Wenn das Telefon klingelt, aber niemand spricht, handelt es sich oft nicht um einen Fehlversuch, sondern um einen «Silent Call». Diese automatisierten Anrufe dienen Kriminellen und unerlaubten Werbetreibenden dazu, aktive Rufnummern zu identifizieren und für spätere Betrugsversuche oder unerwünschte Werbung zu sammeln. Das ungewollte Bestätigen der Erreichbarkeit erhöht das Risiko, zukünftig Opfer von Phishing oder Spam-Anrufen zu werden.
Einsatz-Übersicht: Betrugsmasche «Silent Calls»
- **Art des Vorfalls:** Systematischer Rufnummernmissbrauch durch automatisierte Anrufe.
- **Ziel der Täter:** Identifikation aktiver Telefonnummern für künftige Betrugsversuche oder unerlaubte Werbung.
- **Betroffene:** Personen mit aktiven Telefonanschlüssen, die auf unbekannte Anrufe reagieren.
- **Ermittlungsstand:** Behörden und Verbraucherschützer warnen kontinuierlich vor dieser und ähnlichen Taktiken.
Was sind «Silent Calls» und wie erkennt man sie?
Ein «Silent Call» ist ein Anruf, bei dem am anderen Ende der Leitung Stille herrscht, sobald man abhebt. Nach wenigen Sekunden wird die Verbindung oft automatisch getrennt. Im Gegensatz zu versehentlichen «Hosentaschenanrufen», bei denen man meist Geräusche oder Stimmen im Hintergrund hört, bleibt es bei einem stillen Anruf komplett stumm. Diese Methode ist eine ausgeklügelte Taktik, um Daten über den Angerufenen zu sammeln.
Hintergrund: Die Masche der stillen Anrufe
Die vermeintlich mysteriösen stillen Anrufe sind Teil eines organisierten Systems. Dahinter stecken in der Regel moderne Callcenter-Software und automatisierte Wählsysteme, die in kurzer Zeit unzählige Rufnummern gleichzeitig anwählen. Diese Nummern können zufällig generiert oder bereits aus Datenlecks stammen. Die primäre Absicht ist es, herauszufinden, ob eine Telefonnummer aktiv ist und von einem Menschen genutzt wird.
Da oft kein freier Callcenter-Mitarbeiter verfügbar ist oder die Software nur die Erreichbarkeit prüft, bleibt die Leitung still oder wird nach kurzer Zeit getrennt. Telefon Klingelt Niemand steht dabei im Mittelpunkt.

Nimmt der Angerufene ab, wird die Nummer als aktiv und erreichbar markiert – unabhängig davon, ob er «Hallo» sagt oder sofort auflegt. (Lesen Sie auch: Milliardenpakt Netzausbau: Deutschland Beschleunigt Glasfaser-Ausbau)
Aktive Nummern werden gesammelt und können für gezielte Werbeanrufe, Phishing oder andere Betrugsmaschen genutzt oder auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft werden.
Welche Risiken bergen stille Anrufe für Verbraucher?
Der Hauptzweck der «Silent Calls» ist die Verifizierung von Rufnummern. Wer auf einen solchen Anruf reagiert, bestätigt den Anrufern unwissentlich, dass die eigene Nummer aktiv ist und ein Mensch erreichbar ist. Diese Information ist für Unternehmen im Telefonmarketing, aber insbesondere für Betrüger, äußerst wertvoll. Laut einer Meldung von Stern kann die Reaktion des Angerufenen – beispielsweise Höflichkeit und Geduld – dazu führen, dass die Nummer auf Listen landet, die auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, zukünftig noch häufiger von unerwünschten Anrufen, Phishing-Versuchen oder anderen Betrugsmaschen belästigt zu werden.
Die Bundesnetzagentur verzeichnete im Jahr 2023 über 70.000 Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems und die Notwendigkeit für Verbraucher, sich vor dubiosen Anrufen zu schützen. Stille Anrufe sind oft ein erster Schritt in dieser Kette des Missbrauchs. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Bundesnetzagentur. (Lesen Sie auch: Nadine Hofmann Sophie: Ex-Gzsz-Star zeigt Tochter Erstmals)
Wie sollte man auf einen stillen Anruf reagieren?
Experten sind sich einig, dass die beste Reaktion auf einen stillen Anruf das sofortige Auflegen ist. Es wird dringend davon abgeraten, nachzufragen oder zu versuchen, mit jemandem in Kontakt zu treten. Jede Interaktion, selbst ein «Hallo», kann als Bestätigung der aktiven Nummer gewertet werden. Um das Risiko weiterer Belästigungen zu minimieren, sollte man die Nummer des Anrufers zudem blockieren, sofern diese angezeigt wird.
Sollten Sie wiederholt von «Silent Calls» oder anderen verdächtigen Nummern kontaktiert werden, können Sie dies bei der Bundesnetzagentur melden. Dies hilft den Behörden, Muster zu erkennen und gegebenenfalls Maßnahmen gegen die Verursacher einzuleiten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem «Silent Call» und einem Ping-Anruf?
Bei einem «Silent Call» bleibt die Leitung nach dem Abheben stumm, während bei einem Ping-Anruf das Telefon nur kurz klingelt und dann aufgelegt wird, um einen Rückruf zu provozieren. Ping-Anrufe zielen oft darauf ab, über teure Mehrwertdienste abzukassieren, während Silent Calls primär der Nummernverifizierung dienen. (Lesen Sie auch: Johann Lafer Krebs: Frau Silvia Gibt Bewegenden…)
Kann man die Nummer eines «Silent Calls» zurückrufen?
Es wird dringend davon abgeraten, eine Nummer zurückzurufen, die einen «Silent Call» getätigt hat. Dies könnte zu unerwünschten Kosten führen, insbesondere wenn es sich um eine kostenpflichtige Servicenummer im Ausland handelt, oder Ihre Nummer erneut als aktiv bestätigen und Sie weiteren Anrufen aussetzen.
Was passiert, wenn ich auf einen «Silent Call» nicht reagiere?
Wenn Sie einen «Silent Call» gar nicht erst annehmen oder sofort auflegen, minimieren Sie das Risiko. Die Systeme können dann nicht eindeutig feststellen, ob die Nummer aktiv ist. Es ist jedoch möglich, dass die Nummer in regelmäßigen Abständen erneut angewählt wird, um die Aktivität zu überprüfen. (Lesen Sie auch: Laptop unter 500 Euro: Fünf Günstige Modelle…)

Gibt es technische Möglichkeiten, «Silent Calls» zu unterbinden?
Manche Telefonanbieter oder Router bieten die Möglichkeit, bestimmte Rufnummern oder ganze Nummernkreise zu blockieren. Auch spezielle Apps für Smartphones können unerwünschte Anrufe filtern. Eine hundertprozentige Lösung gibt es jedoch selten, da die Anrufer oft ihre Nummern wechseln.
Sind «Silent Calls» in Deutschland legal?
Telefonanrufe zu Werbezwecken ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Angerufenen sind in Deutschland illegal (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Obwohl «Silent Calls» nicht direkt werben, dienen sie der Vorbereitung solcher illegalen Aktivitäten. Die Bundesnetzagentur geht gegen solche Praktiken vor und kann Bußgelder verhängen.




