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Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am 20. Februar 2026 erstmals seit sechs Jahren wieder an einem CDU-Parteitag teilnehmen. Die 71-Jährige folgt der Einladung zum 38. Bundesparteitag in Stuttgart, der zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg stattfindet. Ihr angespanntes Verhältnis zu Bundeskanzler Friedrich Merz macht die Teilnahme zu einem politischen Signal im Superwahljahr.
Das Wichtigste in Kürze
- Merkel nimmt am 20. Februar 2026 als Ehrengast am ersten Tag des CDU-Parteitags in Stuttgart teil, bis einschließlich der Wahl des Parteivorsitzenden
- Die Ex-Bundeskanzlerin erscheint erstmals seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt wieder bei einem CDU-Parteitag
- Ihr Verhältnis zu Friedrich Merz gilt als zerrüttet, beide haben sich in der Vergangenheit öffentlich kritisiert
- Die Teilnahme könnte als Signal verstanden werden, den Aufstieg der AfD gemeinsam aufzuhalten
- Armin Laschet nimmt als Delegierter teil, Annegret Kramp-Karrenbauer als ehemalige Parteichefin und neue Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung
Merkels lange Abstinenz endet in Stuttgart
Die Ankündigung kam überraschend: «Bundeskanzlerin a. D. Dr. Merkel wird der Einladung folgen und am ersten Tag des Parteitags bis einschließlich der Wahl des Parteivorsitzenden als Ehrengast teilnehmen», teilte ihr Büro der Deutschen Presse-Agentur mit. Eine CDU-Sprecherin bestätigte die Teilnahme ebenfalls.
Als aktive Politikerin hatte die 71-Jährige zuletzt 2019 in Leipzig physisch an einem CDU-Bundesparteitag teilgenommen. Der letzte Parteitag in ihrer Amtszeit als Kanzlerin fand im Januar 2021 wegen Corona digital statt, bevor sie im Dezember desselben Jahres von Olaf Scholz abgelöst wurde. Die Einladungen zu den Bundesparteitagen 2022 und 2024 hatte sie nicht angenommen.
Dass Merkel nun erstmals seit ihrer Kanzlerschaft wieder bei einem Parteitag erscheint, hat in der CDU-Führung viele überrascht. Eigentlich ist es üblich, dass alle ehemaligen Parteichefs als Ehrengäste eingeladen werden, doch Merkel blieb demonstrativ fern – bis jetzt.
Zerrüttetes Verhältnis zu Friedrich Merz
Das Comeback von Angela Merkel ist besonders brisant, weil sie seit der Wahl von Friedrich Merz zum CDU-Vorsitzenden im Januar 2022 ein distanziertes Verhältnis zur Parteiführung hat. Die Union hat sich unter Merz weit von der Ära Merkel abgewandt, in der Fraktion sind heute nur noch wenige Fans der Ex-Kanzlerin.
Merkel hat Merz als Oppositionsführer und dann als Kanzler wiederholt öffentlich kritisiert. Dass seine CDU/CSU-Fraktion noch im Wahlkampf einen Migrationsbeschluss im Bundestag mit den Stimmen der AfD durchgesetzt hat, bezeichnete sie als falsch. Auch die Zurückweisung von Migranten an den deutschen Grenzen sieht sie kritisch.
Besonders symbolträchtig war ihr Verhalten bei Merz‘ Kanzlerwahl: Bei der Wahl zum Kanzler am 6. Mai vergangenen Jahres war sie zwar im Bundestag, ging aber nach dem Scheitern des ersten Wahlgangs. Ihre Teilnahme an der Feier des 70. Geburtstags des Kanzlers sagte sie im November wegen einer Israel-Reise ab.
Auch versöhnliche Töne zwischen Merkel und Merz
Doch es gibt auch versöhnliche Signale. Seine Außenpolitik hat sie ausdrücklich gelobt. «Also als Staatsbürgerin finde ich es erstmal gut, was Friedrich Merz da gemacht hat», sagte sie im September in der «Spiegel»-Talkshow «Spitzengespräch».
Mit ihrem Kommen erfüllt die Ex-Kanzlerin jedenfalls einen Wunsch, den Merz 2024 in einer Ansprache zu ihrem 70. Geburtstag an sie gerichtet hatte: «Dass Du der CDU gewogen bleibst.»
CDU Parteitag 2026: Zeitpunkt und politischer Kontext
Der 38. Parteitag der CDU Deutschlands findet am 20. und 21. Februar 2026 in Stuttgart statt. Auf diesem Parteitag wird turnusgemäß der Bundesvorstand gewählt. Der Parteitag wird unmittelbar vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg abgehalten.
Der Zeitpunkt ist politisch hochsensibel. Der Parteitag wird zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg ganz im Zeichen des Wahlkampfs stehen. Im September finden dann die Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern statt, wo die AfD in Umfragen auf Werte von 35 bis 40 Prozent kommt.
Signal gegen den Aufstieg der AfD?
Politische Beobachter interpretieren Merkels Teilnahme als strategisches Signal. Ihre Teilnahme könnte als Signal zu Beginn eines schwierigen Wahljahrs verstanden werden, in dem es für die Parteien der Mitte vor allem darum geht, gemeinsam den bisher ungebremsten Aufstieg der AfD aufzuhalten.
Die politische Lage in Deutschland hat sich seit Merkels Abschied dramatisch verändert. Die AfD erreicht in mehreren Bundesländern historische Höchstwerte, während die etablierten Parteien um ihre Deutungshoheit ringen. Wie in anderen gesellschaftlichen Debatten auch zeigt sich die zunehmende Polarisierung der deutschen Politik.
Alle lebenden Ex-Parteivorsitzenden in Stuttgart
Damit werden alle noch lebenden Parteivorsitzenden in Stuttgart vertreten sein. Neben Merkel haben auch andere frühere Parteichefs ihre Teilnahme zugesagt.
Annegret Kramp-Karrenbauer und Armin Laschet haben ebenfalls ihr Kommen zugesagt. Während Laschet als Delegierter teilnimmt, wird Kramp-Karrenbauer in doppelter Funktion erwartet – als ehemalige Parteichefin und als neue Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Wird Merkel das Wort ergreifen?
Bisher ist nicht bekannt, dass Merkel auf dem Parteitag das Wort ergreifen wird. Ihre Rolle als Ehrengast beschränkt sich laut ihrem Büro auf die Teilnahme am ersten Tag bis zur Wiederwahl von Friedrich Merz als Parteivorsitzender.
Die Frage, ob sie sich zu Wort melden wird, beschäftigt Parteikreise und Medien gleichermaßen. Eine Rede der Ex-Kanzlerin könnte zur programmatischen Wegmarke werden – oder zu einem Moment peinlicher Stille, falls sie schweigt.
| Aspekt | Details zum CDU Parteitag 2026 |
|---|---|
| Datum | 20.-21. Februar 2026 |
| Ort | Stuttgart, Messe Stuttgart |
| Merkel Teilnahme | Nur am ersten Tag, bis zur Wahl des Parteivorsitzenden |
| Status | Ehrengast als ehemalige Parteivorsitzende |
| Letzte Teilnahme | 2019 in Leipzig (physisch), 2021 digital |
| Verhältnis Merz | Zerrüttet, aber vereinzelt versöhnliche Töne |
| Weitere Ex-Vorsitzende | Armin Laschet (Delegierter), Annegret Kramp-Karrenbauer |
| Politischer Kontext | 2 Wochen vor Landtagswahl Baden-Württemberg |
Merkels politisches Erbe und aktuelle Relevanz
Angela Merkel prägte die deutsche Politik über 16 Jahre als Bundeskanzlerin und ist bis heute eine der bekanntesten deutschen Politikerinnen weltweit. Ihre Entscheidungen in der Flüchtlingskrise 2015, der Finanzkrise und der Corona-Pandemie polarisieren bis heute.
Seit ihrem Rückzug aus der Politik hielt sich Merkel weitgehend zurück, abgesehen von vereinzelten öffentlichen Auftritten und ihrer Autobiografie. Ihre Rückkehr auf die politische Bühne beim CDU-Parteitag ist daher ein seltenes Ereignis.
Mehr Informationen zur Person Angela Merkel finden Sie auf der Wikipedia-Seite zu Angela Merkel sowie auf der offiziellen CDU-Webseite zum 38. Parteitag.
Die Ära Merkel und die neue CDU unter Merz
Die CDU hat sich seit Merkels Abgang deutlich verändert. Friedrich Merz steht für einen konservativeren Kurs und eine klare Abgrenzung zur Merkel-Ära. Themen wie Migration, Wirtschaftspolitik und Energiewende werden heute anders diskutiert als noch vor fünf Jahren.
Interessant wird sein, wie Merkel und Merz in Stuttgart miteinander umgehen. Beobachter erwarten Höflichkeit, aber keine große Harmonie. Die Kameras werden genau auf Gestik, Mimik und mögliche Gespräche zwischen beiden achten.
FAQ: Häufige Fragen zu Merkel und dem CDU Parteitag 2026
Wann findet der CDU Parteitag 2026 statt?
Der 38. Bundesparteitag der CDU findet am 20. und 21. Februar 2026 in Stuttgart statt. Angela Merkel wird nur am ersten Tag als Ehrengast teilnehmen.
Warum kommt Angela Merkel zum CDU Parteitag 2026?
Merkel wurde als ehemalige Parteivorsitzende eingeladen, wie es bei CDU-Parteitagen üblich ist. Dass sie nun nach sechs Jahren Abstinenz zusagt, wird als politisches Signal im Superwahljahr gewertet.
Wie ist das Verhältnis zwischen Merkel und Friedrich Merz?
Das Verhältnis gilt als zerrüttet. Merkel hat Merz öffentlich kritisiert, insbesondere wegen seiner Migrationspolitik und der Zusammenarbeit mit der AfD. Es gibt aber auch vereinzelt versöhnliche Äußerungen, etwa zum Thema Außenpolitik.
Wird Angela Merkel auf dem Parteitag eine Rede halten?
Bisher ist nicht bekannt, dass Merkel das Wort ergreifen wird. Laut ihrem Büro nimmt sie als Ehrengast teil, beschränkt sich aber auf den ersten Tag bis zur Wahl des Parteivorsitzenden.
Welche anderen Ex-Parteivorsitzenden nehmen teil?
Neben Merkel werden Armin Laschet als Delegierter und Annegret Kramp-Karrenbauer als ehemalige Parteichefin und neue Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung in Stuttgart sein. Damit sind alle noch lebenden Parteivorsitzenden vertreten.
Welche politische Bedeutung hat Merkels Teilnahme?
Ihre Teilnahme wird als Signal gegen den Aufstieg der AfD interpretiert und als Zeichen, dass die Parteien der Mitte zusammenstehen müssen. Der Parteitag findet zwei Wochen vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg statt.
Fazit: Ein historisches Comeback mit offenem Ausgang
Angela Merkels Teilnahme am CDU Parteitag 2026 am 20. Februar in Stuttgart ist weit mehr als eine protokollarische Geste. Nach sechs Jahren Abstinenz kehrt die Ex-Kanzlerin in einem hochsensiblen politischen Moment zurück. Ihr zerrüttetes Verhältnis zu Friedrich Merz, die drohenden Wahlerfolge der AfD und die bevorstehenden Landtagswahlen machen diesen Auftritt zu einem Politikum.
Ob Merkels Comeback zur symbolischen Versöhnung oder zu einem weiteren Kapitel der innerparteilichen Spannungen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Alle Augen werden am 20. Februar auf Stuttgart gerichtet sein, wenn die Partei auf ihre ehemalige Vorsitzende trifft. Die politische Wirkung dieses Auftritts könnte weit über den Parteitag hinaus Einfluss auf die kommenden Wahlen haben.
Autor: Redaktion Welt der Legenden | Veröffentlicht: 10.02.2026 | Kategorie: Politik