📖 Lesezeit: 9 Minuten | Letzte Aktualisierung: 7. Januar 2026, 17:00 Uhr
Das US-Militär hat heute den Tanker «Marinera» im Nordatlantik beschlagnahmt. Russland hatte ein U-Boot und Kriegsschiffe zur Eskorte geschickt. Es ist die erste militärische Konfrontation dieser Art zwischen den USA und Russland auf hoher See.
Die USA haben am 7. Januar 2026 den unter russischer Flagge fahrenden Öltanker «Marinera» im Nordatlantik beschlagnahmt. Das bestätigte das US-Militärkommando für Europa (Eucom) auf der Plattform X. Die Operation wurde gemeinsam vom US-Justizministerium, dem Heimatschutzministerium und dem Verteidigungsministerium koordiniert.
Der Tanker, der ursprünglich «Bella-1» hieß, war seit dem 21. Dezember 2025 von der US-Küstenwache verfolgt worden. Das Schiff hatte sich einer von US-Präsident Donald Trump verhängten Seeblockade vor Venezuela entzogen und die Flucht ergriffen. Die Besatzung malte während der Flucht eine russische Flagge auf den Rumpf und änderte die Registrierung auf Russland.
| Detail | Information |
|---|---|
| Tanker | Marinera (vormals Bella-1) |
| Ort der Beschlagnahmung | Nordatlantik, vor Island |
| Verfolgungsdauer | 17 Tage (seit 21. Dezember 2025) |
| Sanktionsgrund | Verbindungen zu Iran und Hisbollah |
| Russische Reaktion | U-Boot und Kriegsschiffe zur Eskorte |
| Aktueller Standort | Auf dem Weg nach Schottland |
Moskau verurteilte die Beschlagnahmung. Das russische Verteidigungsministerium erklärte: «Kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß unter der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind.»
Kurz nach der «Marinera» beschlagnahmten US-Kräfte einen zweiten Tanker: Die «M/T Sophia» wurde in der Karibik festgesetzt. Sie war als «staatenloser, sanktionierter Tanker der dunklen Flotte» unterwegs.
Der Begriff «Schattenflotte» bezeichnet eine Armada von Schiffen, die Russland nutzt, um westliche Sanktionen zu umgehen und weiterhin Öl zu exportieren. Diese Tanker operieren im Verborgenen, um ihre Aktivitäten zu verschleiern.
Die russische Schattenflotte ist ein Netzwerk von mehreren hundert Tankern, die unter Umgehung internationaler Sanktionen russisches Rohöl transportieren. Die Schiffe sind oft veraltet, schlecht gewartet und unzureichend versichert. Sie wechseln regelmäßig Flaggen und Namen, schalten Ortungssysteme ab und nutzen komplexe Eigentümerstrukturen, um ihre Herkunft zu verschleiern.
Die genaue Zahl ist schwer zu bestimmen, da sich die Flotte ständig verändert. Aktuelle Schätzungen und Sanktionslisten geben jedoch einen Überblick:
| Quelle | Sanktionierte Schiffe | Stand |
|---|---|---|
| Europäische Union | ca. 600 Schiffe | Oktober 2025 |
| USA | 213 Tanker | März 2025 |
| Großbritannien | 133 Schiffe | März 2025 |
| Greenpeace-Analyse | 192 besonders gefährliche Tanker | Oktober 2024 |
| Geschätzte Gesamtflotte | über 600 Schiffe | 2025 |
Die Überschneidungen zwischen den Sanktionslisten sind relativ gering: Nur 35 Schiffe sind gleichzeitig von US-, EU- und britischen Sanktionen betroffen.
Am 10. Januar 2025 trieb der Tanker «Eventin» mit 99.000 Tonnen russischem Rohöl an Bord manövrierunfähig vor der Insel Rügen. Ein Stromausfall hatte zu einem Totalausfall aller Systeme geführt. 24 Besatzungsmitglieder saßen auf dem Schiff fest – ohne Strom, Heizung oder fließendes Wasser.
Eine Greenpeace-Simulation zeigt: Wäre die «Eventin» havariert und hätte 50.000 Tonnen Öl verloren, wären die Küsten mehrerer Ostseeanrainerstaaten ökologisch schwer beschädigt worden. Meeres- und Küstenschutzgebiete wären direkt von einer Ölpest betroffen gewesen.
Das Havariekommando konnte das Schiff nach Stunden sichern und abschleppen. Die «Eventin» liegt seither mit ihrer Ladung im Wert von bis zu 40 Millionen Euro vor Rügen – das Öl wurde vom deutschen Zoll beschlagnahmt.
| Risikofaktor | Details |
|---|---|
| Alter | Durchschnittsalter von 8,9 (2021) auf 16,6 Jahre (2024) gestiegen |
| Wartung | Schlechte bis keine Wartung, Lotsen lehnen Aufträge ab wegen Zustand |
| Versicherung | Keine oder unzureichende Versicherung – «Geistertanker» ohne Deckung |
| Navigation | Viele nutzen keine Lotsen, um Kontrollen zu vermeiden |
| Kosten einer Ölpest | Bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar pro Unfall |
Die Ostsee ist besonders gefährdet. Etwa drei beladene Schattentanker passieren täglich die deutsche Küste auf ihrem Weg von den russischen Häfen Primorsk und Ust-Luga in internationale Gewässer.
Seit Mitte Juni 2025 sind laut Greenpeace 188 Tanker der Schattenflotte an der deutschen Ostseeküste vorbeigefahren. Davon waren:
Die geringen Wassertiefen zwischen Bornholm und dem schwedischen Festland sowie im Kattegat nördlich von Kopenhagen erhöhen das Unfallrisiko zusätzlich. Beliebte Strände wie Warnemünde, Kühlungsborn oder Fehmarn liegen nur wenige Kilometer von den Tankerrouten entfernt.
📊 Steigende Gefahr: Während der gesamte Schiffsverkehr auf den russischen Ostsee-Routen seit Kriegsbeginn zurückging, stiegen die Fahrten von Rohöltankern um 70 Prozent. Allein im Dezember 2024 exportierte Russland rund 5,5 Millionen Tonnen Ölprodukte aus seinen Ostseehäfen.
Die EU hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs 19 Sanktionspakete gegen Russland verabschiedet. Seit dem 14. Sanktionspaket im Juni 2024 werden auch einzelne Schiffe sanktioniert:
| Sanktionspaket | Datum | Sanktionierte Schiffe (kumuliert) |
|---|---|---|
| 14. Paket | Juni 2024 | Erste Schiffssanktionen |
| 15. Paket | Dezember 2024 | 79 Schiffe |
| 16. Paket | Februar 2025 | 152 Schiffe (+73) |
| 17. Paket | Mai 2025 | 342 Schiffe (+189) |
| 18. Paket | Juli 2025 | 444 Schiffe |
| 19. Paket | Oktober 2025 | 557 Schiffe (+117) |
| Aktuell (Januar 2026) | – | ca. 600 Schiffe |
Für sanktionierte Schiffe gilt:
Die Schattenflotte dient möglicherweise nicht nur dem Öltransport. Im Dezember 2024 beschädigte das Schiff «Eagle S» das Unterseekabel Estlink 2 in der Ostsee. Finnische Behörden fanden bei der Inspektion Spionagetechnologie an Bord.
Ob es sich um ein systematisches Vorgehen Russlands handelt, ist unklar. Experten warnen jedoch, dass die Schattenflotte auch als Instrument der hybriden Kriegsführung genutzt werden könnte – für Spionage gegen kritische Infrastruktur oder gezielte Sabotage von Unterseekabeln und Pipelines.
Die Beschlagnahmung der «Marinera» könnte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter belasten. Der Vorfall fällt in eine Phase schwieriger Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs.
Die EU hat ihre Sanktionen bis Juli 2026 verlängert und intensiviert die Jagd auf die Schattenflotte. Mit fast 600 sanktionierten Schiffen ist der Druck auf Russland gewachsen – doch die Logistik wurde angepasst. Experten sprechen von einem «Katz-und-Maus-Spiel» auf den Weltmeeren.
Für die Ostsee bleibt das Risiko einer Umweltkatastrophe bestehen. Greenpeace fordert von der Bundesregierung, Schiffen ohne gültige Flagge die Durchfahrt zu verweigern. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und die Ostseeanrainerstaaten haben sich zum konsequenten Vorgehen verpflichtet – doch die Zahl der gefährlichen Schiffe nimmt weiter zu.
Die russische Schattenflotte ist ein Netzwerk von mehreren hundert Tankern, die unter Umgehung internationaler Sanktionen russisches Rohöl transportieren. Die Schiffe sind oft veraltet, schlecht gewartet und unzureichend versichert. Sie wechseln regelmäßig Flaggen und Namen, um ihre Herkunft und Aktivitäten zu verschleiern. Die Flotte ermöglicht Russland Milliarden an Einnahmen, die den Angriffskrieg gegen die Ukraine finanzieren.
Schätzungen gehen von über 600 Schiffen aus. Die EU hat bis Oktober 2025 rund 600 Schiffe sanktioniert, die USA etwa 213 Tanker und Großbritannien 133 Schiffe. Die Überschneidungen sind gering – nur 35 Schiffe stehen auf allen drei Listen. Die tatsächliche Größe der Flotte ist schwer zu bestimmen, da ständig neue Schiffe hinzukommen.
Die Tanker sind oft über 20 Jahre alt, schlecht gewartet und unzureichend oder gar nicht versichert. Das Durchschnittsalter ist von 8,9 Jahren (2021) auf 16,6 Jahre (2024) gestiegen. Viele Schiffe fahren ohne gültige Flagge als «Geistertanker» und nutzen keine Lotsen. Im Fall einer Havarie würden die Kosten für eine Ölpest – bis zu 1,6 Milliarden Dollar – an den Steuerzahlern hängen bleiben.
Am 7. Januar 2026 haben US-Truppen den Tanker «Marinera» (vormals «Bella-1») im Nordatlantik geentert und beschlagnahmt. Das Schiff war seit dem 21. Dezember 2025 von der US-Küstenwache verfolgt worden, nachdem es sich einer Blockade vor Venezuela entzogen hatte. Die Besatzung hatte während der Flucht eine russische Flagge aufgemalt und das Schiff umregistriert. Russland hatte ein U-Boot und Kriegsschiffe zur Eskorte geschickt.
Ja, erheblich. Etwa drei beladene Schattentanker passieren täglich die deutsche Ostseeküste. Im Januar 2025 trieb der Tanker «Eventin» mit 99.000 Tonnen Öl manövrierunfähig vor Rügen – nur knapp wurde eine Umweltkatastrophe verhindert. Eine Greenpeace-Simulation zeigt, dass eine Havarie die Küsten mehrerer Ostseeanrainerstaaten ökologisch schwer beschädigt hätte. Beliebte Strände wie Warnemünde und Fehmarn liegen nur wenige Kilometer von den Tankerrouten entfernt.
Die EU hat in 19 Sanktionspaketen Maßnahmen gegen Russland verhängt. Seit Juni 2024 werden auch einzelne Schiffe sanktioniert – mittlerweile fast 600. Sanktionierte Schiffe dürfen keine EU-Häfen anlaufen und erhalten keine Dienstleistungen wie Versicherungen oder Versorgung. Auch Kapitäne und Eigentümer können sanktioniert werden. Die Sanktionen wurden bis Juli 2026 verlängert.
Die russische Schattenflotte ist zum Symbol für die Umgehung westlicher Sanktionen geworden. Mit über 600 Schiffen ermöglicht sie Russland Milliarden-Einnahmen, die den Krieg gegen die Ukraine finanzieren. Die Entern-Aktion der USA gegen die «Marinera» zeigt die wachsende Bereitschaft, auch militärisch gegen die Schattenflotte vorzugehen.
Für Europa bleibt die Ostsee ein Brennpunkt. Die havarierten Tanker vor Rügen haben gezeigt, wie knapp eine Umweltkatastrophe abgewendet werden konnte. Mit täglich drei Schattentankern vor der deutschen Küste ist das Risiko einer Ölpest real. Die EU verschärft ihre Sanktionen – doch Russland passt seine Logistik an. Das Katz-und-Maus-Spiel auf den Weltmeeren geht weiter. ⚓
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Redaktion Welt der Legenden | Internationale Politik
Dieser Artikel basiert auf Informationen von ZDF heute, t-online, Tagesspiegel, Euronews, Tagesanzeiger, Greenpeace, Bundeszentrale für politische Bildung, EU-Consilium sowie dem US European Command (Eucom). Stand: 7. Januar 2026, 17:00 Uhr. Der Artikel wird bei neuen Entwicklungen aktualisiert.
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