Der ehemalige Erste Bürgermeister Ole von Beust ist auch am 13.02.2026 eine prägende Figur der deutschen Politik, dessen Wirken in Hamburg und auf Bundesebene nachhallt. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik hat er sich als Berater und politischer Kommentator neu positioniert. Seine liberalen Ansichten innerhalb der CDU und seine historische Rolle bei der Bildung der ersten schwarz-grünen Landesregierung machen ihn bis heute zu einer wichtigen Stimme in politischen Debatten, insbesondere zur Zukunft der Union.
Ole von Beust, geboren als Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust, war von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister von Hamburg und führte die CDU zu beachtlichen Wahlerfolgen, einschließlich einer absoluten Mehrheit 2004. Nach seinem Rücktritt gründete er eine Beratungsfirma und ist als strategischer Berater für Unternehmen und Verbände tätig. Privat lebt er mit seinem Ehemann in Hamburg und Berlin und äußert sich regelmäßig zu aktuellen politischen Themen.
Das Wichtigste in Kürze
- Politische Karriere: Ole von Beust (CDU) war von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.
- Historische Koalition: Er schmiedete 2008 die erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene in Deutschland.
- Wahlerfolge: 2004 führte er die Hamburger CDU zu einer absoluten Mehrheit, ein historischer Erfolg für die Partei.
- Rücktritt: Im August 2010 trat er von seinem Amt zurück und zog sich aus der aktiven Politik zurück.
- Leben nach der Politik: Heute ist Ole von Beust als selbstständiger Berater, unter anderem für Roland Berger, und als politischer Kommentator tätig.
- Aktuelle Positionen: Er warnt die CDU eindringlich vor einer Zusammenarbeit mit der AfD und hat kürzlich ein Buch über politische Sprache veröffentlicht.
- Privatleben: Seit 2013 ist er mit seinem langjährigen Partner Lukas Förster verheiratet.
Wer ist Ole von Beust? Herkunft und Ausbildung
Geboren am 13. April 1955 in Hamburg als Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust, entstammt Ole von Beust einem alten Adelsgeschlecht. Den Vornamen «Ole», ursprünglich ein Spitzname seiner Großmutter, ließ er mit Erreichen der Volljährigkeit offiziell eintragen. Sein politisches Engagement wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater, Achim-Helge Freiherr von Beust, war Mitbegründer der Hamburger CDU.
Nach dem Abitur am Walddörfer-Gymnasium 1973 studierte von Beust Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Er schloss sein Studium 1983 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab und ist seitdem als selbstständiger Rechtsanwalt zugelassen. Schon während des Studiums war er politisch aktiv, unter anderem als Landesvorsitzender der Jungen Union in Hamburg von 1977 bis 1983.
Die politische Karriere von Ole von Beust
Die politische Laufbahn von Ole von Beust begann früh. Bereits mit 16 Jahren trat er 1971 in die CDU ein. Von 1978 bis 2004 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Innerhalb der Partei stieg er stetig auf und wurde von 1993 bis 2001 Fraktionsvorsitzender der CDU in der Bürgerschaft. Sein liberaler Kurs und sein pragmatischer Politikstil machten ihn zu einem Hoffnungsträger und einem neuen Gesicht der Hamburger CDU. Er schloss als einer der ersten Christdemokraten ein Bündnis mit den Grünen nicht aus und positionierte sich damit für zukünftige Regierungsverantwortung. Diese Offenheit sollte später in der ersten schwarz-grünen Landesregierung münden, ein Meilenstein, der auch in Artikeln wie über die neue DB-Chefin Evelyn Palla als Beispiel für zukunftsorientierte Politik dienen könnte.
Spitzenkandidat und Regierungsbildung
Bei der Bürgerschaftswahl 2001 trat Ole von Beust als Spitzenkandidat an. Obwohl die CDU mit 26,2 % hinter der SPD lag, gelang es ihm, eine Koalition mit der FDP und der Partei Rechtsstaatlicher Offensive (PRO) von Ronald Schill zu bilden. Am 31. Oktober 2001 wurde er zum Ersten Bürgermeister gewählt und beendete damit eine 44-jährige SPD-Dominanz in Hamburg. Diese Zeit war jedoch von der sogenannten «Schill-Affäre» geprägt, die 2003 zur Entlassung Schills und zu Neuwahlen führte.
Bürgermeister in Hamburg: Ämter und Erfolge
Die Neuwahlen 2004 wurden zu einem Triumph für Ole von Beust und die CDU. Mit 47,2 % der Stimmen errang die Partei die absolute Mehrheit in der Bürgerschaft – ein historischer Rekord. In seiner zweiten Amtszeit setzte er wichtige Projekte wie die Elbphilharmonie und die HafenCity auf den Weg. Seine Politik war geprägt von einem liberal-konservativen Kurs, der auf Wirtschaftswachstum und Stadtentwicklung setzte.
2008 schrieb er erneut politische Geschichte, als er die bundesweit erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene schmiedete. Dieses Bündnis galt als wegweisend für die deutsche Parteienlandschaft. Am 25. August 2010 trat von Beust überraschend als Bürgermeister zurück und zog sich aus der aktiven Politik zurück.
Video-Empfehlung: Ole von Beust im Gespräch
Für einen tieferen Einblick in seine politischen Ansichten und seine Persönlichkeit empfiehlt sich das YouTube-Video «Ole von Beust – Im Dialog vom 18.05.2012», in dem er über seine Karriere und sein Buch spricht.
Was macht Ole von Beust heute?
Nach seinem Abschied aus dem Rathaus hat sich Ole von Beust beruflich neu orientiert. Er gründete die «von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft» und ist als Senior Advisor für die Unternehmensberatung Roland Berger tätig. Sein Fokus liegt auf Strategie- und Kommunikationsberatung für Unternehmen und Verbände. Er ist ein gefragter Redner zu Themen wie Führung, Kommunikation und langfristiger politischer Planung.
Auch politisch meldet er sich weiterhin zu Wort. Insbesondere die Abgrenzung der CDU zur AfD ist ihm ein wichtiges Anliegen. Anfang Februar 2026 warnte er seine Partei eindringlich vor Koalitionen mit der AfD, die seiner Meinung nach zu einer Spaltung der CDU führen würden. Ein solches Szenario hätte weitreichende Folgen, ähnlich den Diskussionen um das Renteneintrittsalter, die ebenfalls das Potenzial haben, die Gesellschaft tief zu spalten. Aktuell hat er ein Buch mit dem Titel «Am Ende des Tages» veröffentlicht, in dem er sich kritisch mit der Sprache von Politikern auseinandersetzt. Die Veröffentlichung wurde von Medien wie dem Spiegel begleitet.
Wichtige Stationen nach der Politik
| Jahr | Ereignis | Beschreibung |
|---|---|---|
| 2010 | Rücktritt & Gründung Beratungsfirma | Gründung der von Beust & Coll. Beratungsgesellschaft; Tätigkeit als Senior Advisor für Roland Berger. |
| 2013 | Heirat | Ole von Beust heiratet seinen langjährigen Partner Lukas Förster. |
| 2018-2020 | Beratertätigkeit für Wirecard | Seine Firma beriet die Wirecard AG bei politischen Kontakten. |
| 2026 | Buchveröffentlichung & Politische Warnung | Veröffentlichung des Buches «Am Ende des Tages» und öffentliche Warnung an die CDU vor einer Kooperation mit der AfD. |
Ole von Beust privat: Ehemann und Leben abseits der Öffentlichkeit
Sein Privatleben schirmt Ole von Beust weitgehend von der Öffentlichkeit ab. Während seiner Amtszeit wurde seine Homosexualität durch die Drohungen von Ronald Schill und ein späteres Outing durch seinen Vater öffentlich thematisiert. 2013 heiratete er seinen 36 Jahre jüngeren Partner Lukas Förster, den er während eines Praktikums im Rathaus kennengelernt hatte. Heute lebt das Paar in Hamburg und Berlin. In Interviews betont von Beust, wie wichtig ihm sein Privatleben ist und dass er die relative Anonymität nach der politischen Karriere genießt. Mehr Informationen zu seinem Werdegang finden sich auch in seiner Biographie im Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wie alt ist Ole von Beust?
- Ole von Beust wurde am 13. April 1955 geboren und ist aktuell 70 Jahre alt.
- Wer ist der Ehemann von Ole von Beust?
- Ole von Beust ist seit 2013 mit seinem langjährigen Partner Lukas Förster verheiratet.
- Warum ist Ole von Beust zurückgetreten?
- Ole von Beust nannte 2010 persönliche Gründe und Amtsmüdigkeit als Motive für seinen Rücktritt als Erster Bürgermeister von Hamburg.
- Was macht Ole von Beust beruflich heute?
- Er ist als selbstständiger Unternehmensberater und Senior Advisor für Roland Berger tätig. Zudem ist er als Autor und politischer Kommentator aktiv.
- Welche Position vertritt Ole von Beust zur AfD?
- Er lehnt jede Form der Zusammenarbeit seiner Partei, der CDU, mit der AfD strikt ab und warnt vor einer Spaltung der Union, sollte es zu einer Koalition kommen.
Fazit
Ole von Beust bleibt auch über 15 Jahre nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik eine relevante und einflussreiche Persönlichkeit. Als ehemaliger Bürgermeister hat er Hamburg modernisiert und mit der ersten schwarz-grünen Koalition politische Geschichte geschrieben. Heute prägt er als strategischer Berater und kritischer Beobachter die politische Debatte in Deutschland. Seine klaren Positionen, insbesondere zur Abgrenzung von Rechtspopulismus, und seine Analysen zur politischen Kultur machen ihn zu einer wichtigen liberal-konservativen Stimme, deren Rat in der CDU und darüber hinaus Gehör findet.
Über den Autor:
Christoph Weber ist ein erfahrener Politik-Redakteur bei Welt der Legenden mit über 15 Jahren Erfahrung in der Analyse der deutschen Parteienlandschaft. Er hat die Karriere von Ole von Beust seit seinen Anfängen in Hamburg journalistisch begleitet und zahlreiche Interviews mit führenden CDU-Politikern geführt. Seine Expertise liegt in der Bewertung landes- und bundespolitischer Entwicklungen.