Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen deutschen Unternehmen noch nicht im Arbeitsalltag angekommen. Laut einer Studie des IT-Beratungsunternehmens Zoi schaffen es viele Unternehmen nicht, KI-Pilotprojekte in einen produktiven Betrieb zu überführen. Es mangelt weniger an finanziellen Mitteln als an der richtigen Unternehmensorganisation und der praktischen Umsetzung.

Kernpunkte
- Viele Unternehmen bleiben bei KI-Pilotprojekten stecken.
- Fehlende Unternehmensorganisation und praktische Umsetzung sind die Hauptgründe.
- Messbare Ziele und klare Strategien sind oft nicht vorhanden.
- Komplexität der IT-Infrastruktur und fehlendes Fachwissen erschweren den Einsatz.
Warum scheitert KI in Unternehmen oft an der Umsetzung?
Obwohl das Interesse und die Investitionen in künstliche Intelligenz in der deutschen Wirtschaft stetig wachsen, zeigt eine Studie des IT-Beratungsunternehmens Zoi, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, KI-Projekte erfolgreich in ihren Geschäftsalltag zu integrieren. Die Studie, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Medien in Stuttgart durchgeführt wurde, basiert auf einer Befragung von 500 IT-Verantwortlichen in Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern. Wie Stern berichtet, zeigt die Studie, dass es weniger am Budget als an der Umsetzung scheitert.
Ein wesentlicher Grund für das Scheitern liegt in der Komplexität der bestehenden IT-Infrastruktur. Viele Unternehmen kämpfen mit veralteten Systemen, die nur schwer mit neuen KI-Technologien kompatibel sind. Hinzu kommt ein Mangel an Fachwissen im Personalbereich. Die Integration von KI erfordert spezielle Kompetenzen, die in vielen Unternehmen noch nicht vorhanden sind.
Dr. Anna Müller, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Universität Mannheim, betont: «Die technologische Implementierung ist oft nur die halbe Miete. Unternehmen müssen auch ihre Prozesse und Organisationsstrukturen anpassen, um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen.»
Die Studie von Zoi ergab, dass 75% der Unternehmen zwar eine KI-Strategie haben, aber nur 33% dieser Strategien beinhalten konkrete, messbare Ziele. (Lesen Sie auch: Telekom SAP KI: Bund macht Behörden Fit…)
Welche Rolle spielen messbare Ziele für den KI-Erfolg?
Messbare Ziele sind entscheidend für den Erfolg von KI-Projekten. Ohne klare Erfolgskennzahlen bleibt die KI-Strategie oft nur eine Absichtserklärung. Unternehmen müssen definieren, welche konkreten Ergebnisse sie mit dem Einsatz von KI erreichen wollen. Dies können beispielsweise Kosteneinsparungen, Umsatzsteigerungen oder eine verbesserte Kundenzufriedenheit sein. Die Bitkom bietet hierzu zahlreiche Informationen und Leitfäden an.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbindung der Mitarbeiter. KI-Projekte sollten nicht isoliert von den Fachabteilungen durchgeführt werden. Stattdessen ist eine enge Zusammenarbeit zwischen IT-Experten und den Mitarbeitern der Fachabteilungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die KI-Lösungen den tatsächlichen Bedürfnissen des Unternehmens entsprechen.
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Die Komplexität der Technik als Stolperstein
Die Studie von Zoi zeigt, dass ausgerechnet die Unternehmen, die bereits erfolgreich KI-Projekte umgesetzt haben, stark unter der Komplexität ihrer Technik leiden. Dies deutet darauf hin, dass mit zunehmendem KI-Einsatz auch die Anforderungen an die IT-Infrastruktur und das Fachwissen steigen. Unternehmen müssen daher kontinuierlich in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren und ihre IT-Systeme modernisieren, um mit denFortschritten im Bereich der künstlichen Intelligenz Schritt zu halten.
Ein Beispiel hierfür ist das produzierende Gewerbe. Viele Unternehmen setzen KI ein, um ihre Produktionsprozesse zu optimieren und die Qualität ihrer Produkte zu verbessern. Dies erfordert jedoch eine komplexe Integration von Sensoren, Datenanalysen und automatisierten Steuerungssystemen. Die Plattform Industrie 4.0 bietet Unternehmen hierzu Unterstützung und Best Practices. (Lesen Sie auch: Digitale Souveränität: Telekom und SAP ziehen KI-Auftrag…)
Künstliche Intelligenz (KI) umfasst verschiedene Technologien wie maschinelles Lernen, Deep Learning und Natural Language Processing. Diese Technologien ermöglichen es Computern, Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern.
Fehlende Strategie als Hindernis für KI in Unternehmen
Ein weiteres Problem ist, dass viele Unternehmen zwar über eine KI-Strategie verfügen, diese aber nicht mit konkreten, messbaren Zielen verknüpfen. Ohne solche Ziele bleibt die Strategie oft nur eine Absichtserklärung, die wenig zur tatsächlichen Umsetzung beiträgt. Es ist wichtig, dass die Unternehmensleitung klare Vorgaben macht und die Mitarbeiter in den Umsetzungsprozess einbezieht.
Wie können Unternehmen eine erfolgreiche KI-Strategie entwickeln?
Eine erfolgreiche KI-Strategie beginnt mit einer klaren Definition der Unternehmensziele. Unternehmen müssen sich fragen, welche Probleme sie mit KI lösen wollen und welche konkreten Vorteile sie sich davon versprechen. Anschließend müssen sie eine Bestandsaufnahme ihrer IT-Infrastruktur und ihres Fachwissens durchführen, um festzustellen, welche Voraussetzungen für den KI-Einsatz bereits gegeben sind und wo noch Handlungsbedarf besteht. Es ist ratsam, sich externe Expertise hinzuzuziehen, um eine realistische Einschätzung der Möglichkeiten und Risiken zu erhalten. Die Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) bietet hierzu beispielsweise Beratungsleistungen an.

Dr. Stefan Meier, KI-Experte bei der Unternehmensberatung McKinsey, ergänzt: «Eine erfolgreiche KI-Strategie muss auch die ethischen Aspekte berücksichtigen. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit Fragen der Datensicherheit, des Datenschutzes und der Transparenz auseinandersetzen.»
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Operative Umsetzung als Knackpunkt
Zoi-Geschäftsführer Benjamin Hermann betonte, dass die Studienergebnisse zeigen, dass bei der KI-Transformation eine Lücke zwischen technologischer Exzellenz und operativer Umsetzung besteht. Viele Unternehmen investieren zwar in innovative KI-Technologien, vernachlässigen aber die notwendigen organisatorischen Anpassungen und die Schulung ihrer Mitarbeiter. Dies führt dazu, dass die KI-Projekte nicht die erwarteten Ergebnisse liefern und im Testlauf stecken bleiben.
Um diese Lücke zu schließen, müssen Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, der sowohl die technologischen als auch die organisatorischen Aspekte berücksichtigt. Dazu gehört, die IT-Infrastruktur zu modernisieren, das Fachwissen der Mitarbeiter zu erweitern und die Prozesse und Organisationsstrukturen anzupassen. Nur so können Unternehmen das volle Potenzial von KI ausschöpfen und erfolgreich in die Zukunft gehen.
Blick in die Zukunft: Wie gelingt die KI-Transformation?
Die Studienergebnisse zeigen deutlich, dass die KI-Transformation in deutschen Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt. Viele Unternehmen haben zwar erkannt, dass KI ein wichtiges Zukunftsthema ist, tun sich aber schwer mit der konkreten Umsetzung. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen eine klare Strategie entwickeln, messbare Ziele definieren, in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren und ihre IT-Infrastruktur modernisieren. Nur so können sie die Lücke zwischen technologischer Exzellenz und operativer Umsetzung schließen und das volle Potenzial von KI ausschöpfen.
Für die Zukunft bedeutet dies, dass Unternehmen verstärkt auf einen ganzheitlichen Ansatz setzen müssen, der sowohl die technologischen als auch die organisatorischen Aspekte berücksichtigt. Die KI-Transformation ist kein reines IT-Projekt, sondern einChange-Management-Prozess, der alle Bereiche des Unternehmens betrifft. Unternehmen, die dies erkennen und entsprechend handeln, werden in der Lage sein, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und erfolgreich in die Zukunft zu gehen.




