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Rudi Assauer ist auch am 02.04.2026 eine unvergessene Figur des deutschen Fußballs. Als Manager prägte er den FC Schalke 04 wie kaum ein Zweiter und wurde mit Zigarre und markigen Sprüchen zur Kultfigur. Doch hinter der Fassade des Machos steckte ein Mensch, dessen Schicksal mit seiner Alzheimer-Erkrankung Millionen berührte und der bis heute für Gesprächsstoff sorgt.
Das Wichtigste in Kürze
- Manager-Legende: Rudolf «Rudi» Assauer (* 30. April 1944; † 6. Februar 2019) war als Manager des FC Schalke 04 (1981–1986, 1993–2006) die prägende Figur des Vereins.
- Größte Erfolge: Unter seiner Führung gewann Schalke 04 den UEFA-Pokal 1997 sowie den DFB-Pokal 2001 und 2002.
- Architekt der Arena: Assauer war die treibende Kraft hinter dem Bau der Veltins-Arena, eines der modernsten Stadien Europas.
- Spielerkarriere: Vor seiner Managerlaufbahn absolvierte er 307 Bundesligaspiele für Borussia Dortmund und Werder Bremen.
- Markenzeichen: Sein Image als Zigarre rauchender «Macho mit Herz» machte ihn zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Bundesliga.
- Alzheimer-Erkrankung: 2012 machte er seine Alzheimer-Diagnose öffentlich und enttabuisierte damit die Krankheit in Deutschland.
- Aktuelle Entwicklungen: Auch Jahre nach seinem Tod sorgt sein Erbe für Schlagzeilen. Ein Testament aus dem Jahr 2012 wurde gerichtlich für ungültig erklärt.
Inhaltsverzeichnis
- Wer war Rudi Assauer? Vom Spieler zum Visionär
- Die Ära Assauer bei Schalke 04: Titel, Tränen und Triumphe
- Der Mensch hinter dem Macho-Image von Rudi Assauer
- Offener Umgang mit Alzheimer: Rudi Assauers letzter Kampf
- Das Erbe von Rudi Assauer: Mehr als nur Fußball
- Aktuelle Entwicklungen und die lebendige Erinnerung
Wer war Rudi Assauer? Vom Spieler zum Visionär
Geboren am 30. April 1944 in Sulzbach-Altenwald, wuchs Rudolf «Rudi» Assauer im Herzen des Ruhrgebiets in Herten auf. Seine Profikarriere als Fußballer begann er bei Borussia Dortmund, mit denen er 1965 den DFB-Pokal und 1966 als erster deutscher Verein den Europapokal der Pokalsieger gewann. Nach 307 Bundesligaspielen für den BVB und Werder Bremen wechselte er 1976 nahtlos ins Management.
Zunächst war Assauer als General Manager bei Werder Bremen tätig, bevor er 1981 zum ersten Mal zum FC Schalke 04 kam. Nach einer zwischenzeitlichen Entlassung und einer Tätigkeit in der Immobilienbranche kehrte er 1993 zu den Königsblauen zurück – der Beginn einer Ära, die den Verein nachhaltig verändern sollte. Assauer war mehr als nur ein Manager; er war ein Visionär, der verstand, dass sich der Fußball zu einem Unterhaltungsgeschäft entwickelte.
Die Ära Assauer bei Schalke 04: Titel, Tränen und Triumphe
Die zweite Amtszeit von Rudi Assauer bei Schalke 04 von 1993 bis 2006 gilt als die erfolgreichste Periode der jüngeren Vereinsgeschichte. Zunächst sanierte er den finanziell angeschlagenen Klub. Mit der Verpflichtung von Trainer Huub Stevens legte er den Grundstein für den sensationellen Sieg im UEFA-Pokal 1997 gegen Inter Mailand. Es folgten zwei Siege im DFB-Pokal in den Jahren 2001 und 2002.
Untrennbar mit seinem Namen verbunden ist auch die «Vier-Minuten-Meisterschaft» von 2001. Schalke wähnte sich nach dem letzten Spieltag bereits als Deutscher Meister, bevor ein spätes Tor des FC Bayern München die Hoffnungen zerstörte. Die Bilder des weinenden Assauers gingen um die Welt und machten ihn zur Symbolfigur des «Meisters der Herzen». Ein weiteres Denkmal setzte er sich mit dem Bau der Veltins-Arena, die damals neue Maßstäbe für Stadionarchitektur setzte.
Der Mensch hinter dem Macho-Image von Rudi Assauer
Rudi Assauer kultivierte ein Image als harter Hund und Macho. Die Zigarre wurde zu seinem Markenzeichen, seine Sprüche waren legendär. Er galt als «Kaschmir-Hooligan» – ein Mann, der sich in der rauen Welt des Fußballs ebenso bewegen konnte wie auf dem gesellschaftlichen Parkett. Seine Beziehung mit der Schauspielerin Simone Thomalla von 2000 bis 2009 unterstrich seinen Status als öffentliche Figur weit über den Sport hinaus.
Doch hinter dieser Fassade zeigte Assauer immer wieder eine verletzliche und emotionale Seite. Seine Tränen nach der verpassten Meisterschaft 2001 oder bei Abschieden von Spielern wie Jiri Nemec zeigten den Menschen hinter dem Manager. Diese Mischung aus harter Schale und weichem Kern machte ihn für viele zu einer authentischen und nahbaren Identifikationsfigur. Der ehemalige Schalker Torwart Ralf Fährmann bezeichnete ihn noch kürzlich als «einen der letzten echten Typen im Profifußball».
Offener Umgang mit Alzheimer: Rudi Assauers letzter Kampf
Im Januar 2012 trat Rudi Assauer mit einer Nachricht an die Öffentlichkeit, die Deutschland bewegte: Er war an Alzheimer erkrankt. In seiner Autobiografie «Wie ausgewechselt» und in Interviews sprach er schonungslos offen über die Krankheit. «Wenn es eine Sache in der Welt gibt, vor der ich immer Angst hatte, so richtig gut Schiss auf Deutsch, dann Alzheimer», gestand er. Auch sein älterer Bruder und seine Mutter waren an Alzheimer erkrankt.
Sein mutiger Schritt, die Demenzerkrankung öffentlich zu machen, war ein Meilenstein in der Entstigmatisierung von Alzheimer in Deutschland. Er gab der Krankheit ein bekanntes Gesicht und machte unzähligen Betroffenen und deren Angehörigen Mut. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft würdigte sein Engagement als immens wichtigen Schritt für die gesellschaftliche Akzeptanz. Assauer zog sich in seinen letzten Lebensjahren aus der Öffentlichkeit zurück und verstarb am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren in Herten.
Das Erbe von Rudi Assauer: Mehr als nur Fußball
Das Vermächtnis von Rudi Assauer reicht weit über seine sportlichen Erfolge hinaus. Er hat den FC Schalke 04 modernisiert und zu einer europäischen Top-Adresse geformt. Die Veltins-Arena, oft als sein Lebenswerk bezeichnet, ist ein Symbol seines visionären Handelns. Der Platz vor dem Stadion wurde ihm zu Ehren in Rudi-Assauer-Platz umbenannt und ist bei jedem Heimspiel ein Treffpunkt für Tausende Fans. Eine Übersicht seiner Karriere-Stationen zeigt seinen unermüdlichen Einsatz:
| Zeitraum | Verein/Position | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1964–1970 | Borussia Dortmund (Spieler) | Europapokalsieger der Pokalsieger 1966 |
| 1970–1976 | Werder Bremen (Spieler) | 186 Bundesligaspiele |
| 1976–1981 | Werder Bremen (Manager) | Beginn der Managerkarriere |
| 1981–1986 | FC Schalke 04 (Manager) | Erste Amtszeit |
| 1993–2006 | FC Schalke 04 (Manager) | UEFA-Pokal-Sieg 1997, 2x DFB-Pokalsieger |
Sein wohl wichtigstes Erbe ist jedoch der offene Umgang mit seiner Alzheimer-Erkrankung. Er hat eine gesellschaftliche Debatte angestoßen und dazu beigetragen, ein Tabu zu brechen. Die von ihm inspirierte Initiative «Rudi Assauer» engagiert sich für Menschen mit Demenz und führt sein letztes großes Anliegen fort.
Aktuelle Entwicklungen und die lebendige Erinnerung
Auch nach seinem Tod bleibt Rudi Assauer präsent. Insbesondere sein Nachlass sorgt für mediales Interesse. Im Oktober 2022 erklärte das Amtsgericht Recklinghausen ein Testament aus dem Jahr 2012 für ungültig. Ein psychiatrisches Gutachten kam zu dem Schluss, dass Assauer zum Zeitpunkt der Unterzeichnung aufgrund seiner fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung bereits testierunfähig war. Dieser Beschluss hat zur Folge, dass sein Erbe nach der gesetzlichen Erbfolge zwischen seinen beiden Töchtern aufgeteilt wird. Aktuelle Berichte, wie die der BILD vom 1. April 2026, deuten auf weitere Entwicklungen im familiären Umfeld hin, die das Interesse an seiner Person wachhalten. Zu den internen Querelen passt auch die Geschichte rund um einen schockierenden Twist, der die Familie lange beschäftigte. Die Erinnerung an den Menschen und Manager lebt indes weiter, nicht zuletzt durch Aktionen wie den Charity-Backwettbewerb zugunsten seiner Stiftung.
FAQ zu Rudi Assauer
Wann und woran ist Rudi Assauer gestorben?
Rudi Assauer starb am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren an den Folgen seiner langjährigen Alzheimer-Erkrankung.
Was waren die größten Erfolge von Rudi Assauer als Manager?
Seine größten Erfolge mit dem FC Schalke 04 waren der Gewinn des UEFA-Pokals 1997 und die DFB-Pokalsiege 2001 und 2002. Er war zudem maßgeblich für den Bau der Veltins-Arena verantwortlich.
Für welche Vereine hat Rudi Assauer gespielt?
Als Profifußballer war Rudi Assauer für Borussia Dortmund (1964–1970) und Werder Bremen (1970–1976) aktiv und bestritt insgesamt 307 Bundesligaspiele.
Warum war Rudi Assauer als «Macho» bekannt?
Sein öffentliches Auftreten mit Zigarre, markigen Sprüchen und einem sehr selbstbewussten Stil brachten ihm das Image eines Machos ein. Er selbst spielte mit diesem Bild und wurde als «letzter Macho der Bundesliga» bezeichnet.
Was ist über Rudi Assauers Privatleben bekannt?
Assauer war lange Zeit mit der Schauspielerin Simone Thomalla liiert. Er hatte zwei Töchter. Sein Privatleben, insbesondere der Streit um sein Erbe nach seinem Tod, sorgte wiederholt für Schlagzeilen.
Fazit: Rudi Assauer bleibt unvergessen
Rudi Assauer war eine der schillerndsten und prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs. Er war ein visionärer Manager, der Schalke 04 zu großen Erfolgen führte, und eine Kultfigur, die weit über den Sport hinaus bekannt war. Sein mutiger Umgang mit der Alzheimer-Krankheit hat eine gesellschaftliche Debatte angestoßen und sein Vermächtnis als Mensch gefestigt. Auch Jahre nach seinem Tod bleibt die Legende Rudi Assauer unvergessen – als Macher, Mensch und Meister der Herzen.
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