„Geht doch schön zusammen spielen!“ – Dieser Satz von Eltern kann bei Kindern, die sich noch fremd sind, oft für Verlegenheit sorgen. Aber wie können Kinder leichter miteinander spielen und Freundschaften knüpfen? Eine Studie der University of Cambridge liefert einen überraschend einfachen Tipp: Gebt den Kindern eine gemeinsame Aufgabe. Miteinander Spielen Kinder leichter, wenn sie ein konkretes Ziel vor Augen haben, das sie gemeinsam erreichen wollen.

Miteinander Spielen Kinder leichter – warum gemeinsame Aufgaben helfen
Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal «Infant and Child Development», untersuchte das Verhalten von 148 Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren. Die Kinder wurden in Paare aufgeteilt, wobei einige Paare aus Freunden und andere aus Nicht-Freunden bestanden. Jedes Duo nahm an zwei Aktivitäten teil: freies Spiel und eine zielgerichtete Zeichenaufgabe. Die Forscher um Emily Goodacre von der University of Cambridge beobachteten, wie gut die Kinder miteinander interagierten und wie stark ihre Verbundenheit war, indem sie erfassten, wie viel sie über dasselbe Thema sprachen. Wie Stern berichtet, zeigte sich, dass nicht befreundete Kinder in der zielgerichteten Situation eine um etwa 25 Prozent höhere Verbundenheit zeigten als im freien Spiel.
Das Ergebnis der Studie zeigt, dass ein gemeinsames Ziel die Kommunikation und Kooperation zwischen Kindern fördert. Im unstrukturierten Freispiel fällt es Kindern, die sich nicht kennen, oft schwer, einen Konsens zu finden. Jeder verfolgt seine eigenen Spielideen, und es kommt weniger zu echter Interaktion. Eine gemeinsame Aufgabe hingegen ermutigt die Kinder, einander zuzuhören, sich abzustimmen und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
Familien-Tipp
- Gebt Kindern, die sich fremd sind, eine gemeinsame Aufgabe, z.B. eine Sandburg bauen oder ein Bild malen.
- Achtet darauf, dass die Aufgabe altersgerecht und nicht zu kompliziert ist.
- Ermutigt die Kinder, miteinander zu sprechen und sich gegenseitig zu helfen.
- Lobt die Kinder für ihre Zusammenarbeit und ihr Ergebnis.
Was ist der Unterschied zwischen freiem Spiel und zielgerichteten Aufgaben?
Freies Spiel ist wichtig für die Entwicklung von Kindern. Es fördert die Kreativität, die Fantasie und die Selbstständigkeit. Allerdings kann es für Kinder, die sich nicht kennen, schwierig sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden und miteinander zu interagieren. Hier können zielgerichtete Aufgaben helfen. Sie geben den Kindern einen Rahmen und ein gemeinsames Ziel, auf das sie sich konzentrieren können. Dies erleichtert die Kommunikation und Zusammenarbeit.
Ein Beispiel: Statt zu sagen «Geht auf den Spielplatz und spielt schön zusammen», könnte man vorschlagen: «Baut eine Sandburg mit einem Burggraben und Türmen». Diese Aufgabe gibt den Kindern ein konkretes Ziel und regt sie an, miteinander zu sprechen, Ideen auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen. Das gemeinsame Erfolgserlebnis stärkt die Verbundenheit und fördert das Entstehen von Freundschaften. (Lesen Sie auch: Finde den Fehler: Kannst Du das Defekte…)
Achtet darauf, dass die Aufgabe den Interessen der Kinder entspricht. Wenn die Kinder beispielsweise gerne malen, bietet sich eine gemeinsame Malaufgabe an. Wenn sie sich für Tiere interessieren, könnte man gemeinsam ein Tierhaus bauen.
Wie können Eltern und Erzieher die Erkenntnisse der Studie nutzen?
Eltern und Erzieher können die Erkenntnisse der Studie nutzen, um Kindern den Einstieg ins gemeinsame Spiel zu erleichtern. Anstatt Kinder einfach nur aufzufordern, miteinander zu spielen, sollten sie ihnen eine konkrete Aufgabe geben. Diese Aufgabe sollte altersgerecht sein und den Interessen der Kinder entsprechen. Wichtig ist auch, dass die Aufgabe nicht zu kompliziert ist, damit die Kinder nicht frustriert sind.
Ein weiteres Beispiel aus dem Familienalltag: Die Kinder sollen das Wohnzimmer aufräumen. Statt zu sagen «Räumt das Wohnzimmer auf», könnte man die Aufgabe in kleinere, konkrete Schritte unterteilen: «Einer von euch sammelt das Spielzeug ein, der andere sortiert die Bücher ins Regal». Durch die klare Aufgabenverteilung und das gemeinsame Ziel wird das Aufräumen zu einem kooperativen Projekt, bei dem die Kinder lernen, miteinander zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.
Die Studie zeigt, dass verbundene Kommunikation wichtig für das Sozialleben von Kindern ist. Während viele Kinder nebeneinander sitzen und mit dem gleichen Spielzeug, aber im Grunde alleine spielen, beschreibt Verbundenheit Momente, in denen sie ihr Spiel aktiv koordinieren. Es geht darum, mit anderen zu verhandeln und auf die Gefühle und Bedürfnisse anderer einzugehen. Die University of Cambridge betont, dass enge Freunde sich möglicherweise stärker auf nonverbale Signale oder ein gemeinsames Verständnis davon verlassen, wie man zusammen spielt, was bedeutet, dass die zielgerichtete Aufgabe ihre Kommunikationsmuster nicht wesentlich verändert hat.
Welche Arten von Aufgaben eignen sich besonders gut für Kinder?
Es gibt viele verschiedene Arten von Aufgaben, die sich gut eignen, um die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Kindern zu fördern. Hier sind einige Beispiele: (Lesen Sie auch: Schusswechsel Kuba: Terroranschlag vor der Küste)
- Gemeinsames Malen oder Basteln: Die Kinder können gemeinsam ein Bild malen, ein Mobile basteln oder ein Haus aus Knete bauen.
- Gemeinsames Bauen: Die Kinder können mit Bauklötzen, Legosteinen oder anderen Materialien ein Haus, eine Burg oder ein anderes Bauwerk errichten.
- Gemeinsames Spielen von Brettspielen oder Kartenspielen: Brettspiele und Kartenspiele fördern die Kommunikation, die Kooperation und das strategische Denken.
- Gemeinsames Lösen von Rätseln oder Aufgaben: Die Kinder können gemeinsam ein Puzzle zusammensetzen, ein Labyrinth lösen oder eine Schatzsuche veranstalten.
- Gemeinsames Erfinden einer Geschichte: Die Kinder können gemeinsam eine Geschichte erfinden, wobei jeder einen Teil der Geschichte beiträgt.
Bei der Auswahl der Aufgabe sollte man darauf achten, dass sie den Fähigkeiten und Interessen der Kinder entspricht. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Aufgabe nicht zu schwierig ist, damit die Kinder nicht frustriert sind.
Geeignet für Kinder ab 4 Jahren
Altersgruppe: 4-8 Jahre
Zeitaufwand: 30-60 Minuten
Kosten: Gering (je nach Materialbedarf)
Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittel
Eltern oder Lehrer, die möchten, dass bisher nicht befreundete Kinder kooperativ und positiv miteinander umgehen, sollten ihnen ein gemeinsames Ziel geben, schließen die Forschenden. Im freien Spiel… fehlt dieser Anreiz oft.

Häufig gestellte Fragen
Warum fällt es Kindern manchmal schwer, miteinander zu spielen?
Gerade wenn Kinder sich noch nicht gut kennen, kann es schwierig sein, einen gemeinsamen Nenner zu finden und sich auf ein gemeinsames Spiel zu einigen. Unterschiedliche Interessen und Spielvorstellungen können zu Konflikten führen.
Wie können Eltern helfen, wenn Kinder sich beim Spielen streiten?
Eltern sollten zunächst versuchen, die Kinder selbst eine Lösung finden zu lassen. Wenn das nicht gelingt, können sie als Vermittler eingreifen und den Kindern helfen, ihre Gefühle auszudrücken und Kompromisse zu finden.
Welche Rolle spielen Spielzeuge beim gemeinsamen Spielen?
Spielzeuge können das gemeinsame Spielen anregen, sollten aber nicht im Mittelpunkt stehen. Wichtiger ist, dass die Kinder miteinander interagieren, kommunizieren und gemeinsam kreativ sind. Weniger ist oft mehr – einfache Materialien regen die Fantasie an.
Ist es schlimm, wenn Kinder lieber alleine spielen?
Nein, es ist völlig normal, dass Kinder auch mal alleine spielen möchten. Alleinsein ist wichtig für die Entwicklung der Selbstständigkeit und Kreativität. Eltern sollten die Bedürfnisse ihrer Kinder respektieren und sie nicht zum gemeinsamen Spielen zwingen.
Wie fördert man die soziale Kompetenz von Kindern am besten?
Neben dem gemeinsamen Spielen sind auch andere Aktivitäten wichtig, wie zum Beispiel der Besuch von Vereinen oder Gruppen, in denen Kinder mit Gleichaltrigen in Kontakt kommen. Auch das Vorbild der Eltern spielt eine wichtige Rolle. (Lesen Sie auch: Fsme Risiko steigt: Forscher Warnen vor Zeckenplage!)
Die Studie der University of Cambridge liefert einen wertvollen Hinweis darauf, wie Eltern und Erzieher Kindern helfen können, leichter miteinander zu spielen und Freundschaften zu knüpfen. Indem man ihnen eine gemeinsame Aufgabe gibt, fördert man die Kommunikation, die Kooperation und das Gefühl der Verbundenheit. So wird aus anfänglicher Verlegenheit ein freudvolles Miteinander.




