Das Kanada Curling Olympia-Team steht bei den Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo, Stand 14.02.2026, überraschend unter Druck. Während die Männer um Skip Brad Jacobs ihre Auftaktpartien knapp für sich entscheiden konnten, erlebt das hochfavorisierte Frauenteam um Rachel Homan einen historischen Fehlstart. Die traditionelle Dominanz der kanadischen Curling-Nation scheint erstmals ernsthaft in Gefahr zu sein.
Kanada, die historisch erfolgreichste Nation im olympischen Curling, sieht sich bei den Spielen in Italien 2026 einer neuen Realität gegenüber. Das Herrenteam sicherte sich zwar einen knappen Auftaktsieg, doch die Damen von Team Homan mussten bereits zwei Niederlagen hinnehmen, darunter eine erstmalige Pleite gegen die USA. Diese Entwicklung stellt die Vormachtstellung des Landes in Frage und sorgt für Spannung im weiteren Turnierverlauf.
Das Wichtigste in Kürze
- Herren-Team Jacobs startet mit Sieg: Kanadas Männer-Team um Skip Brad Jacobs gewann sein Auftaktspiel gegen Deutschland knapp mit 7:6 im Extra-End.
- Historische Niederlage für Frauen: Das Frauen-Team von Skip Rachel Homan verlor erstmals in der Olympia-Geschichte ein Spiel gegen die USA (8:9).
- Druck auf Team Homan wächst: Nach einer weiteren Niederlage steht das als Goldfavorit gehandelte kanadische Frauenteam bereits früh im Turnier unter massivem Druck.
- Kanadas Dominanz: Seit der Wiederaufnahme von Curling ins olympische Programm 1998 ist Kanada mit 12 Medaillen (6x Gold) die erfolgreichste Nation.
- Deutsche Teams im Fokus: Die deutschen Curler lieferten Kanada einen starken Kampf, was das gestiegene Niveau der internationalen Konkurrenz unterstreicht.
- Nächste Spiele entscheidend: Die kommenden Round-Robin-Spiele sind für beide kanadischen Teams richtungsweisend für den Einzug in die Medaillenrunde.
- Mixed Doubles: Im Mixed Doubles vertreten Jocelyn Peterman und Brett Gallant die kanadischen Farben.
Inhaltsverzeichnis
- Herren-Team Jacobs zittert sich zum Sieg
- Damen-Team Homan: Historischer Fehlstart und Druck
- Wie reagiert die Curling-Nation Kanada?
- Die kanadischen Teams im Detail
- Kanadas historische Olympia-Bilanz im Curling
- Häufig gestellte Fragen zum Kanada Curling Olympia Team
- Fazit: Neue Spannung im olympischen Curling
Herren-Team Jacobs zittert sich zum Sieg
Die kanadischen Herren starteten erwartungsgemäß, aber keineswegs souverän in das olympische Turnier. Im Auftaktmatch gegen das deutsche Team um Skip Marc Muskatewitz entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Die junge deutsche Mannschaft, die zum ersten Mal seit 2014 wieder bei Olympia dabei ist, zwang den Goldfavoriten in die Verlängerung. Erst im Extra-End sicherte sich das erfahrene Team von Brad Jacobs den 7:6-Erfolg. Dieser knappe Sieg war ein erster Warnschuss und zeigte, dass die Konkurrenz, wie wir auch in unserer Analyse zu anderen olympischen Eissportarten sehen, deutlich aufgeholt hat.
Das Team Jacobs, bestehend aus Jacobs, Marc Kennedy, Brett Gallant und Ben Hebert, verfügt über immense Erfahrung. Jacobs, Kennedy und Hebert wurden bereits 2010 und 2014 Olympiasieger. Dennoch zeigte die Partie gegen Deutschland, dass Routine allein kein Garant für Siege ist. Jeder Fehler wird auf diesem Niveau sofort bestraft.
Damen-Team Homan: Historischer Fehlstart und Druck
Für die größte Schlagzeile sorgte jedoch das kanadische Frauenteam. Die Mannschaft von Skip Rachel Homan, die als amtierende Weltmeisterin und Topfavoritin nach Mailand gereist war, erlebte einen Albtraumstart. Im Spiel gegen die USA kassierte Kanada eine schmerzhafte 8:9-Niederlage. Es war das erste Mal überhaupt, dass ein kanadisches Frauenteam bei Olympischen Spielen gegen die USA verlor. Berichten zufolge sicherten sich die Amerikanerinnen den Sieg mit einem starken letzten Stein im zehnten End.
Die Probleme für Team Homan setzten sich fort. Auch im darauffolgenden Spiel lief es nicht rund, was zu einer weiteren Niederlage führte. Mit einer 0:2-Bilanz steht das Team, zu dem auch Tracy Fleury, Emma Miskew und Sarah Wilkes gehören, nun massiv unter Druck. Jedes weitere Spiel in der Round Robin hat Endspielcharakter, um die Chance auf eine Medaille zu wahren. Die Nervosität ist spürbar und die sonst so selbstsicheren Kanadierinnen müssen schnell zu ihrer Form finden.
Wie reagiert die Curling-Nation Kanada?
In Kanada ist Curling mehr als nur ein Sport – es ist ein nationales Heiligtum. Die Erwartungshaltung an die Olympia-Teams ist traditionell riesig. Jedes Spiel wird von Millionen Fans verfolgt und analysiert. Der Fehlstart der Damen sorgt landesweit für Diskussionen. Experten und ehemalige Spieler analysieren jeden Stein und suchen nach Gründen für die unerwarteten Schwierigkeiten. Der Druck aus der Heimat dürfte die Anspannung für die Athletinnen in Cortina zusätzlich erhöhen. Die Situation erinnert an die Spannung bei anderen Großereignissen, wie sie beispielsweise die Familie Beckham bei Fußball-Weltmeisterschaften erlebte.
Die kanadischen Teams im Detail
Um die aktuelle Situation besser einordnen zu können, ist ein Blick auf die Zusammensetzung der Teams hilfreich. Beide Mannschaften qualifizierten sich über die anspruchsvollen kanadischen Olympia-Trials.
Team Jacobs (Herren)
Das Herrenteam ist eine Ansammlung von Curling-Legenden. Ihre Erfahrung ist ihr größtes Kapital, könnte aber auch bedeuten, dass andere, jüngere Teams sie in Sachen Dynamik herausfordern.
Team Homan (Damen)
Team Homan dominierte die letzten beiden Jahre die internationale Szene und gewann zwei Weltmeistertitel in Folge. Die aktuelle Formschwäche bei Olympia kommt daher besonders überraschend.
Video-Empfehlung: Für Einblicke in die Dramatik des Auftaktspiels der Herren empfehlen wir die Highlights des Spiels Kanada gegen Deutschland auf YouTube. Suchen Sie nach «Canada Germany Curling Milano Cortina 2026».
Kanadas historische Olympia-Bilanz im Curling
Seit Curling 1998 in Nagano wieder ins offizielle olympische Programm aufgenommen wurde, hat kein Land den Sport so dominiert wie Kanada. Die Bilanz ist beeindruckend und unterstreicht die hohe Erwartungshaltung.
Die folgende Tabelle zeigt die Medaillengewinne der kanadischen Curling-Teams bei den Olympischen Winterspielen seit 1998. Die Daten stammen von der offiziellen Seite des Canadian Olympic Committee.
| Jahr | Austragungsort | Herren-Medaille | Damen-Medaille | Mixed Doubles Medaille |
|---|---|---|---|---|
| 1998 | Nagano | Silber | Gold | – |
| 2002 | Salt Lake City | Silber | Bronze | – |
| 2006 | Turin | Gold | Bronze | – |
| 2010 | Vancouver | Gold | Silber | – |
| 2014 | Sotschi | Gold | Gold | – |
| 2018 | Pyeongchang | 4. Platz | 6. Platz | Gold |
| 2022 | Peking | Bronze | 5. Platz | 5. Platz |
Häufig gestellte Fragen zum Kanada Curling Olympia Team
Wer sind die Skips der kanadischen Curling-Teams bei Olympia 2026?
Die Skips für das Kanada Curling Olympia 2026 Team sind Brad Jacobs für die Herren und Rachel Homan für die Damen.
Warum steht das kanadische Frauenteam unter Druck?
Das Team von Rachel Homan hat seine ersten beiden Spiele verloren, darunter eine historische erste Niederlage gegen die USA bei Olympischen Spielen. Als amtierender Weltmeister und Goldfavorit ist der Druck nun enorm, die K.o.-Runde noch zu erreichen.
Wie hat das kanadische Herren-Team sein erstes Spiel bestritten?
Das Herren-Team um Brad Jacobs gewann sein Auftaktspiel gegen Deutschland knapp mit 7:6. Der Sieg kam erst im Extra-End zustande, was auf eine starke internationale Konkurrenz hindeutet.
Wie erfolgreich war Kanada historisch im olympischen Curling?
Kanada ist die erfolgreichste Curling-Nation in der olympischen Geschichte. Seit 1998 gewannen kanadische Teams insgesamt 12 Medaillen, davon sechs goldene. Diese Information ist auch auf der Wikipedia-Seite zu Curling bei Olympia dokumentiert.
Wer vertritt Kanada im Mixed Doubles Curling?
Jocelyn Peterman und Brett Gallant wurden nominiert, um Kanada im Mixed Doubles Wettbewerb bei den Olympischen Spielen 2026 zu vertreten.
Fazit: Neue Spannung im olympischen Curling
Die ersten Tage des olympischen Curling-Turniers 2026 haben gezeigt, dass die Vormachtstellung des Kanada Curling Olympia-Teams bröckelt. Während die Herren ihre Favoritenrolle mit einem knappen Sieg bestätigten, hat der Fehlstart der Damen um Rachel Homan die Karten im Frauenturnier völlig neu gemischt. Die internationale Spitze ist enger zusammengerückt, und Nationen wie die USA, die Schweiz und Schweden, aber auch Deutschland, zeigen, dass sie die kanadische Dominanz brechen können. Für die Fans bedeutet dies eine willkommene, neue Spannung in einem Sport, der von Taktik, Präzision und Nervenstärke lebt.
Über den Autor:
Maximilian Stein ist Sportjournalist und seit über 15 Jahren Experte für olympische Wintersportarten. Seine Analysen erscheinen regelmäßig in führenden Sportmagazinen. Er berichtet live aus Mailand und Cortina d’Ampezzo.