Der Bahnsicherheitsgipfel, initiiert von der Deutschen Bahn, befasst sich mit dem Schutz von Bahn-Beschäftigten vor Übergriffen. Im Vorfeld des Treffens forderte der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, eine Doppelbesetzung im Nahverkehr und den Einsatz von Bodycams im Fernverkehr, um die Sicherheit des Personals zu gewährleisten. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen zu beschließen. Bahnsicherheit Gipfel steht dabei im Mittelpunkt.

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Die wichtigsten Fakten
- EVG-Chef fordert Doppelbesetzung im Nahverkehr.
- Einsatz von Bodycams im Fernverkehr gefordert.
- Gewerkschaft der Polizei (GdP) wünscht sich mehr Polizeistreifen.
- Sicherheitsgipfel wurde nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter einberufen.
Welche Maßnahmen werden auf dem Bahnsicherheitsgipfel diskutiert?
Auf dem Bahnsicherheitsgipfel stehen verschiedene Maßnahmen zur Diskussion, darunter die von der EVG geforderte Doppelbesetzung im Nahverkehr, um das Personal bei Fahrkartenkontrollen und in Konfliktsituationen zu unterstützen. Ebenfalls thematisiert wird der Einsatz von Bodycams im Fernverkehr, um potenzielle Angreifer abzuschrecken und Beweismittel zu sichern. Zudem wird über eine verstärkte Präsenz von Polizeistreifen in Zügen und Bahnhöfen beraten.
Forderung nach Doppelbesetzung im Nahverkehr
Martin Burkert, der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), betonte im ARD-«Morgenmagazin» die Notwendigkeit einer Doppelbesetzung im Nahverkehr. Er sieht darin die wichtigste Maßnahme, um das Bahnpersonal besser vor Übergriffen zu schützen. Die Doppelbesetzung soll vor allem bei Fahrkartenkontrollen und in potenziellen Konfliktsituationen deeskalierend wirken und die Sicherheit der Mitarbeiter erhöhen.
Einsatz von Bodycams im Fernverkehr
Neben der Doppelbesetzung im Nahverkehr fordert Burkert auch den Einsatz von Bodycams im Fernverkehr. Er argumentiert, dass Bodycams einerseits präventiv wirken und potenzielle Angreifer abschrecken können. Andererseits liefern sie im Falle eines Übergriffs wichtige Beweismittel für die Strafverfolgung. Der Einsatz von Bodycams ist jedoch auch mit datenschutzrechtlichen Fragen verbunden, die es zu klären gilt. (Lesen Sie auch: Zugbegleiter Sicherheit: Bahn plant Mehr Schutz nach…)
Mehr Polizeipräsenz in Zügen und Bahnhöfen
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Forderungen nach mehr Sicherheit für das Bahnpersonal. Andreas Roßkopf, der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, forderte in der «Rheinischen Post» einen höheren Einsatz von Polizeistreifen in Zügen und Bahnhöfen. «Wir brauchen mehr Zugstreifen, die in den Zügen für Sicherheit sorgen», sagte Roßkopf. Eine verstärkte Polizeipräsenz soll ein anderes Sicherheitsbild schaffen und potenzielle Täter abschrecken.
Hintergrund des Sicherheitsgipfels
Auslöser für den von der Deutschen Bahn initiierten Sicherheitsgipfel war der Angriff auf einen Zugbegleiter der Deutschen Bahn Anfang Februar in Rheinland-Pfalz. Bei einer Ticketkontrolle wurde der 36-Jährige schwer verletzt und starb zwei Tage später. Dieser tragische Vorfall verdeutlichte die Notwendigkeit, die Sicherheit des Bahnpersonals zu erhöhen und Maßnahmen gegen Gewalt und Übergriffe zu ergreifen. Wie Stern berichtet, hat der Vorfall bundesweit für Entsetzen gesorgt und die Debatte um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr neu entfacht. Stern
Die Zuständigkeit für die Sicherheit im Nahverkehr liegt hauptsächlich bei den Bundesländern, während der Bund für die Sicherheit im Fernverkehr verantwortlich ist. Diese Aufteilung führt oft zu einem Verantwortungs-Pingpong, bei dem sich Bund und Länder gegenseitig die Schuld für fehlende Maßnahmen zuschieben.
Was bedeutet das für Bürger?
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeuten die diskutierten Maßnahmen potenziell mehr Sicherheit bei der Nutzung von Zügen und Bahnhöfen. Eine Doppelbesetzung im Nahverkehr und eine erhöhte Polizeipräsenz könnten dazu beitragen, dass sich Fahrgäste und Personal sicherer fühlen. Der Einsatz von Bodycams könnte zudem dazu beitragen, Straftaten aufzuklären und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings sind mit einigen der Maßnahmen auch Einschränkungen der Privatsphäre verbunden, die es abzuwägen gilt. Die Debatte um die Bahnsicherheit betrifft somit direkt die Lebensqualität und das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung. (Lesen Sie auch: E Zigaretten Aromen Verbot: Drogenbeauftragter fordert es!)
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse des Bahnsicherheitsgipfels sollen in konkrete Maßnahmen münden, die kurz- und mittelfristig umgesetzt werden können. Dabei ist es wichtig, dass Bund, Länder, Bahnunternehmen und Gewerkschaften an einem Strang ziehen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Die Finanzierung der Maßnahmen muss gesichert sein, und es müssen klare Zuständigkeiten festgelegt werden, um ein weiteres Verantwortungs-Pingpong zu vermeiden. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, die Vorschläge des Gipfels zeitnah zu prüfen und umzusetzen. Die Bundespolizei spielt eine zentrale Rolle bei der Gewährleistung der Sicherheit im Bahnverkehr und wird in die Umsetzung der Maßnahmen eng eingebunden sein.
Laut einer Statistik der Bundespolizei hat die Zahl der Gewaltdelikte im Bahnverkehr in den letzten Jahren zugenommen. Im Jahr 2022 wurden rund 10.000 Fälle von Gewalt gegen Bahnpersonal registriert. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht regelmäßig Daten zur Kriminalität im öffentlichen Raum, die Aufschluss über die Entwicklung der Sicherheitslage geben.
Warum wurde der Bahnsicherheitsgipfel einberufen?
Der Bahnsicherheitsgipfel wurde nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz einberufen. Dieser Vorfall verdeutlichte die Notwendigkeit, die Sicherheit des Bahnpersonals zu verbessern und Maßnahmen gegen Gewalt zu ergreifen.
Welche Forderungen stellt die EVG auf dem Bahnsicherheitsgipfel?
Die EVG fordert vor allem eine Doppelbesetzung im Nahverkehr, um das Personal bei Fahrkartenkontrollen und in Konfliktsituationen zu unterstützen. Zudem setzt sich die Gewerkschaft für den Einsatz von Bodycams im Fernverkehr ein.
Wie will die Polizei die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen erhöhen?
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert einen höheren Einsatz von Polizeistreifen in Zügen und Bahnhöfen. Eine verstärkte Polizeipräsenz soll ein anderes Sicherheitsbild schaffen und potenzielle Täter abschrecken.
Wer trägt die Verantwortung für die Sicherheit im Bahnverkehr?
Die Zuständigkeit für die Sicherheit im Nahverkehr liegt hauptsächlich bei den Bundesländern, während der Bund für die Sicherheit im Fernverkehr verantwortlich ist. Diese Aufteilung führt oft zu Diskussionen über die Finanzierung und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen. (Lesen Sie auch: Münchner Sicherheitskonferenz: Ischingers Warnung zum Start)
Welche Rolle spielt der Datenschutz beim Einsatz von Bodycams?
Der Einsatz von Bodycams ist mit datenschutzrechtlichen Fragen verbunden, da die Kameras Bild- und Tonaufnahmen von Personen machen. Es müssen klare Regeln für die Speicherung und Verwendung der Daten festgelegt werden, um die Privatsphäre der Betroffenen zu schützen.
Der Bahnsicherheitsgipfel verdeutlicht die Notwendigkeit, die Sicherheit im Bahnverkehr zu verbessern und das Bahnpersonal besser vor Übergriffen zu schützen. Die diskutierten Maßnahmen, wie Doppelbesetzung, Bodycams und mehr Polizeipräsenz, können einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Es bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse des Gipfels schnell und konsequent umgesetzt werden, um die Sicherheit für Bahnpersonal und Fahrgäste nachhaltig zu erhöhen.





