Der KI-Sportunterricht könnte bald Realität werden: Eine Gruppe von Schülern aus Niedersachsen hat ein KI-basiertes System entwickelt, um die Benotung im Sportunterricht gerechter zu gestalten. Ihr Projekt «SkillFIT» zielt darauf ab, individuelle Fortschritte anstelle von starren Normen zu bewerten und wurde sogar bei den Olympischen Winterspielen in Cortina vorgestellt. KI Sportunterricht steht dabei im Mittelpunkt.

Auf einen Blick
- Schüler aus Niedersachsen entwickeln KI-System für fairen Sportunterricht.
- «SkillFIT» berücksichtigt individuelle Fortschritte statt starrer Normen.
- Kritik an ungerechten Bewertungsmaßstäben im traditionellen Sportunterricht.
- Präsentation des Projekts im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen.
- Ziel: Motivation zur Bewegung statt Frustration durch ungerechte Noten.
Sportunterricht neu gedacht: KI soll für mehr Fairness sorgen
Fünf Jugendliche aus der Nähe von Bremen haben die Initiative ergriffen, um ein Problem anzugehen, das viele Schüler kennen: die oft als ungerecht empfundene Benotung im Sportunterricht. Ihr Projekt «SkillFIT», entstanden im Rahmen eines Innovationswettbewerbs, verspricht eine individualisierte und gerechtere Leistungsbewertung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Wie Stern berichtet, stellten die Jugendlichen ihr Projekt sogar im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen in Cortina vor.
Die Jugendlichen kritisieren, dass im herkömmlichen Sportunterricht oft starre Bewertungsmaßstäbe angewendet werden, die die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen der Schüler nicht ausreichend berücksichtigen. Trotz Anstrengung und Trainingsfortschritten würden viele Schüler nicht entsprechend gewürdigt, was zu Frustration und Demotivation führen kann.
„Sportunterricht sollte eigentlich zur Bewegung motivieren, aber für manche wird er zum Ort von Frust“, erklärt einer der beteiligten Schüler. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation von 2019 habe gezeigt, dass mehr als 80 Prozent der Schulkinder als körperlich inaktiv gelten. Der Sportunterricht könne aber auch Teil der Lösung sein, wenn er individueller und motivierender gestaltet werde.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren mindestens 60 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität pro Tag. Diese Empfehlung soll dazu beitragen, die Gesundheit zu fördern und das Risiko von chronischen Krankheiten zu verringern.
Wie funktioniert der KI-gestützte Sportunterricht?
Das Herzstück von «SkillFIT» ist ein KI-gestütztes System, das Lehrkräfte bei der individuellen Bewertung der Schülerleistungen unterstützen soll. Anstatt sich auf starre Tabellen zu verlassen, die beispielsweise eine bestimmte Zeit für die Note Eins im 100-Meter-Lauf vorschreiben, soll der persönliche Fortschritt jedes Schülers stärker berücksichtigt werden. (Lesen Sie auch: Krötenwanderung Gestartet: Autofahrer Aufgepasst!)
Das System erfasst verschiedene Daten wie Zeiten, Wiederholungen oder Ausdauerwerte und setzt diese in Relation zu den jeweiligen körperlichen Voraussetzungen des Schülers. Auch unterschiedliche Ausgangslagen, wie chronische oder vorübergehende Einschränkungen, sollen dabei einbezogen werden. Ziel ist es, die individuelle Entwicklung jedes Schülers sichtbar zu machen und somit eine gerechtere Bewertung zu ermöglichen.
Die Jugendlichen betonen, dass «SkillFIT» die Lehrkräfte nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen soll. Gerade in großen Klassen mit rund 30 Schülern sei es schwierig, jedem einzelnen Schüler gleichermaßen gerecht zu werden. Das System soll den Lehrkräften helfen, den Überblick zu behalten und die individuellen Fortschritte jedes Schülers zu erkennen.
Lehrkräfte könnten «SkillFIT» nutzen, um individuelle Trainingspläne für Schüler zu erstellen, die auf deren spezifischen Bedürfnissen und Fähigkeiten zugeschnitten sind. Dies könnte die Motivation der Schüler steigern und zu besseren Ergebnissen führen.
Der Zugriff auf die erhobenen Daten soll dabei streng kontrolliert werden. Nur die jeweilige Lehrkraft sowie der betreffende Schüler sollen Einsicht in die Daten haben. Dies soll den Datenschutz gewährleisten und das Vertrauen der Schüler in das System stärken.
Welche Vorteile bietet der KI-Sportunterricht gegenüber traditionellen Methoden?
Der Einsatz von KI im Sportunterricht verspricht eine Reihe von Vorteilen gegenüber traditionellen Bewertungsmethoden. Einer der wichtigsten Vorteile ist die Individualisierung der Leistungsbewertung. Durch die Berücksichtigung der individuellen Voraussetzungen und Fortschritte jedes Schülers kann eine gerechtere und motivierendere Bewertung erreicht werden.
Ein weiterer Vorteil ist die Objektivierung der Bewertung. Durch den Einsatz von KI können subjektive Einflüsse der Lehrkraft bei der Bewertung minimiert werden. Die KI analysiert die erfassten Daten objektiv und liefert somit eine fundierte Grundlage für die Notengebung. (Lesen Sie auch: Esc österreich: 19-Jähriger Vertritt Beim 2026)
Darüber hinaus kann der KI-Sportunterricht dazu beitragen, die Motivation der Schüler zu steigern. Wenn Schüler das Gefühl haben, dass ihre Anstrengungen und FortschritteFair bewertet werden, sind sie eher bereit, sich im Sportunterricht zu engagieren und ihre Leistungen zu verbessern. Das Projekt wurde im Rahmen eines Innovationswettbewerbs entwickelt, was die Kreativität und den Erfindergeist der Jugendlichen unterstreicht.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Einführung von KI im Sportunterricht. Eine wichtige Herausforderung ist der Datenschutz. Es muss sichergestellt werden, dass die erhobenen Daten der Schüler sicher gespeichert und vor Missbrauch geschützt werden. Zudem ist es wichtig, dass die Schüler und Eltern über die Funktionsweise des Systems und die Verwendung der Daten informiert werden.
Ein weiterer Aspekt ist die Akzeptanz des Systems durch die Lehrkräfte. Es ist wichtig, dass die Lehrkräfte in die Entwicklung und Einführung des Systems einbezogen werden und von den Vorteilen des KI-Sportunterrichts überzeugt sind.
Der Behinderten-Sportverband Niedersachsen e.V. (BSN) bietet vielfältige Sportangebote für Menschen mit Behinderungen an. Diese Angebote könnten durch KI-gestützte Trainingspläne noch individueller gestaltet werden.
Die Rolle von «SkillFIT» bei den Olympischen Winterspielen
Die Präsentation von «SkillFIT» im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen in Cortina war ein großer Erfolg für die Jugendlichen. Sie hatten die Möglichkeit, ihr Projekt einem breiten Publikum vorzustellen und Kontakte zu knüpfen. Die Resonanz auf das Projekt war durchweg positiv.

„Es war eine tolle Erfahrung, unser Projekt bei Olympia vorstellen zu dürfen“, erzählt einer der beteiligten Schülerinnen. „Wir haben viele interessante Gespräche geführt und wertvolles Feedback erhalten. Das hat uns sehr motiviert, unser Projekt weiterzuentwickeln.“ (Lesen Sie auch: Peter Schilling 2026: Alles zum Comeback der…)
Die Präsentation bei Olympia hat gezeigt, dass das Thema KI im Sportunterricht auch international auf großes Interesse stößt. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft weitere Projekte und Initiativen in diesem Bereich entstehen werden. Die Jugendlichen aus Niedersachsen haben mit «SkillFIT» einen wichtigen Beitrag geleistet, um den Sportunterricht gerechter und motivierender zu gestalten. Die Homepage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bietet weitere Informationen zu Initiativen im Bereich Sport und Innovation.
Wie geht es mit «SkillFIT» weiter?
Die Jugendlichen planen, «SkillFIT» in den kommenden Monaten weiterzuentwickeln und zu testen. Sie wollen das System an verschiedenen Schulen in Niedersachsen erproben und das Feedback der Schüler und Lehrkräfte in die Weiterentwicklung einbeziehen.
„Unser Ziel ist es, «SkillFIT» so zu gestalten, dass es möglichst einfach und intuitiv zu bedienen ist“, erklärt einer der beteiligten Schüler. „Wir wollen ein System entwickeln, das den Lehrkräften wirklich hilft und den Sportunterricht für alle Schüler gerechter und motivierender macht.“
Die Jugendlichen sind zuversichtlich, dass «SkillFIT» einen positiven Beitrag zur Verbesserung des Sportunterrichts leisten kann. Sie hoffen, dass ihr Projekt dazu beiträgt, mehr Schüler für Sport und Bewegung zu begeistern und die körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Die Förderung von Bewegung und Sport bei Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiges Ziel der Bundesregierung.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist das Ziel des Projekts «SkillFIT»?
Das Ziel von «SkillFIT» ist es, den Sportunterricht durch den Einsatz von KI gerechter zu gestalten. Das System soll individuelle Fortschritte der Schüler berücksichtigen und so eine fairere Leistungsbewertung ermöglichen, die über starre Normen hinausgeht.
Wie werden die Daten der Schüler bei «SkillFIT» geschützt?
Ersetzt «SkillFIT» die Lehrkräfte im Sportunterricht?
Nein, «SkillFIT» soll die Lehrkräfte nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen. Gerade in großen Klassen ist es schwierig, jedem Schüler gleichermaßen gerecht zu werden. Das System soll den Lehrkräften helfen, den Überblick zu behalten.
Welchen Einfluss hat «SkillFIT» auf die Motivation der Schüler?
Durch die individuelle Bewertung der Leistungen und Fortschritte sollen die Schüler motiviert werden, sich im Sportunterricht zu engagieren und ihre Leistungen zu verbessern. Das System soll dazu beitragen, dass Schüler ihre Anstrengungen als fair bewertet wahrnehmen.
Wo wird «SkillFIT» in Zukunft eingesetzt?
Die Jugendlichen planen, «SkillFIT» an verschiedenen Schulen in Niedersachsen zu erproben. Das Feedback der Schüler und Lehrkräfte soll in die Weiterentwicklung des Systems einfließen, um es möglichst einfach und intuitiv zu gestalten.
Das Projekt «SkillFIT» zeigt, dass Jugendliche mit innovativen Ideen und dem Einsatz von Technologie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Sportunterrichts leisten können. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht und weitere Initiativen entstehen, die den Sportunterricht gerechter, motivierender und individueller gestalten.




