Wem gehört Migros? Der Schweizer Detailhandelsriese gehört rund 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern – allerdings nicht direkt: Sie sind Mitglied in einer von zehn rechtlich eigenständigen Regionalgenossenschaften, und diese zehn bilden gemeinsam den Migros-Genossenschafts-Bund mit Sitz in Zürich. Aktionäre gibt es keine. Der Gruppenumsatz lag 2025 bei 31,9 Milliarden Franken.

Das Wichtigste im Überblick
- Die Eigentümerkette läuft von rund 2,3 Millionen Mitgliedern über zehn Regionalgenossenschaften zum Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) in Zürich.
- Gegründet wurde die Migros 1925 von Gottlieb Duttweiler, der MGB 1941 – 2025 war das Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag.
- Gruppenumsatz 2025: 31,9 Milliarden Franken, Gewinn 1,13 Milliarden Franken inklusive Sondereffekten aus Verkäufen.
- Organe des MGB sind Delegiertenversammlung (111 Personen), Verwaltung (13 Mitglieder), Generaldirektion und Revisionsstelle.
- Zur Gruppe gehören unter anderem Denner, Digitec Galaxus, die Migros Bank, Medbase sowie Migrol und migrolino.
Wem gehört Migros – zehn Genossenschaften statt einem Konzern?
Wem gehört Migros? Eigentümerinnen sind die zehn regionalen Migros-Genossenschaften, von der Migros Aare über die Migros Ostschweiz bis zur Migros Ticino, mit zusammen rund 2,3 Millionen Mitgliedern. Diese zehn Genossenschaften halten gemeinsam den Migros-Genossenschafts-Bund. Dessen Genossenschaftskapital beträgt 15 Millionen Franken, und für seine Verbindlichkeiten haftet ausschließlich sein eigenes Vermögen.
Der Unterschied zu einem Konzern ist damit kein formaler: Jede der zehn Genossenschaften ist ein eigenständiges Unternehmen mit eigener Verwaltung und eigenem Genossenschaftsrat. 2025 erwirtschafteten sie zusammen mit ihren Tochtergesellschaften 15,4 Milliarden Franken. Wie weit die Mitwirkung der Mitglieder reicht, zeigte die Urabstimmung von 2022 über den Verkauf von Alkohol: Die Mitglieder lehnten die Öffnung deutlich ab. Details zur Organisation der Migros veröffentlicht der Verbund selbst.
Wer entscheidet im Migros-Genossenschafts-Bund?

Im Migros-Genossenschafts-Bund entscheiden vier Organe: Delegiertenversammlung, Verwaltung, Generaldirektion und Revisionsstelle. Oberstes Organ ist die Delegiertenversammlung mit 111 Personen – 100 gewählte Delegierte der Regionalgenossenschaften, zehn Vertreter der regionalen Verwaltungen und die Präsidentin. Die 13-köpfige Verwaltung übernimmt die Rolle eines Verwaltungsrats, die Generaldirektion führt operativ.
Präsidentin der Verwaltung ist seit 2019 Ursula Nold. Am 21. März 2026 bestätigten die Delegierten sie und sämtliche 13 Verwaltungsmitglieder für die Amtsperiode vom 1. Juli 2026 bis 30. Juni 2028; Präsidentin der Delegiertenversammlung bleibt Edith Spillmann. Die Generaldirektion führt Mario Irminger. Die Zusammensetzung der Verwaltung und die Governance-Regeln sind im Geschäftsbericht 2025 dokumentiert.
Welche Unternehmen gehören zur Migros-Gruppe?
Zur Migros-Gruppe gehören neben den Supermärkten zahlreiche Tochtergesellschaften, gebündelt in vier strategischen Geschäftsfeldern: Food Retail, Non-Food Retail, Gesundheit und Finanzdienstleistungen. Die bekanntesten sind Denner, Digitec Galaxus, die Migros Bank, Medbase sowie Migrol und migrolino.
| Unternehmen | Bereich | Umsatz 2025 |
|---|---|---|
| Denner | Discounter | 3,8 Mrd. Franken (+0,2 %) |
| Digitec Galaxus | Onlinehandel (Non-Food Retail) | Segment 3,5 Mrd. Franken (+13,6 %) |
| Migrol / migrolino | Treibstoff, Tankstellen-Shops | 1,3 Mrd. / 0,8 Mrd. Franken |
| Medbase | Arzt- und Zahnarztpraxen, Apotheken | Segment 1,7 Mrd. Franken (+4,5 %) |
| Migros Bank | Finanzdienstleistungen | Kundenausleihungen 51,5 Mrd. Franken |
Was hat der Umbau seit 2024 verändert?
Die Migros-Gruppe hat zwischen 2024 und 2025 ihr Portfolio bereinigt und Unternehmen verkauft, die nicht mehr zur Strategie passten oder Verluste schrieben – darunter die Mibelle Group per Ende April 2025 sowie Hotelplan, Micasa, SportX und OBI. Der ausgewiesene Gruppenumsatz sank dadurch 2025 auf 31,9 Milliarden Franken; bereinigt um die Verkäufe legte er auf 29,4 Milliarden zu.
Finanziell steht der Verbund solide da: Das Eigenkapital des Handels- und Industriegeschäfts erreichte Ende 2025 18,5 Milliarden Franken oder 80,6 Prozent der Bilanzsumme, wie die Jahresmitteilung 2025 ausweist. Bis 2030 fließen zwei Milliarden Franken in 140 neue und 350 modernisierte Filialen. Offen ist die Zukunft der Struktur selbst: Im März 2026 berichtete das Portal Infosperber, Irminger habe vor Kaderleuten eine Reduktion der Zahl der Regionalgenossenschaften angekündigt. Ein offizieller Beschluss dazu liegt nicht vor.
Migros oder Coop – wo liegt der Unterschied?
Migros und Coop sind beide Genossenschaften, aber unterschiedlich gebaut. Coop ist eine einzige Genossenschaft mit Sitz in Basel und über 2,67 Millionen Mitgliedern, organisatorisch in sechs Regionen unterteilt. Die Migros besteht aus zehn rechtlich eigenständigen Genossenschaften mit rund 2,3 Millionen Mitgliedern, die gemeinsam den MGB tragen. Beim Umsatz lag Coop 2025 mit 35,5 Milliarden Franken vorn.
Wie die Eigentümerstruktur beim Konkurrenten im Detail aussieht, zeigt der Überblick Wem gehört Coop?. Beide Verbünde treffen sich auch an der Zapfsäule: Coop betreibt über die Coop Pronto AG rund 255 Tankstellen, die Migros über Migrol und migrolino. Wie hart dort inzwischen um Rappen gekämpft wird, zeigt der Preiskampf zwischen Coop und dem Billiganbieter Etzelpark.
Jede der zehn Regionalgenossenschaften ist einzeln im Handelsregister eingetragen. Über zefix.ch siehst du Sitz, Rechtsform und Zeichnungsberechtigte der Genossenschaft, die für deine Region zuständig ist.
Wo findest du Migros-Betriebe im Verzeichnis?
Im Branchenverzeichnis von Wer macht Was sind einzelne Migros-Standorte separat eingetragen – und sie zeigen, wie unterschiedlich die Formate sind: Migros als Supermarkt an der Bleichestrasse 15 in Kreuzlingen, Migros Partner als Supermarkt an der Birsigstrasse 105 in Basel, Migros Eatery als Imbiss an der Centralbahnstrasse 10, dazu Migros Take-Away und Migros Florissimo als Takeaway und Blumenfachgeschäft am Bahnhofplatz 70-72 in Frauenfeld. Wer in Kreuzlingen einkauft und in Basel, hat es formal mit zwei verschiedenen Regionalgenossenschaften zu tun.
Häufig gestellte Fragen
Wem gehört Migros wirklich?
Wem gehört Migros? Den rund 2,3 Millionen Mitgliedern der zehn regionalen Migros-Genossenschaften. Diese Genossenschaften sind gemeinsam Eigentümerinnen des Migros-Genossenschafts-Bundes in Zürich. Einen Mehrheitseigentümer, Investoren oder eine Staatsbeteiligung gibt es nicht.
Ist die Migros börsenkotiert?
Nein. Weder die zehn Regionalgenossenschaften noch der Migros-Genossenschafts-Bund haben Aktien oder sind an der Börse kotiert. Das Genossenschaftskapital des MGB beträgt 15 Millionen Franken und wird von den Genossenschaften gehalten, nicht von externen Anlegern.
Wer führt die Migros?
Präsidentin der Verwaltung des MGB ist seit 2019 Ursula Nold, bestätigt im März 2026 für die Amtsperiode bis 2028. Die Generaldirektion und damit das operative Geschäft leitet Mario Irminger. Präsidentin der Delegiertenversammlung ist Edith Spillmann.
Wie viele Migros-Genossenschaften gibt es?
Aktuell zehn regionale Genossenschaften, darunter Migros Aare, Migros Zürich, Migros Basel und Migros Ostschweiz. Laut einem Bericht des Portals Infosperber vom März 2026 strebt die Führung eine Reduktion dieser Zahl an; ein offizieller Beschluss ist bislang nicht kommuniziert.
Was bringt eine Migros-Mitgliedschaft?
Mitglieder erhalten keine Gewinnausschüttung, sondern Mitwirkungsrechte in ihrer Regionalgenossenschaft. Sie wählen die Genossenschaftsräte und stimmen in Urabstimmungen über Grundsatzfragen ab – etwa 2022 über den Alkoholverkauf, den sie deutlich ablehnten.
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Fazit
Die Migros ist kein Konzern mit einer Eigentümerin an der Spitze, sondern ein Verbund von zehn Genossenschaften, die sich einen gemeinsamen Bund halten. Das macht Entscheidungen langsamer als in einer Aktiengesellschaft – und erklärt, warum eine Strukturreform hier keine Vorstandsfrage ist, sondern zehn eigenständige Unternehmen und deren Mitglieder betrifft. Übernehmen lässt sich dieses Konstrukt nicht.
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