„Ich wollte ein Held sein, aber die Welt wollte es nicht.“ Mit dieser resignierenden Feststellung eröffnet Alex, der Protagonist des Disco Boy Films, einen Einblick in seine zerrissene Seele. Der Film zeichnet das Porträt eines jungen Mannes auf der Suche nach Sinn, der in den Wirren des Fremdenlegionärsdaseins und den Konflikten im Nigerdelta strandet.

| Titel | Disco Boy |
|---|---|
| Originaltitel | Disco Boy |
| Regie | Giacomo Abbruzzese |
| Drehbuch | Giacomo Abbruzzese |
| Besetzung | Franz Rogowski, Morr Ndiaye, Laëtitia Ky |
| Genre | Drama |
| Laufzeit | 92 Minuten |
| Kinostart/Streaming-Start | 9. März 2023 |
| Plattform | Video on Demand |
| FSK | 16 |
| Produktion | Films Grand Huit |
Unser Eindruck: Ein intensives und visuell beeindruckendes Drama, das die Frage nach Identität und Zugehörigkeit aufwühlt.
Ein verlorener Held in einer globalisierten Welt
Der Disco Boy Film von Giacomo Abbruzzese ist mehr als nur ein Kriegsfilm oder ein Drama über die Fremdenlegion. Er ist eine Auseinandersetzung mit den Brüchen und Widersprüchen einer globalisierten Welt, in der die Suche nach Identität und Sinn oft in Gewalt und Entfremdung mündet. Alex, gespielt von Franz Rogowski, ist ein junger Mann, der sich nach dem Scheitern seiner Träume der französischen Fremdenlegion anschließt. Sein Weg führt ihn in das Nigerdelta, wo er auf Jomo trifft, einen Revolutionär, der für die Rechte seines Volkes kämpft. Die beiden Männer, so unterschiedlich sie auch sein mögen, sind auf der Suche nach etwas, das ihnen die Welt nicht zu geben scheint.
Abbruzzese inszeniert diese Suche mit großer Intensität und visueller Kraft. Die Kamera fängt die Brutalität des Krieges ebenso ein wie die Schönheit der nigerianischen Landschaft. Der Film ist ein Wechselbad der Gefühle, das den Zuschauer mit der Zerrissenheit seiner Figuren konfrontiert. (Lesen Sie auch: Camp Miasma Film: Sex, Tod und Schrecken…)
Was unterscheidet Disco Boy von anderen Kriegsfilmen?
Anders als viele Kriegsfilme, die sich auf die Action und den Kampf konzentrieren, rückt «Disco Boy» die inneren Konflikte seiner Protagonisten in den Vordergrund. Der Film vermeidet es, einfache Antworten zu geben oder moralische Urteile zu fällen. Stattdessen stellt er komplexe Fragen nach Schuld, Verantwortung und der Möglichkeit von Versöhnung. Die Verbindung zwischen Alex und Jomo, die trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe und Ziele entsteht, ist ein Hoffnungsschimmer in einer ansonsten düsteren Welt.
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Disco Boy Films ist seine visuelle und akustische Gestaltung. Die elektronische Musik, die dem Film seinen Namen gibt, steht im Kontrast zu den Bildern der Gewalt und des Elends. Sie symbolisiert die innere Zerrissenheit von Alex, der sich zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Gefühl der Entfremdung hin- und hergerissen fühlt. Die Kameraarbeit ist expressiv und fängt die Intensität der Gefühle ein. Der Schnitt ist rasant und unterstreicht die Hektik des Krieges.
Film-Fakten
- Franz Rogowski überzeugt in der Rolle des zerrissenen Alex.
- Die Dreharbeiten fanden in Europa und Afrika statt.
- Der Film thematisiert die Ausbeutung des Nigerdeltas durch multinationale Konzerne.
- Die Musik spielt eine zentrale Rolle in der Inszenierung.
Wie gelingt die Darstellung der Fremdenlegion?
Der Film wirft einen ungeschönten Blick auf die Realität der Fremdenlegion. Er zeigt die Härte der Ausbildung, die Brutalität des Krieges und die psychischen Belastungen, denen die Soldaten ausgesetzt sind. Gleichzeitig vermeidet er es, die Legion zu verteufeln oder zu glorifizieren. Stattdessen stellt er die Frage, was junge Männer dazu treibt, sich einer solchen Organisation anzuschließen und welche Konsequenzen dies für sie und ihre Umwelt hat.
Die Darstellung der nigerianischen Rebellen ist ebenfalls differenziert. Der Film zeigt ihren Kampf für Gerechtigkeit und ihre Wut über die Ausbeutung ihres Landes. Gleichzeitig werden auch die Schattenseiten ihres Widerstands thematisiert. Der Film vermeidet es, einfache Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben und zeigt die Komplexität des Konflikts. (Lesen Sie auch: Ryusuke Hamaguchi Film: Tiefgründige Freundschaft in «All…)
Für wen lohnt sich Disco Boy?
Wer Filme wie «Apocalypse Now», «Full Metal Jacket» oder «Beasts of No Nation» mochte, wird auch von «Disco Boy» beeindruckt sein. Der Film ist ein intensives und verstörendes Kriegsdrama, das zum Nachdenken anregt. Er ist nichts für schwache Nerven, aber er bietet einen tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele und die Widersprüche einer globalisierten Welt. Wer sich für die Themen Identität, Zugehörigkeit und die Folgen von Krieg und Ausbeutung interessiert, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Disco Boy Film?
Der Film erzählt die Geschichte von Alex, einem jungen Mann, der sich der französischen Fremdenlegion anschließt und in das Nigerdelta geschickt wird, wo er auf Jomo trifft, einen Revolutionär, der für die Rechte seines Volkes kämpft. Es geht um Identitätssuche, Krieg und die Folgen von Ausbeutung. (Lesen Sie auch: Hamnet Film 2025: Chloé Zhaos Meisterwerk Berührt…)
Wer spielt die Hauptrollen in Disco Boy?
Die Hauptrollen spielen Franz Rogowski als Alex und Morr Ndiaye als Jomo. Laëtitia Ky ist ebenfalls in einer wichtigen Rolle zu sehen.
Wo kann man den Disco Boy Film sehen?
Der Film ist als Video on Demand auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar. Ein konkretes Angebot kann sich je nach Region unterscheiden.
Welche Themen werden in Disco Boy behandelt?
Der Film behandelt Themen wie Identitätssuche, Krieg, Ausbeutung, Schuld, Verantwortung und die Möglichkeit von Versöhnung. Er wirft einen kritischen Blick auf die globalisierte Welt und ihre Auswirkungen auf die Menschen.
Ist der Disco Boy Film für jeden geeignet?
Der Film ist ein intensives und verstörendes Kriegsdrama, das nichts für schwache Nerven ist. Er ist eher für Zuschauer geeignet, die sich für anspruchsvolle Filme mit komplexen Themen interessieren. (Lesen Sie auch: Wolfram Film (2025): Düsteres Outback-Drama aus Australien)
„Disco Boy“ ist ein Film, der lange nachwirkt. Er ist ein Mahnmal gegen die Gewalt und die Ungerechtigkeit in der Welt, aber auch ein Plädoyer für die Menschlichkeit und die Hoffnung. Die Bilder von kino-zeit.de/sites/default/files/styles/grosse_klickstrecke_940x530_/public/2026-01/ocggoot5ostorbwuolmus0yelwm.jpg?itok=PMoA7Jf9 und die Musik werden den Zuschauer noch lange begleiten.





