Der Automobilkonzern Stellantis steht vor großen Herausforderungen: Aufgrund hoher Kosten und enttäuschender Verkaufszahlen im Bereich der Elektromobilität muss das Unternehmen rund 22 Milliarden Euro abschreiben. Diese Nachricht sorgte für einen deutlichen Kurssturz der Stellantis-Aktie und wirft Fragen nach der zukünftigen Strategie des Konzerns auf.

Hintergrund: Stellantis und die Elektromobilität
Stellantis, entstanden 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der Groupe PSA (Peugeot S.A.), hatte sich ambitionierte Ziele im Bereich der Elektromobilität gesetzt. Der Konzern investierte massiv in die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen, um den wachsenden Markt zu bedienen und den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.
Die nun erfolgte Abschreibung deutet jedoch auf eine Fehleinschätzung des Tempos der Energiewende hin, wie Stellantis-Chef Antonio Filosa selbst einräumte. Die hohen Kosten für die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen sowie die schwache Nachfrage seitens der Konsumenten haben die ursprünglichen Erwartungen offenbar nicht erfüllt. (Lesen Sie auch: Stellantis ruft in Deutschland fast 150.000 Autos…)
Aktuelle Entwicklung: Milliardenabschreibung und Kurssturz
Am Freitag, dem 6. Februar 2026, gab Stellantis bekannt, rund 22 Milliarden Euro auf sein Elektrogeschäft abschreiben zu müssen. Diese Summe beinhaltet Barzahlungen von etwa 6,5 Milliarden Euro, die voraussichtlich über die kommenden vier Jahre geleistet werden sollen.
Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Die an der Pariser Börse gehandelte Stellantis-Aktie sackte am Freitagmorgen um mehr als 20 Prozent ab. Dies stellt den stärksten Einbruch an einem Tag in der Geschichte des 2021 gegründeten Autokonzerns dar.
Der Konzern rechnet mit einem vorläufigen Verlust von 19 bis 21 Milliarden Euro. Zudem wird in diesem Jahr keine Dividende gezahlt. Stellantis spricht von einem vorgeschalteten „Reset“ vor der Vorstellung seines neuen Strategieplans im Mai. (Lesen Sie auch: Fast keiner will auf die Bahn umsteigen…)
Reaktionen und Stimmen zur Stellantis-Krise
Stellantis-Chef Antonio Filosa äußerte sich zu den Problemen im Elektrogeschäft wie folgt: „Die heute bekannt gegebenen Belastungen spiegeln größtenteils die Kosten wider, die aus einer Überschätzung des Tempos der Energiewende entstanden sind und die uns von den realen Bedürfnissen, Möglichkeiten und Wünschen vieler Autokäufer entfernt haben.“ Er räumte zudem ein, dass frühere operative Umsetzungen mangelhaft gewesen seien und deren Folgen nun schrittweise behoben werden müssten.
Analysten von Jefferies beließen Stellantis zunächst auf «Buy» mit einem Kursziel von 13 Euro, was darauf hindeutet, dass sie trotz der aktuellen Schwierigkeiten weiterhin Potenzial in dem Konzern sehen.
Was bedeutet das für die Zukunft von Stellantis?
Die Milliardenabschreibung und der Kurssturz werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen Automobilkonzerne im Zuge der Elektromobilität stehen. Die hohen Investitionen in die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen, die Unsicherheit bezüglich der Nachfrage und die Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer setzen die etablierten Hersteller unter Druck.
Stellantis muss nun einen überzeugenden Strategieplan vorlegen, der die Probleme im Elektrogeschäft adressiert und eine nachhaltige und profitable Zukunftsperspektive aufzeigt. Dies könnte beispielsweise eine stärkere Fokussierung auf Hybridantriebe, eine Optimierung der Produktionskosten oder eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen beinhalten.

Die Entscheidung, die Elektropläne zusammenzustreichen, reiht sich ein in eine Entwicklung, die auch andere Autobauer zuletzt vollzogen haben. Es zeigt, dass der Umstieg auf Elektromobilität komplexer ist als zunächst angenommen und dass eine realistische und flexible Strategie erforderlich ist, um erfolgreich zu sein.
Ausblick
Die kommenden Monate werden entscheidend für Stellantis sein. Der neue Strategieplan, der im Mai vorgestellt werden soll, wird zeigen, wie der Konzern auf die aktuellen Herausforderungen reagiert und welche Schwerpunkte er für die Zukunft setzt. Es bleibt zu hoffen, dass Stellantis aus den Fehlern der Vergangenheit lernt und eine nachhaltige und erfolgreiche Strategie für die Elektromobilität entwickelt.
| Zeit | Kurs (ungefähre Werte) |
|---|---|
| Morgen | -20% (starker Einbruch) |
Weiterführende Quellen
Aktuelle und vertiefende Informationen zum Thema Stellantis finden Sie bei diesen Quellen:
Häufig gestellte Fragen zu stellantis
Warum schreibt Stellantis 22 Milliarden Euro ab?
Stellantis schreibt 22 Milliarden Euro ab, weil die Kosten für die Entwicklung und Produktion von Elektrofahrzeugen höher sind als erwartet und die Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben. Dies deutet auf eine Fehleinschätzung des Tempos der Energiewende hin.
Wie hat die Börse auf die Nachricht reagiert?
Die Börse reagierte negativ auf die Nachricht. Die Stellantis-Aktie sackte an der Pariser Börse um mehr als 20 Prozent ab, was den stärksten Einbruch an einem Tag in der Geschichte des Konzerns darstellt. Das Vertrauen der Investoren ist offenbar erschüttert.
Was sagt der Stellantis-Chef zu der Situation?
Stellantis-Chef Antonio Filosa räumte ein, dass die Abschreibungen auf einer Überschätzung des Tempos der Energiewende beruhen. Er sprach auch von mangelhaften operativen Umsetzungen in der Vergangenheit, die nun behoben werden sollen.
Wird Stellantis eine Dividende zahlen?
Nein, Stellantis wird in diesem Jahr keine Dividende zahlen. Dies ist eine Folge der hohen Verluste, die durch die Abschreibung auf das Elektrogeschäft entstanden sind. Das Unternehmen will sich zunächst auf die Sanierung konzentrieren.
Wie geht es für Stellantis weiter?
Stellantis plant einen «Reset» und will im Mai einen neuen Strategieplan vorstellen. Dieser soll zeigen, wie der Konzern auf die Herausforderungen im Elektrogeschäft reagiert und welche Schwerpunkte er für die Zukunft setzt. Die kommenden Monate werden entscheidend sein.
