Schatten-KI bezeichnet den Einsatz von KI-Tools durch Mitarbeiter ohne Wissen oder Genehmigung der IT-Abteilung. Laut einem Bericht von Microsoft nutzen bereits 29 Prozent der Angestellten solche ungenehmigten KI-Agenten für ihre Arbeit. Dies birgt erhebliche Sicherheitsrisiken für Unternehmen, da unkontrollierte KI-Anwendungen zu Datenlecks und neuen Angriffsmethoden führen können. Schatten KI steht dabei im Mittelpunkt.

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- Was ist Schatten-KI und warum ist sie gefährlich?
- Microsofts Warnung: Innovation und Sicherheit im Gleichgewicht
- So funktioniert es in der Praxis: Ein Anwendungsbeispiel
- Vorteile und Nachteile
- Alternativen und Konkurrenzprodukte
- Wie können Unternehmen Schatten-KI verhindern?
- DSGVO und Schatten-KI: Ein Compliance-Albtraum?
- Fazit: Schatten-KI als Chance und Risiko
Kernpunkte
- Schatten-KI entsteht durch den unkontrollierten Einsatz von KI-Tools durch Mitarbeiter.
- Microsoft warnt vor den Sicherheitsrisiken, die dadurch für Unternehmen entstehen.
- Weniger als die Hälfte der Unternehmen haben spezifische Sicherheitskontrollen für generative KI.
- Die schnelle Bereitstellung von KI-Agenten kann Sicherheits- und Compliance-Kontrollen aushebeln.
Was ist Schatten-KI und warum ist sie gefährlich?
Schatten-KI, ein Begriff, der in der IT-Sicherheit immer häufiger auftaucht, beschreibt die Nutzung von KI-Anwendungen und -Tools durch Mitarbeiter, ohne dass die IT- oder Sicherheitsabteilung des Unternehmens davon Kenntnis hat oder diese Nutzung genehmigt wurde. Mitarbeiter laden eigenmächtig KI-Tools herunter oder nutzen webbasierte KI-Dienste, um ihre Aufgaben effizienter zu erledigen. Diese Praxis birgt jedoch erhebliche Risiken, da die unkontrollierte Datenverarbeitung und der ungesicherte Zugriff auf Unternehmensdaten zu schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen führen können.
Die Gefahren der Schatten-KI sind vielfältig. Zum einen fehlt der IT-Abteilung die Kontrolle über die verwendeten KI-Tools. Dies bedeutet, dass Sicherheitslücken in diesen Tools unentdeckt bleiben und von Angreifern ausgenutzt werden können. Zum anderen können Mitarbeiter unwissentlich sensible Unternehmensdaten in unsichere KI-Anwendungen hochladen, was zu Datenlecks und Compliance-Verstößen führen kann. Wie Stern berichtet, warnt Microsoft eindringlich vor diesen Risiken.
Ein weiteres Problem ist die mangelnde Transparenz. Wenn die IT-Abteilung nicht weiß, welche KI-Tools im Unternehmen verwendet werden, kann sie keine angemessenen Sicherheitsrichtlinien und -kontrollen implementieren. Dies erschwert die Erkennung und Abwehr von Angriffen erheblich.
Wie entsteht Schatten-KI in Unternehmen?
Schatten-KI entsteht oft aus dem Bedürfnis der Mitarbeiter, ihre Arbeit schneller und effizienter zu erledigen. Sie suchen nach Lösungen, die ihnen helfen, Routineaufgaben zu automatisieren oder komplexe Probleme zu lösen. Da die IT-Abteilung oft nicht in der Lage ist, schnell genug auf diese Bedürfnisse zu reagieren, greifen die Mitarbeiter selbst zu KI-Tools, die sie im Internet finden. Dieser Trend wird durch die zunehmende Verfügbarkeit von benutzerfreundlichen KI-Anwendungen verstärkt, die auch ohne spezielle Programmierkenntnisse genutzt werden können.
Laut einer Studie von Gartner nutzen Mitarbeiter im Durchschnitt 12 Cloud-Dienste, die nicht von der IT-Abteilung genehmigt wurden. Dies zeigt das Ausmaß des Problems der Schatten-IT, zu der auch die Schatten-KI gehört. (Lesen Sie auch: Präsident und KI: Trump: Habe ChatGPT noch…)
Microsofts Warnung: Innovation und Sicherheit im Gleichgewicht
Der aktuelle Cyber Pulse Report von Microsoft, der im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde, unterstreicht die Notwendigkeit, Innovation und Sicherheit in Einklang zu bringen. Die Forscher des Softwarekonzerns stellen fest, dass KI-Helfer beim Programmieren bereits in über 80 Prozent der größten Unternehmen (Fortune 500) im Einsatz sind. Allerdings verfügen weniger als die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) über spezifische Sicherheitskontrollen für generative KI. Dies führt zu einer gefährlichen Diskrepanz zwischen der rasanten Verbreitung von KI und den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen.
Microsoft warnt davor, dass die schnelle Bereitstellung von KI-Agenten Sicherheits- und Compliance-Kontrollen aushebeln und das Risiko von Schatten-KI erhöhen kann. Böswillige Akteure könnten die Berechtigungen von Agenten ausnutzen und sie zu unbeabsichtigten Doppelagenten machen. «Wie menschliche Mitarbeiter kann auch ein Agent mit zu viel Zugriff – oder falschen Anweisungen – zu einer Schwachstelle werden», so die Autoren der Studie.
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei diesen Risiken nicht um rein theoretische Szenarien handelt. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, in denen ungesicherte KI-Anwendungen zu Datenlecks und anderen Sicherheitsvorfällen geführt haben. Unternehmen müssen daher proaktiv Maßnahmen ergreifen, um die Risiken der Schatten-KI zu minimieren.
Laut dem deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollten Unternehmen eine umfassende Risikobewertung durchführen, bevor sie KI-Anwendungen einsetzen. Diese Bewertung sollte sowohl die potenziellen Vorteile als auch die potenziellen Risiken berücksichtigen.
So funktioniert es in der Praxis: Ein Anwendungsbeispiel
Stellen Sie sich vor, ein Marketingmitarbeiter in einem großen Unternehmen möchte eine Social-Media-Kampagne erstellen. Um Zeit zu sparen, nutzt er ein kostenloses KI-Tool, das ihm beim Verfassen von Texten und der Erstellung von Bildern hilft. Dieses Tool ist jedoch nicht von der IT-Abteilung genehmigt und verfügt möglicherweise über Sicherheitslücken. Der Mitarbeiter lädt nun unwissentlich sensible Informationen über die Zielgruppe des Unternehmens in das KI-Tool hoch. Diese Daten könnten von Angreifern abgefangen oder für andere Zwecke missbraucht werden.
Ein weiteres Beispiel: Ein Softwareentwickler verwendet ein KI-gestütztes Tool, um seinen Code zu optimieren. Dieses Tool greift auf den Quellcode des Unternehmens zu und analysiert ihn. Wenn das Tool jedoch nicht sicher ist, könnten Angreifer Zugriff auf den Quellcode erhalten und ihn für böswillige Zwecke nutzen. (Lesen Sie auch: Telekom Meta Streit: Muss 30 Mio. Euro…)
Diese Beispiele verdeutlichen, wie schnell und einfach Schatten-KI entstehen kann und welche potenziellen Risiken damit verbunden sind. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter für die Gefahren der Schatten-KI sensibilisiert sind und klare Richtlinien für die Nutzung von KI-Tools haben.
Vorteile und Nachteile
Die Nutzung von KI-Tools kann Unternehmen zahlreiche Vorteile bringen, wie z.B. eine höhere Effizienz, eine bessere Entscheidungsfindung und eine verbesserte Kundenerfahrung. Allerdings sind mit der Nutzung von KI auch Risiken verbunden, insbesondere wenn es um Schatten-KI geht. Hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten Vorteile und Nachteile:
Eine Studie von IBM aus dem Jahr 2023 ergab, dass 60 % der Unternehmen in Österreich planen, KI in den nächsten 12 Monaten einzusetzen. Dies zeigt das wachsende Interesse an KI-Technologien in der österreichischen Wirtschaft.
Vorteile:
- Effizienzsteigerung: KI-Tools können Routineaufgaben automatisieren und die Produktivität der Mitarbeiter erhöhen.
- Bessere Entscheidungsfindung: KI kann große Datenmengen analysieren und wertvolle Erkenntnisse liefern, die Unternehmen bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
- Verbesserte Kundenerfahrung: KI-gestützte Chatbots und personalisierte Empfehlungen können die Kundenzufriedenheit steigern.
Nachteile:
- Sicherheitsrisiken: Ungenehmigte KI-Tools können Sicherheitslücken aufweisen und zu Datenlecks führen.
- Compliance-Verstöße: Die Nutzung von KI-Tools kann gegen Datenschutzbestimmungen wie die DSGVO verstoßen.
- Mangelnde Transparenz: Die IT-Abteilung hat keine Kontrolle über die verwendeten KI-Tools und kann keine angemessenen Sicherheitsrichtlinien implementieren.
Alternativen und Konkurrenzprodukte
Es gibt verschiedene Ansätze, um die Risiken der Schatten-KI zu minimieren. Eine Möglichkeit ist die Implementierung von zentral verwalteten KI-Plattformen, die von der IT-Abteilung genehmigt und kontrolliert werden. Diese Plattformen bieten eine sichere und transparente Umgebung für die Nutzung von KI-Tools. Beispiele für solche Plattformen sind Microsoft Azure AI, Google Cloud AI Platform und Amazon SageMaker.

Eine weitere Alternative ist die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit KI-Tools und die Sensibilisierung für die Gefahren der Schatten-KI. Die Mitarbeiter sollten wissen, welche KI-Tools sie verwenden dürfen und welche Sicherheitsrichtlinien sie einhalten müssen.
Darüber hinaus sollten Unternehmen regelmäßige Audits durchführen, um die Nutzung von KI-Tools zu überwachen und ungenehmigte Anwendungen zu identifizieren. Diese Audits können helfen, Sicherheitslücken aufzudecken und Compliance-Verstöße zu vermeiden. (Lesen Sie auch: Jutta Leerdam Olympia: Social-Media-Stars der Winterspiele)
Wie können Unternehmen Schatten-KI verhindern?
Die Verhinderung von Schatten-KI erfordert einen umfassenden Ansatz, der sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen umfasst. Hier sind einige konkrete Schritte, die Unternehmen unternehmen können:
- Entwicklung von klaren Richtlinien: Unternehmen sollten klare Richtlinien für die Nutzung von KI-Tools entwickeln und diese Richtlinien den Mitarbeitern kommunizieren.
- Schulung der Mitarbeiter: Die Mitarbeiter sollten für die Gefahren der Schatten-KI sensibilisiert und im sicheren Umgang mit KI-Tools geschult werden.
- Implementierung von Sicherheitskontrollen: Unternehmen sollten Sicherheitskontrollen implementieren, um die Nutzung von KI-Tools zu überwachen und ungenehmigte Anwendungen zu blockieren.
- Regelmäßige Audits: Unternehmen sollten regelmäßige Audits durchführen, um die Nutzung von KI-Tools zu überwachen und Sicherheitslücken aufzudecken.
- Bereitstellung von genehmigten KI-Tools: Die IT-Abteilung sollte den Mitarbeitern eine Auswahl an genehmigten KI-Tools zur Verfügung stellen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.
Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen können Unternehmen die Risiken der Schatten-KI minimieren und die Vorteile der KI-Technologie sicher nutzen.
DSGVO und Schatten-KI: Ein Compliance-Albtraum?
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt hohe Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Schatten-KI kann zu erheblichen Compliance-Problemen führen, da die unkontrollierte Nutzung von KI-Tools oft gegen die DSGVO verstößt. Wenn Mitarbeiter beispielsweise Kundendaten in unsichere KI-Anwendungen hochladen, kann dies zu Datenlecks und Datenschutzverletzungen führen.
Um DSGVO-Compliance zu gewährleisten, müssen Unternehmen sicherstellen, dass alle KI-Tools, die im Unternehmen verwendet werden, den Anforderungen der DSGVO entsprechen. Dies bedeutet, dass die Datenverarbeitung transparent sein muss, die Daten sicher gespeichert werden müssen und die betroffenen Personen das Recht haben, auf ihre Daten zuzugreifen, sie zu korrigieren oder zu löschen.
Unternehmen sollten daher eine umfassende Datenschutzprüfung durchführen, bevor sie KI-Tools einsetzen. Diese Prüfung sollte sicherstellen, dass die KI-Tools den Anforderungen der DSGVO entsprechen und dass angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden, um die personenbezogenen Daten zu schützen. Die österreichische Datenschutzbehörde bietet hierzu umfassende Informationen und Leitlinien an.
Österreichische Datenschutzbehörde
Fazit: Schatten-KI als Chance und Risiko
Schatten-KI ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet sie Unternehmen die Möglichkeit, von den Vorteilen der KI-Technologie zu profitieren und ihre Effizienz zu steigern. Andererseits birgt sie erhebliche Risiken, insbesondere im Bereich der Sicherheit und Compliance. Unternehmen müssen daher proaktiv Maßnahmen ergreifen, um die Risiken der Schatten-KI zu minimieren und die Vorteile der KI-Technologie sicher zu nutzen. Dies erfordert eine umfassende Strategie, die sowohl technische als auch organisatorische Aspekte berücksichtigt und die Mitarbeiter aktiv in den Prozess einbezieht. Nur so können Unternehmen sicherstellen, dass sie die Chancen der KI nutzen, ohne unnötige Risiken einzugehen. (Lesen Sie auch: Silber für Kira Weidle-Winkelmann bei Olympia 2026)




