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Im weltweiten Länder Ranking des Klimaschutz-Index (CCPI) sind die ersten drei Plätze absichtlich unbesetzt, da keine Nation ausreichende Anstrengungen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius unternimmt. Diese bewusste Lücke auf dem Siegertreppchen dient als starkes politisches Signal: Trotz Fortschritten im Klimaschutz reicht das globale Tempo bei Weitem nicht aus, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Leeres Siegertreppchen: Im Klimaschutz-Index (CCPI) bleiben die Plätze 1, 2 und 3 symbolisch frei.
- Grund: Kein Land weltweit erfüllt die Kriterien für eine «sehr gute» Bewertung, die für eine Top-3-Platzierung nötig wäre.
- Signalwirkung: Die unbesetzten Plätze sollen verdeutlichen, dass selbst die führenden Nationen ihre Klimaschutzbemühungen massiv verstärken müssen.
- Bewertungsgrundlage: Der Index bewertet 63 Länder und die EU in vier Kategorien: Treibhausgasemissionen, Erneuerbare Energien, Energieverbrauch und Klimapolitik.
- Aktueller Spitzenreiter: Im CCPI 2026 belegt Dänemark den vierten Platz und ist damit das bestplatzierte Land.
- Trendthema: Die Frage nach dem Ranking wurde am 16.02.2026 durch die Sendung «Wer wird Millionär?» zu einem vieldiskutierten Thema in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
- Der Klimaschutz-Index (CCPI) erklärt
- Warum bleiben die ersten drei Plätze unbesetzt?
- Welche Länder führen das Ranking an?
- Wie wird die Bewertung vorgenommen?
- Wie schneidet Deutschland im Klimaschutz-Index ab?
- Kritik und Bedeutung des Rankings
- Fazit: Ein Weckruf für die Weltgemeinschaft
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Frage, in welchem weltweiten Länder Ranking die ersten drei Plätze absichtlich unbesetzt sind, wurde am 16. Februar 2026 einem breiten Publikum durch die RTL-Quizshow «Wer wird Millionär?» bekannt. Die korrekte Antwort lautet: im Klimaschutz-Index, international als Climate Change Performance Index (CCPI) bekannt. Dieses seit 2005 jährlich von Germanwatch, dem NewClimate Institute und dem Climate Action Network (CAN) veröffentlichte Ranking ist ein entscheidendes Instrument zur Überwachung der globalen Klimaschutzbemühungen.
Der Klimaschutz-Index (CCPI) erklärt
Der Klimaschutz-Index ist ein unabhängiges Überwachungsinstrument, das die Klimaschutzleistungen von 63 Ländern und der Europäischen Union vergleicht. Diese Nationen sind zusammen für über 90 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Folglich bietet der Index einen umfassenden Überblick über die globalen Anstrengungen im Kampf gegen die Klimakrise. Das Hauptziel des CCPI ist es, die Transparenz in der internationalen Klimapolitik zu erhöhen und politischen sowie zivilgesellschaftlichen Druck auf jene Länder auszuüben, die bisher keine ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen ergriffen haben.
Der Index soll nicht nur Defizite aufzeigen, sondern auch Fortschritte einzelner Staaten hervorheben. Dadurch dient er als Ansporn für Regierungen weltweit, ihre Klimaziele zu verschärfen und wirksame Maßnahmen umzusetzen. Die Veröffentlichung erfolgt traditionell während der jährlichen UN-Klimakonferenz, um maximale Aufmerksamkeit zu gewährleisten.
Warum bleiben die ersten drei Plätze unbesetzt?
Die Entscheidung, die ersten drei Plätze im Ranking freizulassen, ist eine bewusste und symbolische Geste der Herausgeber. Sie signalisiert, dass kein einziges der bewerteten Länder genug unternimmt, um die Erderwärmung gemäß dem Pariser Klimaabkommen auf deutlich unter 2 Grad, idealerweise auf 1,5 Grad Celsius, zu begrenzen. Selbst die Länder an der Spitze des Rankings sind noch nicht auf einem Pfad, der mit diesem Ziel vollständig kompatibel ist.
Diese Leerstelle auf dem Podium ist somit ein jährlicher Weckruf. Sie verdeutlicht, dass die Anstrengungen aller Nationen, auch der sogenannten «Klimavorreiter», bei Weitem nicht ausreichen, um eine gefährliche Klimakrise abzuwenden. Die Botschaft ist klar: Es gibt keine wahren Sieger im Klimaschutz, solange die globalen Emissionen nicht drastisch und schnell genug sinken. Bevor ein Land einen der ersten drei Plätze belegen kann, müsste es außergewöhnliche Leistungen in allen bewerteten Kategorien erbringen und seine Politik vollständig auf das 1,5-Grad-Ziel ausrichten.
Welche Länder führen das Ranking an?
Obwohl die ersten drei Plätze unbesetzt bleiben, gibt es klare Spitzenreiter, die deutlich besser abschneiden als der Durchschnitt. Im Klimaschutz-Index 2026 führt Dänemark das Feld auf Platz 4 an und gilt damit als das Land mit der besten Klimaschutzleistung. Dänemark überzeugt vor allem durch eine ambitionierte Klimapolitik und den starken Ausbau erneuerbarer Energien. Auf den Plätzen 5 und 6 folgen Großbritannien und Marokko, die ebenfalls für ihre fortschrittlichen Ansätze gelobt werden.
Am anderen Ende der Skala finden sich regelmäßig große Emittenten und Petrostaaten wieder. Im CCPI 2026 bilden Saudi-Arabien (Platz 67), der Iran (Platz 66) und die USA (Platz 65) die Schlusslichter. Diese Länder zeigen laut dem Bericht kaum Anzeichen einer Abkehr von fossilen Geschäftsmodellen.
Empfohlene Video-Erklärung zum Klimaschutz-Index
Um ein besseres Verständnis für die Ergebnisse und die Methodik des Rankings zu bekommen, empfiehlt sich dieses Video, das die Platzierung Deutschlands im Klimaschutz-Index analysiert:
(Video-Alt-Tag: Erklärung des Klimaschutz-Index 2026 und der Platzierung Deutschlands mit Grafiken und Experteninterviews.)
Wie wird die Bewertung vorgenommen?
Die Bewertung im Klimaschutz-Index basiert auf einem standardisierten Kriterienkatalog, der in vier Hauptkategorien unterteilt ist. Diese Kategorien werden unterschiedlich gewichtet, um ein möglichst genaues Bild der Klimaschutzleistung zu zeichnen:
- Treibhausgasemissionen (40%): Dies ist die wichtigste Kategorie. Hier werden der aktuelle Stand und der Trend der Pro-Kopf-Emissionen bewertet.
- Erneuerbare Energien (20%): Bewertet werden der aktuelle Anteil und der Ausbau erneuerbarer Energien im Energiemix.
- Energieverbrauch (20%): Hier fließen der Pro-Kopf-Energieverbrauch und dessen Entwicklung in die Bewertung ein.
- Klimapolitik (20%): In dieser einzigartigen Kategorie bewerten rund 450 Klima- und Energieexpert:innen aus den jeweiligen Ländern die nationale und internationale Klimapolitik ihrer Regierung.
Die Kombination aus quantitativen Daten (80%) und qualitativen Expertenurteilen (20%) macht den CCPI zu einem robusten und viel beachteten Instrument. Die genaue Methodik wird regelmäßig überprüft und angepasst, zuletzt 2017, um die Ziele des Pariser Abkommens besser zu integrieren.
Wie schneidet Deutschland im Klimaschutz-Index ab?
Deutschland hat im Klimaschutz-Index 2026 eine deutliche Verschlechterung erfahren. Die Bundesrepublik ist im Vergleich zum Vorjahr um sechs Plätze auf Rang 22 abgerutscht und zählt damit nur noch zum Mittelfeld. Dies ist die schlechteste Platzierung seit sechs Jahren. Während Deutschland in der Kategorie Energieverbrauch noch relativ gut abschneidet (Platz 13), wird die Klimapolitik nur als mittelmäßig bewertet.
Als Gründe für das schlechtere Abschneiden nennen die Autoren unter anderem angekündigte Rückschritte in der Klimapolitik, den starken Fokus auf Erdgas als Energieträger und fehlende Maßnahmen in den Problemsektoren Verkehr und Gebäude. Wie bereits im Artikel über die Monobob Frauen bei den Winterspielen deutlich wurde, sind technologische und politische Weichenstellungen entscheidend für den Erfolg.
Vergleich der Top 10 Länder im CCPI 2026
| Platz | Land | Gesamtwertung (Punkte) | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 1-3 | – unbesetzt – | – | Sehr Gut |
| 4 | Dänemark | 75,59 | Gut |
| 5 | Großbritannien | 73,12 | Gut |
| 6 | Marokko | 71,56 | Gut |
| 7 | Chile | 69,88 | Gut |
| 8 | Indien | 68,76 | Gut |
| 9 | Estland | 67,95 | Gut |
| 10 | Philippinen | 67,81 | Gut |
Kritik und Bedeutung des Rankings
Obwohl der Klimaschutz-Index weithin anerkannt ist, gibt es auch Kritikpunkte. Einige bemängeln, dass ein Land theoretisch auch mit unzureichenden Maßnahmen gut abschneiden kann, solange es im Vergleich zu anderen besser dasteht. Dennoch überwiegt die Bedeutung des Rankings. Es schafft eine wichtige Vergleichbarkeit und erhöht den Druck auf Regierungen, ihre Verantwortung im globalen Klimaschutz ernster zu nehmen. Die öffentliche Aufmerksamkeit, wie sie durch Formate wie «Wer wird Millionär?» entsteht, trägt zusätzlich dazu bei, das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Klimakrise zu schärfen. Ähnlich wie bei sportlichen Großereignissen, etwa den Olympischen Winterspielen, blickt die Welt auf die Leistungen der einzelnen Nationen.
Zwei vertrauenswürdige Quellen für weitere Informationen sind die offizielle Seite des Climate Change Performance Index (dofollow) und die deutsche Zusammenfassung von Germanwatch.
Fazit: Ein Weckruf für die Weltgemeinschaft
Die Tatsache, dass in welchem weltweiten Länder Ranking die ersten drei Plätze absichtlich unbesetzt bleiben, ist mehr als nur eine statistische Kuriosität. Der Klimaschutz-Index hält der Weltgemeinschaft mit diesem Kunstgriff jedes Jahr aufs Neue den Spiegel vor. Er zeigt unmissverständlich, dass der Kampf gegen den Klimawandel noch lange nicht gewonnen ist und dass kein Land – auch nicht die selbsternannten Vorreiter – sich auf seinen bisherigen Erfolgen ausruhen darf. Die leeren Podestplätze sind eine Mahnung und ein dringender Appell, das Tempo im Klimaschutz weltweit drastisch zu erhöhen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
In welchem Ranking sind die ersten drei Plätze frei?
Im Klimaschutz-Index (Climate Change Performance Index, CCPI) bleiben die ersten drei Plätze in der Gesamtwertung absichtlich unbesetzt. Dies geschieht, weil kein Land der Welt ausreichende Maßnahmen ergreift, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen.
Warum sind beim Klimaschutz-Index die ersten drei Plätze unbesetzt?
Die Plätze bleiben frei, um zu symbolisieren, dass keine Nation eine «sehr gute» Gesamtbewertung für ihre Klimaschutzbemühungen erhält. Selbst die bestplatzierten Länder sind noch nicht auf einem 1,5-Grad-Pfad, weshalb die Herausgeber des Index kein Land mit einer Gold-, Silber- oder Bronzemedaille auszeichnen wollen.
Wer veröffentlicht den Klimaschutz-Index?
Der Klimaschutz-Index wird jährlich seit 2005 von der deutschen Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, dem NewClimate Institute und dem Climate Action Network (CAN) International herausgegeben.
Welches Land ist der Spitzenreiter im Klimaschutz-Index 2026?
Da die ersten drei Plätze frei sind, ist das bestplatzierte Land im CCPI 2026 Dänemark auf dem vierten Platz. Es folgen Großbritannien auf Platz fünf und Marokko auf Platz sechs.
Wo landete Deutschland im weltweiten Länder Ranking zum Klimaschutz?
Im Klimaschutz-Index 2026 ist Deutschland auf Platz 22 abgerutscht. Das ist eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr und die schlechteste Platzierung seit sechs Jahren.
Über den Autor:
Maximilian Weber ist ein erfahrener Online-Redakteur mit Schwerpunkt auf SEO und Nachhaltigkeitsthemen. Seit über 10 Jahren analysiert er globale Trends und politische Entwicklungen. Seine Expertise liegt darin, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Er verfolgt die Entwicklungen des Klimaschutz-Index seit dessen Einführung.