Die Artemis Mission der NASA, an der auch die ESA beteiligt ist, zielt darauf ab, die erste Frau und den nächsten Mann auf den Mond zu bringen und dort eine nachhaltige Präsenz aufzubauen. Anders als die Apollo-Missionen, die primär eine Demonstration nationaler Stärke waren, ist Artemis ein internationales Projekt mit langfristigen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Zielen, einschließlich der Nutzung von Mondressourcen.

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Die wichtigsten Fakten
- Die Artemis Mission ist ein internationales Projekt zur Rückkehr zum Mond.
- ESA-Astronauten wie Alexander Gerst und Matthias Maurer könnten an zukünftigen Missionen teilnehmen.
- Die Mission zielt auf den Südpol des Mondes ab, wo Wassereis vermutet wird.
- Artemis baut auf den Apollo-Missionen auf, verfolgt aber langfristigere Ziele.
Ein Neustart für die Mondforschung
Nachdem die Apollo-Missionen in den 1970er Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatten, erlebte die bemannte Raumfahrt zum Mond eine lange Phase der Stagnation. Die Artemis Mission markiert nun einen Wendepunkt, einen Neuanfang in der Erforschung unseres Erdtrabanten. Wie Stern berichtet, sehen Experten in diesem Vorhaben mehr als nur eine nostalgische Wiederholung vergangener Erfolge. Es geht darum, eine nachhaltige Präsenz auf dem Mond zu etablieren und die dortigen Ressourcen zu nutzen.
Die Ziele der Artemis Mission sind ambitioniert. Anders als bei den Apollo-Missionen, die vor allem dem Wettlauf ins All dienten, steht nun die wissenschaftliche Forschung im Vordergrund. Insbesondere der Südpol des Mondes, eine Region, die bisher noch nicht von Menschen betreten wurde, rückt in den Fokus. Dort wird die Existenz von Wassereis vermutet, das eine wichtige Ressource für zukünftige Missionen darstellen könnte.
Was unterscheidet die Artemis Mission von den Apollo-Missionen?
Der entscheidende Unterschied liegt in der internationalen Zusammenarbeit und den langfristigen Zielen. Während die Apollo-Missionen primär ein amerikanisches Prestigeprojekt waren, ist Artemis ein Gemeinschaftsprojekt, an dem zahlreiche Nationen beteiligt sind. Die Europäische Weltraumorganisation ESA spielt dabei eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Entwicklung des European Service Module (ESM) für die Orion-Raumkapsel. Dieses Modul ist ein essenzieller Bestandteil der Mission und liefert Antrieb, Strom und Lebenserhaltungssysteme für die Astronauten.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit. Die Artemis Mission soll nicht nur eine kurzfristige Rückkehr zum Mond ermöglichen, sondern eine langfristige Präsenz etablieren. Dies beinhaltet die Nutzung von Mondressourcen, die Entwicklung von Technologien für den Bau von Habitaten und die Vorbereitung auf zukünftige Missionen zum Mars.
Das European Service Module (ESM) ist ein wichtiger Beitrag Europas zur Artemis Mission. Es wird von Airbus in Bremen gebaut und basiert auf der Technologie des Automated Transfer Vehicle (ATV), das bereits erfolgreich Fracht zur Internationalen Raumstation ISS transportiert hat. (Lesen Sie auch: Mondmission China: Durchbruch im Wettlauf zum Mond)
Deutsche Astronauten im Rennen zum Mond
Zwei deutsche ESA-Astronauten, Alexander Gerst und Matthias Maurer, haben die Chance, an einer der zukünftigen Artemis Missionen teilzunehmen. Beide sind erfahrene Raumfahrer und haben bereits Zeit auf der Internationalen Raumstation ISS verbracht. Alexander Gerst war 2014 und 2018 im All, Matthias Maurer 2021/22. Ihre Expertise und ihr Engagement machen sie zu idealen Kandidaten für die anstehenden Mondmissionen.
Die Auswahl der Astronauten für die einzelnen Artemis Missionen ist ein komplexer Prozess, bei dem zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden. Neben der fachlichen Qualifikation spielen auch die körperliche und psychische Belastbarkeit eine wichtige Rolle. Die Astronauten müssen in der Lage sein, unter extremen Bedingungen zu arbeiten und mit Stresssituationen umzugehen.
Sowohl Gerst als auch Maurer haben betont, dass die Artemis Mission eine große Chance für die Menschheit darstellt. Sie sind davon überzeugt, dass die Erforschung des Mondes wichtige Erkenntnisse für die Wissenschaft liefern und den Weg für zukünftige Missionen zu anderen Planeten ebnen wird.
Die Bedeutung des Mond-Südpols
Der Südpol des Mondes ist ein besonders interessantes Ziel für die Artemis Mission. Diese Region unterscheidet sich deutlich von den Gebieten, die während der Apollo-Missionen erkundet wurden. Am Südpol gibt es Krater, deren Böden dauerhaft im Schatten liegen. Wissenschaftler vermuten, dass sich in diesen Kratern über Milliarden von Jahren Wassereis angesammelt hat.
Die Existenz von Wassereis auf dem Mond wäre von großer Bedeutung. Es könnte als Ressource für die Herstellung von Trinkwasser, Sauerstoff und Treibstoff genutzt werden. Dies würde die Kosten und den Aufwand für zukünftige Mondmissionen erheblich reduzieren und die Etablierung einer dauerhaften Mondbasis ermöglichen.
Darüber hinaus könnte das Wassereis auch Aufschluss über die Entstehung des Mondes und des Sonnensystems geben. Wissenschaftler erhoffen sich, durch die Analyse des Eises wertvolle Informationen über die frühe Geschichte unseres Planeten zu gewinnen. (Lesen Sie auch: Münchner Sicherheitskonferenz: Ischingers Warnung zum Start)
Die ESA bietet detaillierte Informationen zur Artemis-Mission auf ihrer Webseite.
Europas Beitrag zur Artemis Mission
Die Europäische Weltraumorganisation ESA spielt eine Schlüsselrolle bei der Artemis Mission. Neben dem European Service Module (ESM) für die Orion-Raumkapsel beteiligt sich Europa auch an der Entwicklung von Landefähren und Habitaten für den Mond. Die ESA arbeitet eng mit der NASA und anderen internationalen Partnern zusammen, um die ambitionierten Ziele der Mission zu erreichen.
Ein wichtiger Bestandteil der europäischen Beteiligung ist das Lunar Pathfinder Projekt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Satelliten, der die Kommunikationsinfrastruktur auf dem Mond verbessern soll. Der Lunar Pathfinder wird als Relaisstation dienen und die Kommunikation zwischen der Erde und den Astronauten auf der Mondoberfläche erleichtern.
Darüber hinaus beteiligt sich Europa an der Entwicklung von Robotern, die auf dem Mond nach Ressourcen suchen und Experimente durchführen sollen. Diese Roboter werden eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf die Ankunft der Astronauten spielen.
Wie geht es weiter mit der Artemis Mission?
Die Artemis Mission ist in mehrere Phasen unterteilt. Die erste unbemannte Testmission, Artemis 1, fand im November 2022 statt. Dabei wurde die Orion-Raumkapsel ohne Besatzung um den Mond geschickt, um die Systeme zu testen. Artemis 2, die erste bemannte Mission, soll voraussichtlich im Jahr 2024 stattfinden. Dabei werden vier Astronauten den Mond umrunden. Die erste bemannte Landung auf dem Mond, Artemis 3, ist für 2025 oder 2026 geplant.

Die langfristigen Ziele der Artemis Mission sind noch ambitionierter. Die NASA plant, bis zum Ende des Jahrzehnts eine dauerhafte Mondbasis zu errichten. Diese Basis soll als Ausgangspunkt für zukünftige Missionen zum Mars dienen. Die Artemis Mission ist somit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erforschung des Weltraums und zur Erweiterung der menschlichen Zivilisation.
Die genannten Zeitpläne für die Artemis Mission sind ambitioniert und können sich aufgrund technischer oder finanzieller Herausforderungen verzögern. Die Raumfahrt ist ein komplexes und risikoreiches Unterfangen, bei dem es immer wieder zu unvorhergesehenen Problemen kommen kann. (Lesen Sie auch: Taxi Teller: Der Hype um die Kalorienbombe…)
Ursprünglich berichtet von: Stern
Was ist das Hauptziel der Artemis Mission?
Das Hauptziel der Artemis Mission ist die Rückkehr des Menschen zum Mond, die Etablierung einer nachhaltigen Mondbasis und die Vorbereitung auf zukünftige bemannte Missionen zum Mars. Die Mission ist ein internationales Projekt unter der Leitung der NASA.
Welche Rolle spielt die ESA bei der Artemis Mission?
Die ESA spielt eine wichtige Rolle, insbesondere durch die Entwicklung des European Service Module (ESM) für die Orion-Raumkapsel, das für Antrieb, Stromversorgung und Lebenserhaltung der Astronauten unerlässlich ist. Sie beteiligt sich auch an weiteren Projekten.
Warum ist der Südpol des Mondes von besonderem Interesse?
Der Südpol des Mondes ist von besonderem Interesse, da dort dauerhaft beschattete Krater existieren, in denen Wissenschaftler große Mengen Wassereis vermuten. Dieses Eis könnte als Ressource für Trinkwasser, Sauerstoff und Treibstoff genutzt werden. (Lesen Sie auch: Marius Prozess: Dritte Zeugenaussage Belastet Angeklagten Schwer)
Welche deutschen Astronauten könnten an der Artemis Mission teilnehmen?
Alexander Gerst und Matthias Maurer, zwei erfahrene ESA-Astronauten aus Deutschland, haben die Chance, an einer der zukünftigen Artemis Missionen teilzunehmen. Beide haben bereits Zeit auf der Internationalen Raumstation ISS verbracht.
Wann ist die erste bemannte Landung im Rahmen der Artemis Mission geplant?
Die erste bemannte Landung auf dem Mond im Rahmen der Artemis Mission, Artemis 3, ist derzeit für das Jahr 2025 oder 2026 geplant. Diese Mission soll die erste Frau und den nächsten Mann auf die Mondoberfläche bringen.
Die Artemis Mission stellt einen bedeutenden Schritt in der Geschichte der Raumfahrt dar. Mit ihrer langfristigen Ausrichtung und der internationalen Zusammenarbeit verspricht sie, neue Erkenntnisse über den Mond und das Sonnensystem zu liefern und den Weg für zukünftige Missionen zu anderen Planeten zu ebnen. Ob tatsächlich ein deutscher Astronaut an einer der ersten Landemissionen teilnehmen wird, bleibt abzuwarten, doch die Chancen stehen gut.




