Die Frage nach der Kuddelmuddel Bedeutung führt uns in die Welt der plattdeutschen Sprache, wo dieses Wort ein treffendes Bild für ein Durcheinander oder eine unordentliche Situation zeichnet. Es beschreibt auf humorvolle Weise, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte, oder wenn die Dinge einfach chaotisch sind. Im Jahr 2026 wurde «Kuddelmuddel» sogar zum plattdeutschen Wort des Jahres gekürt.
Film-Fakten
- Kuddelmuddel: Plattdeutsches Wort des Jahres 2026
- Auszeichnung: Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern
- Redewendung des Jahres: «Man möt ierst krupen, ihrer man löppt»
- Jugendpreis: «gnaddelig» (mürrisch)
- Wortneuschöpfung: «Tauhusmarachen» (Home-Office)
Plattdeutsch – Mehr als nur ein Dialekt
Plattdeutsch ist weit mehr als nur ein Dialekt; es ist ein lebendiges Kulturgut, das in der Lage ist, komplexe Sachverhalte und feine Nuancen des Lebensgefühls präzise und anschaulich auszudrücken. Wie Stern berichtet, kann man auf Plattdeutsch nicht nur hervorragend schimpfen, sondern auch Gemütslagen auf den Punkt bringen und Gesamtzustände wortmalerisch beschreiben. Die Wahl von «Kuddelmuddel» zum Wort des Jahres 2026 unterstreicht diese Fähigkeit der Sprache, komplexe Situationen mit einem einzigen, treffenden Begriff zu erfassen.
Was macht «Kuddelmuddel» so besonders?
Die besondere Qualität von «Kuddelmuddel» liegt in seiner Ausdrucksstärke und seinem humorvollen Unterton. Es ist ein Wort, das jeder versteht und das gleichzeitig eine gewisse Wärme und Vertrautheit vermittelt. Es beschreibt nicht nur ein Durcheinander, sondern auch eine Situation, in der man vielleicht schmunzeln kann, weil das Chaos eben auch seinen Reiz hat. Der Vorschlag für die Auszeichnung kam vom Plattdeutschkurs des Evangelischen Schulzentrums Demmin „Katharina von Bora“, eingereicht von der stellvertretenden Schulleiterin Bianka von Pokrzywnicki. Dies zeigt, dass die Wertschätzung für die plattdeutsche Sprache auch in jüngeren Generationen lebendig ist.
Die Auszeichnung «Plattdeutsches Wort des Jahres» wird jährlich vom Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern verliehen. Ziel ist es, die plattdeutsche Sprache zu fördern und ihre Bedeutung als Kulturgut hervorzuheben. (Lesen Sie auch: Platt snacken: „Kuddelmuddel“ ist plattdeutsches Wort des…)
Die Redewendung des Jahres: «Man möt ierst krupen, ihrer man löppt»
Neben dem Wort des Jahres wurde auch die Redewendung «Man möt ierst krupen, ihrer man löppt» ausgezeichnet. Diese Weisheit, die auf Hochdeutsch «Man muss erst kriechen, bevor man läuft» bedeutet, bringt in knapper und anschaulicher Form eine wichtige Lebenserfahrung auf den Punkt: Entwicklung braucht Zeit, Geduld und kleine Schritte. Die Redewendung wurde von Gerlinde Block aus Lübz eingereicht und verdeutlicht, wie Plattdeutsch nicht nur eine Sprache der Beschreibung, sondern auch der Lebensweisheit ist.
Die Ehrung dieser Redewendung erinnert an Filme wie «Forrest Gump», in denen der Protagonist ebenfalls Schritt für Schritt seine Ziele erreicht und dabei eine unglaubliche Entwicklung durchläuft. Wer die Weisheit und den Humor solcher Filme schätzt, wird auch die plattdeutsche Redewendung des Jahres lieben.
Jugendpreis für «gnaddelig» – Ein Wort für die schlechte Laune
Der Jugendpreis 2026 ging an Jule Bolz (16) aus Siedenbrünzow für das Wort «gnaddelig», was so viel wie «mürrisch» oder «schlecht gelaunt» bedeutet. Dieses Wort zeigt, dass Plattdeutsch auch in der Lage ist, Stimmungen und Gefühle präzise zu beschreiben. Gerade in einer Zeit, in der psychische Gesundheit und emotionale Ausdrucksfähigkeit immer wichtiger werden, ist es wertvoll, eine Sprache zu haben, die auch für die feinen Unterschiede in der Gefühlswelt sensibilisiert.
Die Wahl von «gnaddelig» erinnert an Filme wie «Inside Out», die auf humorvolle Weise die verschiedenen Emotionen eines Menschen darstellen. Wer solche Filme mag, wird auch die Ausdruckskraft des plattdeutschen Wortes «gnaddelig» zu schätzen wissen. (Lesen Sie auch: Gewitter NRW: Unwetter-Einsätze in Münster und Umgebung)
«Tauhusmarachen» – Eine Wortneuschöpfung für das Home-Office
Eine besonders kreative Auszeichnung erhielt Siegfried Kasten aus Goldenstädt für die Wortneuschöpfung «Tauhusmarachen», die das Home-Office beschreibt. Das Wort setzt sich aus «Tauhus» (zu Hause) und «marachen» (rackern, schwer arbeiten) zusammen und bringt die Realität vieler Menschen, die im Home-Office arbeiten, auf den Punkt. Diese Wortneuschöpfung zeigt, dass Plattdeutsch nicht nur eine Sprache der Vergangenheit ist, sondern auch in der Lage ist, sich an moderne Lebensumstände anzupassen und neue Begriffe zu prägen. Laut dem Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern beweist dies die Lebendigkeit und Anpassungsfähigkeit der Sprache.
Wer Filme wie «Office Space» kennt, die auf humorvolle Weise den Arbeitsalltag darstellen, wird auch die Kreativität und den Witz der plattdeutschen Wortneuschöpfung «Tauhusmarachen» zu schätzen wissen.
Für wen lohnt sich die Auseinandersetzung mit Plattdeutsch?
Die Auseinandersetzung mit Plattdeutsch lohnt sich für alle, die ein Interesse an Sprache, Kultur und Geschichte haben. Es ist eine Möglichkeit, die eigene regionale Identität zu stärken und die Vielfalt der deutschen Sprache zu entdecken. Wer Filme wie «Das Boot» oder «Soul Kitchen» mag, in denen norddeutsche Dialekte eine wichtige Rolle spielen, wird auch die plattdeutsche Sprache lieben. Plattdeutsch ist nicht nur ein Dialekt, sondern ein Spiegel der norddeutschen Seele.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet «kuddelmuddel» auf Hochdeutsch?
«Kuddelmuddel» bedeutet auf Hochdeutsch so viel wie Durcheinander, Chaos oder Unordnung. Es beschreibt eine Situation, in der die Dinge nicht so laufen, wie sie sollten, oder wenn alles etwas chaotisch ist. Es ist ein ausdrucksstarkes und humorvolles Wort.
Wer hat «Kuddelmuddel» zum plattdeutschen Wort des Jahres gewählt?
Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen und der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern haben «Kuddelmuddel» zum plattdeutschen Wort des Jahres 2026 gewählt. Die Entscheidung wurde von einer Fachjury getroffen, die aus rund 100 Einsendungen aus dem In- und Ausland auswählte.
Welche Bedeutung hat die Redewendung «Man möt ierst krupen, ihrer man löppt»?
Die Redewendung «Man möt ierst krupen, ihrer man löppt» bedeutet auf Hochdeutsch «Man muss erst kriechen, bevor man läuft». Sie bringt die Lebenserfahrung auf den Punkt, dass Entwicklung Zeit, Geduld und kleine Schritte braucht, um erfolgreich zu sein. (Lesen Sie auch: Wespe Nase: Video zeigt Stichattacke im Nasengang)
Was bedeutet das plattdeutsche Wort «gnaddelig»?
Das plattdeutsche Wort «gnaddelig» bedeutet so viel wie «mürrisch» oder «schlecht gelaunt». Es beschreibt eine negative Stimmung oder Gemütslage einer Person und wurde mit dem Jugendpreis ausgezeichnet.
Was bedeutet die Wortneuschöpfung «Tauhusmarachen»?
Die Wortneuschöpfung «Tauhusmarachen» setzt sich aus «Tauhus» (zu Hause) und «marachen» (rackern, schwer arbeiten) zusammen und beschreibt das Home-Office. Es ist eine humorvolle Bezeichnung für die Arbeit, die man von zu Hause aus erledigt.
Die Auszeichnung von «Kuddelmuddel» und den anderen plattdeutschen Wörtern und Redewendungen des Jahres 2026 ist ein Zeichen für die Lebendigkeit und Bedeutung dieser Sprache. Sie zeigt, dass Plattdeutsch nicht nur ein Dialekt der Vergangenheit ist, sondern auch in der Gegenwart eine wichtige Rolle spielt und in der Lage ist, sich an moderne Lebensumstände anzupassen. Die vielfältigen Auszeichnungen zeigen die Bandbreite der plattdeutschen Sprache und regen dazu an, sich mit diesem Kulturgut auseinanderzusetzen. Die Förderung der plattdeutschen Sprache ist auch ein Anliegen des Fritz-Reuter-Literaturmuseums, das sich aktiv für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Sprache einsetzt.




