Das Hamburger Traditionsunternehmen Jungheinrich, einer der weltweit führenden Anbieter in der Intralogistik, steht am 15.02.2026 im Zentrum des Interesses. Angesichts globaler Lieferketten-Herausforderungen und dem unaufhaltsamen Trend zur Automatisierung rückt die strategische Ausrichtung des Konzerns in den Fokus von Anlegern und Branchenexperten. Deshalb analysieren wir die aktuellen Entwicklungen, die technologischen Innovationen und die Zukunftsaussichten des Unternehmens.
Jungheinrich ist ein global agierender deutscher Konzern, der auf Flurförderzeuge, Lagertechnik und automatisierte Intralogistiklösungen spezialisiert ist. Das Unternehmen bietet ein umfassendes Portfolio von Gabelstaplern und Hubwagen bis hin zu komplexen, vollautomatisierten Lagersystemen und Softwarelösungen, um den Materialfluss in Lagern und Produktionsstätten weltweit zu optimieren. Nachhaltigkeit und Effizienz sind dabei zentrale Säulen der Unternehmensstrategie.
Das Wichtigste in Kürze
- Marktposition: Jungheinrich ist weltweit die Nummer drei und in Europa die Nummer zwei in der Flurförderzeug- und Lagertechnikbranche.
- Strategie 2025+: Der Konzern verfolgt das Ziel, durch Fokus auf Automation, Digitalisierung und nachhaltige Energielösungen profitabel zu wachsen.
- Automatisierung als Treiber: Mobile Roboter (AMR/AGV) und automatisierte Lagersysteme sind zentrale Wachstumstreiber, die Effizienz und Sicherheit in der Logistik erhöhen.
- Finanzielle Entwicklung: Nach einem robusten Geschäftsjahr 2024 blickt das Unternehmen optimistisch auf 2025 und hat sich klare Ziele für Umsatz und Profitabilität gesetzt.
- Nachhaltigkeit im Fokus: Bis 2030 strebt Jungheinrich Klimaneutralität in den eigenen Werken (Scope 1 und 2) an und setzt verstärkt auf Lithium-Ionen-Technologie.
- Globaler Rückzug: Das Unternehmen hat seine Geschäftsaktivitäten in Russland mit dem Verkauf der dortigen Tochtergesellschaft im Februar 2026 vollständig beendet.
- Innovation: Die Entwicklung neuer Technologien, wie dem automatisierten Kleinteilelager PowerCube und dem Ausbau des Experience Centre in Moosburg, unterstreicht die Innovationskraft.
Inhaltsverzeichnis
- Wer ist Jungheinrich und was macht das Unternehmen?
- Automation und Robotik: Die Zukunft der Intralogistik
- Die Jungheinrich Aktie im Check
- Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Jungheinrich?
- Karriere und Jobmöglichkeiten bei Jungheinrich
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: Jungheinrichs Weg in die automatisierte Zukunft
Wer ist Jungheinrich und was macht das Unternehmen?
Gegründet 1953 in Hamburg von Friedrich Jungheinrich, hat sich das Unternehmen von einer Maschinenfabrik zu einem globalen Intralogistik-Konzern entwickelt. Heute ist Jungheinrich in über 40 Ländern mit eigenen Vertriebs- und Servicegesellschaften vertreten und bietet ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen. Das Kerngeschäft umfasst die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Flurförderzeugen wie Gabelstaplern und Hubwagen. Allerdings hat sich das Portfolio stark erweitert.
Neben dem klassischen Fahrzeuggeschäft sind automatisierte Systeme zu einem entscheidenden Standbein geworden. Hierzu zählen fahrerlose Transportsysteme (FTS bzw. AGV) und autonome mobile Roboter (AMR), die den Materialfluss in Lagern revolutionieren. Zudem plant und realisiert Jungheinrich komplette Lagersysteme, von Regalanlagen bis hin zu vollautomatisierten Hochregallagern inklusive der passenden Warehouse-Management-Software (WMS). Dieses ganzheitliche Angebot macht das Unternehmen zu einem wichtigen Partner für die Logistikbranche, wie auch unser Beitrag zu den Herausforderungen an Logistik-Hotspots zeigt.
Geschäftsbereiche im Überblick
Das Geschäftsmodell von Jungheinrich stützt sich auf mehrere Säulen, um den gesamten Lebenszyklus der Intralogistik abzudecken. Zunächst ist da das Neugeschäft mit dem Verkauf von Flurförderzeugen und automatisierten Systemen. Daraufhin folgt der Bereich Miete und Gebrauchtgeräte, der Kunden flexible Lösungen für Bedarfsspitzen oder kurzfristige Projekte bietet. Ein weiterer, sehr wichtiger Bereich ist der Kundendienst, der Wartung, Reparatur und Ersatzteilversorgung sicherstellt und für eine stabile Kundenbindung sorgt. Digitale Lösungen und Software zur Lagerverwaltung runden das Portfolio ab und schaffen vernetzte, intelligente Systeme.
Automation und Robotik: Die Zukunft der Intralogistik
Der Trend zur Automatisierung ist der stärkste Wachstumstreiber für Jungheinrich. Angesichts von Fachkräftemangel und dem steigenden Bedarf an Effizienz und Prozesssicherheit investieren Unternehmen massiv in automatisierte Lösungen. Jungheinrich hat sich hier mit einem breiten Portfolio an mobilen Robotern und automatisierten Fahrzeugen positioniert. Produkte wie der AMR arculee oder die automatisierten Hochhubwagen der ERCa- und EKXa-Serie ermöglichen einen 24/7-Betrieb und reduzieren Fehlerquoten erheblich.
Die intelligenten Systeme können nahtlos in bestehende Lagerinfrastrukturen integriert werden und arbeiten im Mischbetrieb sicher mit Menschen zusammen. Möglich wird dies durch fortschrittliche 3D-Kameras und Laserscanner, die eine 360-Grad-Sicherheitsüberwachung gewährleisten. Die Übernahme des Robotik-Spezialisten arculus im Jahr 2021 und die Akquisition des US-Unternehmens Storage Solutions Group 2023 waren strategische Schritte, um die Kompetenz in diesem Zukunftsfeld weiter auszubauen.
Die Jungheinrich Aktie im Check
Die Jungheinrich Aktie (ISIN: DE0006219934) ist im MDAX gelistet und ein wichtiger Indikator für die konjunkturelle Entwicklung im Maschinenbau und der Logistik. Nach einem herausfordernden Marktumfeld zeigten die jüngsten Finanzberichte eine robuste Entwicklung. Für das Gesamtjahr 2025 hat das Management einen optimistischen Ausblick gegeben, was von Analysten positiv aufgenommen wurde und der Aktie Auftrieb verlieh.
Allerdings ist die Aktie, wie der gesamte Sektor, von globalen wirtschaftlichen Entwicklungen abhängig. Faktoren wie Zinsentscheidungen, geopolitische Spannungen und die Investitionsbereitschaft von Unternehmen beeinflussen den Kursverlauf. Jüngst wurde das Geschäft durch den vollständigen Rückzug aus Russland geprägt, was zwar kurzfristig das Ergebnis belastete, aber strategische Klarheit schafft. Analysten sehen mittelfristig Potenzial, insbesondere durch die starke Positionierung im Wachstumsmarkt der Lagerautomatisierung.
Kennzahlen und Prognosen im Vergleich
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Finanzkennzahlen und Analystenprognosen für die Jungheinrich Aktie.
| Kennzahl | Wert (letzter Bericht) | Prognose 2026 | Entwicklungstrend |
|---|---|---|---|
| Umsatz | ca. 5,5 Mrd. € (2023) | Steigend | Positiv |
| EBIT | ca. 210 Mio. € (H1 2025) | Leicht steigend | Stabil positiv |
| EBIT-Marge | 7,9 % (H1 2025) | ~8 % | Stabil |
| Dividende je Vorzugsaktie | 0,80 € (für 2024) | Leicht steigend erwartet | Positiv |
| Kursziel (Durchschnitt) | ~41 € | Variiert je nach Analyst | Neutral bis positiv |
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei Jungheinrich?
Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie von Jungheinrich. Das Unternehmen hat sich ambitionierte Ziele gesetzt, um ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen. Ein zentrales Ziel ist das Erreichen von Netto-Null-Treibhausgasemissionen in den eigenen Betrieben (Scope 1 und 2) bis 2030. Ein wichtiger Hebel dafür ist der Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kreislaufwirtschaft und der Reduzierung von Abfall. Bis 2030 soll an Standorten mit etablierten Recyclingsystemen kein Deponieabfall mehr anfallen. Im Produktportfolio treibt Jungheinrich die Elektrifizierung voran. Die Lithium-Ionen-Technologie, bei der das Unternehmen als Pionier gilt, ist nicht nur energieeffizienter als herkömmliche Blei-Säure-Batterien, sondern emittiert auch rund 20 % weniger CO2e. Diese Bemühungen werden durch Top-Bewertungen von Nachhaltigkeits-Ratingagenturen wie EcoVadis bestätigt, die Jungheinrich mehrfach mit Platin auszeichneten. Ähnliche Nachhaltigkeitstrends prägen auch andere Branchen, wie unser Artikel über die Folgen des Gletschertourismus verdeutlicht.
Karriere und Jobmöglichkeiten bei Jungheinrich
Als global agierendes Technologieunternehmen bietet Jungheinrich vielfältige Karrieremöglichkeiten. Mit über 21.000 Mitarbeitern weltweit werden Fachkräfte in den unterschiedlichsten Bereichen gesucht. Besonders gefragt sind Ingenieure im Maschinenbau und in der Elektrotechnik, Softwareentwickler für Automatisierungslösungen und IT-Spezialisten. Aber auch im Vertrieb, im Service und in kaufmännischen Funktionen gibt es zahlreiche Einstiegs- und Aufstiegschancen.
Das Unternehmen legt Wert auf die Weiterentwicklung seiner Mitarbeiter und bietet internationale Programme wie das „Going-Global“-Programm an, das Auslandseinsätze fördert. Einstiegspositionen für Techniker umfassen oft die Wartung und Reparatur von Flurförderzeugen, mit Entwicklungsmöglichkeiten hin zu Spezialisierungen in Automation oder zu Führungsaufgaben. Wer eine Karriere bei einem der führenden Intralogistik-Anbieter anstrebt, findet bei Jungheinrich ein innovatives und zukunftsorientiertes Arbeitsumfeld.
Video-Empfehlung: Die Strategie 2025+
Um einen tieferen Einblick in die strategische Ausrichtung des Unternehmens zu erhalten, empfehlen wir das folgende YouTube-Video, in dem der Vorstand die Ziele der Strategie 2025+ erläutert.