Manchmal fallen die hellsten Momente im Leben mit den dunkelsten zusammen. Nicole Kidman hat nun offen darüber gesprochen, wie eng Triumph und Trauer für sie in einer Nacht in Venedig beieinanderlagen – und wie ein Augenblick des Erfolgs zu einem der schwersten ihres Lebens wurde.
Nicole Kidman, 58, spricht in einem sehr persönlichen Moment über einen der schlimmsten Tage ihres Lebens – jenen, an dem sich beruflicher Erfolg und private Tragödie auf schmerzhafte Weise überschnitten. Die Schauspielerin erinnert sich daran, wie sie während der Filmfestspiele von Venedig im September 2024 kurz vor einem bedeutenden Karrierehöhepunkt stand und gleichzeitig die Nachricht vom Tod ihrer Mutter Janelle Ann Kidman (†89) erhielt.
Nicole Kidman: «Ich wollte gerade auf die Bühne gehen» – dann kam die schlimmste Nachricht
«Ich habe den Preis als beste Schauspielerin bei den Filmfestspielen von Venedig gewonnen. Das scheint ein wiederkehrendes Thema in meinem Leben zu sein», erinnert sie sich im Gespräch mit «The Hollywood Reporter».
Was eigentlich ein Moment des Glanzes hätte werden sollen, wurde für Kidman plötzlich zu einer emotionalen Zäsur. In dem Augenblick, in dem sie auf die Bühne hätte treten sollen, erreichte sie die Nachricht vom Tod ihrer Mutter. Statt Jubel und Applaus erlebte sie einen abrupten Zusammenbruch. «Ich wollte gerade auf die Bühne gehen, als ich erfuhr, dass meine Mutter gestorben war. Ich bin sofort zurück in mein Zimmer in Venedig gefahren, habe mich ins Bett gelegt und war völlig am Boden zerstört.»
Jene Augenblicke beschreibt sie bis heute als tief erschütternd. «Sie war so ein wichtiger Teil meines Lebens. Die Vorstellung, in diesem Moment dort gewesen zu sein, war erschütternd.»
Auch die unmittelbaren Stunden danach seien von Orientierungslosigkeit bestimmt gewesen – von dem Versuch, dem Ort so schnell wie möglich zu entkommen, und dem gleichzeitigen Unvermögen, diesen Schritt tatsächlich zu gehen. «Ich erinnere mich daran, wie ich in ein Boot auf dem Kanal stieg und buchstäblich nachts versuchte, den Weg zum Flughafen zu finden, und dann umdrehte und dachte: ‚Das schaffe ich nicht einmal'», schildert sie. Letztlich blieb sie allein zurück: «Und dann ging ich zurück ins Bett, und ich war allein. Mein Mann war nicht da. Meine Kinder waren nicht da. Ich war hingegangen, um einen Preis entgegenzunehmen. Was etwas Schönes hätte sein sollen, endete so. Aber so ist das Leben eben.»
Heute kann sie «so ziemlich alles überstehen»
Aus dieser Erfahrung zieht Kidman bis heute Kraft. Diese furchtbare, von Trauer und Verzweiflung geprägte Nacht allein durchgestanden zu haben, habe ihr gezeigt, wie viel innere Stärke in ihr steckt. «Dann weiß ich, dass ich widerstandsfähig bin» und «so ziemlich alles überstehen kann», sagt sie rückblickend.
Der Verlust hat Kidman tief geprägt. Immer wieder spricht sie über die besondere Bindung zwischen ihnen und darüber, wie sehr ihre Mutter sie und ihre Schwester in ihren Lebenswegen bestärkt habe. «Sie hat ihren eigenen Weg beschritten und wollte, dass ihre Töchter die gleiche Möglichkeit haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Meine Mutter hat nicht unbedingt die Karriere gemacht, die sie sich gewünscht hätte, aber sie war fest entschlossen, dass ihre Töchter die gleichen Chancen haben würden», verdeutlicht sie gegenüber dem «Sydney Morning Herald».
Auch in ihrem eigenen Familienleben trägt Kidman diese Haltung weiter. Heute unterstützt sie ihre Tochter Sunday Rose Kidman-Urban, 17, bei deren ersten Schritten in der Modewelt – ein liebevolles Echo jener Fürsorge und Ermutigung, die sie selbst einst durch ihre eigene Mutter erfahren hat.
Verwendete Quellen: hollywoodreporter.com, smh.com.au
Quelle: Gala