Der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter ist, Stand 22.05.2026, eine der profiliertesten Stimmen in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Als ehemaliger Oberst der Bundeswehr und langjähriger Bundestagsabgeordneter prägt er die Debatten, insbesondere zum Umgang mit Russland und zur Unterstützung der Ukraine. Seine klaren und oft fordernden Positionen machen ihn zu einer zentralen Figur in der politischen Landschaft Deutschlands.
Roderich Kiesewetter ist ein deutscher Politiker der CDU und Oberst außer Dienst. Seit 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und gilt als einflussreicher Experte für Außen- und Sicherheitspolitik. Seine Analysen, die auf seiner langjährigen militärischen Erfahrung basieren, finden in den Medien und der Politik große Beachtung. Insbesondere seine Haltung im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hat ihn ins Zentrum der öffentlichen Diskussion gerückt.
Wer ist Roderich Kiesewetter? Militärische und politische Karriere
Geboren am 11. September 1963 in Pfullendorf, entstammt Roderich Kiesewetter einer Familie mit militärischer Tradition. Folgerichtig trat er 1982 nach dem Abitur in die Bundeswehr ein und absolvierte eine Ausbildung zum Offizier der Artillerietruppe. Sein Weg führte ihn zu einem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München sowie an der University of Texas in Austin.
Während seiner Zeit bei der Bundeswehr durchlief Kiesewetter zahlreiche Stationen, darunter Verwendungen im Bundesministerium der Verteidigung, bei der NATO und der EU in Brüssel. Er war zudem Bataillonskommandeur und nahm an Auslandseinsätzen teil, bevor er als Oberst im Generalstabsdienst (Oberst i.G.) seine militärische Laufbahn beendete. Diese umfassende Erfahrung im Militär- und Sicherheitsapparat bildet das Fundament seiner heutigen politischen Arbeit. Beispielsweise war er von 2011 bis 2016 Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr.
Im Jahr 2009 wurde Roderich Kiesewetter für die CDU erstmals direkt in den Deutschen Bundestag gewählt, wo er den Wahlkreis Aalen – Heidenheim vertritt. Seitdem ist er eine feste Größe im Auswärtigen Ausschuss, dessen Obmann er für die CDU/CSU-Fraktion ist. Zudem war er stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, das die Nachrichtendienste des Bundes überwacht.
Kiesewetters Positionen zum Ukraine-Krieg
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine gehört Roderich Kiesewetter zu den entschiedensten Befürwortern einer umfassenden militärischen Unterstützung für Kiew. Er fordert regelmäßig und mit Nachdruck die Lieferung von mehr und schlagkräftigeren Waffensystemen. Seine Forderung, den Krieg nach Russland zu tragen, sorgte für Diskussionen, wobei er präzisierte, es gehe darum, militärische Ziele in Russland anzugreifen, um die ukrainische Verteidigungsfähigkeit zu stärken.
In einem Gastbeitrag für den Focus forderte Kiesewetter im Mai 2026 gemeinsam mit der Wissenschaftlerin Susann Worschech, das strategische Ziel Europas müsse die bedingungslose Kapitulation Russlands sein. Dies umfasse den vollständigen Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine und ein Ende der imperialen Ambitionen des Kremls. Zudem warnt er davor, dass Deutschland selbst ein Kriegsziel Russlands sei und die Bedrohung ernst genommen werden müsse. Die aktuellen Entwicklungen rund um den Konflikt, wie etwa der schwierige Stand der Ukraine, sind auch Thema in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Frage einer möglichen EU-Mitgliedschaft, zu der sich auch CDU-Politiker wie Friedrich Merz geäußert hat.
Kiesewetter über Sicherheitspolitik und die Rolle Deutschlands
Die sicherheitspolitischen Analysen von Roderich Kiesewetter gehen weit über den Ukraine-Krieg hinaus. Er sieht eine neue Weltordnung im Entstehen, in der Europa und insbesondere Deutschland mehr Verantwortung übernehmen müssen. Angesichts der als unberechenbar empfundenen US-Politik, insbesondere während der Präsidentschaft von Donald Trump, plädiert Kiesewetter für eine stärkere europäische Verteidigung und eine Erhöhung der eigenen militärischen Fähigkeiten.
Er betont die Notwendigkeit, die transatlantische Partnerschaft neu zu definieren und auf Augenhöhe mit den USA zu agieren. Dazu gehört für ihn auch eine ehrliche Debatte über einen europäischen nuklearen Schutzschirm, um die Abschreckung gegenüber Russland glaubhaft zu sichern. Kiesewetter sieht eine Allianz autoritärer Staaten wie Russland, China, Iran und Nordkorea als größte Bedrohung für die regelbasierte internationale Ordnung.
Kiesewetters kritische Haltung gegenüber China
Auch gegenüber China vertritt Roderich Kiesewetter eine klare und kritische Haltung. Er warnt eindringlich vor der Naivität Deutschlands im Umgang mit Pekings strategischen Zielen. Nach der Festnahme von zwei Deutschen wegen mutmaßlicher Spionage für China im Mai 2026 bezeichnete er den Fall als „Spitze des Eisbergs“.
Kiesewetter zufolge führt China eine hybride Kriegsführung gegen den Westen, die von Cyberangriffen und Spionage bis hin zu wirtschaftlicher Erpressung reicht. Er fordert eine stärkere Resilienz in Wirtschaft und Wissenschaft, beispielsweise durch die Überprüfung von Forschungskooperationen und eine generelle Änderung der deutschen „Ein-China-Politik“. Deutschland müsse erkennen, dass China versuche, Know-how in Schlüsseltechnologien zu erlangen, um es letztlich gegen den Westen einzusetzen.
Kontroversen und öffentliche Wahrnehmung
Mit seinen unmissverständlichen Positionen eckt Roderich Kiesewetter regelmäßig an. Seine Direktheit wird von Befürwortern als notwendige Klarheit in unsicheren Zeiten geschätzt, von Kritikern jedoch bisweilen als zu konfrontativ empfunden. Im Juni 2024 wurde er an einem Wahlkampfstand in Aalen tätlich angegriffen, was eine breite Debatte über die zunehmende Gewalt gegen Politiker auslöste. Der mutmaßliche Täter soll der „Querdenker“-Szene nahestehen.
Für negatives Aufsehen sorgte zudem ein Vorfall im August 2023, als Kiesewetter auf einem Stadtfest in Ellwangen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes beleidigt haben soll. Berichten zufolge soll er einen Vergleich mit Verantwortlichen in Konzentrationslagern gezogen haben. Kiesewetter entschuldigte sich später für den Vorfall. Trotz solcher Kontroversen bleibt die politische Karriere von Persönlichkeiten wie Kiesewetter oft im Fokus, ähnlich wie bei anderen öffentlichen Figuren wie dem Rapper Bushido, dessen Lebenswandel ebenfalls intensiv diskutiert wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Politische Laufbahn: Roderich Kiesewetter ist seit 2009 für die CDU direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages. (Quelle: Deutscher Bundestag)
- Militärischer Hintergrund: Vor seiner politischen Karriere war er Oberst im Generalstabsdienst der Bundeswehr und in verschiedenen nationalen und internationalen Positionen tätig. (Quelle: Wikipedia)
- Position zu Ukraine: Er ist einer der stärksten Befürworter massiver Militärhilfe für die Ukraine und fordert, das strategische Ziel müsse die Kapitulation Russlands sein. (Quelle: FOCUS online)
- Haltung zu China: Kiesewetter warnt vor chinesischer Spionage und hybrider Kriegsführung und bezeichnet die deutsche Haltung als zu naiv. (Quelle: dts Nachrichtenagentur)
- Ausschussarbeit: Er ist Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss und war stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums. (Quelle: Deutscher Bundestag)
- Angriff 2024: Im Juni 2024 wurde er an einem Wahlkampfstand in Aalen tätlich angegriffen, was eine Debatte über Gewalt gegen Politiker auslöste. (Quelle: Wikipedia, ZDFheute)
- Geburtsdatum: Geboren wurde er am 11. September 1963 in Pfullendorf, Baden-Württemberg. (Quelle: Wikipedia)
| Jahr | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 1963 | Geburt in Pfullendorf | Wikipedia |
| 1982 | Eintritt in die Bundeswehr nach dem Abitur | Deutscher Bundestag |
| 1983-1986 | Studium der Wirtschafts- & Organisationswissenschaften | Wikipedia |
| 1995-1997 | Generalstabsausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr | mitmischen.de |
| 2006-2009 | Executive Officer des Chefs des Stabes im NATO-Hauptquartier SHAPE | mitmischen.de |
| 2009 | Direktwahl in den Deutschen Bundestag | Wikipedia |
| 2011-2016 | Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr | Wikipedia |
| seit 2014 | Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Auswärtigen Ausschuss | Deutscher Bundestag |
| 2022-2025 | Stellv. Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums | Wikipedia |
FAQ zu Roderich Kiesewetter
- Für welche Partei ist Roderich Kiesewetter im Bundestag?
- Roderich Kiesewetter ist Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU) und gehört der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Er trat bereits 1981 in die Partei ein.
- Welchen militärischen Rang hatte Roderich Kiesewetter?
- Vor seiner Wahl in den Bundestag war Roderich Kiesewetter Oberst im Generalstabsdienst (i.G.) bei der Bundeswehr. Heute ist er Oberst außer Dienst (a.D.).
- Was sind die Kernforderungen von Kiesewetter zum Ukraine-Krieg?
- Kiesewetter fordert eine massive und schnelle militärische Unterstützung der Ukraine, einschließlich weitreichender Waffensysteme. Sein erklärtes strategisches Ziel ist die militärische Niederlage und bedingungslose Kapitulation Russlands, um einen dauerhaften Frieden in Europa zu sichern.
- Welchen Wahlkreis vertritt Roderich Kiesewetter?
- Roderich Kiesewetter vertritt seit 2009 als direkt gewählter Abgeordneter den Bundestagswahlkreis Aalen – Heidenheim in Baden-Württemberg.
- Wann und wo wurde Roderich Kiesewetter angegriffen?
- Roderich Kiesewetter wurde am 1. Juni 2024 an einem CDU-Wahlkampfstand in Aalen körperlich attackiert und dabei leicht verletzt. Der Vorfall löste eine breite öffentliche Debatte über die Sicherheit von Politikern aus.
- Wie steht Kiesewetter zu China?
- Er vertritt eine sehr kritische Haltung gegenüber China. Kiesewetter warnt vor Chinas hybrider Kriegsführung, die Spionage, Cyberangriffe und wirtschaftlichen Druck umfasst, und fordert von Deutschland und Europa eine robustere und weniger naive Politik gegenüber Peking.
- In welchen Ausschüssen ist Roderich Kiesewetter tätig?
- Roderich Kiesewetter ist Obmann seiner Fraktion im Auswärtigen Ausschuss. Er ist zudem ordentliches Mitglied in diesem Ausschuss und war bis Juni 2025 stellvertretender Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums. (Quelle: Bundestag.de)
Fazit
Roderich Kiesewetter hat sich als einer der führenden außen- und sicherheitspolitischen Experten in Deutschland etabliert. Seine auf militärischer Erfahrung basierenden, klaren und oft kompromisslosen Positionen, insbesondere zur Unterstützung der Ukraine und im Umgang mit Russland und China, machen ihn zu einer einflussreichen und bisweilen polarisierenden Stimme. Er fordert von Deutschland und Europa, mehr Verantwortung in einer sich wandelnden Weltordnung zu übernehmen und für die eigenen Werte und Sicherheitsinteressen konsequent einzustehen. Seine Analysen werden die politische Debatte in Deutschland auch in Zukunft maßgeblich mitprägen.