Die Gewalt an deutschen Schulen erreicht erschreckende Dimensionen. Im Jahr 2024 registrierten Behörden 28.760 Gewalttaten an Schulen bundesweit – ein Anstieg von 37,1 Prozent seit 2022. Fast jede zweite Lehrkraft berichtet von physischer oder psychischer Gewalt. Besonders alarmierend: In München führt eine Schule die traurige Rangliste mit 54 Unfällen im Umfeld an.
Das Wichtigste in Kürze
- 2024 wurden bundesweit 28.760 Gewalttaten an Schulen polizeilich erfasst – 37,1% mehr als 2022
- Bremen verzeichnet den höchsten Anstieg mit +72,6%, gefolgt von Sachsen und Thüringen
- Eine Münchner Schule ist auf Platz 2 der gefährlichsten Schulen Deutschlands mit 54 Unfällen (2023)
- 60% der Schulleitungen geben an, dass Gewalt in den letzten fünf Jahren zugenommen hat
- Fast 40% aller Tatverdächtigen bei Schulgewalt haben keinen deutschen Pass
Alarmierende Zahlen: Gewaltexplosion an deutschen Schulen
Die aktuellen Statistiken zeichnen ein besorgniserregendes Bild der Sicherheitslage an deutschen Bildungseinrichtungen. Die Gesamtzahl für das Jahr 2024 liegt bei 28.760 Gewalttaten an Schulen in Deutschland, während 2022 noch 20.979 Fälle registriert wurden – eine Zunahme von 37,1 Prozent. Diese dramatische Entwicklung betrifft alle Bundesländer, wobei die regionalen Unterschiede erheblich sind.
Den höchsten Anstieg der Gewalttaten in der Polizeistatistik von 2022 bis 2024 verzeichnet Bremen mit 72,6 Prozent, gefolgt von Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Besonders erschreckend ist die Entwicklung im Saarland: Obwohl der Zuwachs von 2022 bis 2024 mit 17,2 Prozent geringer ausfällt, gibt es im Vergleich zu 2018 einen Anstieg um 143,7 Prozent.
Das tägliche Ausmaß der Gewalt wird durch weitere Zahlen deutlich: Insgesamt zählten die Behörden im vergangenen Jahr 35.570 Gewalttaten an Schulen, was im Schnitt rund 97 Vorfällen pro Tag entspricht. Mehr als 740 dieser Taten waren Messerangriffe, wie das Bundesinnenministerium bestätigte.
Zusätzlich zur physischen Gewalt ist die psychische Belastung enorm: Fast zwei Drittel von befragten Schulleitern in Deutschland geben an, dass psychische oder physische Gewalt an ihrer Schule steigt, wobei 60 Prozent der Befragten angaben, dass körperliche und psychische Gewalt an ihrer Schule in den vergangenen fünf Jahren eher zugenommen habe.
Münchner Schule auf Platz 2 der gefährlichsten in Deutschland
Eine besonders dramatische Situation zeigt sich in München. 54 Unfälle sind im Umfeld dieser Münchner Schule im Jahr 2023 passiert – so viele wie nirgends sonst in Bayern und an fast keiner anderen Schule in Deutschland. Die Abendzeitung München berichtete ausführlich über diese alarmierende Entwicklung.
Die Schule belegt damit in Bayern Platz eins und deutschlandweit Platz zwei der gefährlichsten Schulstandorte. Diese Zahlen basieren auf offiziellen Unfallstatistiken, die dokumentieren, wenn Verletzungen eine ärztliche Behandlung erforderlich machten.
Wer sind die Täter? Erschreckende Statistik zur Gewalt an Schulen
Die Analyse der Tatverdächtigen offenbart weitere beunruhigende Dimensionen des Problems. Beinahe 40 Prozent aller Tatverdächtigen, die 2024 bei Gewalttaten an Schulen ausgemacht wurden, hatten keinen deutschen Pass – insgesamt zählten deutsche Behörden 4.254 ausländische Tatverdächtige und 7.309 Tatverdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit.
Besonders auffällig ist die Nationalitätenverteilung: Besonders häufig wurden Syrer gewalttätig – von den insgesamt 11.558 Tatverdächtigen hatten 1.236 einen syrischen Pass, was mehr als zehn Prozent aller Fälle entspricht.
Die Altersstruktur zeigt ebenfalls besorgniserregende Trends: Die Zahl der Taten, bei denen Jugendliche tatverdächtig waren, stieg um 3,8 Prozent auf fast 31.400 Fälle, bei Kindern unter 14 Jahren betrug der Anstieg sogar 11,3 Prozent. Diese Zahlen deuten auf eine zunehmende Verrohung bereits im Kindesalter hin.
Formen der Gewalt: Von Cybermobbing bis Körperverletzung
Die Gewaltformen an Schulen sind vielfältig und reichen weit über physische Angriffe hinaus. Fast alle der befragten Lehrkräfte (98 Prozent) berichten, dass es an ihrer Schule im letzten Schuljahr Fälle von psychischer Gewalt unter Schülerinnen und Schülern gab, wobei 48 Prozent angeben, dass solche Fälle häufig vorkamen.
Die häufigsten Erscheinungsformen: Nahezu die Hälfte aller befragten Lehrkräfte (47 Prozent) gibt an, häufig Beschimpfungen, Beleidigungen, Anschreien und Herabsetzen im Schulalltag zu beobachten, 35 Prozent aller Lehrkräfte nehmen häufig Mobbing unter Schülerinnen und Schülern wahr und 23 Prozent berichten von häufigem Cybermobbing.
Auch Lehrkräfte werden zunehmend Opfer von Gewalt. Knapp zwei Drittel aller Befragten (65 Prozent) können sich an einen entsprechenden Fall in den vergangenen fünf Jahren erinnern, an mehr als jeder dritten Schule wurden Lehrkräfte über das Internet bedroht (36 Prozent) oder auch körperlich angegriffen (35 Prozent).
Ähnliche Probleme mit Gewalt zeigen sich auch im öffentlichen Leben, wie unser Bericht über den Polizistenmord im Saarland verdeutlicht.
Ursachen der Gewalteskalation: Warum nimmt Schulgewalt zu?
Experten identifizieren mehrere Faktoren, die zur Gewaltexplosion beitragen. Die Beratungsstelle Gewaltprävention der Hamburger Schulbehörde erkennt vor allem in den Einschränkungen während der Corona-Pandemie eine Ursache für die sich häufende Gewalt an Schulen, da es neun Monate kein Präsenzleben in der Schule und damit auch kaum ein soziales Lernen gegeben habe.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) führte eine repräsentative Umfrage unter 1.031 Lehrkräften durch. Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte hat den Eindruck, dass psychische Gewalt und Formen des Mobbings unter Schülerinnen und Schülern nach der Pandemie zugenommen haben, 44 Prozent sehen auch eine Zunahme von körperlicher Gewalt.
Schulformen im Vergleich: Wo ist es am gefährlichsten?
Die Gewaltproblematik verteilt sich ungleich auf verschiedene Schulformen. Förder- und Sonderschulen (67 Prozent) sind besonders oft von Gewaltproblemen betroffen, gefolgt von Haupt-, Real- und Gesamtschulen (62 Prozent), aber auch an Grundschulen sehen 45 Prozent der Lehrkräfte Gewaltprobleme an ihrer Schule.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Gewalt kein isoliertes Problem einzelner Schultypen ist, sondern das gesamte Bildungssystem durchzieht. Selbst an vermeintlich «sicheren» Gymnasien bleibt die Situation angespannt.
| Bundesland | Anstieg 2022-2024 | Gewalttaten 2024 (ca.) |
|---|---|---|
| Bremen | +72,6% | Höchster Anstieg |
| Sachsen | +65,6% | Stark steigend |
| Thüringen | +64,0% | Stark steigend |
| Brandenburg | Über +60% | Deutlicher Anstieg |
| Saarland | +17,2% (seit 2022) +143,7% (seit 2018) |
Langfristig dramatisch |
| Deutschland gesamt | +37,1% | 28.760 Fälle |
Gewaltprävention: Was tun Schulen gegen die Eskalation?
Trotz der alarmierenden Zahlen ergreifen viele Schulen Maßnahmen gegen Gewalt. 84 Prozent der Befragten geben an, dass Gewaltprävention im Schulprogramm ihrer Schule verankert ist. Doch reichen diese Anstrengungen offensichtlich nicht aus.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert einen Ausbau der Schulsozialarbeit, da aktuell die Schulen das nötige Maß an Vorbeugung gegen Gewalt nicht leisten können und der dramatische Lehrkräftemangel sowie die viel zu geringe Zahl an Schulsozialarbeiterstellen dazu führen, dass die präventive Arbeit oft nur stark eingeschränkt zu leisten ist.
Die Experten des Deutschen Schulportals betonen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, der Prävention, Intervention und Nachsorge umfasst.
Dunkelziffer: Die unsichtbare Gewalt
Die offiziellen Statistiken zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Es besteht die Möglichkeit, dass Taten, die noch vor einigen Jahren nicht angezeigt wurden, heute eher aktenkundig werden, auf der anderen Seite gibt es auch viele Fälle, die nicht in der Statistik auftauchen, dazu gehören Fälle, die nur schulintern sanktioniert werden, sowie alle Gewalttaten auf dem Schulhof, die unbemerkt bleiben, auch psychische Gewalt in Form von Cybermobbing bleibt mitunter lange im Dunkeln.
Die tatsächliche Gewaltbelastung an deutschen Schulen dürfte daher noch erheblich höher liegen als die polizeilich erfassten Zahlen suggerieren.
Langfristige Entwicklung: Gewalt im historischen Vergleich
Interessanterweise zeigt der langfristige Trend ein differenziertes Bild. Daten der Unfallversicherer zeigen, dass gewaltbedingte Schülerunfälle in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren insgesamt abgenommen haben – im Jahr 1993 lag die Zahl noch bei 15,5 je 1.000 versicherter Schülerinnen und Schüler, im Jahr 2019 bei 8,8 und im Jahr 2023 bei 7,5 meldepflichtigen gewaltbedingten Schülerunfällen.
Dies bedeutet jedoch nicht Entwarnung. Die kurzfristige Entwicklung seit der Pandemie zeigt einen deutlichen Anstieg, und die Qualität der Gewalt hat sich verändert. Die Zunahme von Messerangriffen und die Verrohung bereits bei jüngeren Schülern sind besorgniserregende neue Phänomene.
Häufig gestellte Fragen zu Deutschlands gefährlichsten Schulen
Welche ist die gefährlichste Schule Deutschlands?
Laut aktuellen Statistiken aus 2023 belegt eine Münchner Schule Platz 2 bundesweit mit 54 registrierten Unfällen im Schulumfeld. In Bayern führt diese Schule die Statistik an. Die genaue Identität wird aus Datenschutzgründen oft nicht öffentlich kommuniziert.
Wie viele Gewalttaten ereignen sich täglich an deutschen Schulen?
Im Jahr 2024 wurden durchschnittlich 97 Gewaltvorfälle pro Tag an deutschen Schulen registriert. Dies basiert auf den 35.570 polizeilich erfassten Gewalttaten des Jahres. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.
Welche Bundesländer haben die meisten Probleme mit Schulgewalt?
Bremen verzeichnete den höchsten Anstieg mit +72,6% von 2022 bis 2024, gefolgt von Sachsen (+65,6%) und Thüringen (+64,0%). Das Saarland zeigt langfristig den dramatischsten Trend mit +143,7% seit 2018.
Wie hat sich Schulgewalt seit der Corona-Pandemie entwickelt?
Seit 2022 ist ein massiver Anstieg zu verzeichnen: +37,1% bundesweit bis 2024. Experten sehen in den monatelangen Schulschließungen und dem fehlenden sozialen Lernen eine Hauptursache für diese Entwicklung.
Was können Eltern tun, wenn ihr Kind Opfer von Schulgewalt wird?
Eltern sollten zunächst das Gespräch mit der Schule suchen, alle Vorfälle dokumentieren und bei schwerer Gewalt die Polizei einschalten. Psychologische Unterstützung für das Kind ist oft notwendig. Schulen haben Fürsorgepflicht und müssen aktiv werden.
Welche Schulformen sind am stärksten von Gewalt betroffen?
Förder- und Sonderschulen sind mit 67% am stärksten betroffen, gefolgt von Haupt-, Real- und Gesamtschulen (62%). Aber auch 45% der Grundschullehrkräfte berichten von Gewaltproblemen – kein Schultyp ist verschont.
Gibt es mehr männliche oder weibliche Täter bei Schulgewalt?
Statistiken zeigen deutlich, dass Jungen häufiger sowohl Täter als auch Opfer von physischer Gewalt sind (Ausnahme: sexuelle Gewalt). Bei Cybermobbing ist die Geschlechterverteilung ausgeglichener.
Fazit: Handlungsbedarf bei Schulgewalt dringlicher denn je
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Deutschlands Schulen stehen vor einer massiven Gewaltproblematik. Mit 28.760 registrierten Gewalttaten im Jahr 2024 und einem Anstieg von 37,1% seit 2022 hat die Situation eine kritische Dimension erreicht. Besonders alarmierend ist die Zunahme bei Kindern unter 14 Jahren um 11,3% und die Tatsache, dass täglich durchschnittlich 97 Gewaltvorfälle an Schulen stattfinden.
Die Münchner Schule auf Platz 2 der bundesweiten Statistik mit 54 Unfällen steht exemplarisch für ein systemisches Problem, das alle Bundesländer und Schulformen betrifft. Während langfristig betrachtet die Gewalt seit den 1990er Jahren abgenommen hat, zeigt der kurzfristige Trend seit der Pandemie eine dramatische Trendwende.
Experten fordern einen massiven Ausbau der Schulsozialarbeit, mehr Präventionsprogramme und einen ganzheitlichen Ansatz. Schulen allein können das Problem nicht lösen – es braucht gesellschaftliche Anstrengungen, politischen Willen und ausreichende Ressourcen. Die Sicherheit unserer Kinder muss oberste Priorität haben.
Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle, insbesondere bei psychischer Gewalt und Cybermobbing, lässt vermuten, dass die tatsächliche Belastung noch weit über den offiziellen Zahlen liegt. Deutschlands gefährlichste Schulen sind nicht isolierte Brennpunkte, sondern Symptome eines größeren Problems, das dringend angegangen werden muss.
Über den Autor: Dieser Artikel wurde von der Redaktion von Welt der Legenden auf Basis aktueller Statistiken der Polizeilichen Kriminalstatistik, Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sowie repräsentativer Umfragen unter Lehrkräften und Schulleitungen erstellt. Stand: Februar 2026.
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