Weil ihr alter und kranker Nachbar zwangsgeräumt werden sollte, griff eine Imkerin in den USA zu einer ungewöhnlichen Attacke. Mensch und Tier kamen dabei zu Schaden.

Die Amerikanerin Rebecca Woods muss sechs Monate in Haft, nachdem sie ihren Bienenschwarm freigelassen hat, damit die Tiere die Polizei angreifen. Sie wollte damit die Zwangsräumung eines an Krebs erkrankten Freundes verhindern. Woods bestand vor Gericht allerdings darauf, sie habe die Bienen, die sie in einem Truck transportierte, nur losfliegen lassen, damit diese die „wunderschöne, blühende Landschaft“ rund um das Haus ihres alten Freundes genießen können. (Lesen Sie auch: Geistige Fitness: Wie gesund ist Präsident Trump?…)
Für das Gericht in Springfield, im US-Bundesstaat Massachusetts, war die Erklärung nicht ausreichend. Nach intensiver Befragung gab Woods zu, sie habe die Räumung verhindern wollen. Die Sheriffs wollten die dafür notwendigen Unterlagen aushändigen, als sie Opfer der Attacke wurden.
Mehrere von ihnen wurden am Kopf und im Gesicht gestochen. Einer musste sogar im Krankenhaus behandelt werden. Außerdem starben etwa 1000 Bienen. Viele, als einige der Bienenstöcke in ihrem Fahrzeug umkippten, während Woods mit den Polizisten rangelte
Viele Bienen starben nach den Stichen. Ihre Stöcke kippten um
„Das war ganz anders, als es mein Team jemals erlebt hat“, sagte Nick Cocchi, der stellvertretende Sheriff von Hampden County, später in einem Video auf YouTube. Ebenfalls darin zu sehen ist die Bienenattacke. Ein Deputy ist zu hören, wie er ruft: „Sie öffnet die Bienenkisten.“ Ein anderer, wie er panisch versucht, mit seinen Armen die angreifenden Tiere zu vertreiben. (Lesen Sie auch: Umweltbericht jede: Fünfte Messstation)
Woods schützte sich selbst während der Attacke mit einem Imkeranzug. Sie hatte mehrere Bienenstöcke in einem Anhänger gestapelt und fuhr damit vor dem Haus des Freundes vor. Kaum angekommen, entließ sie die Tiere durch Klappen in die Freiheit. Woods wurde von der Polizei zu Boden gerungen und verhaftet. Auf dem Video ist zu sehen, wie ein massiver Bienenschwarm das Haus umfliegt.
Auch zu hören ist Woods’ Reaktion darauf, dass ein Polizist allergisch gegen Bienen ist. Sie sagt: „Sie sind allergisch. Gut.“
Mary Saldarelli, Woods Anwältin, sagte zur „New York Times“, dass ihre Klientin selbst einige Male zwangsgeräumt worden sei. Und versucht, andere vor gierigen Geldverleihern zu schützen, die aberwitzige Zinsen verlangen. Ihr Freund sei über 80 und gerade mitten in einer Chemotherapie. Er sei während der Bienenattacke nicht im Haus gewesen. (Lesen Sie auch: Wal-Newsblog: Schlepper mit Wal nun im Großen…)
Die Jury sprach Woods von sieben schweren Anklagepunkten frei. Sprach sie aber in vier Fällen wegen minderschwerer Körperverletzung sowie in zwei Fällen wegen fahrlässiger Körperverletzung schuldig. Woods hat gegen das Urteil inzwischen Einspruch eingelegt.

Ihr Freund musste trotz Woods’ Einsatz aus seinem Haus ausziehen.
Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Wal-Newsblog: Retter wollen GPS-Daten des Wals geheim…)



