Die Bundesregierung plant offenbar einschneidende Maßnahmen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wie aus Koalitionskreisen bekannt wurde, werden Kürzungen des Zeitraums, in dem Arbeitgeber den Lohn im Krankheitsfall weiterzahlen müssen, sowie die Wiedereinführung von Karenztagen diskutiert. Ziel ist es, den hohen Krankenstand in Deutschland zu senken.

Hintergrund zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
In Deutschland ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Arbeitnehmer haben Anspruch auf Fortzahlung ihres Gehalts für die Dauer von sechs Wochen, wenn sie unverschuldet erkranken. Nach Ablauf dieser Frist zahlt die Krankenkasse Krankengeld, das in der Regel geringer ausfällt als das reguläre Gehalt. Diese Regelung soll Arbeitnehmer vor Einkommensverlusten bei Krankheit schützen und ihnen ermöglichen, sich ohne finanzielle Sorgen auszukurieren. (Lesen Sie auch: Novak Djokovic: Sensation in Monte Carlo: Sinner…)
Aktuelle Entwicklung: Einschnitte bei der Lohnfortzahlung geplant
Die aktuelle Debatte um Einschnitte bei der Lohnfortzahlung ist auf den hohen Krankenstand in Deutschland zurückzuführen. Laut einem Bericht der «Bild»-Zeitung vom 13. April 2026 prüfen die Spitzen von Union und SPD verschiedene Maßnahmen, um die Zahl der Krankentage zu reduzieren. Eine Möglichkeit wäre die Kürzung des Zeitraums von sechs Wochen, in denen der Arbeitgeber den Lohn weiterzahlen muss. Eine andere Überlegung ist, dass Arbeitgeber nur noch einmal im Jahr zur Lohnfortzahlung verpflichtet werden sollen. Das würde bedeuten, dass bei wiederholter Krankheit innerhalb eines Jahres sofort die Krankenkasse mit dem Krankengeld einspringen müsste. Das Entgeltfortzahlungsgesetz regelt die Details.
Zudem wird die Wiedereinführung des Karenztages diskutiert. Ein Karenztag bedeutet, dass der Arbeitnehmer den ersten Krankheitstag nicht bezahlt bekommt. Dies soll vor allem Unternehmen finanziell entlasten. Die Einführung von Karenztagen ist in Deutschland umstritten, da sie vor allem geringfügig Beschäftigte und Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen belasten würde. (Lesen Sie auch: SZ: Trump attackiert Papst Leo XIV.: "Schrecklich")
Reaktionen und Stimmen zur geplanten Reform
Die Pläne der Regierung stoßen auf unterschiedliche Reaktionen. Während Arbeitgeberverbände die Entlastung der Unternehmen begrüßen, kritisieren Gewerkschaften die Pläne als Angriff auf die Rechte der Arbeitnehmer. Sie befürchten, dass Arbeitnehmer aus Angst vor Einkommensverlusten trotz Krankheit zur Arbeit gehen könnten, was langfristig zu einer Verschlechterung der Gesundheit der Belegschaft führen könnte. Kritiker bemängeln, dass Deutschland bereits jetzt im europäischen Vergleich hohe Arbeitnehmerstandards hat. Die aktuellen Pläne würden diesen Standard gefährden.
In Regierungskreisen wird betont, dass am Ende nur das zählt, worauf man sich insgesamt geeinigt habe. Es wird jedoch eingeräumt, dass Deutschland im europäischen Vergleich eine hohe Zahl von Krankentagen aufweist und dass beide Koalitionspartner diese Zahl gerne reduzieren würden. Wie der Spiegel berichtet, ist das Thema Lohnfortzahlung hoch umstritten. (Lesen Sie auch: SZ: Trump attackiert Papst Leo XIV.: "Wäre…)
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Was bedeuten die Pläne?
Die geplanten Einschnitte bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall könnten für Arbeitnehmer erhebliche finanzielle Auswirkungen haben. Eine Kürzung des Zeitraums, in dem der Arbeitgeber den Lohn weiterzahlt, würde bedeuten, dass Arbeitnehmer schneller auf Krankengeld angewiesen wären, das in der Regel geringer ausfällt als das reguläre Gehalt. Die Wiedereinführung von Karenztagen würde ebenfalls zu Einkommensverlusten führen, insbesondere für Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen. Für Unternehmen könnten die Reformen hingegen eine finanzielle Entlastung bedeuten, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die unter den hohen Lohnkosten leiden.Die Debatte um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zeigt jedoch, dass das Thema Krankenstand und seine finanziellen Folgen weiterhin von großer Bedeutung sind und dass nach Lösungen gesucht wird, um die Belastung für Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen zu reduzieren. Die Entscheidung wird Auswirkungen auf Millionen von Arbeitnehmern und tausende Unternehmen haben. Die Diskussionen darüber werden sicherlich noch einige Zeit andauern.
Überblick: Anzahl der Krankentage in Deutschland
| Jahr | Durchschnittliche Anzahl Krankentage pro Arbeitnehmer |
|---|---|
| 2022 | 18,3 |
| 2023 | 19,4 |
| 2024 | 20,1 |
| 2025 | 21,2 |
| 2026 (Q1) | 5,8 (Hochrechnung: 23,2) |
Quelle: T-Online, eigene Berechnungen (Lesen Sie auch: Boris Johnson Ukraine: in der: Brisante Reise…)

Häufig gestellte Fragen zu lohnfortzahlung im krankheitsfall
Wie lange wird der Lohn im Krankheitsfall fortgezahlt?
In Deutschland wird der Lohn im Krankheitsfall grundsätzlich für die Dauer von sechs Wochen fortgezahlt. Nach Ablauf dieser Frist zahlt die Krankenkasse Krankengeld, welches in der Regel geringer ist als das normale Gehalt des Arbeitnehmers.
Was passiert, wenn man innerhalb eines Jahres mehrfach erkrankt?
Wenn ein Arbeitnehmer innerhalb eines Jahres mehrfach erkrankt, besteht weiterhin Anspruch auf Lohnfortzahlung für insgesamt sechs Wochen, sofern die einzelnen Erkrankungen nicht auf derselben Ursache beruhen. Andernfalls kann der Anspruch auf Lohnfortzahlung entfallen.
Was ist ein Karenztag im Zusammenhang mit der Lohnfortzahlung?
Ein Karenztag ist ein Tag, an dem der Arbeitnehmer im Krankheitsfall keinen Lohn erhält. Die Wiedereinführung von Karenztagen wird aktuell diskutiert, um Unternehmen finanziell zu entlasten. Dies würde jedoch zu Einkommensverlusten für Arbeitnehmer führen.
Welche Gründe gibt es für die geplante Reform der Lohnfortzahlung?
Die geplante Reform der Lohnfortzahlung ist auf den hohen Krankenstand in Deutschland zurückzuführen. Die Regierung möchte die Zahl der Krankentage reduzieren und Unternehmen finanziell entlasten. Deutschland hat im europäischen Vergleich eine hohe Anzahl an Krankentagen.
Werden die Pläne der Regierung zur Lohnfortzahlung kritisiert?
Ja, die Pläne der Regierung werden von Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretern kritisiert. Sie befürchten, dass Arbeitnehmer aus Angst vor Einkommensverlusten trotz Krankheit zur Arbeit gehen könnten, was langfristig die Gesundheit der Belegschaft gefährden könnte.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.
