Der Glasfaser Ausbau in Deutschland schreitet zügig voran, aber die Nachfrage der Verbraucher hält noch nicht ganz mit. Obwohl die Deutsche Telekom und ihre Wettbewerber Millionen von Haushalten mit der blitzschnellen Technologie versorgen, zögern viele, ihre bestehenden Internetverträge aufzugeben. Dies wirft Fragen nach den Gründen für diese Zurückhaltung und den Strategien auf, um die Akzeptanz zu erhöhen.

Kernpunkte
- Deutsche Telekom verlegte 2023 Glasfaser an 2,5 Millionen Haushalten.
- Ziel: 25 Millionen Haushalte bis 2030 mit Glasfaser versorgen.
- Wettbewerber erreichten Mitte 2025 14,3 Millionen Haushalte.
- Verbraucher zeigen noch zögerliche Resonanz auf das Angebot.
- Aufdringliche Haustürwerbung trübt das Image des Glasfaser-Ausbaus.
Der aktuelle Stand des Glasfaser-Ausbaus in Deutschland
Die Deutsche Telekom hat ambitionierte Pläne für den Glasfaser-Ausbau. Im Jahr 2023 wurden 2,5 Millionen Haushalte mit Glasfaser versorgt, wie das Unternehmen in Bonn bekannt gab. Das sind 0,3 Millionen mehr als im Vorjahr. Bis 2030 sollen 25 Millionen Haushalte Zugang zu Glasfaser haben, was einer Verdopplung der aktuellen Zahl von 12,6 Millionen entspricht. «Wir bleiben gut auf Kurs», so Telekom-Deutschlandchef Rodrigo Diehl. Um das hohe Tempo beizubehalten, sind jedoch weitere Investitionen notwendig, da der Ausbau, insbesondere in ländlichen Gebieten, teurer wird.
Der Begriff «Glasfaser» bezieht sich auf eine Technologie, die Daten in Form von Lichtsignalen durch dünne Glasfaserkabel überträgt. Dies ermöglicht deutlich höhere Bandbreiten und stabilere Verbindungen als herkömmliche Kupferleitungen. Im Fachjargon unterscheidet man zwischen «Homes Passed», bei denen die Glasfaser bis zur Straße verlegt ist, und tatsächlichen Anschlüssen, bei denen das Kabel bis ins Haus oder die Wohnung reicht.
Auch die Wettbewerber der Telekom sind aktiv. Laut dem Branchenverband Breko erreichten sie Mitte 2025 14,3 Millionen Haushalte, 2,2 Millionen mehr als im Vorjahr. Zu den größten Konkurrenten zählen die Deutsche Glasfaser, Vodafone und NetCologne. Die Deutsche Glasfaser konnte ihren Wert im vergangenen Jahr um 0,3 Millionen auf 2,5 Millionen erhöhen.
Warum zögern die Verbraucher?
Trotz der Verfügbarkeit von Glasfaser zögern viele Verbraucher, ihren alten Internetvertrag zu kündigen und auf die neue Technologie umzusteigen. Ein Grund dafür könnte die Bequemlichkeit sein. Viele sind mit ihrer aktuellen Verbindung zufrieden, auch wenn diese nicht die schnellste ist. Ein weiterer Faktor sind die Kosten. Glasfaser-Tarife sind oft teurer als herkömmliche DSL- oder Kabelanschlüsse. Außerdem gibt es Berichte über aufdringliche Haustürwerbung, die das Image des Glasfaser-Ausbaus trüben.
Ein weiterer Aspekt ist die Komplexität des Themas. Viele Verbraucher sind sich nicht bewusst, welche Vorteile Glasfaser bietet und wie sich die Technologie von anderen Internetverbindungen unterscheidet. Hier ist Aufklärungsarbeit gefragt, um die Vorteile von Glasfaser verständlich zu vermitteln und Vorbehalte abzubauen. (Lesen Sie auch: Gründe gegen Glasfaser: Darum Nutzen es viele…)
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen. Förderprogramme sollen den Ausbau in ländlichen Gebieten unterstützen, wo er sich für die Unternehmen oft nicht rechnet.
Was ist der Unterschied zwischen Glasfaser und anderen Internetverbindungen?
Der Hauptunterschied liegt in der Technologie. DSL (Digital Subscriber Line) nutzt herkömmliche Telefonleitungen aus Kupfer, um Daten zu übertragen. Kabelinternet verwendet die Koaxialkabel, die auch für den Fernsehempfang genutzt werden. Glasfaser hingegen setzt auf optische Fasern, die Daten in Form von Lichtsignalen übertragen. Dies ermöglicht deutlich höhere Bandbreiten und stabilere Verbindungen. Während DSL- und Kabelanschlüsse oft mit Leistungseinbußen zu kämpfen haben, insbesondere wenn viele Nutzer gleichzeitig online sind, bleibt die Glasfaserverbindung stabil und schnell.
Die Vorteile von Glasfaser zeigen sich besonders bei datenintensiven Anwendungen wie Streaming in 4K oder 8K, Online-Gaming und Videokonferenzen. Auch das Hochladen großer Dateien, beispielsweise von Fotos oder Videos, geht deutlich schneller. Für Unternehmen, die auf eine zuverlässige und schnelle Internetverbindung angewiesen sind, ist Glasfaser daher oft die erste Wahl.
Es ist wichtig zu beachten, dass die tatsächliche Geschwindigkeit einer Internetverbindung von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Qualität der Verkabelung, die Auslastung des Netzes und die Leistungsfähigkeit der Endgeräte. Dennoch bietet Glasfaser in der Regel das größte Potenzial für hohe Bandbreiten und stabile Verbindungen.
So funktioniert es in der Praxis
Nehmen wir an, Sie möchten von einem herkömmlichen DSL-Anschluss auf Glasfaser umsteigen. Zunächst prüfen Sie, ob Glasfaser an Ihrem Wohnort verfügbar ist. Dies können Sie in der Regel auf den Webseiten der Telekom oder anderer Anbieter tun. Wenn Glasfaser verfügbar ist, können Sie einen entsprechenden Tarif auswählen und einen Vertrag abschließen. Der Anbieter wird dann einen Techniker schicken, der die Glasfaserleitung bis in Ihr Haus oder Ihre Wohnung verlegt. Dies kann mit einigen Bauarbeiten verbunden sein, da möglicherweise ein Kabelgraben gegraben werden muss. Im Haus wird ein Glasfaser-Modem installiert, an das Sie Ihren Router anschließen können. Nach der Aktivierung der Verbindung können Sie die Vorteile des schnellen Internets genießen.
Ein Praxis-Tipp: Vergleichen Sie vor dem Vertragsabschluss die verschiedenen Angebote und achten Sie auf die Vertragslaufzeit und die Kündigungsfristen. Informieren Sie sich auch über eventuelle Kosten für die Installation und die Bereitstellung des Anschlusses. Es kann sich lohnen, verschiedene Anbieter zu kontaktieren und sich ein individuelles Angebot erstellen zu lassen. Achten Sie auch auf die Upload-Geschwindigkeit. Diese ist oft geringer als die Download-Geschwindigkeit, aber dennoch wichtig, insbesondere wenn Sie häufig große Dateien hochladen. (Lesen Sie auch: Internet und Fernsehanschlüsse: Vodafone bekommt dank Konkurrent…)
SICHERHEIT: Betroffene Systeme: Router, Schweregrad: Mittel, Patch verfügbar?: Ja, Handlungsempfehlung: Regelmäßige Updates
Vorteile und Nachteile
Glasfaser bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Internetverbindungen. Dazu gehören:
- Höhere Bandbreiten: Glasfaser ermöglicht deutlich höhere Download- und Upload-Geschwindigkeiten.
- Stabile Verbindung: Die Verbindung ist weniger anfällig für Störungen und Leistungseinbußen.
- Zukunftssicherheit: Glasfaser ist eine zukunftssichere Technologie, die auch in Zukunft den steigenden Anforderungen an Bandbreite gerecht wird.
Allerdings gibt es auch Nachteile:
- Höhere Kosten: Glasfaser-Tarife sind oft teurer als DSL- oder Kabelanschlüsse.
- Bauarbeiten: Die Verlegung der Glasfaserleitung kann mit Bauarbeiten verbunden sein.
- Verfügbarkeit: Glasfaser ist noch nicht flächendeckend verfügbar.
Insgesamt überwiegen jedoch die Vorteile von Glasfaser, insbesondere für Nutzer, die auf eine schnelle und stabile Internetverbindung angewiesen sind. Die höheren Kosten sind oft gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass Glasfaser eine Investition in die Zukunft ist.
Vergleich mit Alternativen
Die wichtigsten Alternativen zu Glasfaser sind DSL und Kabelinternet. DSL ist die am weitesten verbreitete Technologie, bietet aber in der Regel geringere Bandbreiten als Glasfaser. Kabelinternet ist in vielen Gebieten verfügbar und bietet höhere Geschwindigkeiten als DSL, aber oft nicht so hohe wie Glasfaser. Eine weitere Alternative ist 5G-Internet, das über das Mobilfunknetz bereitgestellt wird. 5G kann hohe Geschwindigkeiten erreichen, ist aber oft von der Netzabdeckung und der Auslastung des Funknetzes abhängig.
Ein direkter Konkurrent der Deutschen Telekom im Bereich Glasfaser ist die Deutsche Glasfaser. Das Unternehmen konzentriert sich auf den Ausbau in ländlichen Gebieten und bietet ähnliche Tarife und Leistungen wie die Telekom an. Auch Vodafone und NetCologne sind wichtige Player im Glasfaser-Markt.

Die Wahl der besten Internetverbindung hängt von den individuellen Bedürfnissen und den örtlichen Gegebenheiten ab. Wer auf höchste Geschwindigkeit und Stabilität Wert legt, sollte Glasfaser in Betracht ziehen. Wer mit einer geringeren Bandbreite auskommt und Kosten sparen möchte, kann auch mit DSL oder Kabelinternet zufrieden sein. Die Bundesnetzagentur bietet auf ihrer Webseite Informationen und Tools, um die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen zu prüfen. (Lesen Sie auch: Telekom Marktbeherrschung: Auflagen fallen in Vier Städten)
Ausblick in die Zukunft
Der Glasfaser Ausbau in Deutschland wird in den kommenden Jahren weiter voranschreiten. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 flächendeckend Gigabit-Netze zu schaffen. Dies wird nicht nur die Lebensqualität der Bürger verbessern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärken. Mit dem Aufkommen neuer Technologien wie dem Internet der Dinge (IoT) und dem autonomen Fahren wird der Bedarf an schnellen und zuverlässigen Internetverbindungen weiter steigen. Glasfaser ist die Schlüsseltechnologie, um diesen Bedarf zu decken und Deutschland für die Zukunft zu rüsten. Wie Stern berichtet, wird der Ausbau jedoch auch von Herausforderungen begleitet, insbesondere in Bezug auf die Akzeptanz der Verbraucher und die Finanzierung des Ausbaus in ländlichen Gebieten.
Ursprünglich berichtet von: Stern
Häufig gestellte Fragen
Was ist Glasfaser und warum ist es besser als DSL oder Kabel?
Glasfaser ist eine Technologie, die Daten in Form von Lichtsignalen durch Glasfaserkabel überträgt. Im Vergleich zu DSL und Kabel bietet Glasfaser höhere Bandbreiten, stabilere Verbindungen und ist weniger anfällig für Störungen.
Wie finde ich heraus, ob Glasfaser an meinem Wohnort verfügbar ist?
Sie können die Verfügbarkeit von Glasfaser auf den Webseiten der Telekom oder anderer Anbieter prüfen. Oft gibt es dort eine Verfügbarkeitsprüfung, bei der Sie Ihre Adresse eingeben können. (Lesen Sie auch: Zarrella Brüder Podcast: Giovanni & Stefano Packen…)
Wie lange dauert die Installation eines Glasfaseranschlusses?
Die Dauer der Installation hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. In der Regel dauert es einige Wochen von der Vertragsunterzeichnung bis zur Aktivierung des Anschlusses. Die eigentlichen Bauarbeiten können ein bis zwei Tage dauern.
Welche Kosten sind mit einem Glasfaseranschluss verbunden?
Die Kosten für einen Glasfaseranschluss setzen sich aus den monatlichen Tarifkosten und eventuellen Kosten für die Installation und die Bereitstellung des Anschlusses zusammen. Die Tarife sind oft teurer als DSL- oder Kabelanschlüsse.
Was passiert, wenn ich meinen Glasfaservertrag kündigen möchte?
Die Kündigungsfristen sind in Ihrem Vertrag festgelegt. In der Regel beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Nach der Kündigung wird der Anbieter den Glasfaseranschluss deaktivieren.
Der Glasfaser Ausbau ist ein wichtiger Schritt für die digitale Zukunft Deutschlands. Auch wenn es noch einige Herausforderungen zu meistern gibt, bietet die Technologie enormes Potenzial für eine schnellere und stabilere Internetverbindung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Akzeptanz der Verbraucher in den kommenden Jahren entwickeln wird, aber die Zeichen stehen gut, dass Glasfaser langfristig die dominierende Technologie im Bereich der Internetverbindungen sein wird. Heise online berichtet regelmäßig über den Fortschritt des Breitbandausbaus in Deutschland.




