Die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan haben am 27.02.2026 einen neuen Tiefpunkt erreicht. Nach monatelangen Spannungen, gegenseitigen Anschuldigungen und Grenzschließungen eskalierte die Lage dramatisch. Pakistans Verteidigungsminister erklärte nach schweren grenzüberschreitenden Gefechten und pakistanischen Luftangriffen auf afghanisches Territorium, darunter die Hauptstadt Kabul, einen „offenen Krieg“.
Der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan ist eine komplexe Auseinandersetzung mit tiefen historischen Wurzeln. Im Zentrum stehen die umstrittene Durand-Linie als Grenze, der Vorwurf Pakistans, Afghanistan würde Terrorgruppen wie die Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) beherbergen, und die Massenabschiebung afghanischer Flüchtlinge aus Pakistan. Diese Faktoren haben eine explosive Mischung geschaffen, die die regionale Stabilität ernsthaft gefährdet.
Das Wichtigste in Kürze
- Militärische Eskalation: Pakistan hat am 27. Februar 2026 nach eigenen Angaben als Reaktion auf Angriffe einen „offenen Krieg“ gegen Afghanistan erklärt und Luftangriffe auf Ziele in Kabul, Kandahar und Paktia geflogen.
- Grenzkonflikt: Kern des Streits ist die 2.640 Kilometer lange Durand-Linie, die 1893 von den Briten gezogen wurde und von Afghanistan nie offiziell anerkannt wurde.
- Terrorismus-Vorwürfe: Islamabad wirft der Taliban-Regierung in Kabul vor, der Terrorgruppe Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) Unterschlupf zu gewähren, die für zahlreiche Anschläge in Pakistan verantwortlich ist.
- Flüchtlingskrise: Seit Oktober 2023 hat Pakistan die Abschiebung von hunderttausenden Afghanen ohne gültige Papiere forciert, was die humanitäre Krise in Afghanistan verschärft.
- Wirtschaftliche Folgen: Die monatelange Schließung wichtiger Grenzübergänge wie Torkham hat den bilateralen Handel um über 50 % einbrechen lassen und lokale Existenzen zerstört.
- Internationale Reaktion: UN-Generalsekretär António Guterres rief beide Seiten zur Deeskalation und zur Suche nach diplomatischen Lösungen auf.
Die aktuellen Entwicklungen im Verhältnis zwischen Pakistan und Afghanistan vom 27. Februar 2026 markieren eine gefährliche Eskalation eines lange schwelenden Konflikts. Die Situation ist das Ergebnis einer Verflechtung aus historischen Grenzstreitigkeiten, dem Kampf gegen den Terrorismus und einer tiefen humanitären Krise. Insbesondere die jüngsten militärischen Aktionen haben die internationale Gemeinschaft alarmiert.
Die Lage in Afghanistan selbst ist seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 katastrophal. Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) befindet sich das Land in einer der größten humanitären Notlagen weltweit, verstärkt durch eine sozio-ökonomische Krise und anhaltende Dürren. Vor diesem Hintergrund verschärft der Konflikt mit dem Nachbarland Pakistan die Not der afghanischen Bevölkerung zusätzlich.
Militärische Eskalation: Pakistan erklärt „offenen Krieg“
In den frühen Morgenstunden des 27. Februar 2026 führte die pakistanische Luftwaffe Luftangriffe auf mehrere Ziele in Afghanistan durch, darunter in der Hauptstadt Kabul sowie in den Provinzen Kandahar und Paktia. Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif erklärte auf der Plattform X (ehemals Twitter): „Unsere Geduld hat ihre Grenzen erreicht. Jetzt ist es ein offener Krieg zwischen euch und uns“. Diese Erklärung folgte auf eine Offensive der afghanischen Taliban, die nach eigenen Angaben pakistanische Militärstellungen entlang der Grenze angegriffen und dabei Dutzende Soldaten getötet hatten.
Die Angaben zu Opferzahlen beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Islamabad begründet sein Vorgehen als notwendige Reaktion auf unprovozierte Angriffe und die anhaltende Weigerung Kabuls, gegen Terrorgruppen vorzugehen. Dieser Schritt stellt eine massive Verschärfung dar, nachdem es bereits in den Vormonaten immer wieder zu tödlichen Grenzgefechten gekommen war. Die Entwicklung erinnert an die Gefahren, die von ungelösten Konflikten ausgehen können, ähnlich den schrecklichen Funden im Fall Jeffrey Epstein Fotos, die ebenfalls lange im Verborgenen lagen.
Die Durand-Linie: Eine Grenze, die Pakistan und Afghanistan trennt
Das Herzstück des Konflikts zwischen Pakistan und Afghanistan ist die Durand-Linie. Diese rund 2.640 Kilometer lange Grenze wurde 1893 in einem Abkommen zwischen dem britischen Diplomaten Sir Mortimer Durand und dem afghanischen Emir Abdur Rahman Khan festgelegt. Sie sollte die Einflusssphären zwischen Britisch-Indien und Afghanistan abstecken. Das Problem: Die Linie wurde mitten durch das Siedlungsgebiet der Paschtunen gezogen, die größte ethnische Gruppe Afghanistans, die auch in Pakistan stark vertreten ist.
Seit der Unabhängigkeit Pakistans 1947 hat keine afghanische Regierung diese Grenze offiziell anerkannt. Kabul betrachtet sie als ein koloniales Erbe, das dem Land aufgezwungen wurde. Pakistan hingegen besteht auf der Gültigkeit der Linie als internationale Grenze. Dieser ungelöste Disput führt seit Jahrzehnten zu Misstrauen und wiederkehrenden bewaffneten Auseinandersetzungen. Pakistans Versuch, die Grenze seit 2017 mit einem Zaun zu sichern, hat die Spannungen weiter erhöht.
Die Rolle der TTP im Konflikt Pakistan-Afghanistan
Ein zentraler Vorwurf Pakistans an die afghanischen Taliban ist die angebliche Unterstützung der Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP). Die TTP, auch als pakistanische Taliban bekannt, ist eine eigenständige Terrororganisation, die 2007 gegründet wurde und den Sturz der pakistanischen Regierung zum Ziel hat. Sie ist für zahlreiche tödliche Anschläge in Pakistan verantwortlich, bei denen Tausende Sicherheitskräfte und Zivilisten ums Leben kamen.
Islamabad behauptet, dass die TTP von afghanischem Boden aus operiert und dort sichere Rückzugsorte findet – ein Vorwurf, den die afghanischen Taliban wiederholt bestreiten. Seit der Machtübernahme der Taliban in Kabul 2021 hat die TTP ihre Angriffe in Pakistan intensiviert. Diese Sicherheitsbedrohung ist der Hauptgrund für Pakistans harte Haltung und die jüngsten Militärschläge. Der Umgang mit solchen Bedrohungen erfordert oft unkonventionelle Ansätze, wie sie beispielsweise im neuen Mortal Kombat 2 Film thematisiert werden, wo Helden gegen übermächtige Feinde antreten.
Humanitäre Krise: Afghanische Flüchtlinge im Fokus
Die politische und militärische Konfrontation hat direkte und verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung. Seit Oktober 2023 hat die pakistanische Regierung einen Plan zur Abschiebung von „illegalen Ausländern“ umgesetzt, der sich primär gegen Afghanen richtet. Schätzungsweise 1,7 Millionen Afghanen in Pakistan haben keine gültigen Papiere. Bis Januar 2025 wurden bereits über 800.000 Menschen nach Afghanistan zurückgeschickt, oft unter Zwang und aus Angst vor Verhaftung.
Diese Massenabschiebungen stürzen die Menschen in eine katastrophale Lage. Sie kehren in ein Land zurück, das wirtschaftlich am Boden liegt und in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen ist. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch kritisieren das Vorgehen Pakistans als Verstoß gegen das Völkerrecht. Die Situation wird dadurch verschärft, dass die Taliban-Regierung die Rechte von Frauen massiv einschränkt, was die Lebensbedingungen für zurückkehrende Familien zusätzlich erschwert.
Wirtschaftliche Auswirkungen der Grenzschließungen
Die Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan hat auch gravierende wirtschaftliche Folgen. Wichtige Grenzübergänge wie Torkham und Chaman sind seit den Auseinandersetzungen im Oktober 2025 für den Handel weitgehend geschlossen. Dies hat den bilateralen Handel lahmgelegt und zu einem drastischen Rückgang geführt.
Berichten zufolge ist der Handel zwischen den beiden Ländern im ersten Halbjahr des Fiskaljahres 2025-26 um 53 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Für die Menschen in den Grenzregionen, deren Einkommen direkt vom Handel abhängt, ist dies eine Katastrophe. Tausende Händler, Ladenbesitzer und Arbeiter haben ihre Lebensgrundlage verloren. Die Märkte in Grenzstädten wie Landi Kotal sind wie ausgestorben, was die wirtschaftliche Not in der ohnehin instabilen Region weiter vertieft.
| Aspekt | Details und Fakten | Quelle |
|---|---|---|
| Militärische Lage | Pakistan erklärt „offenen Krieg“; Luftangriffe auf Kabul, Kandahar, Paktia. | The Sunday Guardian |
| Grenzstreit | Durand-Linie (2.640 km), 1893 etabliert, von Afghanistan nicht anerkannt. | Wikipedia |
| Terrorismusvorwurf | Pakistan wirft Afghanistan vor, die TTP zu beherbergen. | Arab News |
| Flüchtlingssituation | Seit Okt. 2023 Abschiebung von >800.000 Afghanen aus Pakistan. | Human Rights Watch |
| Wirtschaft | Handel um 53 % eingebrochen nach Grenzschließungen im Okt. 2025. | The Nation (via Gandhara) |
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Konflikt Pakistan-Afghanistan
Warum gibt es Krieg zwischen Pakistan und Afghanistan?
Am 27. Februar 2026 erklärte Pakistan einen „offenen Krieg“ nach monatelangen Spannungen. Die Hauptgründe sind ein alter Grenzstreit um die Durand-Linie, Pakistans Vorwurf, Afghanistan unterstütze die Terrorgruppe TTP, und die Massenabschiebung afghanischer Flüchtlinge aus Pakistan, was zu militärischen Auseinandersetzungen führte.
Was ist die Durand-Linie?
Die Durand-Linie ist die 2.640 Kilometer lange, international anerkannte Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan. Sie wurde 1893 von den Briten festgelegt, wird aber von Afghanistan nicht offiziell anerkannt, da sie das Siedlungsgebiet der Paschtunen teilt.
Wer sind die TTP (pakistanische Taliban)?
Die Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) ist eine 2007 gegründete islamistische Terrororganisation, die unabhängig von den afghanischen Taliban agiert. Ihr Ziel ist der Sturz der pakistanischen Regierung. Pakistan wirft den afghanischen Taliban vor, der TTP Schutz zu gewähren.
Warum schiebt Pakistan Afghanen ab?
Pakistan hat ein Programm zur Abschiebung von Ausländern ohne gültige Papiere gestartet. Dies betrifft hauptsächlich rund 1,7 Millionen Afghanen. Offizielle Gründe sind Sicherheitsbedenken und die Belastung der eigenen Ressourcen. Kritiker sehen darin einen politischen Hebel im Konflikt mit der Taliban-Regierung.
Wie ist die humanitäre Lage in Afghanistan?
Die Lage ist katastrophal. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 24 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte der Bevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Wirtschaft ist zusammengebrochen, es herrscht Hunger und das Gesundheitssystem ist überlastet. Die Rückkehr von Hunderttausenden Flüchtlingen aus Pakistan verschärft die Krise.
Fazit: Ein gefährlicher Konflikt ohne einfache Lösung
Die Eskalation zwischen Pakistan und Afghanistan zu einem „offenen Krieg“ ist ein alarmierendes Signal für die Stabilität in Südasien. Der Konflikt wird von einem tiefen, historisch gewachsenen Misstrauen genährt, das durch den ungelösten Grenzstreit, die grenzüberschreitende Bedrohung durch die TTP und die humanitäre Tragödie der afghanischen Flüchtlinge immer wieder neue Nahrung erhält. Eine rein militärische Lösung scheint für keine der beiden Seiten erreichbar. Stattdessen droht eine weitere Destabilisierung der gesamten Region mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Diplomatie und internationale Vermittlung sind dringend erforderlich, um eine weitere Eskalation zu verhindern und den Weg für eine nachhaltige Lösung zu ebnen.