Brandursache unklar
Neue Explosionen im Hamburger Hafen – Feuerwehr seit über 40 Stunden im Einsatz
Nach dem Großbrand im Hamburger Hafen löschen die Einsatzkräfte weiter Glutnester und kontrollieren Container. In der Nacht zu Mittwoch kam es erneut zu Explosionen; zwei Container mussten aus sicherer Entfernung mit Wasserwerfern abgelöscht werden. Aktuell sind noch rund 30 Feuerwehrleute im Nachlöscheinsatz – die Hamburger Feuerwehr hält die Lage aber weiterhin für gefährlich. Für offizielle Hinweise und Live-Updates schauen Sie auf die Kanäle der Hamburger Feuerwehr.
Update (Mi., 27. August, 11:47 Uhr): In der Nacht zu Mittwoch kam es im Hamburger Hafen erneut zu Explosionen. Nach Angaben der Hamburger Feuerwehr gerieten zwei Container in Brand; die Flammen wurden aus sicherer Entfernung mit Wasserwerfern bekämpft. Einsatzkräfte errichteten zusätzlich Wasserschleier, um ein Übergreifen auf benachbarte Container zu verhindern.
Auch am Mittwochmorgen dauern die Löscharbeiten an: Rund 30 Feuerwehrleute sind aktuell im Einsatz und decken weiterhin Glutnester auf sowie öffnen Container, um sie vollständig abzulöschen. Ermittlungen zur Brandursache können erst beginnen, wenn die Einsatzkräfte die Brandstellen freigegeben haben. Das Großfeuer war am Dienstagmorgen in einer Lagerhalle ausgebrochen; mehr als 40 Stunden nach Ausbruch gehen die Nachlöscharbeiten weiter.
Kurzcheck — schnelle Fakten:
• Ort: Hamburger Hafen, Veddel (Stand: Feuerwehr-Meldung)
• Nacht Mittwoch: erneut Explosionen, 2 Container betroffen
• Maßnahmen: Wasserwerfer, Wasserschleier, Öffnen der Container
• Aktuell: rund 30 Einsatzkräfte bei Nachlöscharbeiten
Für offizielle Updates und Warnhinweise folgen Sie den Kanälen der Hamburger Feuerwehr.
„Einfach ein Flammenmeer“: Größtes Feuer auf dem Gelände im Hamburger Hafen größtenteils gelöscht
Der beißende Geruch des verheerenden Großbrands im Hamburger Hafen war auch am Folgetag noch in der Luft der Innenstadt wahrnehmbar. Nach Angaben der Einsatzleitung konnten die Flammen im größten Teil der betroffenen Lagerhalle inzwischen eingedämmt; in der Halle wurde „Feuer aus“ gemeldet, wie ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Unterschiedliche Einsatzphasen führten zu variierenden Zahlen: Während in der akuten Brandphase bis zu rund 320 Feuerwehrleute vor Ort waren, arbeiten aktuell noch etwa 120 Feuerwehrleute an der Brandbekämpfung und an Nachlöscharbeiten. Parallel sind kleinere Teams (derzeit rund 30) gezielt damit beschäftigt, Glutnester zu finden, Container zu öffnen und gezielt abzulöschen.
Abrücken werden die Kräfte nicht so schnell: Die Feuerwehr betont, dass die Nachlöscharbeiten noch viele Stunden dauern werden. Es bestehe weiterhin Gefahr, dem Brand zu nahe zu kommen – insbesondere weil immer wieder Druckgasbehälter explodierten und einzelne Teile weggeschleudert wurden.
Der Brandort ist deshalb weiterhin gesperrt und noch nicht für Brandermittler freigegeben. Nach Angaben der Einsatzleitung gibt es in der Halle noch mehrere Glutnester; die Brandgase vor Ort gelten als gesundheitsschädlich, weshalb Ermittler erst nach vollständiger Abkühlung und Freigabe eintreten können.
Sechs Menschen verletzt, darunter Einsatzkräfte
Beim Brand auf dem Gelände in Veddel wurden nach bisherigen Angaben mindestens sechs Menschen verletzt: Ein Patient befindet sich in Lebensgefahr, ein weiterer wurde schwer verletzt. Drei Feuerwehrleute erlitten ein Knalltrauma. Auf der Autobahn A1 wurde eine Autofahrerin durch herumfliegende Trümmerteile leicht verletzt. Insgesamt konnten rund 25 Menschen aus Gefahrenbereichen gerettet werden, teils per Boot.
Den ersten Ermittlungen zufolge soll das Feuer in einer Lagerhalle durch ein brennendes Auto ausgelöst worden sein. In der Halle gelagerte Gasdruckbehälter explodierten anschließend mehrfach und wurden teilweise mehrere hundert Meter weit durch die Luft geschleudert. Laut Einsatzkräften führten die fliegenden Teile zu weiteren Bränden in der Umgebung. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, die zuerst eintreffenden Kollegen hätten Menschen unter Einsatz ihres Lebens gerettet.
Wegen der Explosionsgefahr und gesundheitsschädlicher Brandgase ordneten Behörden einen Sperrradius von 400 Metern an. Die Feuerwehr konnte deshalb erst Stunden nach der ersten Meldung mit umfassenden Löscharbeiten beginnen; in der akuten Phase waren nach Angaben der Einsatzleitung bis zu rund 320 Feuerwehrleute im Einsatz.
„Das war einfach ein Flammenmeer“
Einsatzkräfte berichten von einer extremen Lage: Die Flammen hätten das Hallendach zum Einsturz gebracht, und die Sicht vor Ort sei über Stunden stark beeinträchtigt gewesen. „Das war einfach ein Flammenmeer und es war lange sehr unübersichtlich“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zur Unterstützung waren die Flughafenfeuerwehr und die Werksfeuerwehr von Aurubis am Einsatz beteiligt.
Um die Lage dauerhaft zu stabilisieren, werden die umstehenden und übereinander gestapelten Container jetzt systematisch kontrolliert. Der Betreiber öffnet die Container zusammen mit Einsatzkräften, damit mögliche Glutnester vollständig gelöscht werden können. Anschließend ist geplant, die beschädigte Lagerhalle teilweise zu demontieren bzw. abzutragen, um weitere Gefahrenquellen zu beseitigen.
Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) würdigte den Einsatz als „extrem anspruchsvoll“ und dankte allen Einsatzkräften. Die Lage sei weiterhin unter Kontrolle, sagte er, wies aber zugleich darauf hin, dass die Nachlöscharbeiten noch andauern. Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer: Informationen zu Sperrungen, Luftbelastung und Verhaltensempfehlungen veröffentlicht die Hamburger Feuerwehr und die Polizei; prüfen Sie bitte deren offiziellen Kanäle für aktuelle Warnhinweise.