Vaginale Geburt Nach Kaiserschnitt: Ist das möglich?
Eine erneute Schwangerschaft nach einem Kaiserschnitt wirft oft Fragen auf. Ist eine vaginale geburt nach kaiserschnitt überhaupt möglich und sicher? Studien zeigen, dass es durchaus eine Option sein kann. Viele Frauen wünschen sich nach einem Kaiserschnitt eine natürliche Geburt, und in vielen Fällen ist dies auch realisierbar. Die Entscheidung sollte jedoch immer in Absprache mit dem Arzt getroffen werden.

„Einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt“ – dieser Satz gehört längst der Vergangenheit an. Dennoch entscheiden sich viele Frauen nach einem Kaiserschnitt erneut für einen Kaiserschnitt. Aber warum ist das so, und welche Möglichkeiten gibt es?
Warum entscheiden sich so viele Frauen nach einem Kaiserschnitt wieder für einen Kaiserschnitt?
Obwohl eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC – Vaginal Birth After Cesarean) in vielen Fällen möglich ist, entscheiden sich laut einer Studie in Deutschland zwei Drittel der Mütter nach einem Kaiserschnitt erneut für einen Kaiserschnitt. Das hat verschiedene Gründe. Manchmal gibt es medizinische Notwendigkeiten, die einen erneuten Kaiserschnitt ratsam machen. Dazu gehören beispielsweise ein sehr hohes Geburtsgewicht des Babys (über 4.250 Gramm) oder eine Beckendeformität der Mutter, die bereits beim ersten Kaiserschnitt eine Rolle spielte. Auch starkes Übergewicht der Schwangeren, ein zu kurzer Abstand zum vorherigen Kaiserschnitt (weniger als ein Jahr) oder eine ungünstige Lage der Plazenta (Placenta praevia) bzw. eine Verwachsung der Plazenta mit der Gebärmuttermuskulatur (Placenta accreta und increta) können Gründe für einen erneuten Kaiserschnitt sein. Diese Komplikationen treten nach Kaiserschnitten häufiger auf.
Viele Frauen haben auch Angst vor Komplikationen, insbesondere vor einem Riss der Gebärmutter (Uterusruptur). Diese Angst ist nicht unbegründet, da das Risiko einer Uterusruptur bei Frauen nach einem Kaiserschnitt tatsächlich etwas höher ist. Wie Stern berichtet, ist die Narbe an der Gebärmutter eine Schwachstelle, die unter der Belastung einer vaginalen Geburt reißen könnte. Eine Uterusruptur kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein.
Eltern-Info
- Eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC) ist in vielen Fällen möglich.
- Die Entscheidung sollte immer in Absprache mit dem Arzt getroffen werden.
- Risikofaktoren wie Übergewicht, kurzer Abstand zum vorherigen Kaiserschnitt und Plazentaprobleme müssen berücksichtigt werden.
- Die Angst vor einer Uterusruptur ist verständlich, aber das Risiko ist gering.
Welche Vorteile bietet eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt?
Eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt bietet einige Vorteile gegenüber einem erneuten Kaiserschnitt. Dazu gehören:
- Kürzere Erholungszeit: Frauen, die vaginal entbinden, erholen sich in der Regel schneller als nach einem Kaiserschnitt.
- Weniger Schmerzen: Nach einer vaginalen Geburt sind die Schmerzen oft geringer als nach einem Kaiserschnitt.
- Geringeres Risiko für Komplikationen: Studien zeigen, dass das Risiko für bestimmte Komplikationen wie Infektionen und Blutungen bei einer vaginalen Geburt geringer sein kann.
- Natürlicher Geburtsprozess: Viele Frauen empfinden eine vaginale Geburt als einen erfüllenderen und selbstbestimmteren Geburtsprozess.
Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass nicht jede Frau für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt geeignet ist. Eine sorgfältige Abwägung der individuellen Risiken und Vorteile ist entscheidend. (Lesen Sie auch: Stimmt das?: Geburtsmythen: Einmal Kaiserschnitt – immer…)
Wie hoch sind die Erfolgschancen für eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt?
Wenn keine medizinischen Gründe gegen eine vaginale Geburt sprechen, stehen die Chancen gut. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gibt an, dass die Erfolgsraten für eine vaginale Entbindung nach einem Kaiserschnitt zwischen 50 und 90 Prozent liegen, im Durchschnitt bei etwa 73 Prozent. Das bedeutet, dass in etwa drei von vier Fällen eine vaginale Geburt gelingt, auch wenn die Frau bereits einen Kaiserschnitt hatte. Diese hohe Erfolgsrate zeigt, dass eine VBAC eine realistische Option für viele Frauen ist.
Um die Chancen auf eine erfolgreiche VBAC zu erhöhen, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Dazu gehört:
- Eine ausführliche Beratung mit dem Arzt oder der Hebamme.
- Die Klärung aller Fragen und Bedenken.
- Die Auswahl eines Krankenhauses mit Erfahrung in VBACs.
- Eine positive Einstellung und Vertrauen in den eigenen Körper.
Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Ihre Wünsche und Ängste bezüglich der Geburt. Eine gute Kommunikation ist entscheidend für eine informierte Entscheidung.
Was sind die Risiken einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt?
Das Hauptrisiko bei einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt ist die Uterusruptur, also ein Riss der Gebärmutter an der Narbe des vorherigen Kaiserschnitts. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) tritt eine Uterusruptur bei 0,5 bis 2 von 10.000 Geburten auf. Die Degum bietet weitere Informationen und Leitlinien zu diesem Thema. Dieses Risiko ist zwar gering, aber es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein und die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen.
Weitere Risiken können sein:
- Notkaiserschnitt: Wenn es während der vaginalen Geburt zu Komplikationen kommt, kann ein Notkaiserschnitt erforderlich sein.
- Infektionen: Das Risiko für Infektionen kann leicht erhöht sein.
- Blutungen: Auch das Risiko für Blutungen kann etwas höher sein.
Es ist wichtig, dass das geburtshilfliche Team während der Geburt die Mutter und das Kind engmaschig überwacht, um im Falle von Komplikationen schnell reagieren zu können. Eine kontinuierliche Überwachung der Herztöne des Kindes und der Wehentätigkeit der Mutter ist dabei unerlässlich. (Lesen Sie auch: Gebäudeeinsturz Philippinen: Dutzende unter Trümmern Vermutet)
Bei Anzeichen von Komplikationen während der Geburt, wie z.B. starken Schmerzen, Blutungen oder Veränderungen der kindlichen Herztöne, sollte umgehend ein Arzt oder eine Hebamme hinzugezogen werden.
Wie läuft eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt ab?
Der Ablauf einer vaginalen Geburt nach Kaiserschnitt ähnelt dem einer normalen vaginalen Geburt. Die Geburt wird in der Regel von einer Hebamme und einem Arzt betreut. Während der Wehen werden die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter kontinuierlich überwacht. Es ist wichtig, dass die Frau sich während der Geburt wohl und unterstützt fühlt. Verschiedene Entspannungstechniken und Schmerzmittel können eingesetzt werden, um die Geburt zu erleichtern. Die DGGG bietet umfassende Informationen zu geburtshilflichen Leitlinien.
Sollte es während der Geburt zu Komplikationen kommen, kann ein Notkaiserschnitt erforderlich sein. Daher ist es wichtig, dass das geburtshilfliche Team auf alle Eventualitäten vorbereitet ist und schnell handeln kann. Eine gute Kommunikation zwischen der Frau, der Hebamme und dem Arzt ist dabei entscheidend.
Eltern-Info
Suchen Sie sich ein Krankenhaus, das Erfahrung mit VBACs hat und in dem Sie sich wohl und sicher fühlen. Eine gute Betreuung ist entscheidend für eine positive Geburtserfahrung.

Wie das Statistische Bundesamt meldet, ist die Kaiserschnittrate in Deutschland seit Jahren relativ konstant. Eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt ist eine Option, die viele Vorteile bieten kann. Es ist jedoch wichtig, sich umfassend zu informieren und die individuellen Risiken und Vorteile sorgfältig abzuwägen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Ihre Wünsche und Ängste, um die beste Entscheidung für Sie und Ihr Baby zu treffen. Das Statistische Bundesamt bietet Daten zur Geburtenstatistik.
Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Philippinen Gebäudeeinsturz: Dutzende unter Trümmern?)
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt (VBAC)?
VBAC steht für Vaginal Birth After Cesarean, also eine vaginale Geburt nach einem vorherigen Kaiserschnitt. Es ist eine Option für Frauen, die nach einem Kaiserschnitt erneut schwanger sind und sich eine natürliche Geburt wünschen.
Welche Voraussetzungen müssen für eine VBAC erfüllt sein?
Nicht jede Frau ist für eine VBAC geeignet. Wichtige Voraussetzungen sind eine unkomplizierte Schwangerschaft, ein Kaiserschnitt in der Vergangenheit ohne Komplikationen und keine medizinischen Gründe, die gegen eine vaginale Geburt sprechen.
Welche Risiken sind mit einer VBAC verbunden?
Das Hauptrisiko ist die Uterusruptur, also ein Riss der Gebärmutter an der Narbe des vorherigen Kaiserschnitts. Dieses Risiko ist jedoch gering. Weitere Risiken sind ein Notkaiserschnitt, Infektionen und Blutungen.
Wie kann ich mich auf eine VBAC vorbereiten?
Eine gute Vorbereitung beinhaltet eine ausführliche Beratung mit dem Arzt oder der Hebamme, die Klärung aller Fragen und Bedenken, die Auswahl eines Krankenhauses mit Erfahrung in VBACs und eine positive Einstellung. (Lesen Sie auch: Meeresspiegelanstieg Ursachen: Thermische Ausdehnung als Hauptgrund)
Wie hoch sind die Erfolgschancen für eine VBAC?
Die Erfolgsraten für eine vaginale Entbindung nach einem Kaiserschnitt liegen zwischen 50 und 90 Prozent, im Durchschnitt bei etwa 73 Prozent. Das bedeutet, dass in etwa drei von vier Fällen eine vaginale Geburt gelingt.
Eine vaginale Geburt nach Kaiserschnitt ist eine Option, die viele Frauen in Betracht ziehen sollten. Informieren Sie sich umfassend und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, um die beste Entscheidung für sich und Ihr Baby zu treffen. Jede Geburt ist einzigartig, und es ist wichtig, dass Sie sich bei Ihrer Entscheidung wohl und sicher fühlen.



