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Børge Brende ist der ehemalige norwegische Politiker, der seit 2017 als Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF) amtierte. Am 26. Februar 2026 trat er von diesem Posten zurück, nachdem eine Untersuchung seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eingeleitet wurde. Quellen belegen über 100 ausgetauschte Nachrichten und mehrere Treffen.
Das Wichtigste in Kürze
- Rücktritt am 26.02.2026: Børge Brende ist als Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurückgetreten.
- Epstein-Verbindungen: Der Rücktritt folgte auf die Einleitung einer Untersuchung wegen seiner Kontakte zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
- Umfangreicher Kontakt: Veröffentlichte Dokumente belegen über 120 Nachrichten und mehrere Treffen zwischen Brende und Epstein.
- Langjähriger WEF-Präsident: Brende hatte die Position des Präsidenten und Geschäftsführers des WEF seit 2017 inne.
- Politische Karriere: Zuvor war er norwegischer Außenminister (2013-2017) sowie Minister für Handel und Umwelt.
- Offizielle Begründung: Brende erklärte, er wolle dem WEF ermöglichen, seine Arbeit «ohne Ablenkungen» fortzusetzen.
- WEF-Reaktion: Der Stiftungsrat des WEF erklärte, eine externe Untersuchung habe keine weiteren Bedenken ergeben, die über das bereits Bekannte hinausgingen.
Die Nachricht schlug am 26. Februar 2026 hohe Wellen: Børge Brende, der seit Jahren das Gesicht des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos prägte, ist zurückgetreten. Dieser Schritt erfolgt inmitten einer Untersuchung seiner weitreichenden Verbindungen zum verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Affäre wirft einen dunklen Schatten auf eine der einflussreichsten globalen Organisationen und ihren langjährigen Präsidenten.
Paukenschlag in Davos: Der Rücktritt und die Gründe
Der Rücktritt von Børge Brende kam nicht gänzlich unerwartet, war jedoch in seiner Konsequenz ein Paukenschlag. Anfang Februar 2026 hatte das WEF eine unabhängige Untersuchung eingeleitet, um Brendes Verbindungen zu Jeffrey Epstein zu klären. Auslöser waren Dokumente des US-Justizministeriums, die einen intensiven Austausch belegten: mehr als 120 Nachrichten und mehrere persönliche Treffen, darunter Abendessen in Epsteins New Yorker Anwesen. Brisant ist dies insbesondere, weil Brende zuvor den Kontakt bestritten hatte.
In seiner Rücktrittserklärung gab Brende an, er habe die Entscheidung «nach sorgfältiger Abwägung» getroffen. Er betonte, es sei für das WEF «der richtige Zeitpunkt, seine wichtige Arbeit ohne Ablenkung fortzusetzen». Der Stiftungsrat des Forums erklärte seinerseits, die Untersuchung externer Anwälte habe über das bereits Bekannte hinaus keine weiteren Bedenken ergeben. Dennoch war der öffentliche Druck offensichtlich zu groß geworden. Die Affäre um Børge Brende fügt sich in eine Reihe von Skandalen, die das Vertrauen in globale Eliten erschüttern.
Wer ist Børge Brende? Vom Minister zum globalen Strategen
Bevor er zur globalen Figur in Davos wurde, hatte Børge Brende eine beeindruckende politische Karriere in seinem Heimatland Norwegen. Geboren am 25. September 1965, engagierte er sich früh in der konservativen Partei Høyre. Sein politischer Aufstieg führte ihn in mehrere hohe Regierungsämter. Er diente als:
- Umweltminister (2001–2004)
- Wirtschafts- und Handelsminister (2004–2005)
- Außenminister (2013–2017)
Zudem war er von 1997 bis 2009 Abgeordneter im norwegischen Parlament, dem Storting. Sein Wechsel an die Spitze des Weltwirtschaftsforums im Jahr 2017 war daher der logische Schritt für einen Politiker mit umfassender internationaler Erfahrung. Seine Karriere ist ein Beispiel dafür, wie eng Politik und globale Wirtschaft miteinander verwoben sind, ein Thema, das auch im Zarrella Brüder Podcast oft diskutiert wird, wenn es um den Aufstieg von Persönlichkeiten geht.
Børge Brendes Rolle beim World Economic Forum
Als Präsident und CEO des WEF war Børge Brende mehr als nur ein Verwalter. Er war der Architekt der jährlichen Treffen in Davos, bei denen sich die Spitzen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft versammeln. Seine Aufgabe war es, den globalen Dialog zu den drängendsten Problemen der Welt zu moderieren – von Klimawandel über geopolitische Konflikte bis hin zu technologischer Disruption durch KI. Diese Themen beeinflussen auch direkt die Anlegerstimmung, wie man bei der Diageo Aktie sehen kann.
Noch im Januar 2026, kurz vor dem Bekanntwerden der Untersuchung, beschrieb Brende die weltpolitische Lage als die «komplizierteste geopolitische Kulisse seit 1945». Er betonte immer wieder die Notwendigkeit des Dialogs in einer fragmentierten Welt. Ironischerweise ist es nun eine Affäre um mangelnde Transparenz und fragwürdige Kontakte, die seine Amtszeit beendet. Weitere Informationen zu seiner Person und Karriere finden sich auf seiner Wikipedia-Seite.
Das Weltwirtschaftsforum: Machtzentrum in der Kritik
Der Rücktritt von Børge Brende trifft das WEF an einem wunden Punkt. Die Organisation steht seit Jahren in der Kritik. Kritiker werfen dem Forum vor, ein exklusiver Club für eine globale Elite zu sein, der intransparent und ohne demokratische Legitimation weitreichende Entscheidungen beeinflusst. Vorwürfe des «Greenwashing» und der Förderung einer neoliberalen Agenda sind allgegenwärtig. Initiativen wie der «Great Reset» nach der COVID-19-Pandemie befeuerten zudem Verschwörungstheorien über angebliche Weltherrschaftspläne.
Das WEF wird von rund 1.000 Mitgliedsunternehmen finanziert, deren Beiträge sich auf bis zu 600.000 Euro pro Jahr belaufen können. Diese finanzielle Abhängigkeit von Großkonzernen nährt den Verdacht, dass in Davos vor allem Partikularinteressen vertreten werden. Die Affäre um den Präsidenten Børge Brende beschädigt die Glaubwürdigkeit einer Organisation, die sich als neutrale Plattform für die Lösung globaler Probleme präsentiert.
Reaktionen und die Zukunft des WEF nach Børge Brende
In einer gemeinsamen Stellungnahme zollten die Co-Präsidenten des WEF, André Hoffmann und Larry Fink, Brende Respekt für seine Entscheidung und dankten ihm für seine Beiträge. Als Interimspräsident wurde Alois Zwinggi benannt. Die zentrale Frage wird sein, ob das WEF die Causa Brende als Anlass für grundlegende Reformen in Sachen Transparenz und Führung nutzt. Die offizielle Mitteilung zum Rücktritt wurde unter anderem von der Nachrichtenagentur Reuters verbreitet.
Die Organisation muss nun beweisen, dass sie ihre eigenen Werte von Verantwortung und Integrität ernst nimmt. Der Fall Børge Brende wird zweifellos die Debatte über die Rolle und Legitimität des Weltwirtschaftsforums im 21. Jahrhundert weiter anheizen. Es bleibt abzuwarten, wer die Nachfolge antritt und welchen Kurs die Organisation in einer zunehmend komplexen Weltlage steuern wird.
Karriere-Meilensteine von Børge Brende
| Jahr | Position / Ereignis |
|---|---|
| 1988–1990 | Vorsitzender der Jungen Konservativen (Unge Høyre) in Norwegen |
| 1997–2009 | Abgeordneter im norwegischen Parlament (Storting) |
| 2001–2004 | Norwegischer Umweltminister |
| 2004–2005 | Norwegischer Minister für Handel und Industrie |
| 2009–2011 | Generalsekretär des Norwegischen Roten Kreuzes |
| 2013–2017 | Norwegischer Außenminister |
| 2017–2026 | Präsident und CEO des Weltwirtschaftsforums (WEF) |
| 26.02.2026 | Rücktritt als Präsident des WEF |
FAQ zu Børge Brende
Warum ist Børge Brende zurückgetreten?
Børge Brende ist am 26. Februar 2026 als Präsident des Weltwirtschaftsforums (WEF) zurückgetreten. Grund dafür ist eine laufende Untersuchung seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Was wird Børge Brende im Zusammenhang mit Jeffrey Epstein vorgeworfen?
Ihm wird vorgeworfen, intensive Kontakte zu Jeffrey Epstein gepflegt zu haben, was er zuvor bestritten hatte. Dokumente belegen mehr als 120 ausgetauschte Nachrichten und mehrere Treffen, lange nachdem Epsteins erste Verurteilung bekannt war.
Wer ist Børge Brende?
Børge Brende ist ein norwegischer Politiker der konservativen Partei Høyre. Vor seiner Zeit als WEF-Präsident war er unter anderem norwegischer Außenminister, Handelsminister und Umweltminister.
Was ist das Weltwirtschaftsforum (WEF)?
Das Weltwirtschaftsforum ist eine in der Schweiz ansässige Stiftung, die vor allem für ihr jährliches Treffen in Davos bekannt ist. Dort kommen internationale Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um über globale Themen zu diskutieren.
Wer leitet das WEF nach Brendes Rücktritt?
Nach dem Rücktritt von Børge Brende hat Alois Zwinggi die Rolle des Interimspräsidenten des Weltwirtschaftsforums übernommen.
Fazit: Eine Zäsur für das WEF
Der Rücktritt von Børge Brende ist mehr als eine personelle Veränderung an der Spitze des Weltwirtschaftsforums. Er ist eine Zäsur, die die Glaubwürdigkeit und die Integrität der Organisation tiefgreifend erschüttert. Die Affäre um die verschwiegenen Kontakte zu Jeffrey Epstein wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit von Transparenz und ethischer Verantwortung in den höchsten Kreisen globaler Macht. Für das WEF beginnt nun eine schwierige Phase der Aufarbeitung und Neuausrichtung, in der es beweisen muss, dass es aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat.