Der österreichische Baukonzern Strabag muss eine Rekord-Kartellstrafe von 146 Millionen Euro zahlen. Das Wiener Kartellgericht hat die ursprüngliche Strafe von 45,4 Millionen Euro deutlich erhöht, nachdem dem Unternehmen der Kronzeugenstatus aberkannt wurde. Dies ist die höchste jemals in Österreich verhängte Strabag Kartellstrafe.

Hintergrund der Kartellstrafe gegen Strabag
Die Ermittlungen der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) begannen im Jahr 2017 nach einer Hausdurchsuchung und deckten ein weitreichendes Baukartell auf. Mehr als 20 Baufirmen sollen an illegalen Preisabsprachen und Wettbewerbsbeschränkungen beteiligt gewesen sein. Die Strabag hatte zunächst als Kronzeuge mit den Behörden kooperiert, was zu einer vergleichsweise geringen Strafe von 45 Millionen Euro im Jahr 2021 führte.
Spätere Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) brachten jedoch neue Erkenntnisse ans Licht, die zur Aberkennung des Kronzeugenstatus führten. Laut Der Standard war dies der Auslöser für die neuerliche Verhandlung vor Gericht. (Lesen Sie auch: Valverde erzielt Hattrick: Real Madrid demontiert)
Aktuelle Entwicklung: Urteil des Kartellgerichts
Nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) im Jahr 2023 das Verfahren gegen die Strabag neu aufrollen ließ, wurde nun die Rekordstrafe von 146 Millionen Euro verhängt. Die BWB hatte die Erhöhung der Geldbuße beantragt. «Das war die letzte Entscheidung im Baukartell, insgesamt belaufen sich die Strafen auf knapp 300 Millionen Euro», sagte BWB-Chefin Natalie Harsdorf laut dem Standard nach der Verhandlung.
Die Strabag akzeptiert die Aufstockung der Strafzahlung, um ein weiteres langwieriges Gerichtsverfahren zu vermeiden. In einer Aussendung des Unternehmens hieß es, man habe sich nach eingehender Bewertung der Sach- und Rechtslage zu diesem Schritt entschieden. Die Strabag betont, maßgeblich zur Aufklärung des Baukartells beigetragen zu haben.
Reaktionen und Einordnung
Die verhängte Strabag Kartellstrafe ist die mit Abstand höchste, die jemals in Österreich verhängt wurde. Die bisher höchsten Kartellgeldbußen mussten die Billa-Mutter REWE (70 Mio. Euro) und der Baukonzern Porr (62,4 Mio. Euro) zahlen. Mit dem Abschluss des Strabag-Verfahrens sind nun alle Baukartellverfahren beendet. Die verhängten Kartellstrafen belaufen sich laut BWB-Chefin auf knapp 300 Millionen Euro. Natalie Harsdorf von der BWB bezeichnete das Baukartell als „das größte Kartell der zweiten Republik“. (Lesen Sie auch: Berlin Flughafen Flugobjekt Gesichtet: Flugbetrieb)
Ein Kartell ist eine illegale Absprache zwischen Unternehmen, die den Wettbewerb beschränkt. Ziel ist es meist, Preise zu erhöhen oder Marktanteile aufzuteilen. Kartelle sind in den meisten Ländern verboten, da sie den Verbrauchern schaden und die Wirtschaft beeinträchtigen. Die Aufdeckung und Verfolgung von Kartellen ist Aufgabe der Wettbewerbsbehörden. Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ist für die Verfolgung von Wettbewerbsverstößen in Österreich zuständig. Auf europäischer Ebene ist die Europäische Kommission für die Verfolgung von Kartellen zuständig. Weitere Informationen zu Kartellrecht und Wettbewerbspolitik finden Sie auf der Webseite der BWB.
Was bedeutet die Rekordstrafe für die Strabag?
Die hohe Kartellstrafe ist ein herber Schlag für die Strabag, einem der größten Baukonzerne Österreichs. Die Zahlung wird das Ergebnis des Unternehmens belasten. Allerdings hat die Strabag angekündigt, die Strafe zu akzeptieren, um ein weiteres Gerichtsverfahren zu vermeiden. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen die Angelegenheit schnellstmöglich abschließen möchte.Es ist jedoch davon auszugehen, dass das Unternehmen alles daran setzen wird, das Vertrauen seiner Kunden und Partner zurückzugewinnen. Die Strabag ist ein bedeutender Akteur in der österreichischen Bauwirtschaft. Das Unternehmen ist an zahlreichen Großprojekten beteiligt und beschäftigt Tausende Mitarbeiter. Die Kartellstrafe könnte sich auch auf die Wettbewerbssituation in der Baubranche auswirken. Es ist möglich, dass andere Unternehmen nun verstärkt auf Compliance und die Einhaltung von Wettbewerbsregeln achten werden.
Überblick über die Kartellstrafen im Baukartell
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die höchsten Kartellstrafen, die im Zusammenhang mit dem Baukartell in Österreich verhängt wurden: (Lesen Sie auch: Berlin Flughafen Flugobjekt Gesichtet: – Flugbetrieb)

| Unternehmen | Kartellstrafe |
|---|---|
| Strabag | 146 Mio. Euro |
| REWE (Billa-Mutter) | 70 Mio. Euro |
| Porr | 62,4 Mio. Euro |
Häufig gestellte Fragen zu Strabag Kartellstrafe
Häufig gestellte Fragen zu strabag kartellstrafe
Warum muss die Strabag eine so hohe Kartellstrafe zahlen?
Die Strabag wurde für ihre Beteiligung an illegalen Preisabsprachen und Wettbewerbsbeschränkungen im Rahmen des Baukartells mit einer Rekordstrafe von 146 Millionen Euro belegt. Das Gericht ahndete damit den schweren Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.
Was ist ein Baukartell und welche Auswirkungen hat es?
Ein Baukartell ist eine illegale Absprache zwischen Bauunternehmen, um Preise zu manipulieren und Wettbewerb auszuschalten. Dies führt zu überhöhten Preisen für Bauprojekte und schadet sowohl öffentlichen als auch privaten Auftraggebern.
Wie kam es zu der Aufdeckung des Baukartells in Österreich?
Die Aufdeckung des Baukartells begann mit Ermittlungen der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) im Jahr 2017 nach einer Hausdurchsuchung. Im Zuge der Ermittlungen wurden umfangreiche Beweise für illegale Absprachen gefunden. (Lesen Sie auch: Lotto Ziehung: Lottoziehung vom 11. März 2026)
Welche Konsequenzen hat die Kartellstrafe für die Strabag?
Neben der finanziellen Belastung durch die hohe Strafe muss die Strabag mit einem Imageschaden rechnen.
Wie hoch sind die gesamten Strafzahlungen im Zusammenhang mit dem Baukartell?
Die gesamten Strafzahlungen, die im Zusammenhang mit dem Baukartell in Österreich verhängt wurden, belaufen sich auf knapp 300 Millionen Euro. Dies macht es zu einem der größten Kartellfälle in der Geschichte des Landes.
Was bedeutet die Aberkennung des Kronzeugenstatus für die Strabag?
Der Kronzeugenstatus ermöglicht es Unternehmen, die an einem Kartell beteiligt waren, durch Kooperation mit den Behörden eine geringere Strafe zu erhalten. Die Aberkennung deutet darauf hin, dass die Strabag nicht ausreichend zur Aufklärung beigetragen hat.
Das Kartellverfahren gegen die Strabag ist nun abgeschlossen. Wie MeinBezirk.at berichtet, segnete das Gericht die Millionenstrafe ab.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.
