Die Distanz zu Sohn Brooklyn prägt den Ton: Victoria Beckham äußert sich in einem neuen Interview vorsichtig über ihre Familie – und verrät dabei trotzdem einiges.
Es ist ein Interview, das zwischen zurückhaltenden Worten und großer emotionaler Spannung pendelt – und gerade deshalb so viel über eine Familie erzählt, die seit Jahrzehnten im Rampenlicht steht und nun mit einer spürbaren inneren Distanz lebt. Im Mittelpunkt stehen Victoria Beckham, 51, und ihre Kinder, insbesondere ihr Erstgeborener Brooklyn, 27, den sie allerdings nicht beim Namen nennt.
Victoria Beckham äußert sich zur angespannten Lage in der Familie
In ihrem Gespräch mit dem «Wall Street Journal» äußert sich die Designerin erstmals vorsichtig zur angespannten Familiensituation und bleibt dabei bewusst allgemein. Dennoch ist klar, worauf sich die Fragen beziehen: auf die öffentlich gewordene Entfremdung zwischen ihr, David Beckham, 50, und ihrem ältesten Sohn.
Brooklyn Beckham hatte sich zu Jahresbeginn in einem ausführlichen Instagram-Post deutlich von seiner Familie distanziert. Er erklärte, er habe keine Absicht, den Kontakt wieder aufzunehmen, und warf seinen Eltern unter anderem vor, ihn «fast sein ganzes Leben lang kontrolliert» zu haben.
Auch die Darstellung familiärer Nähe in der Öffentlichkeit kritisierte er scharf und sprach davon, dass «inszenierte Social-Media-Posts, Familienfeste und unechte Beziehungen» Teil seines Aufwachsens gewesen seien. Zudem wurde berichtet, dass er den Kontakt zu seinen Eltern zeitweise vollständig abgebrochen und sie auf Social Media blockiert habe.
«Wir haben immer versucht, die bestmöglichen Eltern zu sein»
Vor diesem Hintergrund wirken Victorias Antworten im Interview besonders vorsichtig. «Ich glaube, wir haben unsere Kinder immer sehr geliebt», sagt sie, und betont: «Wir haben immer versucht, die bestmöglichen Eltern zu sein.»
Immer wieder kehrt sie in ihren Aussagen zu einem zentralen Gedanken zurück: Schutz. Verantwortung. Und der Versuch, ihre Sprösslinge in einem Leben zu begleiten, das seit Jahrzehnten öffentlich stattfindet. «Alles, was wir je versucht haben, war, unsere Kinder zu beschützen und sie zu lieben», versichert sie – und ergänzt: «Und das ist eigentlich alles, was ich dazu sagen möchte.»
Gerade dieses vorsichtige Abwägen fällt auf. Während die öffentliche Debatte längst über den Bruch innerhalb der Familie spricht, vermeidet Victoria Beckham jede direkte Bezugnahme auf konkrete Vorwürfe oder Details. Stattdessen bleibt sie bei einer allgemeinen Haltung, die eher reflektiert als reagiert.
Leben zwischen Privatsphäre und öffentlicher Bühne
Auch auf die Frage, ob sie es bereue, ihre Kinder in die Öffentlichkeit gestellt zu haben, zeigt sie eine ähnliche Zurückhaltung. Sie spricht nicht von Schuld im klassischen Sinn, sondern davon, dass auch ihre eigenen Eltern sich erst an die plötzliche öffentliche Aufmerksamkeit gewöhnen mussten. Damit beschreibt sie eher die Mechanik eines Lebens im Rampenlicht als die konkreten Konflikte innerhalb ihrer Familie. «Ich würde nicht sagen, dass ich Schuldgefühle habe, sondern eher, dass meine Eltern sich erst einmal umgewöhnen mussten, als plötzlich Paparazzi vor ihrem Haus standen. Wir haben unsere Familien wirklich in diese Entwicklung mitgenommen.»
Zwischen den Zeilen wird deutlich, wie sehr sich die familiäre Dynamik verändert hat: Aus Kindern sind erwachsene Menschen geworden, die eigene Entscheidungen treffen – und eigene Narrative über ihr Leben entwickeln. Die Distanz zwischen diesen Perspektiven ist spürbar, auch wenn sie im Interview nicht offen ausformuliert wird.
So bleibt am Ende ein Bild, das bewusst offen gehalten ist: eine Mutter, die ihre Worte sorgfältig wählt, die ihre Kinder schützen will – auch dann, wenn eines von ihnen längst einen eigenen, klar abgegrenzten Weg eingeschlagen hat. Und eine Familie, deren Geschichte sich derzeit weniger in direkten Aussagen als in vorsichtigen Andeutungen erzählt.
Verwendete Quelle: wsj.com