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Peter Schlickenrieder, der charismatische Bundestrainer der deutschen Skilangläufer, steht am 15.02.2026 erneut im Mittelpunkt des Interesses. Als ehemaliger Weltklasse-Athlet und heutiger strategischer Kopf des DSV-Teams navigiert er die Mannschaft durch die Olympischen Spiele, wobei er nicht mit klarer Meinung spart und die Zukunft des Sports aktiv mitgestaltet. Seine Arbeit ist geprägt von Erfolgen, aber auch von kontroversen Entscheidungen und deutlicher Kritik an internationalen Verbänden.
Das Wichtigste in Kürze
- Rolle bei Olympia 2026: Peter Schlickenrieder ist als Bundestrainer und Sportdirektor die Schlüsselfigur für das deutsche Langlauf-Team bei den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina.
- Kritik an der FIS: Aktuell äußert Schlickenrieder scharfe Kritik am Weltverband FIS wegen eines «Wachs-Protests» und wirft den Verantwortlichen «klares Versagen» vor.
- Zukunftspläne: Ursprünglich wollte er 2022 aufhören, plant nun aber, sein Amt als Bundestrainer mindestens bis 2026 oder sogar 2027 auszuüben, um nachhaltige Strukturen zu schaffen.
- Größter Erfolg als Athlet: Gewinn der Silbermedaille im Sprint bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City.
- Erfolge als Trainer: Unter seiner Führung gewannen Katharina Hennig und Victoria Carl 2022 in Peking Olympia-Gold im Teamsprint sowie Silber mit der Staffel.
- Doppelfunktion im DSV: Seit 2025 agiert Peter Schlickenrieder in einer Doppelrolle als Sportdirektor und Teamchef, was ihm mehr strategische Verantwortung überträgt.
- Persönliches: Geboren am 16. Februar 1970 in Tegernsee, lebt er in Schliersee, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Inhaltsverzeichnis
- Peter Schlickenrieder im Fokus der Olympia-Saison 2026
- Aktueller Streitpunkt: Der Wachs-Eklat bei Olympia
- Wer ist Peter Schlickenrieder? Vom Athleten zum Strategen
- Die Erfolgsbilanz als Bundestrainer
- Welche Zukunftspläne verfolgt Peter Schlickenrieder?
- Abseits der Loipe: Autor, Unternehmer und Familienmensch
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Ein unbequemer, aber erfolgreicher Visionär
Peter Schlickenrieder im Fokus der Olympia-Saison 2026
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina sind in vollem Gange und mit ihnen rückt Bundestrainer Peter Schlickenrieder unweigerlich ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Seit er 2018 das Amt des Cheftrainers übernahm, hat er dem deutschen Skilanglauf eine neue Identität verliehen. Sein Ziel war es stets, die Athleten zurück in die Weltspitze zu führen, was ihm mit den Erfolgen in Peking 2022 eindrucksvoll gelang. Allerdings ist sein Weg nicht frei von Kontroversen. Er ist bekannt für seine direkte Art und scheut sich nicht, Missstände offen anzusprechen. Diese Eigenschaft macht ihn zu einer prägenden Figur, die den Sport nicht nur verwaltet, sondern aktiv gestalten will. Deshalb sind die Erwartungen an das von ihm geführte Team auch bei diesen Spielen hoch, wie er vor den Wettkämpfen betonte.
Aktueller Streitpunkt: Der Wachs-Eklat bei Olympia
Für das größte Aufsehen sorgt Peter Schlickenrieder aktuell mit seiner harschen Kritik am Ski-Weltverband FIS. Nach dem olympischen Männersprint kam es zu einem Protest des finnischen Teams. Der Vorwurf: Der norwegische Verband habe eine regelwidrige Ausnahmegenehmigung zur Nutzung eines Wachskessels erhalten, während andere Nationen nicht informiert wurden. Schlickenrieder nannte das Vorgehen ein «ganz klares Versagen der Fis-Verantwortlichen» und eine «peinliche Nummer». Obwohl der Protest der Finnen letztlich aufgrund von Fristversäumnissen abgewiesen wurde, hat die Debatte um Fair Play und die Regelkonformität der FIS an Fahrt aufgenommen. Schlickenrieders deutliche Worte unterstreichen seinen Anspruch, für gleiche Bedingungen im Spitzensport zu kämpfen.
Regelverstoß bei der Tour de Ski 2024
Dass auch ein Peter Schlickenrieder nicht fehlerfrei ist, zeigte ein Vorfall bei der Tour de Ski 2024. Dort wurde er für den Rest des Etappenrennens gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt. Der Grund war eine regelwidrige Hilfestellung: Er hatte einen Ski in die Spur gelegt, damit seine Athletinnen bei schwierigen Schneebedingungen die Stollen unter ihren Skiern abstreifen konnten. Schlickenrieder räumte den Fehler ein und akzeptierte die Strafe, auch wenn er sie als «ein bisschen krass» empfand. Dieser Vorfall zeigt die schmale Gratwanderung, auf der sich Trainer im Eifer des Gefechts bewegen, um ihren Athleten den entscheidenden Vorteil zu verschaffen.
Wer ist Peter Schlickenrieder? Vom Athleten zum Strategen
Bevor Peter Schlickenrieder zum Bundestrainer und Hoffnungsträger wurde, war er selbst ein erfolgreicher Skilangläufer. Geboren am 16. Februar 1970, feierte er seinen größten Triumph bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City, wo er die Silbermedaille im neu eingeführten Sprint gewann. Nach seinem Karriereende 2002 blieb er dem Sport in verschiedenen Funktionen treu: als gefragter TV-Experte für die ARD, als DSV-Vizepräsident und als Unternehmer. Diese vielfältigen Erfahrungen prägen seine heutige Arbeit. Er versteht sowohl die Perspektive der Athleten als auch die strukturellen Notwendigkeiten eines modernen Sportverbandes. Sein Weg zeigt eine kontinuierliche Entwicklung vom Leistungssportler zum strategischen Kopf des deutschen Langlaufsports.
Die Erfolgsbilanz als Bundestrainer
Als Peter Schlickenrieder 2018 die sportliche Leitung übernahm, befand sich der deutsche Langlauf in einer Krise. Die Mannschaft rannte der Weltspitze hinterher. Schlickenrieders Mission war es, das Team mit Blick auf die Heim-WM 2021 in Oberstdorf und die Olympischen Spiele 2022 wieder konkurrenzfähig zu machen. Der Höhepunkt seiner bisherigen Amtszeit war zweifellos der Olympiasieg von Katharina Hennig und Victoria Carl im Teamsprint 2022. Hinzu kam die Silbermedaille für die Damen-Staffel. Diese Erfolge waren das Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit und eines neuen Teamgeistes, den Schlickenrieder etablierte. Auch im Weltcup konnten deutsche Athleten wie Friedrich Moch, der Zweiter der Tour de Ski wurde, wieder glänzen. Wie wir bereits in unserem Artikel über die verspätete Vergabe von Olympia-Gold berichteten, sind solche Erfolge für die Athleten von unschätzbarem Wert.
Eine Übersicht seiner wichtigsten Karrierestationen:
| Jahr | Ereignis / Rolle | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1992 | Weltcup-Debüt als Athlet | Beginn der internationalen Karriere. |
| 2002 | Silbermedaille Olympia Salt Lake City | Größter sportlicher Erfolg im Sprint. |
| 2002 | Karriereende als Athlet | Wechsel in neue Rollen als Experte und Funktionär. |
| 2002-2018 | TV-Experte (ARD) & Unternehmer | Aufbau einer Karriere abseits der aktiven Laufbahn. |
| 2018 | Ernennung zum Bundestrainer | Übernahme der sportlichen Verantwortung für das DSV-Langlaufteam. |
| 2022 | Olympia-Gold & Silber in Peking | Größter Erfolg als Bundestrainer mit dem Damenteam. |
| 2025 | Übernahme der Doppelrolle Sportdirektor/Teamchef | Erweiterung des Verantwortungsbereichs im DSV. |
| 2026 | Olympische Spiele Mailand-Cortina | Aktuelle Herausforderung als sportlicher Leiter. |
Welche Zukunftspläne verfolgt Peter Schlickenrieder?
Die Zukunft des deutschen Langlaufs ist eng mit den Plänen von Peter Schlickenrieder verknüpft. Eigentlich wollte der heute 56-Jährige sein Amt bereits 2022 niederlegen. Er stellte jedoch fest, dass der Aufbau nachhaltiger Strukturen mehr Zeit benötigt. Deshalb verlängerte er sein Engagement und strebt nun an, bis mindestens 2026, möglicherweise sogar bis 2027, im Amt zu bleiben. Sein erklärtes Ziel ist es, ein System zu etablieren, das auch langfristig Erfolge ermöglicht. Er spricht davon, «Mitstreiter zu finden, die mit mir gegen diese Windmühlen kämpfen». Erst wenn er sicher ist, dass die nächste Generation um Podestplätze kämpfen kann, will er sich zurückziehen und die Erfolge vom Fernsehsessel aus bejubeln. Diese langfristige Vision ist auch für die Entwicklung junger Talente, wie sie bei den Promi-Kindern 2026 zu beobachten ist, ein wichtiges Signal für Stabilität.
Video-Empfehlung: Interview mit Peter Schlickenrieder
Um einen tieferen Einblick in die Denkweise und die Ziele von Peter Schlickenrieder zu bekommen, empfiehlt sich ein Interview aus den Anfangstagen seiner Amtszeit. Hier spricht er über seine Visionen für den deutschen Langlauf.
Abseits der Loipe: Autor, Unternehmer und Familienmensch
Auch abseits des Sports ist Peter Schlickenrieder ein vielseitiger Charakter. Er hat mehrere Bücher über Skilanglauf, Mountainbiken und andere Outdoor-Aktivitäten veröffentlicht. Als Unternehmer und Berater hat er für verschiedene Sportmarken gearbeitet und war als Keynote-Speaker tätig. Privat lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Schliersee. Sein Sohn Lukas ist ebenfalls im Wintersport aktiv, allerdings als Ski-Freestyler. Diese Vielseitigkeit und Erdung abseits des Hochleistungssports helfen ihm, eine ganzheitliche Perspektive zu bewahren, die er auch an seine Athleten weitergibt. Er legt Wert auf Persönlichkeitsentwicklung und Teamgeist. Weitere Informationen zu seiner Person finden sich auch auf seiner Wikipedia-Seite und im offiziellen DSV-Jahrbuch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die aktuelle Rolle von Peter Schlickenrieder?
Peter Schlickenrieder ist aktuell Bundestrainer und Sportdirektor der deutschen Skilanglauf-Nationalmannschaft. Er ist der sportlich Hauptverantwortliche für das Team bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina.
Was war der größte Erfolg von Peter Schlickenrieder als Sportler?
Sein größter sportlicher Erfolg war der Gewinn der Silbermedaille im Sprint-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, USA.
Warum kritisiert Peter Schlickenrieder die FIS bei Olympia 2026?
Er kritisiert die FIS scharf wegen eines Vorfalls beim Männersprint. Er wirft dem Verband «Versagen» vor, weil das norwegische Team eine Ausnahmegenehmigung für einen Wachskessel erhielt, was er als Verstoß gegen das Fair-Play-Prinzip ansieht.
Wie lange will Peter Schlickenrieder noch Bundestrainer bleiben?
Obwohl er ursprünglich 2022 aufhören wollte, plant er nun, sein Amt mindestens bis zum Ende der Olympia-Saison 2026, möglicherweise sogar bis 2027, fortzuführen, um nachhaltige Strukturen im deutschen Langlauf zu schaffen.
Welche Erfolge hat das deutsche Team unter Peter Schlickenrieder erreicht?
Unter seiner Führung feierte das deutsche Team große Erfolge, allen voran die Goldmedaille im Teamsprint (Victoria Carl, Katharina Hennig) und die Silbermedaille in der Staffel bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking.
Fazit: Ein unbequemer, aber erfolgreicher Visionär
Peter Schlickenrieder ist mehr als nur ein Bundestrainer. Er ist ein Visionär, ein Kritiker und eine treibende Kraft im deutschen und internationalen Skilanglauf. Seine Bereitschaft, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, wie im aktuellen Fall des Wachs-Eklats, macht ihn nicht überall beliebt, verschafft ihm aber Respekt. Die Erfolge unter seiner Führung geben seiner Strategie recht. Indem er sein Engagement bis mindestens 2026 verlängert hat, setzt er ein klares Zeichen für Kontinuität und den Willen, den deutschen Langlauf langfristig an der Weltspitze zu etablieren. Seine Arbeit bei den Spielen in Mailand-Cortina wird zeigen, wie weit er das Team auf diesem Weg bereits gebracht hat.
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Über den Autor:
Maximilian Weber ist Sportjournalist und SEO-Experte mit über 10 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über Wintersport. Er begleitet die Karrieren von Athleten und Trainern wie Peter Schlickenrieder seit vielen Jahren und analysiert die Entwicklungen im Deutschen Skiverband (DSV) für welt-der-legenden.de.