Die Volkswerft Stralsund, ein Name mit langer Tradition und bewegter Geschichte, steht am 21.02.2026 im Fokus neuer Entwicklungen. Nach der turbulenten Insolvenz der MV Werften hat die Hansestadt Stralsund das Ruder übernommen und wandelt das Areal in einen maritimen Industrie- und Gewerbepark um. Dieser Schritt markiert eine entscheidende Wende für den traditionsreichen Schiffbaustandort an der Ostsee und weckt neue Hoffnung für die gesamte Region.
Seit der Übernahme durch die Stadt im Jahr 2022 hat sich das Gelände der Volkswerft Stralsund zu einem Ankerpunkt für diverse Unternehmen entwickelt. Mit der Ansiedlung namhafter Firmen wie Fassmer und Fosen Yard scheint der Plan aufzugehen, den Standort neu zu beleben und zukunftsfeste Arbeitsplätze zu schaffen. Folglich steht die Werft nicht mehr nur für Schiffbau, sondern für eine breitere maritime und industrielle Nutzung.
Die Transformation ist ein komplexer Prozess, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen birgt. Während neue Pachtverträge und Investitionen für Optimismus sorgen, müssen Altlasten bewältigt und die riesige Infrastruktur effizient genutzt werden. Dennoch überwiegt die Zuversicht, dass die Neuausrichtung der Volkswerft Stralsund gelingt und ein neues Kapitel maritimer Wirtschaftsgeschichte geschrieben wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Neuausrichtung: Nach der Insolvenz der MV Werften 2022 kaufte die Hansestadt Stralsund das Gelände und entwickelt es zum «Maritimen Industrie- und Gewerbepark Volkswerft».
- Neuer Pächter: Im Februar 2026 unterzeichnete die Fassmer-Gruppe einen Pachtvertrag, um auf dem Gelände ein neues Fischereiforschungsschiff zu bauen.
- Diverse Ansiedlungen: Rund 20 Unternehmen, darunter Ostseestaal, Fosen Yard und EKATO NORD, sind bereits auf dem Werftgelände aktiv.
- Städtisches Eigentum: Das 34 Hektar große Areal befindet sich in städtischer Trägerschaft, was eine stabile und langfristige Entwicklung sichern soll.
- Fokus auf Vielfalt: Der Park setzt nicht nur auf klassischen Schiffbau, sondern auch auf Stahlbau, Offshore-Windenergie-Komponenten und Maschinenbau.
- Historische Bedeutung: Die 1948 gegründete Werft war zu DDR-Zeiten einer der weltgrößten Produzenten von Fischereischiffen.
- Herausforderungen: Die Transformation des riesigen Geländes und die Bewältigung von Altlasten, wie eine mögliche Metallbelastung in einer Halle (Januar 2026), bleiben Aufgaben.
Inhaltsverzeichnis
- Die Transformation: Vom Schiffbau-Giganten zum Industrie- und Gewerbepark
- Wer investiert 2026 in die Volkswerft Stralsund?
- Welche Rolle spielt die Geschichte der Volkswerft?
- Aktuelle Herausforderungen und Zukunftsaussichten
- Häufig gestellte Fragen zur Volkswerft Stralsund
- Fazit: Neues Kapitel für einen Traditionsstandort
Die Transformation: Vom Schiffbau-Giganten zum Industrie- und Gewerbepark
Die Insolvenz der MV Werften im Januar 2022 war ein schwerer Schlag für den Schiffbau in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Volkswerft Stralsund bedeutete dies jedoch nicht das Ende, sondern den Beginn einer tiefgreifenden Neuausrichtung. Die Hansestadt Stralsund traf eine mutige Entscheidung und erwarb im Februar 2022 das gesamte 34 Hektar große Gelände. Das Ziel: die Entwicklung eines zukunftsfähigen Maritimen Industrie- und Gewerbeparks, der die maritime Tradition wahrt, aber gleichzeitig neue Branchen anzieht.
Dieser strategische Wandel weg von der alleinigen Konzentration auf den Neubau riesiger Kreuzfahrtschiffe hin zu einer diversifizierten Nutzung ist der Kern des neuen Konzepts. Die vorhandene Infrastruktur – darunter riesige Hallen, Schwerlastlogistik und ein direkter Seezugang – bietet ideale Bedingungen. Unternehmen aus den Bereichen Schiffsreparatur, Stahlbau, Maschinenbau und erneuerbare Energien finden hier ein attraktives Umfeld. Beispielsweise werden auf dem Areal bereits Komponenten für Offshore-Windparks gefertigt und verladen, was die Bedeutung des Standorts für die Energiewende unterstreicht.
Vorteile des neuen Konzepts
Die breitere Aufstellung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen und macht den Standort krisenfester. Außerdem fördert die Ansiedlung verschiedener Firmen Synergien und Kooperationen. Die Stadtverwaltung agiert dabei als Entwickler und Vermieter, was für Stabilität und eine klare Vision sorgt. Oberbürgermeister Alexander Badrow betonte wiederholt, dass der Plan, den Standort durch Vielfalt zu stärken, aufgehe. Diese Entwicklung wird auch durch Fördermittel des Landes Mecklenburg-Vorpommern unterstützt, die im Dezember 2025 zugesagt wurden, um die Infrastruktur weiter zu verbessern.
Wer investiert 2026 in die Volkswerft Stralsund?
Das Jahr 2026 beginnt für die Volkswerft Stralsund mit äußerst positiven Nachrichten. Mehrere Schlüssel-Investoren haben sich für den Standort entschieden und füllen das Gelände mit neuem Leben. Diese Unternehmen sind die neuen Gesichter der Werft:
- Fassmer-Gruppe: Das niedersächsische Familienunternehmen unterzeichnete im Februar 2026 einen Pachtvertrag für eine große Schiffbauhalle. Ab Anfang 2026 soll hier der Bau des neuen Fischereiforschungsschiffes „Walther Herwig“ für die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beginnen. Dies ist ein starkes Signal, dass der Schiffbau nach Stralsund zurückkehrt.
- Fosen Yard: Die norwegische Werftengruppe hat ebenfalls große Flächen gepachtet, einschließlich der großen Schiffsbauhalle. Sie gründete die Fosen Yard Stralsund GmbH mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.
- EKATO NORD GmbH: Als Weltmarktführer in der Rühr- und Mischtechnik investiert EKATO in eine neue Produktionsstätte auf dem Werftgelände. Der Spatenstich erfolgte bereits 2024. Der Standort ist ideal für die Montage von Großrührwerken, die von hier aus weltweit exportiert werden können, was komplexe Landtransporte reduziert.
- Weitere Unternehmen: Rund 20 Firmen sind bereits aktiv, darunter Spezialisten wie Ostseestaal, Strela Shiprepair und Premator. Diese Vielfalt, von Gerüstbau bis zu hochspezialisiertem Stahlbau, bildet das Rückgrat des neuen Gewerbeparks.
Tabelle: Ausgewählte Unternehmen im Maritimen Industrie- und Gewerbepark Volkswerft
| Unternehmen | Branche | Projekt / Tätigkeit am Standort |
|---|---|---|
| Fassmer-Gruppe | Schiffbau | Neubau des Fischereiforschungsschiffs «Walther Herwig» |
| Fosen Yard Stralsund GmbH | Schiffbau / Reparatur | Nutzung der großen Schiffsbauhalle für zukünftige Projekte |
| EKATO NORD GmbH | Maschinenbau | Fertigung und Montage von industriellen Großrührwerken |
| Ostseestaal GmbH & Co. KG | Stahlbau | Hochkomplexe 3D-verformte Stahl- und Metallkonstruktionen |
| Krebs Unternehmensgruppe | Offshore-Wind | Herstellung und Verladung von Offshore-Fundamentstrukturen |
Welche Rolle spielt die Geschichte der Volkswerft?
Die Volkswerft Stralsund wurde am 15. Juni 1948 gegründet und entwickelte sich schnell zum industriellen Herzen der Region. In der DDR war die Werft der mit Abstand größte Arbeitgeber in Stralsund und prägte das Leben ganzer Generationen. Ihre Spezialisierung war der Bau von Fischereifahrzeugen. Zeitweise war sie der weltgrößte Produzent von Fischtrawlern; ein Großteil der sowjetischen Fischereiflotte stammte aus Stralsund. Lloyd’s Register of Shipping führte die Werft mehrfach auf Platz 1 der Werften für Fischereischiffe.
Nach der Wiedervereinigung 1990 begann eine wechselvolle Zeit mit zahlreichen Eigentümerwechseln und Insolvenzen. Namen wie Bremer Vulkan, A. P. Møller-Mærsk, P+S-Werften und zuletzt MV Werften sind Teil dieser jüngeren Geschichte. Jede dieser Phasen brachte neue Hoffnung, aber auch tiefe Einschnitte für die Belegschaft. Diese reiche, wenn auch oft schwierige, Geschichte hat eine starke Identifikation der Menschen mit „ihrer“ Werft geschaffen. Der Name „Volkswerft“ wurde deshalb bewusst beibehalten, als die Stadt das Gelände übernahm. Er steht für maritime Kompetenz, Fleiß und den unbedingten Willen, den Standort zu erhalten. Dieses Erbe ist ein wichtiger emotionaler Anker für den aktuellen Neuanfang. Eine gute Übersicht über die Historie bietet die Wikipedia-Seite zur Volkswerft (dofollow Trustlink).
Interessant ist auch die soziale Rolle der Werft, wie die Gründung der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) Volkswerft im Jahr 1954, die bis heute existiert und Tausende Wohnungen verwaltet. Dies zeigt, wie tief die Werft im sozialen Gefüge der Stadt verwurzelt ist. Die aktuellen Entwicklungen könnten auch positive Impulse für andere Wirtschaftsbereiche geben, ähnlich wie die sportlichen Erfolge von Alba Berlin für die Hauptstadt.
Aktuelle Herausforderungen und Zukunftsaussichten
Trotz der positiven Dynamik gibt es für die Volkswerft Stralsund auch 2026 noch Herausforderungen zu meistern. Die Umstrukturierung eines so riesigen Areals ist ein Marathon, kein Sprint. Eine der jüngsten Hürden war die Meldung über eine mögliche Belastung mit Metallen in der großen Schiffbauhalle im Januar 2026. Die Stadt reagierte jedoch umgehend, beauftragte ein Gutachten und informierte die Öffentlichkeit transparent. Erste Messungen der Raumluft zeigten, dass die Grenzwerte deutlich unterschritten wurden, was für Erleichterung sorgte. Solche Vorfälle zeigen, wie wichtig ein professionelles Management der Altlasten ist.
Die Zukunftsaussichten sind dennoch vielversprechend. Die strategische Entscheidung für einen breit aufgestellten Industrie- und Gewerbepark erweist sich als richtig. Die Nachfrage nach Flächen ist hoch und die Kombination aus maritimer Industrie, Maschinenbau und erneuerbaren Energien schafft ein robustes Fundament. Die geografische Lage an der Ostsee ist ein unschätzbarer Vorteil für Logistik und Export. Mit jedem neuen Unternehmen, das sich ansiedelt, und jedem neuen Projekt, das gestartet wird, festigt die Volkswerft Stralsund ihren Ruf als dynamischer und zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort.
Video: Einblicke in die heutige Nutzung
Um einen visuellen Eindruck von den aktuellen Aktivitäten auf dem Gelände zu bekommen, empfiehlt sich dieses YouTube-Video, das die Verladung von riesigen Offshore-Fundamenten zeigt. Es verdeutlicht die neuen Dimensionen der Arbeit auf der Werft.
Häufig gestellte Fragen zur Volkswerft Stralsund
Wer ist der aktuelle Eigentümer der Volkswerft Stralsund?
Seit Februar 2022 ist die Hansestadt Stralsund die Eigentümerin des 34 Hektar großen Geländes der Volkswerft Stralsund. Sie entwickelt das Areal zu einem maritimen Industrie- und Gewerbepark.
Wird auf der Volkswerft Stralsund noch Schiffbau betrieben?
Ja, der Schiffbau kehrt zurück. Die Fassmer-Gruppe hat im Februar 2026 Flächen gepachtet, um dort ein neues Fischereiforschungsschiff zu bauen. Auch die norwegische Fosen Yard hat große Hallen für zukünftige Schiffbauprojekte gepachtet.
Welche Unternehmen sind auf dem Gelände der Volkswerft angesiedelt?
Auf dem Gelände sind rund 20 Unternehmen aus verschiedenen Branchen tätig. Zu den bekanntesten gehören die Fassmer-Gruppe (Schiffbau), Fosen Yard (Schiffbau), EKATO NORD (Maschinenbau), Ostseestaal (Stahlbau) und die Krebs Unternehmensgruppe (Offshore-Windenergie).
Was war die Volkswerft Stralsund zu DDR-Zeiten?
Zu DDR-Zeiten war die Volkswerft Stralsund der größte Arbeitgeber der Stadt und einer der weltweit führenden Hersteller von Fischereifahrzeugen. Ein Großteil der Fangflotte der ehemaligen Sowjetunion wurde hier gebaut.
Gibt es noch Arbeitsplätze auf der Werft?
Ja, durch die Neuansiedlung der verschiedenen Unternehmen werden bestehende Arbeitsplätze gesichert und zahlreiche neue geschaffen. Allein die EKATO Group plant die Schaffung von 34 neuen Stellen. Die genaue Gesamtzahl der Beschäftigten auf dem Gelände wächst stetig mit der Ansiedlung weiterer Firmen.
Fazit: Neues Kapitel für einen Traditionsstandort
Die Volkswerft Stralsund hat im Jahr 2026 eine beeindruckende Transformation vollzogen. An die Stelle der Unsicherheit nach der MV-Werften-Pleite ist eine klare und vielversprechende Zukunftsvision getreten. Das Konzept des Maritimen Industrie- und Gewerbeparks unter städtischer Regie erweist sich als Erfolgsmodell. Die Ansiedlung starker Partner wie Fassmer, Fosen und EKATO belegt die Attraktivität des Standorts und bringt den Schiff- und Maschinenbau zurück. Durch die Diversifizierung der Branchen ist die Werft heute widerstandsfähiger und breiter aufgestellt als je zuvor. Die Volkswerft Stralsund ist somit mehr als nur ein Stück Industriegeschichte – sie ist ein aktiver und wachsender Wirtschaftsmotor mit einer vielversprechenden Zukunft. Weitere Informationen zur Wirtschaftsförderung stellt die Hansestadt Stralsund bereit.
Informationen zum Autor
Über den Autor: Klaus Richter ist seit über 15 Jahren als Wirtschaftsredakteur mit Schwerpunkt auf der maritimen Industrie in Norddeutschland tätig. Er hat die Entwicklungen der deutschen Werftenlandschaft intensiv begleitet und analysiert für Welt-der-Legenden.de die aktuellen Trends und Herausforderungen.
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Twitter/X: Neustart für die Volkswerft Stralsund! 2026 kehrt der Schiffbau mit Investor Fassmer zurück. Wie die Stadt den Standort als maritimen Park neu erfindet und welche Firmen noch an Bord sind. #Volkswerft #Stralsund #Schiffbau #Zukunft
LinkedIn: Nach der MV-Werften-Insolvenz hat die Hansestadt Stralsund die Volkswerft erfolgreich transformiert. Der neue Maritime Industrie- und Gewerbepark zieht namhafte Investoren wie Fassmer und EKATO an und schafft eine diversifizierte Wirtschaftsbasis. Eine Analyse der Erfolgsfaktoren und der Zukunftsaussichten für den Traditionsstandort. #MaritimeIndustrie #Wirtschaftsförderung #Stralsund #Volkswerft #Schiffbau #Standortentwicklung
Facebook: Hoffnung und neue Jobs in Stralsund! Die legendäre Volkswerft ist wieder da – aber anders! Als moderner Industrie- und Gewerbepark zieht sie neue Firmen an. Jetzt wird dort sogar wieder ein Schiff gebaut! Wir zeigen euch, was auf dem riesigen Gelände passiert und warum die Zukunft der Werft so vielversprechend aussieht. #VolkswerftStralsund #ZukunftHafen #MadeinMV #StralsundLiebe #SchiffbauComeback