Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland ist am 14.02.2026 ein zentrales Thema für die Versorgungssicherheit des Landes. Nach einem kalten Winter sind die Speicher auf einem historisch niedrigen Niveau, was Fragen zur Stabilität der Gasversorgung und zur Preisentwicklung aufwirft. Obwohl die Lage von Experten als stabil, aber angespannt bewertet wird, bleibt die weitere Entwicklung ein wichtiger Faktor für Verbraucher und Industrie.
Der aktuelle Gasspeicher Füllstand liegt Mitte Februar 2026 bei nur noch etwa 25 bis 28 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich unter dem der Vorjahre – im Februar 2025 waren es circa 58 Prozent. Trotz dieser niedrigen Werte betonen die Bundesnetzagentur und die Bundesregierung, dass keine akute Gasmangellage bestehe, da die Versorgung durch diversifizierte Importwege, vor allem aus Norwegen und über LNG-Terminals, gesichert sei.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Aktueller Gasspeicher Füllstand im Detail (Februar 2026)
- Warum sind die Gasspeicher aktuell so leer?
- Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Gasspeicher?
- Wie sicher ist die Gasversorgung in Deutschland?
- Auswirkungen auf Gaspreise und Verbraucher
- Prognose für den Rest des Winters und den Sommer 2026
- Häufig gestellte Fragen zum Gasspeicher Füllstand
- Fazit: Versorgung stabil, aber Herausforderungen bleiben
Das Wichtigste in Kürze
- Historisch niedriger Füllstand: Mitte Februar 2026 liegt der Gasspeicher Füllstand in Deutschland bei nur noch ca. 25-28%, deutlich unter den Vorjahren.
- Versorgung gesichert: Trotz der niedrigen Stände ist die Gasversorgung laut Bundesnetzagentur stabil, da Importe aus Norwegen und über LNG-Terminals die Versorgung gewährleisten.
- Gesetzliche Ziele: Die gesetzliche Vorgabe eines Füllstands von 30% zum 1. Februar wurde knapp erreicht.
- Ursachen: Ein kalter Winter, eine veränderte Einspeicherstrategie im Sommer 2025 und marktgetriebene Entscheidungen führten zu den geringen Reserven.
- Preisdruck möglich: Experten erwarten bei anhaltender Kälte mögliche Preissteigerungen am Gasmarkt, auch wenn langfristige Verträge private Haushalte zunächst schützen.
- Herausforderung Wiederbefüllung: Die Wiederbefüllung der Speicher für den Winter 2026/27 wird als zentrale und kostspielige Herausforderung gesehen.
- Diversifizierung: Deutschlands Abhängigkeit von Speichern hat abgenommen, da die Importstruktur durch neue LNG-Terminals und Pipelines breiter aufgestellt ist.
Aktueller Gasspeicher Füllstand im Detail (Februar 2026)
Die Füllstandsanzeige der deutschen Gasspeicher zeigt Mitte Februar 2026 besorgniserregend niedrige Werte. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE AGSI+), die auch von der Bundesnetzagentur genutzt werden, bewegt sich der aggregierte Gasspeicher Füllstand um die Marke von 25,6 %. Dies stellt einen historischen Tiefstand für diesen Zeitpunkt im Jahr dar. Zum Vergleich: Anfang Februar 2025 lag der Wert noch bei fast 56 %. Besonders kritisch wird die Lage in einigen großen Speichern wie Rehden in Niedersachsen bewertet, der eine zentrale Funktion für die Versorgung Nord- und Mitteldeutschlands hat und teilweise nur noch zu rund 11 Prozent gefüllt ist.
Regionale Unterschiede und Speichertypen
Es gibt erhebliche regionale Unterschiede. Während einige Speicher ihre gesetzlichen Mindestziele verfehlen, sind andere besser gefüllt. Auch die Art des Speichers spielt eine Rolle. Kavernenspeicher können Gas schneller ein- und ausspeichern und sind wichtig, um kurzfristige Lastspitzen zu decken. Porenspeicher, wie der in Rehden, sind langsamer und dienen eher der saisonalen Bevorratung. Die Situation in den vier bayerischen Porenspeichern, die für Süddeutschland und auch für Österreich und die Schweiz relevant sind, ist ebenfalls angespannt.
Warum sind die Gasspeicher aktuell so leer?
Die Gründe für den niedrigen Gasspeicher Füllstand sind vielschichtig. Ein wesentlicher Faktor war der anhaltend kalte Winter 2025/2026, der zu einer hohen Entnahme aus den Speichern führte. Hinzu kommt eine veränderte Marktsituation: Im Sommer und Herbst 2025 gab es für Gashändler geringere wirtschaftliche Anreize, die Speicher vollständig zu befüllen. Geringe Preisunterschiede zwischen Sommer- und Wintermonaten machten die Einlagerung weniger rentabel. Deutschland startete daher bereits mit einem Füllstand von nur rund 75 Prozent in die Heizperiode, was den Puffer für einen kalten Winter von vornherein reduzierte.
Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Gasspeicher?
Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, hat die Bundesregierung gesetzliche Füllstandsvorgaben erlassen. Diese sind im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verankert. Die Ziele wurden zuletzt 2025 angepasst. Die Verordnung sieht vor, dass die Speicher zu bestimmten Stichtagen definierte Mindestfüllstände aufweisen müssen:
- 1. November: 80 % für die meisten Speicheranlagen (für bestimmte Porenspeicher 45 %)
- 1. Februar: 30 % für alle Speicheranlagen (für vier bayerische Speicher gilt eine verschärfte Vorgabe von 40 %)
Das Ziel von 30 % zum 1. Februar 2026 wurde bundesweit knapp erreicht, was jedoch nichts an der angespannten Gesamtlage ändert. Die Debatte über eine strategische Gasreserve, wie sie in anderen Ländern existiert, wird daher wieder intensiver geführt. Wie die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) zeigt, sind Energiefragen längst auch sicherheitspolitische Fragen.
Wie sicher ist die Gasversorgung in Deutschland?
Trotz des niedrigen Gasspeicher Füllstands schätzen Experten und Behörden die Versorgungssicherheit in Deutschland aktuell als gewährleistet ein. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, betonte, es gebe keine Gasmangellage. Der Grund dafür ist die erfolgreiche Diversifizierung der Gasimporte seit 2022. Deutschland ist nicht mehr allein von den Speichern abhängig. Die Hauptsäulen der Versorgung sind:
- Pipeline-Importe: Vor allem aus Norwegen, aber auch aus den Niederlanden und Belgien, fließen kontinuierlich große Gasmengen nach Deutschland.
- LNG-Terminals: Die an der Nord- und Ostsee errichteten Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) ermöglichen den Import vom Weltmarkt und bieten zusätzliche Flexibilität. Ihre Kapazitäten sind derzeit nicht voll ausgelastet.
- Europäischer Binnenmarkt: Die enge Vernetzung mit den europäischen Nachbarn ermöglicht einen flexiblen Gasaustausch.
Die Speicher dienen heute mehr als Puffer für Verbrauchsspitzen und als Versicherung gegen unvorhergesehene Ereignisse, wie etwa den Ausfall von Importinfrastruktur.
Video-Empfehlung: Aktuelle Einordnung der Lage
Für eine visuelle Einordnung der aktuellen Situation und Expertenmeinungen empfiehlt sich dieses Video, das die Entwicklung der Gasspeicherfüllstände analysiert:
Alt-Tag Empfehlung für das Thumbnail: Grafik, die den fallenden Gasspeicher Füllstand in Deutschland im Winter 2026 zeigt.
Auswirkungen auf Gaspreise und Verbraucher
Der niedrige Gasspeicher Füllstand hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gaspreise. Kurzfristig könnten die Preise an den Großhandelsmärkten steigen, sollte eine weitere Kältewelle den Bedarf erhöhen. Für private Haushalte mit langfristigen Verträgen sind die direkten Auswirkungen zunächst begrenzt. Allerdings beeinflusst die Lage die zukünftige Preisgestaltung. Die für den Sommer 2026 anstehende Wiederbefüllung der Speicher wird voraussichtlich teuer, was sich in den Tarifen für den Winter 2026/27 niederschlagen könnte. Neben dem Füllstand beeinflussen auch andere Faktoren wie die CO₂-Abgabe und Netzentgelte den Endkundenpreis, wie unser Überblick zu den Änderungen im öffentlichen Dienst und den damit verbundenen Kosten zeigt.
| Jahr | Durchschnittlicher Füllstand in % | Bewertung der Lage |
|---|---|---|
| Februar 2024 | ca. 76 % | Sehr entspannt |
| Februar 2025 | ca. 58 % | Entspannt |
| Februar 2026 | ca. 25-28 % | Angespannt / Historischer Tiefstand |
Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Daten der GIE AGSI+
Prognose für den Rest des Winters und den Sommer 2026
Für den verbleibenden Winter hängt die Entwicklung stark von den Temperaturen ab. Bei normalen oder milden Temperaturen dürften die Speicherstände weiter sinken, ohne eine kritische Schwelle zu erreichen. Eine extreme und langanhaltende Kältewelle könnte die Situation jedoch verschärfen. Die zentrale Herausforderung wird die Wiederbefüllung der Speicher im Sommer 2026 sein. Um die gesetzlichen Ziele für den 1. November 2026 zu erreichen, muss eine große Menge Gas am Markt beschafft werden. Dies könnte, je nach Weltmarktlage, zu höheren Beschaffungskosten führen und erfordert eine vorausschauende Strategie der Gashändler und der Politik. Der Branchenverband INES (Initiative Energien Speichern) hat bereits darauf hingewiesen, dass dies schwierig und teuer werden könnte. Eine Analyse der langfristigen Versorgungssicherheit ist unter anderem auf der Seite der Initiative Energien Speichern zu finden.
Häufig gestellte Fragen zum Gasspeicher Füllstand
Wie hoch ist der Gasspeicher Füllstand aktuell in Deutschland?
Mitte Februar 2026 liegt der Füllstand der deutschen Gasspeicher bei einem historisch niedrigen Wert von etwa 25 bis 28 Prozent. Dies ist deutlich weniger als in den Vorjahren um diese Zeit.
Ist die Gasversorgung in Deutschland trotz leerer Speicher sicher?
Ja, laut Bundesnetzagentur und Regierung ist die Versorgungssicherheit aktuell gewährleistet. Die Gasversorgung stützt sich auf mehrere Säulen, darunter stabile Pipeline-Importe aus Norwegen sowie flexible Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) über die neuen Terminals.
Warum ist der Gasspeicher Füllstand so niedrig?
Die Hauptgründe sind ein überdurchschnittlich kalter Winter mit hohem Gasverbrauch und eine veränderte Marktlage im Sommer 2025. Geringe Preisdifferenzen boten den Händlern weniger Anreize, die Speicher vollständig zu befüllen, sodass Deutschland mit einem geringeren Puffer in die Heizsaison startete.
Welche gesetzlichen Füllstandsvorgaben gibt es?
Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt Mindestfüllstände vor. Wichtige Stichtage sind der 1. November (in der Regel 80 % Füllstand) und der 1. Februar (in der Regel 30 % Füllstand). Diese Ziele sollen die Versorgung im Winter absichern.
Muss ich mir Sorgen machen, dass meine Heizung kalt bleibt?
Nein, nach aktueller Einschätzung der Experten besteht keine Gefahr einer Gasmangellage für private Haushalte. Die Versorgung ist durch die diversifizierten Importwege stabil. Ein sparsamer Umgang mit Gas bleibt dennoch sinnvoll, um Kosten zu senken und die Speicher zu schonen.
Fazit: Versorgung stabil, aber Herausforderungen bleiben
Der Gasspeicher Füllstand in Deutschland präsentiert sich im Februar 2026 auf einem alarmierend niedrigen Niveau. Dennoch besteht kein Grund zur Panik: Die Gasversorgung ist durch eine neu aufgestellte, breitere Importstruktur stabil. Die Abhängigkeit von den Speichern als alleinige Säule der Versorgungssicherheit hat abgenommen. Die aktuelle Situation ist jedoch ein klares Warnsignal. Sie zeigt, wie wichtig eine vorausschauende Speicherstrategie bleibt. Die größte Herausforderung wird die kostspielige Wiederbefüllung der Speicher für den kommenden Winter sein. Für Verbraucher bedeutet dies, dass die Gaspreise auf einem erhöhten Niveau bleiben dürften und ein bewusster Energieverbrauch weiterhin von großer Bedeutung ist.
Über den Autor:
Maximilian Weber ist studierter Politik- und Wirtschaftswissenschaftler und seit über 10 Jahren als Fachredakteur für die Themen Energie, Wirtschaft und Geopolitik tätig. Er analysiert für Welt-der-Legenden.de komplexe Zusammenhänge und bereitet sie für eine breite Leserschaft verständlich auf. Seine Expertise liegt in der Bewertung von Versorgungssicherheit und Marktentwicklungen im europäischen Energiesektor.