Der 33-jährige Slalom-Spezialist Linus Straßer kämpft bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina um seine erste olympische Einzelmedaille. Nach einem schwierigen Saisonstart und einem riskanten Materialwechsel steht der Münchner vor seinem vermutlich letzten olympischen Auftritt – mit dem klaren Ziel: Edelmetall im Slalom.
Das Wichtigste in Kürze
- Simon Jocher und Linus Straßer wurden in der Team-Kombination Zehnte bei Olympia 2026
- Der 33-Jährige bestreitet seine dritten Winterspiele – vermutlich seine letzte Chance auf olympisches Edelmetall
- Straßer vollzog im Sommer einen radikalen Materialwechsel vor der Olympia-Saison, was er als «wichtig, richtig und an der Zeit» bezeichnet
- Mit Rang drei in Kitzbühel fuhr Straßer das beste Weltcup-Ergebnis der laufenden Saison ein
- Er gewann bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking eine Team-Silbermedaille
Aktuelle Olympia-Performance: Team-Kombination enttäuscht
Am 9. Februar 2026 erlebte Linus Straßer bei der olympischen Team-Kombination in Bormio eine herbe Enttäuschung. Vor dem Slalom lag das deutsche Duo mit Simon Jocher in Lauerstellung, doch im zweiten Durchgang fehlte die Aggressivität, sodass zwar bei Straßer kein grober Fehler zu erkennen war, allerdings agierte er im Vergleich zur direkten Konkurrenz zu zaghaft. Das Resultat: Simon Jocher und Linus Straßer wurden Zehnte.
Die Schweizer dominierten das Rennen komplett. Franjo von Allmen und Tanguy Nef sicherten sich Gold im Teamwettbewerb, wobei es das erste Edelmetall für Nef ist. Für Straßer bleibt nun der Einzelslalom als große Medaillenchance – seine wohl letzte bei Olympischen Spielen.
Der riskante Materialwechsel vor Olympia
Eine der größten Schlagzeilen der Saison war Straßers Entscheidung im Sommer zu einem radikalen Materialwechsel, ausgerechnet vor der Olympia-Saison. Vor der Saison hat er den Wechsel auf neues Material gewagt, um «das Letzte» aus sich herauszukitzeln – doch der «Prozess», wie er seinen Umstieg nennt, verläuft nicht wie gewünscht.
Das Skifahren hat Straßer nicht verlernt – aber die Komplexität des Umstiegs offenkundig unterschätzt. Wer sein Material wechselt, muss es erst einmal penibel abstimmen: Die Komponenten Schuh, Bindungsplatte, Bindung, Ski und Kantenschliff müssen dem eigenen Fahrstil angepasst werden – und dann noch von Rennen zu Rennen den wechselnden Bedingungen. Es ist eine Wissenschaft für sich.
Bei der Olympia-Einkleidung sprach Straßer offen über die Herausforderungen: «Jeder Tag auf Skiern ist ein gewonnener Tag». Die Anpassungsprobleme begleiteten ihn durch die gesamte Vorbereitung auf die Winterspiele.
Höhen und Tiefen der Olympia-Saison 2025/26
Schwieriger Saisonstart
In dieser Saison läuft es für den 33-jährigen Münchner noch nicht. In sechs Slalomrennen der Saison schaffte es Straßer nur einmal unter die besten zehn. Der achte Platz von Gurgl im Dezember sicherte ihm die Olympianorm. Die restlichen Wettkämpfe beendete er unter den Top 20, mit den Ausnahmen Val d’Isère und Adelboden.
Besonders bitter: Beim Weltcup-Slalom in Adelboden gab es für keinen deutschen Starter Weltcuppunkte. Straßer konnte in Schladming weder an seine früheren Erfolge – 2024 hatte er zunächst den Slalom in Kitzbühel und anschließend den Nacht-Slalom in Schladming gewonnen – noch an sein Podest vom vergangenen Wochenende anknüpfen. Am Ende des ersten Laufs riskierte er zu viel und stürzte.
Der Befreiungsschlag in Kitzbühel
Doch dann kam der 25. Januar 2026 – der Tag der Erlösung. Linus Straßer hat mit Rang drei in Kitzbühel das beste Weltcup-Ergebnis in der laufenden Saison eingefahren. Mit einem furiosen zweiten Lauf setzte sich Straßer, der von Rang zehn aus ins Rennen gegangen war, zunächst an die Spitze – seine Fahrt feierte er lautstark.
Am Ende waren nur der Österreicher Manuel Feller und Weltmeister Loic Meillard aus der Schweiz schneller als der «Ski-Löwe». Das Podium in Kitzbühel gab Straßer neues Selbstvertrauen für die anstehenden olympischen Wettkämpfe.
Straßers gelassene Olympia-Philosophie
Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten geht Straßer entspannt an die Spiele heran. «Die größte Kunst ist es, Olympia gar nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken. Es ist ein Tag, zwei Durchgänge. Das muss passieren. Das darf man nicht erzwingen», betonte der Slalom-Spezialist.
Straßer sieht seine Bronzemedaille der Ski-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm als seinen größten sportlichen Erfolg an. Diese habe für ihn «einen höheren Stellenwert» als die Mixed-Team-Silbermedaille von 2022. Seine Einstellung zu Olympia ist pragmatisch: «Olympische Spiele sind ein steriles Ereignis» – der Skilöwe bevorzugt die Atmosphäre bei den Weltcup-Klassikern.
Der Weg vom Wunderkind zum Weltklasse-Athleten
Linus Straßer wurde am 6. November 1992 in München geboren und wuchs mit drei Brüdern auf. Die Leidenschaft der Strasser Eltern Georg Eisenhut und Mutter Sonja war schon immer das Skifahren. Georg ist schon als Kind viel Ski gefahren, er selbst hat es schon mit 3 Jahren gelernt.
Am Rande der Alpen begann die Linus Strasser Karriere schon früh. Bereits im Alter von zwei Jahren stand er auf den Ski. Mit sechs Jahren trat Linus Strasser dem Kitzbüheler Ski Club bei. Um eine deutsche Rennlizenz zu erhalten, wechselte er 2001 als 9-Jähriger zum TSV 1860 München Ski-Klub, vordergründig um eine deutsche Rennlizenz zu bekommen.
Sein erstes World Cup Podium war ein Sieg in einem Parallel-Slalom-Rennen in Stockholm im Januar 2017. Der Durchbruch an die Weltspitze gelang ihm nach dem Rücktritt von Felix Neureuther. Mehr zu seinem Werdegang erfahren Sie in unserem ausführlichen Porträt über Linus Straßer.
Privatleben: Familie als Rückhalt
Straßer ist seit über zehn Jahren mit Maria Haimmerer liiert, geheiratet wurde im Sommer 2022. Im Januar haben Linus Straßer und Frau Maria ihr erstes gemeinsames Kind bekommen. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder, eine Tochter und einen jüngeren Sohn (2022 beziehungsweise 2025 geboren).
Der Linus Strasser Wohnort ist in Kitzbühel beziehungsweise eine Ortschaft weiter in Kirchberg. Er erzählt: «In Kitz habe ich ein sehr großes Heimatgefühl, da ich seit zwei Jahren auch in Kirchberg lebe». Seine Frau Maria arbeitet laut Medienberichten bei den FC Bayern Basketballern.
Die Olympia-Favoriten im Slalom
Der Wettkampf um die Slalom-Medaillen verspricht große Spannung. Im neunten Slalom der Weltcup-Saison gab es bereits den siebten unterschiedlichen Sieger – ein Vorgeschmack auf extra viel Spannung im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026.
Zu den Favoriten für den Olympia-Slalom zählt Straßer die drei Norweger Atle Lie McGrath, Timon Haugan und Henrik Kristoffersen sowie Clement Noel aus Frankreich, der sich 2022 die Goldmedaille sicherte. Straßer selbst sieht seine Chancen realistisch: Aus Straßers Sicht fast ein gewisser Nachteil: «Die müssen, der Rest kann».
| Disziplin | Datum | Ergebnis Straßer | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Team-Kombination | 09.02.2026 | Platz 10 | Mit Simon Jocher |
| Slalom Schladming | 28.01.2026 | Ausgeschieden | Sturz im 1. Lauf |
| Slalom Kitzbühel | 25.01.2026 | Platz 3 | Bestes Saisonergebnis |
| Slalom Adelboden | 11.01.2026 | Ausgeschieden | Materialprobleme |
| Slalom Gurgl | Dezember 2025 | Platz 8 | Olympianorm gesichert |
Olympia 2026: Was steht noch an?
Für Linus Straßer steht bei den Olympischen Winterspielen 2026 noch der olympische Einzel-Slalom aus – seine große Chance auf die erste olympische Einzelmedaille. Straßer reist nach Bormio, «um eine Medaille zu gewinnen.» Der mittlerweile 33-Jährige möchte in Norditalien endlich seine erste olympische Einzelmedaille holen.
Die deutschen Hoffnungen ruhen neben Straßer auch auf anderen Athleten. Weitere Informationen zur deutschen Olympia-Bilanz finden Sie in unserem aktuellen Medaillenspiegel Olympia 2026.
Experteneinschätzungen und Ausblick
Sportexperten sehen Straßers Chancen auf eine Medaille durchaus realistisch – vorausgesetzt, er findet am Tag X die perfekte Abstimmung zwischen Material, Mut und Technik. Das Podium in Kitzbühel hat gezeigt, dass die Form stimmt. Die Frage ist: Kann er diese Form im entscheidenden Moment abrufen?
Olympia wird für Linus Straßer kein sentimentaler Abschied. Es ist eher ein letztes großes Projekt, ein letztes Hurra – ohne Verklärung, ohne falsche Romantik. Seine Einstellung könnte genau der Schlüssel zum Erfolg sein: Kein übermäßiger Druck, sondern pure Freude am Skifahren.
Häufig gestellte Fragen zu Linus Straßer
Wie hat Linus Straßer bei Olympia 2026 abgeschnitten?
Linus Straßer wurde zusammen mit Simon Jocher in der Team-Kombination Zehnter. In der Slalom-Disziplin tritt er später im Wettbewerb an, mit dem Ziel, seine erste olympische Einzelmedaille zu gewinnen.
Warum wechselte Linus Straßer vor Olympia sein Material?
Straßer vollzog den Materialwechsel, um «das Letzte» aus sich herauszukitzeln. Er sah darin eine neue Herausforderung und einen Motivationsschub, auch wenn der Umstieg vor der Olympia-Saison riskant war und nicht wie gewünscht verlief.
Wie alt ist Linus Straßer und ist dies seine letzte Olympia?
Linus Straßer ist 33 Jahre alt (geboren am 6. November 1992) und bestreitet vermutlich seine letzten Olympischen Spiele. Es sind seine dritten Winterspiele nach Pyeongchang 2018 und Peking 2022.
Welche Erfolge hat Linus Straßer bereits bei Olympia gefeiert?
Bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking gewann Straßer im Mixed-Team-Wettbewerb die Silbermedaille. Im Einzel-Slalom belegte er den siebten Platz. Eine olympische Einzelmedaille fehlt ihm bisher noch.
Wo trainiert Linus Straßer und für welchen Verein startet er?
Linus Straßer lebt in Kirchberg bei Kitzbühel in Österreich und startet für den TSV 1860 München, dem er seit 2001 angehört. Er lernte das Skifahren im Kitzbüheler Ski Club, bevor er zur deutschen Lizenz wechselte.
Fazit: Straßers letzte olympische Mission
Linus Straßer steht vor der wohl wichtigsten Herausforderung seiner Karriere. Nach einem holprigen Saisonstart mit Materialwechsel-Problemen fand er in Kitzbühel zurück in die Spur. Die Team-Kombination endete mit Platz 10 enttäuschend, doch im Einzel-Slalom hat der 33-Jährige noch alle Chancen auf seine erste olympische Einzelmedaille.
Seine gelassene Einstellung, gepaart mit der Erfahrung aus zwei vorherigen Olympischen Spielen, könnte ihm den entscheidenden Vorteil verschaffen. Eines ist sicher: Linus Straßer wird alles geben, um seinen olympischen Traum zu verwirklichen – und Deutschland die erhoffte Medaille im alpinen Ski-Sport zu bescheren.
Weitere aktuelle Entwicklungen bei den Olympischen Winterspielen 2026 verfolgen Sie in unserer Live-Berichterstattung zu Olympia.