In einer überraschenden Wendung hat der ehemalige SPÖ-Kanzler Christian Kern bekannt gegeben, dass er nicht gegen den amtierenden Parteichef Andreas Babler um den Vorsitz der SPÖ kandidieren wird. Diese Entscheidung gab Kern am Mittwochnachmittag bekannt, nachdem er in den letzten Wochen mit einer möglichen Kandidatur geliebäugelt hatte. Zuvor hatte er eine Kandidatur stets bestritten.

Hintergrund: Christian Kern und die SPÖ
Christian Kern übernahm im Mai 2016 das Amt des Bundeskanzlers von Werner Faymann und wurde gleichzeitig SPÖ-Parteivorsitzender. Seine Amtszeit war geprägt von wirtschaftlichen Herausforderungen und der aufkommenden Flüchtlingskrise. Bei der Nationalratswahl 2017 unterlag die SPÖ unter Kerns Führung der ÖVP unter Sebastian Kurz. Kurz darauf trat Kern als Parteivorsitzender zurück. Seitdem war er in verschiedenen Funktionen in der Privatwirtschaft tätig, unter anderem als Aufsichtsrat bei der Deutschen Lufthansa. Weitere Informationen zu seiner politischen Laufbahn finden sich auf Wikipedia. (Lesen Sie auch: Heineken Stellenabbau: Was bedeutet die Entscheidung)
Aktuelle Entwicklung: Rückzug der Kandidatur
Die Spekulationen um eine mögliche Gegenkandidatur Kerns gegen Babler waren in den letzten Wochen immer lauter geworden. Laut einem Bericht des ORF deutete vieles darauf hin, dass Kern tatsächlich antreten würde. Allerdings scheint es letztendlich nicht genügend parteiinterne Unterstützung für den ehemaligen SPÖ-Chef gegeben zu haben. Kern selbst begründete seinen Rückzug unter anderem damit, dass vertrauliche Gesprächsinhalte an Medien weitergegeben wurden. «Ich habe kein Interesse an einer fortgesetzten Führungsdiskussion in der SPÖ und werde auch am Parteitag nicht kandidieren», schrieb er auf Facebook.
Reaktionen und Stimmen
Die Entscheidung Kerns, nicht zu kandidieren, hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während einige Parteimitglieder Erleichterung äußerten, bedauerten andere den Rückzug des erfahrenen Politikers. Willi Mernyi, Bundesgeschäftsführer der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen (FSG), hatte sich bereits zuvor gegen eine Kandidatur Kerns ausgesprochen. Die Tiroler Tageszeitung berichtete ebenfalls über Kerns Entscheidung, nicht gegen Andreas Babler anzutreten. Details dazu finden Sie in der Tiroler Tageszeitung. (Lesen Sie auch: Franziska Preuß verpasst Olympia-Medaille im Biathlon-Einzel)
Was bedeutet das für die SPÖ?
Der Rückzug von Christian Kern bedeutet, dass Andreas Babler nun ohne Gegenkandidaten in den Parteitag am 7. März gehen wird. Dies könnte Bablers Position innerhalb der Partei stärken und ihm die Möglichkeit geben, seine politischen Vorstellungen ohne internen Gegenwind umzusetzen.
Die SPÖ befindet sich in einer schwierigen Phase. Bei der letzten Nationalratswahl 2019 erreichte sie nur 21,2 Prozent der Stimmen. Um wieder eine bedeutende Rolle in der österreichischen Politik zu spielen, muss die Partei geschlossen auftreten und überzeugende politische Antworten auf die Herausforderungen der Zeit finden. Ob Babler der richtige Mann ist, um diese Aufgabe zu meistern, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. (Lesen Sie auch: Vanessa Voigt im Fokus: Tränen, Krisengespräche)
Die SPÖ vor dem Parteitag: Ein Überblick
Der bevorstehende SPÖ-Parteitag am 7. März ist von großer Bedeutung für die Zukunft der Partei. Neben der Wahl des Parteivorsitzenden stehen auch inhaltliche Debatten und die Festlegung der politischen Ausrichtung auf der Agenda. Es wird erwartet, dass Babler seine Vorstellungen für die Zukunft der SPÖ präsentieren und um die Unterstützung der Delegierten werben wird.
Die Parteigremien der SPÖ tagen am Freitag, was die letzte Chance bietet, einen Gegenkandidaten zu Babler zu nominieren. Allerdings scheint dies nach dem Rückzug von Kern unwahrscheinlich. (Lesen Sie auch: HeizkostenZuschuss 2026: Wer profitiert von der neuen)

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Punkte des Parteitags:
| Thema | Details |
|---|---|
| Wahl des Parteivorsitzenden | Andreas Babler ist der einzige Kandidat nach dem Rückzug von Christian Kern. |
| Inhaltliche Debatten | Diskussion über die politische Ausrichtung der SPÖ. |
| Festlegung der politischen Ausrichtung | Entscheidungen über die Schwerpunkte der SPÖ-Politik. |
Häufig gestellte Fragen zu christian kern
Häufig gestellte Fragen zu christian kern
Warum hat Christian Kern seine Kandidatur zurückgezogen?
Christian Kern begründete seinen Rückzug mit mangelnder parteiinterner Unterstützung und der Weitergabe vertraulicher Gesprächsinhalte an die Medien. Er wolle keine fortgesetzte Führungsdiskussion in der SPÖ.
Wer ist Andreas Babler?
Andreas Babler ist der amtierende Parteichef der SPÖ und Vizekanzler. Er tritt beim Parteitag am 7. März ohne Gegenkandidaten an, nachdem Christian Kern seine Kandidatur zurückgezogen hat.
Wann war Christian Kern Bundeskanzler von Österreich?
Christian Kern war von Mai 2016 bis Dezember 2017 Bundeskanzler von Österreich. Er übernahm das Amt von Werner Faymann und wurde gleichzeitig SPÖ-Parteivorsitzender.
Welche Bedeutung hat der SPÖ-Parteitag am 7. März?
Der SPÖ-Parteitag ist von großer Bedeutung, da dort der Parteivorsitzende gewählt und die politische Ausrichtung der Partei für die Zukunft festgelegt wird. Es ist ein wichtiger Moment für die SPÖ.
Welche Herausforderungen stehen der SPÖ bevor?
Die SPÖ steht vor der Herausforderung, sich zu einen, überzeugende politische Antworten auf die aktuellen Probleme zu finden und wieder stärkere Wahlergebnisse zu erzielen, um eine bedeutende Rolle in der österreichischen Politik zu spielen.
