Der Su-24 (NATO-Codename: Fencer) ist am 02.03.2026 ein zentrales Thema in sicherheitspolitischen Diskussionen in Deutschland, insbesondere im Kontext des Ukraine-Krieges. Dieser zweistrahlige, allwetterfähige taktische Bomber, entwickelt in der Sowjetunion, spielt eine entscheidende Rolle in den ukrainischen Verteidigungsbemühungen. Seine Fähigkeit, moderne westliche Waffensysteme zu tragen, hat ihn ins Rampenlicht gerückt.
Der Su-24 ist ein zweisitziger taktischer Bomber mit Schwenkflügeln, der für Tiefflugangriffe unter allen Wetterbedingungen konzipiert wurde. Entwickelt vom Konstruktionsbüro Suchoi, flog er erstmals 1970 und wurde 1974 in Dienst gestellt. Trotz seines Alters bleibt der robuste Jet bei mehreren Luftstreitkräften im Einsatz, darunter in der Ukraine und Russland.
Das Wichtigste in Kürze
- Entwicklung: Die Su-24 wurde in den 1960er Jahren in der Sowjetunion als Überschall-Allwetterbomber entwickelt und 1974 offiziell in Dienst gestellt.
- Technik: Charakteristisch sind die Schwenkflügel, die je nach Geschwindigkeit und Flughöhe ihre Pfeilung von 16 bis 69 Grad ändern können.
- Besatzung: Die Su-24 hat eine zweiköpfige Besatzung, bei der Pilot und Waffensystemoffizier nebeneinander sitzen, ähnlich wie bei der US-amerikanischen F-111.
- Rolle im Ukraine-Krieg: Die ukrainische Luftwaffe setzt die Su-24 als Trägerplattform für westliche Marschflugkörper wie Storm Shadow (Großbritannien) und SCALP-EG (Frankreich) ein.
- Taurus-Debatte: In Deutschland wird intensiv über die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine diskutiert. Die Su-24 wäre das primäre Trägerflugzeug, was die Maschine in den Fokus der deutschen Politik rückt.
- Verluste: Beide Seiten haben im Krieg in der Ukraine zahlreiche Su-24 verloren, was die hohe Intensität der Luftoperationen unterstreicht.
- Aktuelle Nutzer: Neben Russland und der Ukraine wird die Su-24 unter anderem noch von Algerien, Iran und Syrien eingesetzt.
Der Su-24, ein taktischer Bomber aus der Zeit des Kalten Krieges, erlebt seit dem russischen Überfall auf die Ukraine eine Renaissance in der öffentlichen Wahrnehmung. Insbesondere in Deutschland ist die Maschine zentraler Bestandteil der Debatte um die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern. Dieser Artikel beleuchtet die technischen Details, die Einsatzgeschichte und die aktuelle strategische Bedeutung dieses markanten Flugzeugs mit Schwenkflügeln.
Geschichte und Entwicklung der Su-24
Die Entwicklung der Su-24 begann in den frühen 1960er Jahren in der Sowjetunion. Das Ziel war es, ein Flugzeug zu schaffen, das in der Lage ist, bei hoher Geschwindigkeit im Tiefflug feindliche Linien zu durchbrechen und Präzisionsschläge bei Tag, Nacht und jeder Wetterlage durchzuführen. Der erste Prototyp, noch mit festen Flügeln, flog 1967, während die Version mit den charakteristischen Schwenkflügeln (T-6-2I) am 17. Januar 1970 ihren Erstflug absolvierte. Die offizielle Indienststellung erfolgte 1975.
Die Konstruktion war eine direkte sowjetische Antwort auf die amerikanische General Dynamics F-111 und sollte die alternden Jak-28 ersetzen. Die nebeneinanderliegende Sitzanordnung für die zweiköpfige Besatzung war für sowjetische Kampfflugzeuge neu und verbesserte die Koordination zwischen Pilot und Waffensystemoffizier erheblich. Bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1993 wurden etwa 1.400 Exemplare in verschiedenen Versionen gebaut.
Technische Merkmale des „Fencer“
Das herausragendste Merkmal der Su-24 sind ihre Schwenkflügel. Diese variable Geometrie ermöglicht es dem Flugzeug, seine Flugeigenschaften optimal an verschiedene Anforderungen anzupassen. Für Start und Landung wird die geringste Pfeilung von 16 Grad gewählt, um maximalen Auftrieb zu erzeugen. Für den Hochgeschwindigkeits-Tiefflug kann die Pfeilung auf bis zu 69 Grad erhöht werden, was den Luftwiderstand minimiert und eine stabile Fluglage sichert.
Angetrieben wird der Bomber von zwei Saturn/Ljulka AL-21F-3A Turbojet-Triebwerken, die mit Nachbrenner eine Höchstgeschwindigkeit von etwa Mach 1,35 auf Meereshöhe ermöglichen. Ursprünglich war die Maschine für höhere Geschwindigkeiten in großer Höhe ausgelegt (bis Mach 2,18), doch da ihr Einsatzprofil primär im Tiefflug liegt, wurden die variablen Lufteinlässe später zur Gewichts- und Wartungsreduktion entfernt. Die Maschine kann eine breite Palette an Waffen tragen, darunter ungelenkte Bomben, Raketen sowie laser- und TV-gelenkte Präzisionsmunition.
Die Su-24 im Zentrum der Taurus-Debatte
Für Deutschland ist die Su-24 vor allem durch die Diskussion um die Lieferung des Taurus KEPD 350 Marschflugkörpers an die Ukraine relevant geworden. Die ukrainische Luftwaffe hat ihre verbliebenen Su-24 bereits erfolgreich für den Einsatz der britischen Storm Shadow und französischen SCALP-EG Marschflugkörper modifiziert. Diese Flugzeuge stellen die einzige verfügbare Plattform dar, um solche schweren Langstreckenwaffen zu transportieren und abzufeuern.
Eine mögliche Lieferung deutscher Taurus-Systeme wäre folglich direkt an die Einsatzfähigkeit und die Anzahl der verbleibenden ukrainischen Su-24 gekoppelt. Experten schätzen, dass die technische Integration der Taurus-Systeme an der Su-24 sowie die Ausbildung der Besatzungen etwa sechs Monate in Anspruch nehmen würde. Die Debatte in Deutschland dreht sich daher nicht nur um die politische Frage der Waffenlieferung selbst, sondern auch um die technische Machbarkeit und die strategische Bedeutung, die diese wenigen, aber wertvollen Bomber für die Ukraine haben. Die Sorge vor einer weiteren Eskalation im aktuellen Krieg spielt dabei ebenfalls eine große Rolle.
Einsatzgeschichte und aktuelle Konflikte
Die Su-24 hat eine lange und intensive Einsatzgeschichte. Erstmals kam sie im sowjetisch-afghanischen Krieg in den 1980er Jahren zum Einsatz. Später war sie in den Tschetschenienkriegen, im Kaukasuskrieg 2008 und im syrischen Bürgerkrieg auf russischer und syrischer Seite im Einsatz.
Seit der russischen Invasion 2022 ist die Su-24 auf beiden Seiten ein wichtiges Instrument. Während Russland sie als Frontbomber einsetzt, nutzt die Ukraine ihre Maschinen vor allem für strategisch wichtige Angriffe mit westlichen Marschflugkörpern. Ein bemerkenswerter Erfolg war die Zerstörung des russischen Landungsschiffs Nowotscherkassk im Dezember 2023 durch ukrainische Su-24, die Marschflugkörper einsetzten. Die Verluste sind auf beiden Seiten hoch, was die Gefährlichkeit von Einsätzen in einem modernen Luftverteidigungsumfeld verdeutlicht.
Tabelle: Technische Daten der Su-24MK
| Merkmal | Daten | Quelle |
|---|---|---|
| Besatzung | 2 (Pilot, Waffensystemoffizier) | |
| Länge | 22,53 m | |
| Spannweite (ausgeschwenkt) | 17,64 m | |
| Spannweite (eingeschwenkt) | 10,37 m | |
| Höchstgeschwindigkeit | 1.654 km/h (Mach 1,35) | |
| Dienstgipfelhöhe | 11.000 m | |
| Triebwerke | 2x Ljulka AL-21F-3A Turbojets | |
| Bewaffnung (max.) | ca. 8.000 kg an 8 Pylonen |
Varianten der Su-24
Im Laufe ihrer langen Dienstzeit wurden mehrere Varianten der Su-24 entwickelt, um sie an neue Anforderungen anzupassen:
- Su-24 (‚Fencer-A/B/C‘): Die ersten Serienversionen mit schrittweisen Verbesserungen an den Systemen.
- Su-24M (‚Fencer-D‘): Eine stark modernisierte Version ab den frühen 1980er Jahren mit neuem Navigations- und Angriffssystem (PNS-24M), einem längeren Rumpf für eine Luftbetankungssonde und der Fähigkeit, präzisionsgelenkte Munition einzusetzen. Dies ist die heute am weitesten verbreitete Variante.
- Su-24MK: Die Exportversion der Su-24M mit leicht reduzierten Fähigkeiten.
- Su-24MR (‚Fencer-E‘): Eine dedizierte Aufklärungsversion ohne Kanone, aber mit umfangreicher Sensorik.
- Su-24MP (‚Fencer-F‘): Eine Version für die elektronische Kampfführung (ELINT).
- Su-24M2: Eine modernisierte russische Variante mit verbesserter Avionik, GPS/GLONASS und neuen Displays im Cockpit.
Zukunftsaussichten des Bombers
Obwohl die Su-24 ein Design aus dem Kalten Krieg ist, sichert ihre spezifische Rolle ihre fortgesetzte Nutzung in absehbarer Zukunft, insbesondere in der Ukraine. Solange sie die einzige Plattform für den Einsatz westlicher Marschflugkörper ist, bleibt sie von unschätzbarem Wert. Ihre Fähigkeit, schwere Lasten über weite Strecken zu tragen und im Tiefflug zu operieren, macht sie weiterhin zu einem potenten Waffensystem. Für aktuelle News zu geopolitischen Entwicklungen bleibt die Beobachtung der Su-24-Flotte entscheidend.
In Russland wird die Su-24 schrittweise durch die modernere Suchoi Su-34 ersetzt. Allerdings verzögert der hohe Materialverschleiß im Ukraine-Krieg diesen Prozess, sodass die Su-24 wohl noch einige Jahre im Dienst bleiben wird. Ihre Robustheit und Vielseitigkeit haben sichergestellt, dass dieser alte „Fechter“ (Fencer) auch im 21. Jahrhundert noch eine relevante Rolle auf dem Schlachtfeld spielt.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Su-24
Was ist eine Su-24?
Die Su-24, mit dem NATO-Codenamen „Fencer“, ist ein zweisitziger, zweistrahliger Überschall-Allwetter-Taktikbomber, der in der Sowjetunion entwickelt wurde. Sein Hauptmerkmal sind die Schwenkflügel, die für optimale Leistung bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Höhen angepasst werden können.
Warum ist die Su-24 in Deutschland aktuell ein Thema?
Die Su-24 ist in Deutschland ein Thema, weil sie das designierte Trägerflugzeug für die von der Ukraine geforderten deutschen Taurus-Marschflugkörper wäre. Die ukrainische Luftwaffe hat ihre Su-24 bereits für den Einsatz britischer und französischer Marschflugkörper umgerüstet, weshalb die Debatte um eine Taurus-Lieferung eng mit der Verfügbarkeit dieser Flugzeuge verknüpft ist.
Wie alt ist die Su-24?
Der Erstflug des Prototyps mit Schwenkflügeln fand am 17. Januar 1970 statt. Die Indienststellung bei den sowjetischen Luftstreitkräften begann im Jahr 1974. Die Produktion lief bis 1993. Die im Einsatz befindlichen Maschinen sind also mehrere Jahrzehnte alt.
Welche Länder nutzen die Su-24 noch?
Ende 2023 wurde die Su-24 noch von mehreren Ländern aktiv genutzt. Dazu gehören vor allem Russland, die Ukraine, Syrien, Iran, Algerien, Kasachstan, Libyen und der Sudan.
Was sind die Besonderheiten der Su-24?
Die Hauptbesonderheiten sind die Schwenkflügel für flexible Einsatzprofile, die nebeneinander angeordneten Sitze für die Zwei-Mann-Besatzung und die Fähigkeit zum Allwetter-Tiefflug. Sie war eines der ersten sowjetischen Flugzeuge mit einem integrierten digitalen Navigations- und Angriffssystem.
Fazit
Die Su-24 ist weit mehr als nur ein Relikt des Kalten Krieges. Sie hat sich als eine widerstandsfähige und anpassungsfähige Plattform erwiesen, die auch in modernen Konflikten eine entscheidende Nische füllt. In der Ukraine ist sie zum Symbol des Widerstands geworden, da sie die Fähigkeit verleiht, mit westlicher Hochtechnologie tief im feindlichen Hinterland zu wirken. Für Deutschland wiederum kristallisiert sich an der Frage der Integration von Taurus-Marschflugkörpern in die Su-24 die Komplexität und Tragweite militärischer Unterstützung. Der alte Sowjet-Bomber wird uns daher in den Nachrichten und politischen Debatten voraussichtlich noch eine ganze Weile begleiten.
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