Der US-Sportartikelhersteller Under Armour hat Anfang Februar 2026 mit überraschend starken Quartalszahlen die Börse elektrisiert. Die Aktie schoss am 7. Februar um über 20 Prozent in die Höhe, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 deutlich angehoben hatte.
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Under Armour hat am 6. Februar 2026 Quartalszahlen vorgelegt, die selbst optimistische Analysten überraschten. Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von 9 Cent je Aktie, während der Markt mit einem Verlust von 2 Cent gerechnet hatte. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde angehoben, und CEO Kevin Plank erklärte, die disruptivste Phase des Turnarounds sei überstanden. Anleger reagierten euphorisch mit massiven Käufen.
Das Wichtigste in Kürze
- Under Armour lieferte im Q3 einen bereinigten Gewinn von 9 Cent je Aktie statt des erwarteten Verlusts von 2 Cent
- Die Gewinnprognose für 2025/26 wurde von 3-5 Cent auf 10-11 Cent je Aktie mehr als verdoppelt
- Die Aktie notiert am 9. Februar 2026 bei 6,52 Euro und hat auf Wochensicht 20,46% gewonnen
- Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Under Armour mit einem Umsatzrückgang von etwa 4% statt zuvor 4-5%
- CEO Kevin Plank sieht die disruptivste Phase des Turnarounds als überwunden und glaubt, dass die Rückgänge in Nordamerika den Boden erreicht haben
- Das durchschnittliche Analystenkursziel liegt bei 5,98 US-Dollar mit einer Spanne von 3,96 bis 10,45 US-Dollar
- Die Restrukturierung hat bisher 224 Mio. Dollar gekostet und soll bis Ende 2026 weitere Einsparungen von 55 Mio. Dollar bringen
Quartalszahlen übertreffen alle Erwartungen
Am 6. Februar 2026 veröffentlichte Under Armour seine Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 (endend 31. Dezember 2025). Im dritten Quartal verzeichnete der US-Konzern einen Umsatz von 1,33 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von fünf Prozent entspricht, jedoch klar über den düsteren Prognosen der Analysten lag, die ein Minus von mehr als sechs Prozent erwartet hatten.
Die eigentliche Sensation war jedoch die Profitabilität: Der Markt hatte einen Verlust von zwei Cent eingepreist, stattdessen lieferte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn von neun Cent pro Aktie ab. Diese positive Überraschung führte zu sofortigen Kaufimpulsen an der Börse. Die Under Armour-Aktie kostet aktuell 6,52 Euro (Stand: 09.02.26 18:03:29), das entspricht einer Kursveränderung von 2,08% zum Vortag.
Besonders bemerkenswert ist die Wochenperformance: Auf Wochensicht hat die Under Armour-Aktie 20,46% gewonnen. Dies zeigt das enorme Vertrauen der Investoren in die Turnaround-Strategie des Unternehmens unter der Führung von Gründer Kevin Plank, der im März 2025 als CEO zurückgekehrt war.
Prognose deutlich angehoben – Turnaround nimmt Fahrt auf
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 erwartet der Konzern nun einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen zehn und elf US-Cent, während die alte Prognose bei lediglich drei bis fünf Cent lag. Diese mehr als Verdoppelung der Gewinnerwartung ist ein starkes Signal an den Markt, dass die seit Mai 2024 laufende Restrukturierung Früchte trägt.
Auch beim Umsatz hellt sich das Bild auf: Der erwartete Rückgang schrumpft auf vier Prozent, zuvor ging man von bis zu fünf Prozent Umsatzschwund aus. Während Nordamerika weiterhin schwächelt, zeigen internationale Märkte Stabilität. Während das Nordamerika-Geschäft schwächelt, zeigen internationale Märkte Stabilität, und CEO Kevin Plank sieht den Konzern trotz operativer Verluste auf einem guten Weg zur globalen Neuausrichtung.
Restrukturierungskosten belasten kurzfristig
Trotz der verbesserten operativen Perspektive bleiben die Kosten für die Neuausrichtung erheblich. Die Restrukturierung des Konzerns verschlingt deutlich mehr Kapital als ursprünglich kalkuliert, wobei der operative Verlust für das Gesamtjahr nun auf 154 Millionen Dollar taxiert wird – diese Summe übersteigt die bisherige Schätzung von 56 bis 71 Millionen Dollar erheblich.
Bis Ende des zweiten Quartals 2026 hatte das Unternehmen bereits 103 Millionen Dollar an Restrukturierungs- und Wertminderungskosten sowie 44 Millionen Dollar an anderen transformationsbezogenen Ausgaben verbucht. Die Restrukturierung soll bis Ende des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen sein.
Wie bewerten Analysten die Under Armour Aktie?
Die Analystenmeinungen zur Under Armour Aktie sind aktuell gemischt, tendieren aber nach den jüngsten Quartalszahlen zunehmend ins Positive. Das durchschnittliche Ein-Jahres-Kursziel für Under Armour liegt bei 5,98 US-Dollar, wobei die Prognosen von einem Tief von 3,96 US-Dollar bis zu einem Hoch von 10,45 US-Dollar reichen.
27 Analysten haben eine Under Armour Umsatzprognose 2026 abgegeben, 20 Analysten eine EBITDA Prognose und 28 Analysten eine Nettogewinn Prognose. Die breite Streuung der Kursziele zeigt, dass die Unsicherheit über den langfristigen Erfolg des Turnarounds weiterhin hoch ist.
| Kennzahl | Wert Q3 2026 | Analystenschätzung | Abweichung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 1,33 Mrd. USD | 1,31 Mrd. USD | +1,5% |
| Gewinn je Aktie (bereinigt) | 0,09 USD | -0,02 USD | +550% |
| Umsatzrückgang | -5% | -6%+ | Besser als erwartet |
| Aktienkurs (09.02.26) | 6,52 EUR | – | +20,46% (Woche) |
| Jahresprognose EPS | 0,10-0,11 USD | 0,03-0,05 USD (alt) | +120% |
| Kursziel Analysten | 5,98 USD (Ø) | 3,96-10,45 USD | Hohe Streuung |
Was steckt hinter dem Under Armour Turnaround?
Kevin Plank, der Gründer von Under Armour, kehrte im März 2025 als CEO zurück, nachdem die Umsätze in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich gesunken waren. Seine Strategie konzentriert sich auf mehrere Kernpunkte:
Produktportfolio-Bereinigung
Ein Vorhaben zur Reduzierung der SKUs (Produktvarianten) um 25%, das vor fast zwei Jahren angekündigt wurde, ist nun abgeschlossen, und das Management richtet seine Aufmerksamkeit nun auf Effizienzsteigerungen bei den Rohmaterialien. Im Footwear-Bereich plant Under Armour weitere Auslaufmodelle und eine Konzentration auf weniger, aber erfolgreichere Produktlinien.
Premiumpositionierung statt Discount-Strategie
Under Armour versucht, von einer volumen- und rabattorientierten Strategie zu einer Premium-Performance-Marke mit höheren Margen zu wechseln. Online in Nordamerika setzt die Marke ihre Bemühungen fort, Promotionen zu reduzieren, um eine premiumere Positionierung zu erreichen, trotz des Promotionsdrucks im Markt, wobei die E-Commerce-Konversionsrate steigt.
Fokus auf Nordamerika-Stabilisierung
CEO Kevin Plank erklärte auf der Analystenkonferenz, dass Nordamerika beginnt, die Kurve zu kriegen, und dass der Dezember den Tiefpunkt des Resets markiert, wobei der Traffic zwar weiterhin schwach bleibt, aber zugrunde liegende Indikatoren sich verbessern.
Chancen und Risiken für Anleger
Chancen
- Operative Verbesserung: Die deutlich besseren Margenzahlen zeigen, dass die Kostenkontrolle funktioniert
- Managementwechsel: Mit der Rückkehr von Gründer Kevin Plank und neuen Führungskräften ist das Team für die Transformation aufgestellt
- Niedriges Bewertungsniveau: Nach Jahren der Underperformance könnte die Aktie unterbewertet sein
- Institutionelles Interesse: Der Milliardär Prem Watsa, bekannt als kanadischer Warren Buffett, hortet seit Dezember Under Armour-Aktien und besitzt nun etwa 65 Millionen Aktien im Wert von über 450 Millionen Dollar
Risiken
- Anhaltender Umsatzrückgang: Trotz besserer Margen schrumpft das Geschäft weiterhin
- Nordamerika-Schwäche: Der wichtigste Markt zeigt weiterhin Rückgänge von 8-10%
- Hohe Restrukturierungskosten: Die Transformation verschlingt mehr Kapital als geplant
- Zolldruck: Höhere US-Zölle belasten die Bruttomarge nachhaltig
- Wettbewerbsdruck: Nike, Adidas und andere Konkurrenten setzen die Marke unter Druck
Häufig gestellte Fragen zur Under Armour Aktie
Warum ist die Under Armour Aktie im Februar 2026 so stark gestiegen?
Die Under Armour Aktie stieg Anfang Februar 2026 um über 20%, weil das Unternehmen überraschend starke Quartalszahlen vorlegte und seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr mehr als verdoppelte. Statt des erwarteten Verlusts meldete Under Armour einen Gewinn von 9 Cent je Aktie.
Wie hoch ist das Kursziel der Analysten für Under Armour?
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 5,98 US-Dollar, wobei die Prognosen stark variieren zwischen 3,96 und 10,45 US-Dollar. Diese große Spanne zeigt die Unsicherheit über den Erfolg des Turnarounds.
Ist die Under Armour Aktie jetzt ein Kauf?
Das hängt von Ihrer Risikobereitschaft ab. Die Aktie bietet Turnaround-Potenzial, da die operative Verbesserung sichtbar wird und prominente Investoren wie Prem Watsa einsteigen. Allerdings schrumpft der Umsatz weiterhin, und die Restrukturierung ist noch nicht abgeschlossen. Konservative Anleger sollten weitere Quartale abwarten.
Welche Strategie verfolgt CEO Kevin Plank für den Turnaround?
Kevin Plank konzentriert sich auf Produktbereinigung (25% weniger SKUs), Premiumpositionierung statt Discount-Strategie, Kostensenkung und die Stabilisierung des Nordamerika-Geschäfts. Die Strategie zeigt erste Erfolge bei den Margen, muss aber noch zu Umsatzwachstum führen.
Wann wird Under Armour wieder profitabel?
Auf bereinigter Basis ist Under Armour bereits profitabel und erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Gewinn von 10-11 Cent je Aktie. Auf GAAP-Basis (nach Bilanzierungsstandards) wird für 2026 noch ein operativer Verlust von 154 Millionen Dollar erwartet, hauptsächlich wegen Restrukturierungskosten.
Wie stark ist Under Armour von US-Zöllen betroffen?
Under Armour ist erheblich von höheren US-Zöllen betroffen. Die Bruttomarge sank im Q2 um 250 Basispunkte, hauptsächlich wegen gestiegener Zölle. Für das Gesamtjahr wird ein Rückgang der Bruttomarge um etwa 190 Basispunkte erwartet, wobei Zölle der Hauptfaktor sind.
Wer sind die größten Aktionäre von Under Armour?
Der kanadische Milliardär Prem Watsa (Fairfax Financial Holdings) ist seit Dezember 2025 der vermutlich größte externe Aktionär mit etwa 65 Millionen Aktien im Wert von über 450 Millionen Dollar. Sein Einstieg wird als Vertrauensvotum in die Turnaround-Strategie gewertet.
Fazit: Turnaround mit Potenzial, aber noch nicht am Ziel
Die Under Armour Aktie hat Anfang Februar 2026 mit spektakulären Quartalszahlen überzeugt und innerhalb einer Woche über 20 Prozent zugelegt. Die mehr als verdoppelte Gewinnprognose und die Aussage von CEO Kevin Plank, die disruptivste Phase des Turnarounds sei überstanden, haben die Anleger elektrisiert.
Dennoch bleibt die Investition in Under Armour eine spekulative Wette auf die erfolgreiche Sanierung einer ehemals stolzen Sportmarke. Positiv sind die verbesserte Kostenkontrolle, das Engagement prominenter Investoren wie Prem Watsa und die zunehmende Stabilität im Nordamerika-Geschäft. Negativ schlagen weiterhin schrumpfende Umsätze, hohe Restrukturierungskosten und der massive Wettbewerbsdruck zu Buche.
Für risikobereite Anleger, die an einen erfolgreichen Turnaround glauben, könnte die Aktie auf dem aktuellen Niveau interessant sein. Das durchschnittliche Analystenkursziel von 5,98 US-Dollar liegt nahe am aktuellen Kurs, was zeigt, dass die jüngste Rally bereits viel Optimismus einpreist. Konservative Investoren sollten weitere Quartale abwarten, um zu sehen, ob Under Armour auch beim Umsatzwachstum wieder in die Spur findet.
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