Die deutsche Rennrodlerin Julia Taubitz startet am 9. Februar 2026 bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo in den Kampf um ihre erste olympische Medaille. Als Gesamtweltcupführende und achtfache Weltmeisterin zählt die 29-Jährige zu den Top-Favoritinnen im Einsitzer der Frauen.
Das Wichtigste in Kürze
- Julia Taubitz startet am 9. Februar 2026 im Rennrodel-Einsitzer für Deutschland bei Olympia
- Sie ist Gesamtweltcup-Siegerin der Saison 2024/25 und wurde Weltmeisterin im Einsitzer
- Taubitz setzte in den Trainingsläufen vor der Einsitzerentscheidung Bestzeiten
- Die 29-Jährige ist fünfmalige Gesamtweltcup-Gewinnerin mit acht Gold- und sieben Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften
- Als größte Hoffnung auf den ersten Platz gilt Julia Taubitz, die nun auch endlich bei Olympia etwas feiern will
- Die ersten beiden Läufe finden am 9. Februar 2026 ab 17:00 Uhr statt, die Entscheidung fällt am 10. Februar 2026
- Taubitz ist als Sportsoldatin der Bundeswehr im Dienstgrad Oberfeldwebel tätig
Wer ist Julia Taubitz?
Julia Taubitz wurde am 15. April 1996 in Annaberg-Buchholz geboren und entwickelte sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Rennrodlerinnen ihrer Generation. Sie stammt aus dem Erzgebirge und kämpfte sich von dort direkt in die internationale Spitze des Kufensports. Bereits im Nachwuchsbereich zeigte sich ihr außergewöhnliches Talent.
Bereits im Juniorenalter machte Taubitz international auf sich aufmerksam und sammelte Medaillen bei Junioren-Weltmeisterschaften. Der Durchbruch im Rennrodel-Weltcup gelang ihr ab der Saison 2018/19, spätestens jedoch 2019/20, als sie sich dauerhaft in der Weltspitze etablierte.
Die Athletin vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal zeichnet sich durch besondere Qualitäten aus: Ihre Stärke liegt in sauberer Technik, hoher Grundgeschwindigkeit und der Fähigkeit, auch unter Druck fehlerfrei zu fahren. Diese Eigenschaften machten sie zu einer der konstantesten Rodlerinnen im Weltcup.
Karriere-Highlights und Erfolge
Julia Taubitz kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Sie wurde unter anderem Weltmeisterin im Einsitzer sowie Gesamtweltcup-Siegerin in mehreren Saisons, darunter 2019/20 und 2024/25. Mit zahlreichen Weltcupsiegen und Podestplätzen gehört sie seit Jahren zur absoluten Weltspitze.
Besonders bemerkenswert: Taubitz ist fünfmalige Gesamtweltcup-Gewinnerin mit acht Gold- und sieben Silbermedaillen bei verschiedenen Weltmeisterschaften. Dennoch fehlt der größte Erfolg noch in ihrer Vita – eine olympische Medaille. Taubitz hat bei Olympia nie das Podium erreicht, was sie bei den Winterspielen 2026 ändern möchte.
Olympia 2026: Taubitz in Topform
Die Vorzeichen für Cortina d’Ampezzo stehen gut. Julia Taubitz fährt als Gesamtweltcupführende zu den Olympischen Spielen. In den entscheidenden Trainingsläufen vor dem Wettkampf zeigte sie ihre Klasse eindrucksvoll.
Rennrodlerin Julia Taubitz hat vor der Einsitzerentscheidung der Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 für ein kleines Ausrufezeichen gesorgt. Taubitz hatte die schnellste Zeit in den sechs Trainingsläufen mit 52.750 Sekunden und flog dabei mit einer Höchstgeschwindigkeit von 119,4 km/h durch den Cortina Sliding Centre.
Zeitplan und TV-Übertragung
Der Wettkampf im Rennrodel-Einsitzer der Frauen erstreckt sich über zwei Tage:
| Datum | Uhrzeit | Läufe | TV-Sender |
|---|---|---|---|
| Montag, 9. Februar 2026 | 17:00 – 19:25 Uhr | Lauf 1 und Lauf 2 | ARD, Eurosport, HBO Max |
| Dienstag, 10. Februar 2026 | 17:00 – 19:30 Uhr | Lauf 3 und Lauf 4 | ZDF, Eurosport, HBO Max |
Die Medaillenentscheidung fällt nach vier Läufen, wobei die Gesamtzeit aller Durchgänge zählt. Mit vier Läufen werden die Gewinner in den Einsitzer-Wettbewerben ermittelt, was höchste Konzentration über beide Wettkampftage erfordert.
Starke Konkurrenz aus Deutschland und Österreich
Deutschland geht mit drei starken Rodlerinnen ins Rennen. Neben Taubitz sind Anna Berreiter und Merle Fräbel als dritte deutsche Teilnehmerin am Start. Berreiter blieb im Training nur fünf Tausendstel hinter Taubitz, was ein deutsches Podest möglich macht.
Aus österreichischer Sicht ist besonders Hannah Prock zu beachten, die im Training mit nur 45 Tausendstel Rückstand Dritte wurde. Auch die lettischen Rodlerinnen Kendija Aparjode und Elina Bota gehören zum erweiterten Favoritenkreis.
Taubitz und die Bundeswehr
Neben ihrer Karriere auf der Bahn gehört Julia Taubitz als Sportsoldatin der Bundeswehr zur Sportfördergruppe und trägt dort den Dienstgrad Oberfeldwebel. Diese Struktur ermöglicht ihr optimale Trainingsbedingungen. «Die Bundeswehr ist seit 13 Jahren mein Arbeitgeber und ich bin dafür sehr dankbar», sagt die Athletin.
Die Bundeswehr-Spitzensportförderung hat sich bewährt: Sportsoldatinnen und Sportsoldaten waren bei den letzten 18 Olympischen Winter- und Sommerspielen seit der Wiedervereinigung an rund 46 Prozent der durch die deutsche Olympiamannschaft errungenen Medaillen beteiligt.
Mentale Stärke nach Rückschlag
Ein Schlüsselmoment in Taubitz‘ Karriere war ein schwerer Sturz bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking. «At that moment, my world fell apart», erklärte Taubitz im Rückblick, obwohl sie am nächsten Tag zurückkam und die schnellste Zeit im vierten Lauf setzte.
Sie begann mit einem Mental-Coach zu arbeiten und ist mental stärker als je zuvor geworden. Diese mentale Entwicklung könnte der entscheidende Faktor für den olympischen Erfolg sein.
Mehr als nur Rennrodeln
Abseits der Eisbahn zeigt Julia Taubitz eine sympathische Seite. Sie tritt bei ausgewählten öffentlichen Veranstaltungen auf, etwa bei Show-Wettbewerben wie dem Promi-Darts-Turnier in Chemnitz, das sie 2025 im Team gewinnen konnte. Egal ob Eis oder Bühne: Am Ende geht es für Julia Taubitz immer darum, mit dem Druck umzugehen.
«Am liebsten würde ich euch eine Medaille ganz stolz in Chemnitz präsentieren», sagte Taubitz in einem Interview. Diese Bodenständigkeit und Verbundenheit mit ihrer Heimat machen sie zur Sympathieträgerin des deutschen Teams.
Die Goldchancen im Check
Experten sehen Taubitz als eine der Top-Favoritinnen für Olympia-Gold. Mehrere Faktoren sprechen für sie:
- Führung im Gesamtweltcup der Saison 2024/25
- Bestzeiten in den olympischen Trainingsläufen
- Langjährige Erfahrung auf höchstem Niveau
- Verbesserte mentale Stärke nach Zusammenarbeit mit Coach
- Technisch perfekte Fahrweise mit wenigen Fehlern
Taubitz wird auf stetige Konstanz setzen, um dort weiterzumachen, wo Natalie Geisenberger – die erfolgreichste weibliche Rodel-Athletin der Olympia-Geschichte – aufgehört hat.
Deutsche Rodel-Dominanz bei Olympia
Deutschland hat eine beeindruckende Olympia-Historie im Rennrodeln. Deutsche Athleten haben 38 von 52 möglichen Goldmedaillen im Rennrodeln gewonnen. Diese Tradition verpflichtet, gibt aber auch Rückenwind für das deutsche Team.
Allerdings: Deutsche Athleten waren bei den letzten Weltmeisterschaften anfälliger, was die Möglichkeit eines Machtwechsels am Cortina Sliding Centre eröffnet. Der Druck ist also vorhanden, aber Taubitz hat in ihrer Karriere bewiesen, dass sie damit umgehen kann.
Häufig gestellte Fragen zu Julia Taubitz
Wann startet Julia Taubitz bei Olympia 2026?
Julia Taubitz startet am Montag, 9. Februar 2026, ab 17:00 Uhr in den ersten beiden Läufen des Rennrodel-Einsitzers der Frauen. Die Entscheidungsläufe 3 und 4 finden am Dienstag, 10. Februar 2026, ebenfalls ab 17:00 Uhr statt.
Hat Julia Taubitz schon eine olympische Medaille gewonnen?
Nein, trotz acht WM-Goldmedaillen und fünf Gesamtweltcup-Siegen hat Julia Taubitz bisher noch keine olympische Medaille gewonnen. Bei den Spielen 2022 in Peking stürzte sie im Wettkampf.
Wie erfolgreich ist Julia Taubitz im Weltcup?
Julia Taubitz ist fünfmalige Gesamtweltcup-Siegerin (u.a. 2019/20 und 2024/25) und hat zahlreiche Weltcuprennen gewonnen. Sie gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze im Rennrodeln.
Wo trainiert Julia Taubitz?
Julia Taubitz trainiert in Oberwiesenthal im Erzgebirge und startet für den WSC Erzgebirge Oberwiesenthal. Als Sportsoldatin der Bundeswehr im Dienstgrad Oberfeldwebel trainiert sie auch in Berchtesgaden.
Welche Stärken hat Julia Taubitz beim Rennrodeln?
Taubitz zeichnet sich durch saubere Technik, hohe Grundgeschwindigkeit und die Fähigkeit aus, auch unter Druck fehlerfrei zu fahren. Ihre Konstanz über mehrere Läufe hinweg macht sie zur Top-Favoritin.
Wie schnell ist Julia Taubitz auf der Bahn?
In den Trainingsläufen in Cortina erreichte Taubitz Geschwindigkeiten von bis zu 119,4 km/h. Ihre Bestzeit lag bei 52.750 Sekunden – die schnellste Zeit aller Trainingsläufe.
Gegen wen muss sich Julia Taubitz durchsetzen?
Ihre stärkste Konkurrenz kommt von Teamkollegin Anna Berreiter, der Österreicherin Hannah Prock sowie den lettischen Rodlerinnen Kendija Aparjode und Elina Bota. Das Feld ist eng beieinander.
Fazit: Taubitz vor historischer Chance
Am 9. Februar 2026 beginnt für Julia Taubitz möglicherweise der wichtigste Wettkampf ihrer Karriere. Mit 29 Jahren steht sie in der Blüte ihrer sportlichen Laufbahn und hat alle Voraussetzungen, um endlich olympisches Edelmetall zu gewinnen. Die Trainingszeiten in Cortina waren beeindruckend, die Form stimmt, und die mentale Entwicklung nach dem Rückschlag von 2022 könnte der Schlüssel zum Erfolg sein.
Als Gesamtweltcup-Führende, achtfache Weltmeisterin und mit der Erfahrung von hunderten Weltcup-Rennen geht Taubitz als eine der Top-Favoritinnen ins Rennen. Für Deutschland wäre ein Erfolg der sympathischen Erzgebirgerin ein weiterer Meilenstein in der dominanten Rodel-Historie bei Olympischen Spielen.
Die deutsche Rennrodel-Legende hat es selbst formuliert: Sie möchte stolz eine Medaille präsentieren. Nach jahrelanger harter Arbeit, mentaler Stärkung und konstanten Topleistungen könnte dieser Traum in Cortina d’Ampezzo Wirklichkeit werden. Wenn jemand eine olympische Medaille verdient hat, dann Julia Taubitz.
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Offizielle Quellen: