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Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist für Millionen Menschen im Ruhrgebiet und darüber hinaus ein zentraler Mobilitätsanbieter. Zum 27.02.2026 stehen Fahrgäste vor einigen Änderungen: Neben einer umfassenden Tarifanpassung samt Preiserhöhung für das Deutschlandticket müssen sich Pendler aktuell auf massive Einschränkungen durch einen Warnstreik einstellen. Alle wichtigen Informationen zu den neuen Preisen, Ticketoptionen und der aktuellen Verkehrslage finden Sie hier.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- VRR Tarifreform 2026: Preise für Tickets steigen
- Das Deutschlandticket im VRR: Neuer Preis ab 2026
- Aktuell beim VRR: Warnstreik legt Nahverkehr lahm
- Fahrplan und Störungen im VRR
- Digitale Alternativen: VRR-App und eezy.nrw
- Zukunft des VRR: Der Nahverkehrsplan 2025
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zum VRR
Das Wichtigste in Kürze
- Preiserhöhung zum 1. Januar 2026: Die Ticketpreise im VRR sind um durchschnittlich 4,9 Prozent gestiegen. Als Grund werden höhere Personal- und Energiekosten genannt.
- Deutschlandticket teurer: Der Preis für das Deutschlandticket wurde zum Jahresbeginn 2026 von 58 Euro auf 63 Euro pro Monat erhöht.
- Aktueller Warnstreik: Die Gewerkschaft ver.di hat für den 27. und 28. Februar 2026 zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen, die den Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverkehr im VRR-Gebiet erheblich beeinträchtigen. S-Bahnen und Regionalzüge sind nicht betroffen.
- Tarifvereinfachung: Im Sommer 2026 soll die zweite Stufe der VRR-Tarifreform umgesetzt werden, die eine Vereinfachung des Tarifgebietsmodells vorsieht.
- Digitale Tickets: Der Check-in/Check-out-Tarif eezy.nrw bleibt preisstabil und stellt oft eine günstige Alternative dar.
- Alte Tickets: Vor dem 1. Januar 2026 gekaufte Tickets (Stand 1. März 2025) können noch bis zum 31. März 2026 genutzt werden.
- Zukunftspläne: Mit dem Nahverkehrsplan 2025 arbeitet der VRR an einem mittel- bis langfristig attraktiven und klimafreundlichen Nahverkehrsangebot.
VRR Tarifreform 2026: Preise für Tickets steigen
Seit dem 1. Januar 2026 gelten im gesamten Gebiet des VRR neue Tarife. Der Verbund hat die Preise für sein Ticketsortiment um durchschnittlich 4,9 Prozent angehoben. Diese Anpassung betrifft sowohl Einzelfahrscheine als auch diverse Zeitkarten. Beispielsweise kostet ein EinzelTicket für Erwachsene in der Preisstufe A nun 3,80 Euro, was einer Erhöhung von rund 20 Cent entspricht. Als Gründe für diesen Schritt führt der VRR die erheblich gestiegenen Kosten für Personal und Energie sowie notwendige Investitionen in eine nachhaltige Mobilitätswende an.
Zudem entfallen einige bekannte Ticketvarianten. Insbesondere das beliebte Ticket2000 als 30-Tage-Ticket (inklusive der 9-Uhr-Variante) wird seit dem 31. Dezember 2025 nicht mehr angeboten. Fahrgäste, die noch Papiertickets zum alten Tarif besitzen, können diese jedoch noch bis zum 31. März 2026 verwenden. Danach ist ein Umtausch in den Kundencentern bis Ende 2028 möglich, wobei die Preisdifferenz zu entrichten ist.
Das Deutschlandticket im VRR: Neuer Preis ab 2026
Eine der wichtigsten Änderungen für Vielfahrer im VRR betrifft das Deutschlandticket. Dessen Preis wurde bundesweit und somit auch im VRR-Gebiet zum 1. Januar 2026 auf 63 Euro pro Monat angehoben. Diese Entscheidung wurde von den Verkehrsministern der Länder getroffen, um eine längerfristige und verlässliche Finanzierungsperspektive für die nächsten Jahre zu schaffen. Bund und Länder sichern die Finanzierung mit jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich ab.
Auch die abgeleiteten Produkte wurden preislich angepasst. Das DeutschlandTicket Job kostet nun 59,85 Euro, während für das DeutschlandTicket Sozial 53,00 Euro fällig werden. Trotz der Preiserhöhung bleibt das Deutschlandticket für die meisten Pendler die attraktivste Option. Bei vielen Verkehrsunternehmen im Verbund, wie beispielsweise DSW21 in Dortmund, macht es bereits zwischen 85 und 90 Prozent aller verkauften Abonnements aus. Wer überlegt, ob ein Glasfaser-Router notwendig ist, um unterwegs stabil auf die VRR-App zugreifen zu können, kann beruhigt sein – eine normale mobile Datenverbindung reicht aus.
Aktuell beim VRR: Warnstreik legt Nahverkehr lahm
Fahrgäste des VRR müssen sich am heutigen Freitag, den 27. Februar 2026, und auch am morgigen Samstag auf erhebliche Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen zu einem bundesweiten Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Davon betroffen sind in den Städten des Verbundgebiets vor allem Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen.
Die S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn sind von diesen Maßnahmen nicht betroffen und verkehren planmäßig. Pendlern wird empfohlen, sich vor Fahrtantritt in der VRR-App oder der Online-Fahrplanauskunft über alternative Verbindungen zu informieren und, wenn möglich, auf S-Bahnen auszuweichen. Die Streiks führen voraussichtlich zu einem kompletten Stillstand bei vielen kommunalen Verkehrsbetrieben. Dieser Arbeitskampf erinnert an frühere Auseinandersetzungen, wie den Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan, bei denen die Zivilbevölkerung die Hauptlast trägt.
Fahrplan und Störungen im VRR
Unabhängig von Streiks kommt es im Netz des VRR regelmäßig zu Fahrplanänderungen durch Baumaßnahmen. Für 2026 sind mehrere große Projekte geplant, die zu Teilausfällen und Schienenersatzverkehr (SEV) führen. Eine der größten Maßnahmen ist die Generalsanierung der Strecke zwischen Hagen und Köln vom 6. Februar bis zum 10. Juli 2026. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf Linien wie den RE 4, RE 7, RE 13 und die RB 48.
Fahrgäste sollten sich daher stets aktuell informieren. Die verlässlichsten Informationen zu Baustellen und kurzfristigen Störungen bieten die offizielle VRR-Website und die zugehörige App. Dort werden alle Änderungen in Echtzeit eingepflegt. Auch das Portal Zuginfo.NRW bietet einen umfassenden Überblick über die Lage im Regionalverkehr.
Digitale Alternativen: VRR-App und eezy.nrw
Als Alternative zum klassischen Papierticket gewinnt der digitale Vertrieb im VRR an Bedeutung. Die VRR-App dient nicht nur als Fahrplanauskunft, sondern auch zum Kauf aller gängigen Tickets, einschließlich des Deutschlandtickets. Eine besonders flexible und oft günstigere Option für Gelegenheitsfahrer ist der eTarif eezy.nrw.
Bei eezy.nrw checkt man sich zu Beginn der Fahrt per App ein und am Ziel wieder aus. Abgerechnet wird die Luftlinie zwischen Start und Ziel, bestehend aus einem Grundpreis und einem Kilometerpreis. Ein großer Vorteil: Die Preise für eezy.nrw wurden bei der jüngsten Tarifrunde nicht erhöht. Zudem gibt es einen Preisdeckel: Eine einzelne Fahrt kostet nie mehr als ein vergleichbares EinzelTicket, und pro Monat werden maximal 63 Euro berechnet – der gleiche Preis wie beim Deutschlandticket.
Zukunft des VRR: Der Nahverkehrsplan 2025
Der VRR blickt auch in die Zukunft und gestaltet aktiv die Verkehrswende. Das zentrale Planungsinstrument dafür ist der VRR-Nahverkehrsplan 2025 (NVP). Dieses Konzept, das in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und Verkehrsunternehmen entwickelt wird, soll die Grundlage für einen attraktiven, leistungsstarken und klimafreundlichen ÖPNV schaffen.
Im Fokus stehen dabei die Bedürfnisse der Fahrgäste und die Anforderungen des Klimaschutzes. Mobilität soll flexibler und vielfältiger werden, indem verschiedene Verkehrsmittel besser miteinander verknüpft werden. Der NVP definiert, wie sich das Angebot kurz- bis langfristig entwickeln muss, um mehr Menschen für den Umstieg auf Bus und Bahn zu gewinnen. Die endgültige Fassung des Plans soll im Frühjahr 2025 vorliegen und dann schrittweise umgesetzt werden.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum VRR
Was kostet das Deutschlandticket beim VRR ab 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 kostet das Deutschlandticket im VRR, wie auch im Rest von Deutschland, 63 Euro pro Monat.
Welche Linien sind vom aktuellen VRR-Streik betroffen?
Vom Warnstreik am 27. und 28. Februar 2026 sind hauptsächlich die kommunalen Verkehrsbetriebe betroffen. Das bedeutet, dass es zu massiven Ausfällen bei Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen kommt. S-Bahnen und Regionalzüge (RE, RB) fahren jedoch planmäßig.
Wie lange kann ich alte VRR-Tickets noch benutzen?
Tickets, die vor der Preisanpassung zum 1. Januar 2026 gekauft wurden (Tarifstand 1. März 2025), können noch bis zum 31. März 2026 für Fahrten genutzt werden. Ein Umtausch ist gegen Zahlung der Differenz bis Ende 2028 möglich.
Was ist eezy.nrw?
eezy.nrw ist ein digitaler Tarif in Nordrhein-Westfalen, der über eine App wie die VRR-App genutzt wird. Man checkt beim Einsteigen ein und beim Aussteigen wieder aus. Der Fahrpreis wird auf Basis der Luftlinie berechnet und ist oft günstiger als ein klassisches EinzelTicket. Die Preise für eezy.nrw wurden 2026 nicht erhöht.
Wo finde ich aktuelle Informationen zu Störungen beim VRR?
Die zuverlässigsten und aktuellsten Informationen zu Fahrplanänderungen, Baustellen und Störungen finden Sie direkt in der VRR-App und auf der offiziellen Webseite des Verkehrsverbundes unter dem Menüpunkt zur Störungsauskunft.
Fazit
Das Jahr 2026 bringt für Fahrgäste im VRR einige wesentliche Veränderungen mit sich. Die Tarifanpassung und der neue Preis für das Deutschlandticket sind finanzielle Faktoren, die eingeplant werden müssen. Gleichzeitig sorgt der aktuelle Warnstreik für erhebliche kurzfristige Herausforderungen im Pendlerverkehr. Dennoch zeigt der VRR mit der Weiterentwicklung digitaler Angebote wie eezy.nrw und der strategischen Planung durch den NVP, dass der Verbund bestrebt ist, den öffentlichen Nahverkehr zukunftsfähig, kundenfreundlich und nachhaltig zu gestalten.
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