Prepaid Karten verlieren in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Stattdessen setzen immer mehr Menschen auf Postpaid-Verträge mit monatlichen Zahlungen. Gründe hierfür sind unter anderem die zunehmende Verbreitung von Flatrates und ein gestiegenes Vertrauen in Vertragsmodelle.

Rückgang der Prepaid-Karten Nutzung: Was sind die Gründe?
Die sinkende Beliebtheit von Prepaid-Karten lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen sind Flatrates, die unbegrenztes Telefonieren und Surfen ermöglichen, weit verbreitet und erschwinglich geworden. Zum anderen haben viele Verbraucher ein größeres Vertrauen in Vertragsmodelle entwickelt, da diese transparenter geworden sind und weniger unerwartete Kosten verursachen.
Die wichtigsten Fakten
- Die Anzahl der Prepaid-Karten in Deutschland sinkt kontinuierlich.
- Postpaid-Verträge sind auf dem Vormarsch.
- Flatrates und gestiegenes Vertrauen in Verträge sind Hauptgründe für den Rückgang.
- Der Fokus der Handynutzung hat sich von Anrufen zur Datenübertragung verschoben.
Der Abwärtstrend bei Prepaid-Karten setzt sich fort
Laut einer Marktstudie des Internet-Branchenverbandes VATM wird die Zahl der in Deutschland genutzten Prepaid-Sim-Karten bis Ende des Jahres voraussichtlich auf 25,6 Millionen sinken. Dies entspricht einem Rückgang von rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie Stern berichtet, fielen die Rückgänge in den vergangenen beiden Jahren mit neun beziehungsweise zehn Prozent sogar noch deutlicher aus. Im Jahr 2023 waren demnach noch 33,6 Millionen Prepaid-Sim-Karten im Umlauf.
Ein nicht unerheblicher Teil dieser Karten fristet jedoch ein ungenutztes Dasein in Schubladen, was die tatsächliche aktive Nutzung weiter reduziert. Diese Entwicklung unterstreicht den anhaltenden Trend weg von der Prepaid- hin zur Postpaid-Nutzung. (Lesen Sie auch: Guthaben-Nutzung: Prepaid-Handys kommen aus der Mode)
Der Rückgang der Prepaid-Karten belief sich 2023 auf 9 Prozent und 2024 auf 10 Prozent. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Rückgang um 7 Prozent erwartet.
Postpaid-Verträge: Der klare Gewinner
Während die Nutzung von Prepaid-Karten zurückgeht, erfreuen sich Postpaid-Verträge, bei denen Nutzer monatlich für ihre Handydienste bezahlen, wachsender Beliebtheit. Die vom VATM in Auftrag gegebene Studie des Beratungsunternehmens Dialog Consolut prognostiziert für Ende dieses Jahres 88 Millionen Postpaid-Karten in Deutschland, was einem Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bereits im Jahr 2023 waren es 72,2 Millionen Postpaid-Karten.
Dieser kontinuierliche Anstieg zeigt, dass immer mehr Verbraucher die Vorteile von Vertragsmodellen erkennen und diese gegenüber der Flexibilität von Prepaid-Karten bevorzugen.
Flatrates machen Prepaid-Karten unattraktiv
«Der klassische Postpaid-Vertrag ist weiter auf dem Vormarsch», erklärt Marktforscher Andreas Walter von Dialog Consult. Er begründet diese Entwicklung mit der zunehmenden Reife des Marktes. Die Verträge seien heute fairer gestaltet und das Misstrauen der Kunden geringer als früher. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Verbreitung von Flatrates. Diese Tarife bieten Nutzern unbegrenztes Datenvolumen und Gesprächsminuten zu einem festen monatlichen Preis. (Lesen Sie auch: Annabelle Wallis Schwanger: Sebastian Stan bestätigt Babyglück!)
Die Zeiten, in denen Nutzer jeden Anruf und jede SMS genau kalkulieren mussten, sind damit vorbei. «Die Kunden erleben keine bösen Überraschungen mehr, was die höhere Rechnung angeht – sie brauchen sowieso jeden Tag Datenübertragung», so Walter. Früher lag der Prepaid-Anteil bei über 50 Prozent, inzwischen sind es nur noch 22,5 Prozent. Während es früher hauptsächlich um Anrufe ging, steht heute die Datenübertragung im Vordergrund.
Die VATM setzt sich für faire Wettbewerbsbedingungen in der Telekommunikationsbranche ein, um Innovationen und Vielfalt zu fördern.
Bei älteren Prepaid-Karten kann es vorkommen, dass diese bei längerer Inaktivität deaktiviert werden. Es empfiehlt sich, die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Anbieters zu prüfen.

Die Rolle der Kostenkontrolle bei Prepaid-Karten
Ein Vorteil von Prepaid-Karten war traditionell die bessere Kostenkontrolle. Nutzer konnten nur das Guthaben verbrauchen, das sie zuvor aufgeladen hatten, und waren so vor unerwartet hohen Rechnungen geschützt. Allerdings bieten auch viele Postpaid-Verträge inzwischen Möglichkeiten zur Kostenkontrolle, beispielsweise durch die Festlegung eines maximalen Datenvolumens oder die Möglichkeit, zusätzliche Optionen bei Bedarf hinzuzubuchen. (Lesen Sie auch: Helene Fischer: Sie nimmt ihre Familie mit…)
Zudem haben die Anbieter von Prepaid-Karten reagiert und bieten nun ebenfalls Tarife mit Inklusivleistungen an, die eine gewisse Anzahl von Gesprächsminuten und Datenvolumen beinhalten. Allerdings sind diese Angebote oft weniger attraktiv als die Flatrates der Postpaid-Verträge.
Die Zukunft der Prepaid-Karte
Obwohl die Nutzung von Prepaid-Karten in Deutschland rückläufig ist, haben sie weiterhin ihre Berechtigung. Für bestimmte Zielgruppen, wie beispielsweise Kinder, Jugendliche oder Menschen mit geringem Einkommen, können sie eine sinnvolle Alternative zu Postpaid-Verträgen darstellen. Auch für Nutzer, die ihr Handy nur selten nutzen oder Wert auf maximale Flexibilität legen, können Prepaid-Karten weiterhin interessant sein. Viele Anbieter verlangen inzwischen für die Aufladung einer Prepaid-Karte eine Gebühr von beispielsweise 10 Euro.
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Prepaid-Karten in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen werden. Der Trend geht eindeutig hin zu Postpaid-Verträgen und Flatrates, die den Nutzern mehr Komfort und Planungssicherheit bieten. Die Anbieter von Prepaid-Karten werden sich daher anpassen und neue Geschäftsmodelle entwickeln müssen, um in einem sich wandelnden Markt bestehen zu können.
Fazit




