Fasten liegt im Trend, und das aus verschiedenen Gründen. Neben religiösen Motiven spielen bei dem Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten wie Süßigkeiten, Fleisch oder das Smartphone auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle. Viele Menschen nutzen das Fasten als eine Art Selbsttest und Reset, um ihren Körper zu entlasten und neue Gewohnheiten zu etablieren.

Fasten als Selbsttest: Was steckt hinter dem Trend?
Der Trend zum Fasten hat vielfältige Ursachen. Viele Menschen suchen nach einer Möglichkeit, ihren Konsum zu reduzieren und achtsamer zu leben. Fasten kann dabei helfen, das eigene Essverhalten zu hinterfragen und bewusster zu gestalten. Es dient als eine Art «Reset-Knopf» für Körper und Geist, um alte Gewohnheiten abzulegen und neue, gesündere Routinen zu entwickeln. Laut einer Meldung von Stern, geht es vielen Fastenden darum, «mal was auszuhalten».
Zusammenfassung
- Fasten dient als Selbsttest und Reset-Schritt, um Konsum zu reduzieren und Achtsamkeit zu fördern.
- Der Verzicht kann sich auf verschiedene Bereiche erstrecken, von Lebensmitteln bis hin zu digitalen Medien.
- Fasten kann positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Ernährungsverhalten haben.
- Die Dauer des Fastens ist individuell unterschiedlich und reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen.
Welche Formen des Fastens gibt es?
Die Formen des Fastens sind vielfältig und reichen von traditionellen religiösen Praktiken bis hin zu modernen Varianten, die auf gesundheitliche Aspekte abzielen. Max König aus Gummersbach fastet beispielsweise seit über zehn Jahren ab Aschermittwoch. Er beginnt mit mindestens fünf Tagen Wasserfasten und verzichtet anschließend fast sechs Wochen lang auf Alkohol, Fleisch und Zuckerzusätze. Dieser radikale Ansatz versetzt ihn in einen «extremen Zustand», wie er selbst sagt, in dem er sich jedoch fit und klar im Kopf fühlt. Andere Formen des Fastens umfassen den Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen, wie beispielsweise Süßigkeiten oder Fleisch, oder auf digitale Medien wie Smartphones und Fernsehen. (Lesen Sie auch: Fasten Umfrage: Junge Menschen Finden Sinnvoll)
Wie wirkt sich das Fasten auf die Gesundheit aus?
Die Auswirkungen von fasten gesundheit sind vielfältig und können sowohl positive als auch negative Effekte haben. Viele Menschen berichten von einem gesteigerten Wohlbefinden, einer verbesserten Konzentration und einem erhöhten Energielevel während des Fastens. Studien deuten darauf hin, dass Fasten positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben kann, indem es beispielsweise die Insulinempfindlichkeit verbessert und Entzündungen reduziert. Allerdings sollte fasten gesundheit nur von gesunden Menschen durchgeführt werden, da es bei bestimmten Vorerkrankungen zu Komplikationen kommen kann. Vor Beginn einer Fastenkur ist es daher ratsam, einen Arzt zu konsultieren.
Fasten ist nicht für jeden geeignet. Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten auf das Fasten verzichten.
Der psychologische Aspekt des Fastens
Neben den körperlichen Auswirkungen spielt auch der psychologische Aspekt eine wichtige Rolle beim Fasten. Der bewusste Verzicht auf bestimmte Dinge kann zu einer erhöhten Achtsamkeit und einem besseren Körpergefühl führen. Viele Menschen nutzen das Fasten, um sich von alten Gewohnheiten zu befreien und neue Verhaltensweisen zu etablieren. Der Verzicht kann jedoch auch mit Herausforderungen verbunden sein, wie beispielsweise Heißhungerattacken oder Stimmungsschwankungen. Es ist daher wichtig, sich realistische Ziele zu setzen und sich während des Fastens ausreichend zu unterstützen. (Lesen Sie auch: Intervallfasten Kritik: Ist der Abnehm-Hype Wirklich Gerechtfertigt)
Fasten als Trend: Eine kritische Betrachtung
Der Trend zum Fasten ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass der Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen zu Mangelerscheinungen führen kann, insbesondere wenn das Fasten über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird. Zudem wird kritisiert, dass der Fokus auf Verzicht und Selbstoptimierung zu einem ungesunden Leistungsdruck führen kann. Es ist daher wichtig, fasten gesundheit nicht als Allheilmittel zu betrachten, sondern als eine von vielen Möglichkeiten, die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind weiterhin die wichtigsten Säulen einer gesunden Lebensweise. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte Fasten immer von einer qualifizierten Fachkraft begleitet werden, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.
Quarks.de bietet weiterführende Informationen zu den körperlichen Prozessen während des Fastens.
Wie populär ist der freiwillige Verzicht?
Eva Barlösius von der Leibniz Universität Hannover beobachtet eine zunehmende Komplexität in den Formen des freiwilligen Verzichts. Es gehe darum, bewusst auf etwas zu verzichten, das einem lieb geworden und angenehm ist. Dies könne von Fleisch und Süßigkeiten bis hin zu Smartphone-Nutzung und Autofahren reichen. Der Verzicht diene oft dazu, Angewohnheiten wieder unter Kontrolle zu bekommen, insbesondere solche, die «etwas Suchthaftes haben». Die zeitliche Dauer des Fastens sei dabei eine persönliche Entscheidung und spiele keine entscheidende Rolle. Barlösius betont jedoch, dass Fasten zeitlich begrenzt sein müsse, um sich von einem dauerhaften Lebensstil zu unterscheiden. Wochenlanger Verzicht auf Wurst und Fleisch sei Fasten, während ein dauerhafter Verzicht einen vegetarischen Lebensstil darstelle. Eine Studie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zeigt, dass der Anteil der Vegetarier und Veganer in Deutschland in den letzten Jahren stetig gestiegen ist.
Der Begriff «Fasten» leitet sich vom althochdeutschen Wort «fasten» ab, was so viel wie «festhalten» oder «beachten» bedeutet. Ursprünglich war das Fasten eng mit religiösen Praktiken verbunden, insbesondere im Christentum, Judentum und Islam. (Lesen Sie auch: Sport Zuhause Anfangen: 5 Übungen für Deinen…)

Fazit
Fasten als gesundheitlicher und persönlicher Reset-Schritt erfreut sich wachsender Beliebtheit. Es bietet die Möglichkeit, Konsumverhalten zu hinterfragen, Achtsamkeit zu fördern und den Körper zu entlasten. Die verschiedenen Formen des Fastens ermöglichen es jedem, einen individuellen Ansatz zu finden, der den eigenen Bedürfnissen und Zielen entspricht. Es ist jedoch wichtig, fasten gesundheit nicht als isolierte Maßnahme zu betrachten, sondern als Teil eines ganzheitlichen Lebensstils, der auch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung umfasst. Vor Beginn einer Fastenkur sollte zudem immer ein Arzt konsultiert werden, um mögliche gesundheitliche Risiken auszuschließen.




