthalts vor Poel | 4 Wochen |
| Transportmittel | Barge gezogen von «Fortuna B» |
Häufig gestellte Fragen
Warum wurde der Buckelwal aus der Ostsee geborgen?
Die private Initiative argumentierte, dass die Ostsee aufgrund ihres geringen Salzgehalts und des begrenzten Nahrungsangebots kein geeigneter Lebensraum für den Buckelwal sei. Sie hofften, dem Tier durch die Umsiedlung in die Nordsee eine höhere Überlebenschance zu ermöglichen.
Welche Bedenken gab es hinsichtlich der Rettungsaktion?
Wissenschaftler und Tierschutzorganisationen äußerten Bedenken, dass der Stress des Transports und die ungewohnte Umgebung dem Wal mehr schaden könnten als ein Verbleib in der Ostsee. Zudem wurde die mangelnde wissenschaftliche Begleitung kritisiert.
Wie wurde der Buckelwal transportiert?
Der Buckelwal wurde auf einer Barge transportiert, einem mit Wasser gefüllten Lastschiff ohne eigenen Antrieb. Die Barge wurde von dem Mehrzweckschiff «Fortuna B» gezogen. Ein Begleitschiff unterstützte den Transport.
Wo wurde der Buckelwal in der Nordsee freigelassen?
Der genaue Ort der Freilassung in der Nordsee wurde nicht öffentlich bekannt gegeben. Ziel war es, den Wal an einem abgelegenen Ort freizulassen, um ihm die Anpassung an die neue Umgebung zu erleichtern.
Was sind die Risiken bei der Umsiedlung von Meeressäugern?
Die Umsiedlung von Meeressäugern birgt Risiken wie Anpassungsschwierigkeiten an die neue Umgebung, Stress durch den Transport und die Gefahr von Verletzungen. Eine sorgfältige Planung und Durchführung ist daher entscheidend. (Lesen Sie auch: Buckelwal Rettung: Plan für Transport in die…)
Die Umsiedlung des Buckelwals in die Nordsee bleibt ein kontroverses Thema. Ob die Aktion erfolgreich war und dem Tier tatsächlich geholfen hat, wird sich erst in der Zukunft zeigen. Die verantwortliche private Initiative wird die Entwicklung des Wales weiterhin verfolgen.



