Marcia Star Wars"-Cutterin mit 80 gestorben»>Lucas, die Oscar-Cutterin, die «Star Wars» maßgeblich mitprägte, ist im Alter von 80 Jahren gestorben.
Die Filmwelt trauert um Marcia Lucas. Die Cutterin half maßgeblich dabei, «Star Wars» ihres damaligen Ehemanns George Lucas zu jenem Welterfolg zu machen, der das Kino ab 1977 prägte. Für ihre Arbeit an dem Film wurde sie mit einem Oscar ausgezeichnet. Nun ist sie im Alter von 80 Jahren gestorben.
Marcia Lucas starb am Mittwoch, dem 27. Mai, in ihrem Zuhause im kalifornischen Rancho Mirage an den Folgen einer metastasierenden Krebserkrankung. Das teilte der Anwalt der Familie dem Magazin «People» mit.
«Marcia war eine Naturgewalt», zitierte «People» aus einer Stellungnahme der Familie. Sie sei «eine wahre Wegbereiterin für Frauen im Filmgeschäft und eine der einflussreichsten Cutterinnen der Filmgeschichte» gewesen. «Sie hat mitgeholfen, neu zu definieren, was Filmschnitt sein kann, und den Weg für Generationen von Frauen geebnet, die ihr folgten.»
Mehr als nur Schnitt: ihr Einfluss auf «Star Wars»
In der Branche galt Lucas als «Geheimwaffe» ihres damaligen Mannes. Bei «Star Wars» beließ sie es nicht beim Zusammenfügen des Materials, sondern nahm Einfluss auf Figuren und Szenen. In seinem Buch «The Secret History of Star Wars» hielt Michael Kaminski fest: «Marcia kritisierte gemeinsam mit vielen von Georges Freunden, welche Figuren funktionierten und welche nicht und welche Szenen gut waren – und Lucas verfasste das Drehbuch auf diese Weise. Marcia stand ‚Star Wars‘ stets kritisch gegenüber, doch sie war eine der wenigen Personen, denen Lucas aufmerksam zuhörte, weil er wusste, dass sie ein Talent dafür hatte, starke Figuren herauszuarbeiten.»
Auf sie soll auch eine der folgenreichsten Entscheidungen des ersten Films zurückgehen: Obi-Wan Kenobi auf dem Todesstern sterben zu lassen. George Lucas erklärte 1977 dem «Rolling Stone», die Idee sei von ihr gekommen.
Auch eine kleine, aber denkwürdige Geste verdankt die Saga ihrem Gespür. Mark Hamill berichtete in einem Interview: «Ich weiß ganz sicher, dass Marcia Lucas dafür verantwortlich war, ihn dazu zu bewegen, diesen kleinen ‚Kuss zum Glück‘ beizubehalten, bevor Carrie [Fisher] und ich im ersten Film über die Schlucht schwingen.» George Lucas habe geglaubt, das Publikum lache bei Testvorführungen über die Szene. Laut Hamill entgegnete sie: «George, sie lachen, weil es so süß und unerwartet ist.» Ihr Einfluss sei so groß gewesen, dass die Szene drinblieb, weil sie es so wollte.
Vom Filmarchiv zum Goldjungen
Geboren wurde sie als Marcia Lou Griffin in Modesto, Kalifornien, und wuchs in North Hollywood auf. Ihre Laufbahn begann sie als Filmarchivarin, bevor sie eine Ausbildung bei der Editor’s Guild absolvierte. George Lucas lernte sie kennen, als beide für die Filmeditorin Verna Fields arbeiteten. 1969 heiratete das Paar.
Die ersten drei Filme ihres Mannes schnitt sie mit, beginnend mit «THX 1138» (1971). Für «American Graffiti» (1973) erhielt sie – gemeinsam mit Fields – ihre erste Oscar-Nominierung. Die Trophäe gewann sie schließlich für «Star Wars», zusammen mit Richard Chew und Paul Hirsch. 1983 kehrte sie für «Return of the Jedi» noch einmal zum Franchise zurück und übernahm den Schnitt gemeinsam mit Sean Barton und Duwayne Dunham.
Bewegtes Privatleben
George und Marcia Lucas adoptierten 1981 ihre Tochter Amanda. 1983 ließ sich das Paar scheiden. Noch im selben Jahr heiratete Marcia den Künstler Tom Rodrigues, mit dem sie eine weitere Tochter, Amy, bekam; diese Ehe wurde 1993 geschieden. Ende der 1990er-Jahre kehrte sie noch einmal kurz ins Filmgeschäft zurück: Sie wirkte als ausführende Produzentin an «No Easy Way» mit und produzierte den Kurzfilm «A Good Son».
Die Angehörigen baten um Privatsphäre, während sie um sie trauern und ihr «außergewöhnliches Leben und Vermächtnis» feiern. In ihrer Stellungnahme würdigte die Familie sie als «brillante Geschichtenerzählerin, unglaubliche Freundin, liebevolle Mutter und großzügige Gastgeberin – eine Frau, deren Humor und Strahlkraft jeden Raum erfüllten, den sie betrat». Und weiter: «Ihr Einfluss auf den Film ist unauslöschlich, doch jene, die sie am besten kannten, werden sich an etwas noch Größeres erinnern: daran, wie sie das Leben lebendiger, schöner, fröhlicher und voller Liebe machte.»
Quelle: Gala