Der ehemalige Erste Bürgermeister Ole von Beust ist auch Jahre nach seinem Rücktritt eine prägende Figur der deutschen Politik. Am 13.02.2026 blicken viele weiterhin auf seine Amtszeit in Hamburg, sein bemerkenswertes politisches Wirken und seinen Weg nach dem Ausstieg aus der aktiven Politik zurück. Seine Karriere war von strategischen Entscheidungen, mutigen Koalitionen und einer liberalen Grundhaltung innerhalb der CDU geprägt, die bis heute nachwirkt.
Ole von Beust, geboren als Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust, war vom 31. Oktober 2001 bis zum 25. August 2010 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Nach seinem überraschenden Rücktritt zog er sich nicht vollständig zurück, sondern startete eine zweite Karriere als strategischer Berater und Lobbyist. Er gründete die «von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft» und ist als Senior Advisor für Roland Berger tätig, wo er seine politischen Erfahrungen in die Wirtschaft einbringt.
Das Wichtigste in Kürze
- Amtszeit: Ole von Beust war von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister von Hamburg.
- Partei: Er ist Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU) und gehörte dem liberalen Flügel an.
- Historische Koalition: Er führte die deutschlandweit erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene an (2008-2010).
- Rücktritt: Am 18. Juli 2010 kündigte er überraschend seinen Rücktritt zum 25. August 2010 an.
- Nach der Politik: Seit 2010 ist er als selbstständiger Berater und Lobbyist tätig, unter anderem für Roland Berger.
- Privatleben: Von Beust lebt offen homosexuell und heiratete 2013 seinen langjährigen Partner Lukas Förster.
- Aktuelle Debatten: Er äußert sich regelmäßig zu politischen Themen, wie zuletzt zur klaren Abgrenzung der CDU von der AfD.
Inhaltsverzeichnis
- Politische Karriere in Hamburg
- Die Ära als Erster Bürgermeister (2001-2010)
- Was waren die Gründe für Ole von Beusts Rücktritt?
- Ole von Beust heute: Berater, Lobbyist und Buchautor
- Privatleben und Outing
- Welche politischen Positionen vertritt Ole von Beust aktuell?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Politische Karriere in Hamburg
Ole von Beust trat bereits 1971 mit 16 Jahren in die CDU ein. Seine politische Laufbahn in der Hansestadt begann früh: Von 1978 bis 2004 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Dort machte er sich schnell einen Namen und wurde von 1993 bis 2001 Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Sein pragmatischer und liberaler Politikstil unterschied ihn von vielen Parteikollegen und machte ihn auch für Wähler außerhalb des konservativen Stammlagers attraktiv. Er galt als Modernisierer, der frühzeitig die Notwendigkeit für neue Bündnisse erkannte und Denkverbote innerhalb der CDU infrage stellte. So schloss er als einer der ersten führenden Christdemokraten ein Bündnis mit den Grünen nicht aus, was den Weg für spätere Koalitionen ebnete.
Die Ära als Erster Bürgermeister (2001-2010)
Im Jahr 2001 wurde Ole von Beust zum Ersten Bürgermeister von Hamburg gewählt. Seine Amtszeit war von mehreren Koalitionen geprägt. Zunächst regierte er in einem umstrittenen Bündnis mit der FDP und der rechtspopulistischen Partei Rechtsstaatlicher Offensive von Ronald Schill. Diese Koalition zerbrach 2003 an der sogenannten «Schill-Affäre», in der Schill versuchte, von Beust mit dessen Homosexualität zu erpressen. Von Beust entließ Schill und ging gestärkt aus der Krise hervor: Bei den Neuwahlen 2004 errang die CDU unter seiner Führung die absolute Mehrheit.
Ein Meilenstein seiner Regierung war die Bildung der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene im Jahr 2008. Dieses Bündnis galt als politisches Experiment und Vorbild für spätere Koalitionen auf Bundesebene. Es zeigte von Beusts Fähigkeit, über Parteigrenzen hinweg zu denken und pragmatische Lösungen für die Stadt zu finden. Themen wie der Klimaschutz und die Stadtentwicklung wurden in dieser Zeit vorangetrieben.
Wichtige Projekte und Entscheidungen
- Elbphilharmonie: Der Bau des Konzerthauses fiel in seine Amtszeit und wurde zu einem der prägendsten, aber auch umstrittensten Projekte.
- Verkauf von Landesvermögen: Privatisierungen, wie die des Landesbetriebs Krankenhäuser, waren wirtschaftspolitische Schwerpunkte.
- Bildungspolitik: Die von ihm vorangetriebene Schulreform scheiterte 2010 an einem Volksentscheid.
- Innere Sicherheit: Zu Beginn seiner Amtszeit setzte er auf eine Stärkung der Polizei und eine Law-and-Order-Politik.
Was waren die Gründe für Ole von Beusts Rücktritt?
Am 18. Juli 2010, dem Tag des Volksentscheids über die Schulreform, gab Ole von Beust überraschend seinen Rücktritt zum 25. August 2010 bekannt. Als Begründung nannte er, dass nach neun Jahren an der Spitze der Stadt und insgesamt 32 Jahren in der Politik die Zeit für einen Wechsel gekommen sei. Er erklärte: «Die biblische Erkenntnis, alles hat seine Zeit, gilt auch für Politiker». Obwohl der Rücktritt für die Öffentlichkeit unerwartet kam, wurde er als persönliche Entscheidung nach einer langen und intensiven politischen Karriere dargestellt, nicht als direkte Folge des gescheiterten Volksentscheids.
Ole von Beust heute: Berater, Lobbyist und Buchautor
Nach seinem Abschied aus dem Hamburger Rathaus hat Ole von Beust eine neue berufliche Richtung eingeschlagen. Er gründete die «von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft mbH», die strategische Politik- und Kommunikationsberatung für Unternehmen anbietet. Zudem ist er seit Oktober 2010 als Senior Advisor für die international tätige Unternehmensberatung Roland Berger tätig. In dieser Rolle als Lobbyist und Berater nutzt er sein umfangreiches politisches Netzwerk und seine Erfahrung, um die Interessen seiner Klienten zu vertreten. Ein Comeback in die aktive Politik schließt er aus. Neben seiner Beratertätigkeit hat von Beust auch Bücher veröffentlicht, darunter «Mutproben. Ein Plädoyer für Ehrlichkeit und Mut» (2012) und analysiert in einem neuen Buch, das im Februar 2026 erscheint, politische Floskeln.
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Privatleben und Outing
Das Privatleben von Ole von Beust rückte 2003 durch die Erpressungsversuche seines damaligen Innensenators Ronald Schill in den Fokus der Öffentlichkeit. Obwohl er seine Homosexualität im privaten Kreis nie verheimlichte, mied er lange ein öffentliches Bekenntnis. Später erklärte er, er habe nicht «der schwule Politiker» sein wollen, sondern als Politiker mit seinen Ideen wahrgenommen werden. Im Nachhinein bedauerte er, nicht schon früher den Mut für ein öffentliches Coming-out gehabt zu haben. Im Juni 2013 heiratete er seinen 36 Jahre jüngeren Partner Lukas Förster, den er während dessen Praktikumszeit im Rathaus kennengelernt hatte. Das Paar lebt heute teilweise in Berlin.
Welche politischen Positionen vertritt Ole von Beust aktuell?
Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt meldet sich Ole von Beust regelmäßig zu Wort. Besonders die Entwicklung seiner eigenen Partei, der CDU, und der Umgang mit dem Rechtspopulismus beschäftigen ihn. Angesichts der Landtagswahlen in Ostdeutschland warnt er seine Partei eindringlich vor jeder Form der Zusammenarbeit mit der AfD. Er ist überzeugt, dass eine Koalition mit der AfD die CDU zerreißen und zu massenhaften Austritten führen würde. «Mit der AfD darf es keine Koalitionen geben, keine Abkommen, nicht mal Absprachen», so seine klare Haltung im Februar 2026. Stattdessen plädiert er dafür, dass alle demokratischen Parteien bis an die Grenze des Zumutbaren gehen müssen, um die AfD zu verhindern.
Seine politische Analyse betrifft auch die Kommunikation. In einem aktuellen Interview kritisiert er die Sprache vieler heutiger Politiker als rau und radikal und analysiert das Auftreten von Persönlichkeiten wie Robert Habeck oder Friedrich Merz. Politische Entscheidungen, wie die Diskussion um das Renteneintrittsalter, verfolgt er weiterhin mit großem Interesse.
Video-Empfehlung: Ole von Beust im Interview
Für einen tieferen Einblick in seine Denkweise und seine Zeit nach der Politik empfiehlt sich das «Im Dialog»-Interview mit Alfred Schier. Hier spricht Ole von Beust offen über seine Erfahrungen und seine heutige Sicht auf die Politik.
Karrierestationen im Überblick
| Zeitraum | Position/Ereignis |
|---|---|
| 1971 | Eintritt in die CDU |
| 1978 – 2004 | Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft |
| 1993 – 2001 | Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion |
| 2001 – 2010 | Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg |
| 2004 | Absolute Mehrheit für die CDU bei der Bürgerschaftswahl |
| 2008 – 2010 | Führung der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene |
| 2010 | Rücktritt vom Amt des Ersten Bürgermeisters |
| Seit 2010 | Geschäftsführender Gesellschafter von Beust & Coll. / Senior Advisor bei Roland Berger |
| 2013 | Heirat mit seinem Partner Lukas Förster |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was macht Ole von Beust heute beruflich?
Ole von Beust ist heute als selbstständiger Unternehmensberater und Lobbyist tätig. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft und Senior Advisor bei Roland Berger, wo er seine politische Expertise für Klienten aus der Wirtschaft einsetzt.
Warum ist Ole von Beust zurückgetreten?
Ole von Beust begründete seinen Rücktritt 2010 nach neun Jahren als Bürgermeister damit, dass es Zeit für einen Wechsel sei. Er sprach von einer persönlichen Entscheidung nach über 30 Jahren in der Politik und dem Gefühl, dass «alles seine Zeit» habe.
Wer ist der Partner von Ole von Beust?
Der Partner von Ole von Beust ist Lukas Förster. Das Paar heiratete im Jahr 2013. Sie lernten sich kennen, als Förster ein Schülerpraktikum im Hamburger Rathaus absolvierte.
Welche Koalition war unter Ole von Beust besonders?
Besonders war die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene in Deutschland, die Ole von Beust von 2008 bis zu seinem Rücktritt 2010 anführte. Dieses Bündnis galt als wegweisend für die deutsche Parteienlandschaft.
Wie steht Ole von Beust heute zur CDU?
Ole von Beust ist weiterhin Mitglied der CDU und ein kritischer Beobachter. Er äußert sich regelmäßig, insbesondere mahnend gegen jede Annäherung an die AfD. Er sieht sich dem liberalen Flügel der Partei zugehörig.
Fazit
Ole von Beust bleibt auch über ein Jahrzehnt nach seinem Abschied von der politischen Bühne eine relevante Stimme. Seine Amtszeit als Erster Bürgermeister hat Hamburg nachhaltig geprägt – durch mutige Koalitionen wie das erste schwarz-grüne Bündnis, aber auch durch umstrittene Großprojekte. Sein Übergang in die Rolle des strategischen Beraters zeigt, wie politisches Kapital in der Wirtschaft genutzt werden kann. Heute, im Jahr 2026, ist er vor allem als Mahner gegen den Rechtspopulismus und als Verfechter einer klaren demokratischen Abgrenzung präsent. Seine Karriere ist ein Beispiel für politische Wandlungsfähigkeit und den Mut, neue Wege zu gehen – sowohl im Amt als auch im Leben danach. Für weiterführende Informationen zu seiner Person und politischen Laufbahn empfiehlt sich die Biografie der Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine offizielle Regierungsseite bietet zudem historische Einblicke in die Amtszeiten der Bürgermeister.
Informationen zum Autor
Über den Autor: Klaus Richter ist ein erfahrener Politik-Redakteur mit über 15 Jahren Erfahrung in der Analyse der deutschen Parteienlandschaft. Er hat für führende nationale Zeitungen gearbeitet und ist spezialisiert auf Biografien einflussreicher politischer Persönlichkeiten. Seine Arbeit zeichnet sich durch tiefgehende Recherche und eine ausgewogene Darstellung aus.
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Twitter/X: Ole von Beust: Was wurde aus Hamburgs Ex-Bürgermeister? Von der ersten schwarz-grünen Koalition bis zu seinem Leben als Berater 2026. Alle Fakten zu Karriere, Rücktritt und seinen aktuellen Warnungen an die CDU. #OlevonBeust #CDU #Hamburg #Politik
LinkedIn: Ole von Beusts Karriere nach der Politik ist ein Lehrstück in strategischer Neuausrichtung. Als ehemaliger Erster Bürgermeister von Hamburg nutzt er sein politisches Kapital heute als erfolgreicher Berater und Lobbyist. Wir beleuchten seinen Weg von der Regierungsspitze in die Wirtschaft, seine wichtigsten Entscheidungen und seine aktuellen politischen Einschätzungen zur Lage der CDU und dem Umgang mit der AfD. #OlevonBeust #Leadership #Politikberatung #CDU #Hamburg
Facebook: Viele erinnern sich an Ole von Beust als prägenden Bürgermeister von Hamburg. Doch was macht er heute? Wir haben seine Karriere nachgezeichnet: von der historischen schwarz-grünen Koalition über seinen überraschenden Rücktritt bis zu seinem heutigen Leben als Berater und Mahner gegen Rechtspopulismus. Lest jetzt die ganze Geschichte! #OlevonBeust #Hamburg #CDU #PolitikDeutschland