„Mama, mein Hals kratzt!“ Ein Satz, der Elternherzen schneller schlagen lässt. Gerade jetzt, wo Erkältungen und Grippe grassieren, ist es wichtig, aufmerksam zu sein. Aber wussten Sie, dass es auch eine Impfung gibt, die Ihr Kind vor einer besonders gefährlichen Krankheit schützen kann? Die Meningokokken Impfung wird nun für Kinder ab 12 Jahren empfohlen, um sie vor den schwerwiegenden Folgen dieser bakteriellen Infektion zu bewahren.

Meningokokken – Eine Gefahr, die man ernst nehmen muss
Meningokokken sind Bakterien, die schwere Krankheiten wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) verursachen können. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also beispielsweise beim Husten oder Niesen. Besonders gefährdet sind Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren, aber auch jüngere Kinder können erkranken.
Wie Stern berichtet, ist nun ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) in Kraft getreten, der die Impfung gegen Meningokokken für Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren empfiehlt. Dieser Beschluss basiert auf einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).
Warum ist die Meningokokken Impfung so wichtig?
Die Meningokokken Impfung schützt nicht nur das einzelne Kind, sondern trägt auch dazu bei, die Verbreitung der Bakterien in der Bevölkerung einzudämmen. Das Robert Koch-Institut (RKI) betont, dass die Erkrankung zwar selten ist, aber oft einen schweren Verlauf nimmt. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 7 und 15 Prozent, und viele Überlebende leiden unter bleibenden Schäden wie Hörverlust, neurologischen Problemen oder Amputationen.
Die Impfung richtet sich gegen die vier Untergruppen der Meningokokken A, C, W und Y, die besonders häufig schwere Erkrankungen verursachen. (Lesen Sie auch: Meningokokken Baby Stirbt in Berlin – Was…)
Auf einen Blick
- Altersgruppe: Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren
- Zeitaufwand: Gering, ein kurzer Termin beim Kinderarzt
- Kosten: Werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen
- Schwierigkeitsgrad: Sehr gering, eine einfache Impfung
Was ändert sich durch die neue Impfempfehlung?
Bisher gehörte die Impfung gegen Meningokokken C zu den Standardimpfungen für Kleinkinder ab dem zweiten Lebensjahr. Diese Empfehlung entfällt nun, da die neue Impfung gegen die vier wichtigsten Untergruppen einen umfassenderen Schutz bietet. Die Empfehlung, Säuglinge ab einem Alter von zwei Monaten gegen Meningokokken B zu impfen, bleibt weiterhin bestehen.
Für Eltern bedeutet das, dass sie sich beim nächsten Besuch beim Kinderarzt umfassend über die Meningokokken Impfung beraten lassen sollten. Die Impfung ist eine wichtige Maßnahme, um die Gesundheit Ihres Kindes zu schützen und das Risiko einer schweren Erkrankung zu minimieren. Die aktuellen Impfempfehlungen des RKI geben einen guten Überblick.
Die Meningokokken Impfung wird für Kinder ab 12 Jahren empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, um den besten Zeitpunkt für die Impfung Ihres Kindes zu bestimmen.
Wie können Eltern ihre Kinder zusätzlich schützen?
Neben der Impfung gibt es noch weitere Maßnahmen, die Eltern ergreifen können, um ihre Kinder vor Meningokokken zu schützen. Dazu gehört:
- Hygienemaßnahmen: Regelmäßiges Händewaschen, insbesondere nach dem Kontakt mit anderen Menschen, kann die Übertragung von Bakterien reduzieren.
- Stärkung des Immunsystems: Eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung stärken das Immunsystem und machen den Körper widerstandsfähiger gegen Infektionen.
- Vermeidung von engen Kontakten mit Erkrankten: Wenn in der Familie oder im Freundeskreis jemand an einer Atemwegserkrankung leidet, sollte der Kontakt möglichst vermieden werden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Meningokokken Impfung der wirksamste Schutz vor dieser gefährlichen Krankheit ist. Eltern sollten sich daher nicht scheuen, ihren Kinderarzt auf die Impfung anzusprechen und sich umfassend beraten zu lassen. (Lesen Sie auch: Lawinenunglück Kalifornien: Neun Skifahrer Werden Vermisst)
Was ist bei der Meningokokken Impfung zu beachten?
Die Meningokokken Impfung ist in der Regel gut verträglich. Es können jedoch, wie bei jeder Impfung, vorübergehende Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle, leichte Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Diese Beschwerden klingen in der Regel nach kurzer Zeit von selbst wieder ab.
In seltenen Fällen kann es zu schwereren Nebenwirkungen kommen, wie zum Beispiel allergischen Reaktionen. Eltern sollten daher nach der Impfung aufmerksam auf ihr Kind achten und bei ungewöhnlichen Symptomen umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine ausführliche Beratung durch den Kinderarzt im Vorfeld der Impfung hilft, mögliche Risiken zu minimieren.
Die Kosten für die Meningokokken Impfung werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen, da sie nun als Standardimpfung für Jugendliche gilt. Es ist jedoch ratsam, sich vorab bei der Krankenkasse zu erkundigen, um sicherzustellen, dass die Kosten tatsächlich übernommen werden.
Erstellen Sie einen Impfkalender für Ihre Familie. So behalten Sie den Überblick über alle notwendigen Impfungen und verpassen keine wichtigen Termine. Viele Kinderärzte bieten diesen Service auch an.
Wie funktioniert die Impfung im Familienalltag?
Stellen Sie sich vor: Es ist ein ganz normaler Montagmorgen. Ihr Kind, nennen wir es Max, 13 Jahre alt, macht sich fertig für die Schule. Sie erinnern ihn daran, dass er heute Nachmittag einen Termin beim Kinderarzt hat. «Wegen der Impfung, Mama?», fragt Max leicht genervt. «Ja, genau», antworten Sie. «Die ist wichtig, damit du gesund bleibst und wir alle beruhigt sein können.» (Lesen Sie auch: Johannes Lochner Olympia: Goldener Karrierehöhepunkt im Eiskanal)

Nach der Schule geht es zum Arzt. Max ist etwas aufgeregt, aber der Arzt erklärt ihm alles ganz genau und nimmt ihm die Angst. Die Impfung selbst dauert nur wenige Sekunden, und Max ist erleichtert, dass es so schnell vorbei ist. Am Abend ist er etwas müde, aber ansonsten geht es ihm gut. Am nächsten Tag kann er wieder ganz normal zur Schule gehen.
Dieses Beispiel zeigt, dass die Meningokokken Impfung gut in den Familienalltag integriert werden kann. Es ist wichtig, das Kind im Vorfeld über die Impfung aufzuklären und ihm die Angst zu nehmen. Auch nach der Impfung sollten Eltern aufmerksam sein und ihr Kind beobachten, um eventuelle Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet umfangreiche Informationen rund um das Thema Impfen.
Häufig gestellte Fragen
Was genau sind Meningokokken und welche Krankheiten können sie verursachen?
Meningokokken sind Bakterien, die schwere Infektionen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können. Diese Krankheiten können innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden.
Warum wird die Meningokokken Impfung jetzt schon ab 12 Jahren empfohlen?
Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren haben das höchste Risiko für invasive Meningokokken-Erkrankungen. Durch die Impfung ab 12 Jahren soll ein frühzeitiger Schutz aufgebaut und die Verbreitung der Erreger reduziert werden.
Welche Nebenwirkungen können nach der Meningokokken Impfung auftreten?
Häufige Nebenwirkungen sind Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle, sowie leichte Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Schwerere Nebenwirkungen sind selten.
Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Meningokokken Impfung?
Muss mein Kind trotz der Impfung weiterhin auf Hygiene achten?
Ja, auch nach der Impfung ist es wichtig, auf gute Hygiene zu achten, um das Risiko einer Ansteckung mit anderen Krankheiten zu minimieren. Regelmäßiges Händewaschen ist besonders wichtig.
Die Entscheidung für oder gegen eine Impfung ist immer eine individuelle. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über Ihre Bedenken und lassen Sie sich umfassend beraten. Nur so können Sie die beste Entscheidung für die Gesundheit Ihres Kindes treffen. Und denken Sie daran: Eine frühzeitige Meningokokken Impfung kann Leben retten.



