Die Krötenwanderung hat begonnen! Steigende Temperaturen locken die Amphibien aus ihren Winterquartieren. Autofahrer müssen jetzt besonders aufmerksam sein, da die Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern Straßen überqueren. Jedes Jahr sterben so Tausende Kröten, Molche und Lurche.

Verkehrs-Info
- Amphibienwanderstrecken meiden oder langsam befahren.
- Maximal 30 km/h auf gekennzeichneten Strecken.
- Auf Krötenzäune und Helfer achten.
- Besonders in den Abend- und Nachtstunden vorsichtig sein.
Was bedeutet das für Autofahrer?
Für Autofahrer bedeutet die Krötenwanderung vor allem eines: erhöhte Aufmerksamkeit. Besonders in den Abend- und Nachtstunden, wenn die Amphibien am aktivsten sind, ist Vorsicht geboten. Viele Straßenabschnitte, die die Wanderrouten der Tiere kreuzen, sind mittlerweile als solche gekennzeichnet. Hier gilt es, die Geschwindigkeit zu reduzieren und bremsbereit zu sein. Wer eine Kröte oder einen anderen Lurch auf der Fahrbahn entdeckt, sollte – wenn möglich und ohne andere zu gefährden – ausweichen.
Praxis-Tipp: Planen Sie Ihre Fahrten in den Abend- und Nachtstunden so, dass Sie bekannte Amphibienwanderstrecken umfahren können. Nutzen Sie alternative Routen, auch wenn diese etwas länger dauern. So tragen Sie aktiv zum Schutz der Tiere bei und vermeiden gleichzeitig unangenehme Begegnungen der tierischen Art.
Warum begeben sich die Kröten auf Wanderschaft?
Wie Stern berichtet, ist der Grund für die alljährliche Krötenwanderung die Fortpflanzung. Nach der Winterstarre zieht es die Amphibien zu ihren Laichgewässern, wo sie sich paaren und ihre Eier ablegen. Oftmals handelt es sich dabei um die gleichen Gewässer, in denen sie selbst einst geschlüpft sind. Dieser sogenannte Laichorttreue führt dazu, dass die Tiere jedes Jahr weite Strecken zurücklegen, um dorthin zu gelangen. Die Wanderung beginnt in der Regel, wenn die Temperaturen nachts mehrere Tage in Folge über fünf Grad Celsius steigen. Nicht nur Kröten, sondern auch andere Amphibien wie Molche und Frösche sind dann unterwegs.
Die Wanderung kann sich über mehrere Wochen erstrecken, abhängig von den Witterungsbedingungen. Ein Kälteeinbruch kann die Wanderung verzögern oder sogar unterbrechen. (Lesen Sie auch: Esc österreich: 19-Jähriger Vertritt Beim 2026)
Wie können Autofahrer zum Schutz der Kröten beitragen?
Der Naturschutzbund (NABU) appelliert an Autofahrer, auf Strecken, die als Amphibienwandergebiete ausgewiesen sind, besonders achtsam zu sein. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h kann viele Leben retten. Denn die Tiere sterben nicht nur durch den direkten Kontakt mit den Reifen, sondern auch durch den hohen Luftdruck, der bei schneller Fahrt entstehen kann. Dieser kann zu inneren Verletzungen und zum Platzen der Organe führen.
An vielen Orten werden von Naturschützern sogenannte Krötenzäune aufgestellt. Diese Zäune sollen die Tiere daran hindern, auf die Straße zu gelangen. Stattdessen werden sie in Eimer geleitet und von Helfern sicher über die Straße getragen. Autofahrer sollten auf diese Helfer achten und ihnen die Arbeit erleichtern, indem sie langsam fahren und gegebenenfalls anhalten.
Was tun, wenn man eine Kröte auf der Fahrbahn entdeckt?
Wenn Sie eine Kröte oder einen anderen Lurch auf der Fahrbahn entdecken, sollten Sie – sofern es die Verkehrssituation zulässt – versuchen, dem Tier auszuweichen. Achten Sie dabei aber unbedingt auf den nachfolgenden Verkehr und gefährden Sie niemanden. Ist ein Ausweichen nicht möglich, überfahren Sie das Tier möglichst nicht direkt mit den Reifen, sondern eher mittig mit dem Fahrzeug. Dies kann die Wahrscheinlichkeit verringern, dass das Tier verletzt oder getötet wird.
Praxis-Tipp: Melden Sie größere Ansammlungen von Amphibien auf der Fahrbahn der örtlichen Naturschutzbehörde oder dem NABU. Diese können dann gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen, um die Tiere zu schützen, beispielsweise zusätzliche Warnschilder aufstellen oder mobile Schutzzäune errichten.
Welche Rolle spielen Krötenzäune und Helfer?
Krötenzäune sind eine effektive Maßnahme, um Amphibien vor dem Straßenverkehr zu schützen. Sie werden entlang von Straßenabschnitten aufgestellt, die von den Tieren als Wanderrouten genutzt werden. Die Zäune bestehen in der Regel aus Kunststoff oder einem ähnlichen Material und sind so hoch, dass die Tiere sie nicht überwinden können. Entlang des Zaunes werden in regelmäßigen Abständen Eimer eingegraben, in die die Tiere fallen. (Lesen Sie auch: Peter Schilling 2026: Alles zum Comeback der…)
Ehrenamtliche Helfer kontrollieren die Eimer regelmäßig und tragen die darin befindlichen Tiere sicher über die Straße. Diese Helfer leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Schutz der Amphibien. Oftmals sind sie in den Abend- und Nachtstunden im Einsatz, um die Tiere vor dem sicheren Tod zu bewahren. Autofahrer sollten diese Helfer unbedingt unterstützen, indem sie langsam fahren und auf ihre Anweisungen achten.
Die Erdkröte (Bufo bufo) ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Amphibienart. Sie kann bis zu 12 Zentimeter groß werden und ein Alter von bis zu 40 Jahren erreichen.
Wie lange dauert die Krötenwanderung?
Die Dauer der Krötenwanderung ist stark von den Witterungsbedingungen abhängig. In der Regel beginnt sie, wie bereits erwähnt, wenn die Temperaturen nachts mehrere Tage in Folge über fünf Grad Celsius steigen. Die Hauptwanderung dauert dann meist zwei bis drei Wochen. Allerdings kann sich die Wanderung über einen längeren Zeitraum erstrecken, wenn es zu Kälteeinbrüchen kommt. Die Tiere unterbrechen dann ihre Wanderung und setzen sie erst fort, wenn die Temperaturen wieder steigen.
Auch die Laichzeit der Amphibien spielt eine Rolle. Je nachdem, wann die Tiere mit dem Laichen beginnen, kann sich die Wanderung entsprechend verlängern. Einige Arten, wie beispielsweise der Grasfrosch, laichen bereits sehr früh im Jahr, während andere Arten, wie beispielsweise die Knoblauchkröte, erst später mit dem Laichen beginnen. Die NABU bietet detaillierte Informationen zu den einzelnen Arten und ihren Wanderungszeiten.

Ursprünglich berichtet von: Stern (Lesen Sie auch: Lawinen österreich: Vier Tote nach Lawinenabgängen in…)
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Krötenwanderung für die Tiere so gefährlich?
Die Krötenwanderung ist gefährlich, weil die Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern oft Straßen überqueren müssen. Der Straßenverkehr stellt eine erhebliche Bedrohung dar, da viele Tiere überfahren werden oder durch den Luftdruck von schnell fahrenden Autos sterben.
Welche Rolle spielen die Naturschutzorganisationen beim Schutz der Kröten?
Naturschutzorganisationen wie der NABU spielen eine wichtige Rolle beim Schutz der Kröten. Sie organisieren beispielsweise den Aufbau von Krötenzäunen, koordinieren die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und informieren die Öffentlichkeit über die Gefahren der Krötenwanderung.
Wie erkenne ich eine Amphibienwanderstrecke?
Amphibienwanderstrecken sind in der Regel durch spezielle Warnschilder gekennzeichnet. Diese Schilder zeigen beispielsweise eine Kröte oder einen Frosch und weisen auf die Gefahr durchquerender Amphibien hin. Achten Sie besonders auf diese Schilder in der Nähe von Gewässern und Feuchtgebieten. (Lesen Sie auch: Lawinentote Tirol: Zahl der Opfer steigt auf…)
Was passiert, wenn die Temperaturen während der Wanderung wieder sinken?
Wenn die Temperaturen während der Krötenwanderung wieder sinken, unterbrechen die Tiere ihre Wanderung. Sie suchen dann Schutz unter Steinen, Laub oder in Erdhöhlen und warten auf wärmeres Wetter. Sobald die Temperaturen wieder steigen, setzen sie ihre Wanderung fort.
Gibt es regionale Unterschiede bei der Krötenwanderung in Deutschland?
Ja, es gibt regionale Unterschiede bei der Krötenwanderung in Deutschland. Die Wanderung beginnt in den wärmeren Regionen früher als in den kälteren. Auch die Artenzusammensetzung der Amphibien kann regional unterschiedlich sein. Das Umweltbundesamt bietet Informationen zur Verbreitung verschiedener Arten.
Die alljährliche Krötenwanderung ist ein faszinierendes Naturschauspiel, das jedoch auch mit Gefahren für die Tiere verbunden ist. Durch achtsames Verhalten im Straßenverkehr können Autofahrer einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Amphibien leisten. Indem sie die Geschwindigkeit reduzieren, auf Warnschilder achten und Helfer unterstützen, können sie dazu beitragen, dass möglichst viele Kröten sicher zu ihren Laichgewässern gelangen und sich fortpflanzen können. Nur so kann der Fortbestand dieser wichtigen Tierarten gesichert werden.




