Was macht Familie aus? Liebe, Leiden, oder doch eher Lügen? Jim Jarmusch seziert in seinem neuen Film „Father Mother Sister Brother“ die komplexen Beziehungen innerhalb von Familien auf seine unnachahmliche Art. Ein stilles, episodisches Triptychon, das mit trockener Komik und schleichender Melancholie berührt und zum Nachdenken anregt. Die leuchtende Banalität des Alltags, eingefangen in drei Geschichten über Väter, Mütter und Geschwister.

| Titel | Father Mother Sister Brother |
|---|---|
| Originaltitel | Father Mother Sister Brother |
| Regie | Jim Jarmusch |
| Drehbuch | Jim Jarmusch |
| Besetzung | Bill Murray, Tilda Swinton, Adam Driver |
| Genre | Drama, Komödie |
| Laufzeit | 120 Minuten |
| Kinostart/Streaming-Start | 2025 |
| Plattform | MUBI |
| FSK | tba |
| Produktion | Weltkino |
| Verleih | MUBI |
Unser Eindruck: Ein typischer Jarmusch – lakonisch, melancholisch und doch voller Wärme.
Father Mother Sister Brother: Ein Blick in die Abgründe der Familie
Jim Jarmusch, bekannt für seine Independent-Filme mit minimalistischen Dialogen und einem Hang zur Melancholie, präsentiert mit „Father Mother Sister Brother“ ein Werk, das sich nahtlos in seine Filmographie einreiht. Der Film ist ein Triptychon, bestehend aus drei Episoden, die jeweils in einem anderen Land spielen und sich mit den Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern sowie untereinander beschäftigen. Wie Die Zeit berichtet, ist der Film eine Reihe von Charakterstudien, ruhig, beobachtend und ohne Wertung – und zugleich eine Komödie, durchzogen von feinen Fäden der Melancholie.
Jarmusch verzichtet auf große Dramen und spektakuläre Wendungen. Stattdessen konzentriert er sich auf die kleinen, alltäglichen Momente, die das Leben einer Familie ausmachen. Die Kamera beobachtet unaufdringlich, fängt Blicke, Gesten und unausgesprochene Worte ein. Der Schnitt ist ruhig und lässt den einzelnen Szenen Raum zur Entfaltung. Die Musik, oft ein melancholischer Blues, unterstreicht die Stimmung des Films und verstärkt die emotionale Wirkung.
Jim Jarmusch ist bekannt für seinen minimalistischen Stil und seine Vorliebe für Independent-Filme. Zu seinen bekanntesten Werken zählen «Stranger Than Paradise», «Down by Law» und «Broken Flowers». (Lesen Sie auch: Damit hat niemand gerechnet: Der erfolgreichste Netflix-Film…)
Wie inszeniert Jarmusch die Familienbande?
Der Film «Father Mother Sister Brother» gliedert sich in drei separate Erzählungen, die jeweils eine andere Facette des Familienlebens beleuchten. Die erste Episode, «Father», spielt im Nordosten der USA und konzentriert sich auf die Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn. Die zweite Episode, «Mother», ist in Dublin angesiedelt und erzählt von einer Mutter und ihrer Tochter. Die dritte Episode, «Sister Brother», spielt in Paris und handelt von den Beziehungen zwischen Geschwistern. Jede Episode ist in sich abgeschlossen, aber alle drei sind durch das gemeinsame Thema der Familie miteinander verbunden. Die einzelnen Geschichten sind nicht durch einen übergreifenden Plot verbunden, sondern vielmehr durch die subtile Art und Weise, wie Jarmusch die universellen Themen Liebe, Verlust, Entfremdung und Versöhnung behandelt.
Die Stärke des Films liegt in seiner Authentizität. Jarmusch zeichnet ein realistisches Bild von Familien, mit all ihren Stärken und Schwächen. Er zeigt, wie Liebe und Hass, Nähe und Distanz oft Hand in Hand gehen. Die Charaktere sind komplex und vielschichtig, mit Ecken und Kanten. Sie sind nicht immer sympathisch, aber immer menschlich. Bill Murray, Tilda Swinton und Adam Driver überzeugen in ihren Rollen und verleihen ihren Figuren Tiefe und Glaubwürdigkeit.
Film-Fakten
- Der Film ist ein Triptychon aus drei Episoden.
- Jede Episode spielt in einem anderen Land.
- Die Episoden sind durch das Thema Familie verbunden.
- Bill Murray, Tilda Swinton und Adam Driver spielen die Hauptrollen.
Was unterscheidet „Father Mother Sister Brother“ von anderen Familienfilmen?
Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen über Familien, die oft auf große Emotionen und dramatische Konflikte setzen, wählt Jarmusch einen subtileren Ansatz. Er vermeidet Klischees und stereotype Darstellungen. Stattdessen konzentriert er sich auf die kleinen, unscheinbaren Momente, die das Leben einer Familie ausmachen. Die Dialoge sind oft lakonisch und minimalistisch, aber dennoch voller Bedeutung. Die Kamera beobachtet unaufdringlich, fängt Blicke, Gesten und unausgesprochene Worte ein.
Ein weiterer Unterschied zu anderen Familienfilmen ist Jarmuschs Hang zur Melancholie. Der Film ist durchzogen von einer subtilen Traurigkeit, die jedoch nie ins Sentimentale abdriftet. Jarmusch zeigt, dass das Leben nicht immer einfach ist und dass Familien oft mit Herausforderungen und Verlusten konfrontiert werden. Aber er zeigt auch, dass es immer Hoffnung auf Versöhnung und Neuanfang gibt.
Wer Filme von Regisseuren wie Wes Anderson oder Sofia Coppola schätzt, wird auch hier auf seine Kosten kommen. „Father Mother Sister Brother“ ist ein Film für Cineasten, die Wert auf subtile Inszenierung und intelligente Dialoge legen. Er ist ein Film, der zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt. Die Bildsprache, die von Kameramann Frederick Elmes (bekannt für seine Arbeit mit David Lynch) geschaffen wurde, ist schlicht und doch eindringlich. Sie verstärkt die melancholische Stimmung des Films und trägt dazu bei, dass der Zuschauer sich in die Welt der Charaktere hineinversetzen kann. Frederick Elmes arbeitete bereits mehrfach mit Jarmusch zusammen, unter anderem bei «Night on Earth» und «Broken Flowers». Auf IMDb sind seine weiteren Projekte gelistet. (Lesen Sie auch: Killing Eve Prequel: Erste Bilder der neuen…)
Der Film wurde auf den Filmfestspielen von Venedig 2025 uraufgeführt und erhielt dort positive Kritiken.
Für wen lohnt sich Father Mother Sister Brother?
„Father Mother Sister Brother“ ist ein Film für Liebhaber des Independent-Kinos, die sich auf einen langsamen, melancholischen und doch humorvollen Film einlassen können. Wer Filme wie «Manchester by the Sea» oder «Paterson» mochte, wird hier sicherlich fündig. Der Film ist weniger für Zuschauer geeignet, die auf der Suche nach Action oder einem spannenden Plot sind.
Der Film ist ein Muss für alle, die sich für die komplexen Beziehungen innerhalb von Familien interessieren und bereit sind, sich auf einen Film einzulassen, der zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt. Er ist ein Film, der die leisen Töne anschlägt und gerade dadurch eine große emotionale Wirkung entfaltet.

Häufig gestellte Fragen
Welche Themen behandelt der Film Father Mother Sister Brother?
Der Film behandelt die komplexen Beziehungen innerhalb von Familien, insbesondere zwischen Eltern und ihren erwachsenen Kindern sowie unter Geschwistern. Themen wie Liebe, Verlust, Entfremdung und Versöhnung werden auf subtile Weise behandelt.
Wo kann man den Film Father Mother Sister Brother sehen?
Der Film wird voraussichtlich auf der Streaming-Plattform MUBI verfügbar sein. Ein Kinostart ist ebenfalls möglich, aber noch nicht bestätigt.
Wer sind die Hauptdarsteller in Father Mother Sister Brother?
Die Hauptrollen spielen Bill Murray, Tilda Swinton und Adam Driver. Alle drei Schauspieler sind bekannt für ihre Vielseitigkeit und ihr Talent, komplexe Charaktere glaubwürdig darzustellen.
Welchen Stil prägt Jim Jarmuschs Regie bei Father Mother Sister Brother?
Jarmusch ist bekannt für seinen minimalistischen Stil, seine lakonischen Dialoge und seinen Hang zur Melancholie. Auch in diesem Film setzt er auf eine subtile Inszenierung und vermeidet große Dramen und spektakuläre Wendungen.
Ist Father Mother Sister Brother ein Film für jeden Geschmack?
Der Film ist eher für Liebhaber des Independent-Kinos geeignet, die sich auf einen langsamen, melancholischen und doch humorvollen Film einlassen können. Wer auf der Suche nach Action oder einem spannenden Plot ist, wird hier möglicherweise enttäuscht. (Lesen Sie auch: Neuer Film Netflix: Rührstück mit Mega-Stars Jetzt…)
Mit „Father Mother Sister Brother“ gelingt Jim Jarmusch erneut ein feinfühliger und berührender Film über die Komplexität menschlicher Beziehungen. Ein Film, der zum Nachdenken anregt und lange im Gedächtnis bleibt. Die subtile Darstellung der Familienverhältnisse und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen machen ihn zu einem sehenswerten Beitrag zum Independent-Kino.



