Ein überraschender Schritt sorgt für Aufsehen im aktuellen Verfahren am Hamburger Landgericht. Otmar Kury, der bisherige Verteidiger, hat sein Mandat nach nur drei Prozesstagen niedergelegt. Was steckt hinter diesem plötzlichen Rückzug?
Laut Berichten des NDR soll Kury betroffen auf eine Anfrage reagiert haben. Offiziell bestätigt wurde der Schritt jedoch noch nicht. Brisant ist das Timing: Der Rückzug erfolgte direkt nach einer Aussage seiner Mandantin. Kury äußerte zudem Bedenken über deren Zustand.
Hinter den Kulissen scheint es Spannungen zwischen Kury und dem Co-Verteidiger Ingo Bott gegeben zu haben. Kury, bekannt als penibel vorbereiteter Stratege, vertrat seine Mandantin seit Beginn des Entführungsdramas im Jahr 2024. Nun stellt sich die Frage: Was bedeutet dieser Wechsel für den weiteren Verlauf des Verfahrens?
Die Silvesternacht 2023/24 wurde zum Ausgangspunkt eines aufsehenerregenden Entführungsfalls. In dieser Nacht wurden die beiden Kinder, im Alter von 10 und 13 Jahren, gewaltsam aus Dänemark verschleppt. Die Tätergruppe blieb zunächst unbekannt, doch die Ereignisse zogen schnell die Aufmerksamkeit der Medien und der Justiz auf sich.
Das Oberlandesgericht ordnete bereits nach wenigen Tagen die Rückgabe der Kinder an ihren Vater an. Diese Entscheidung markierte einen Wendepunkt im Fall und warf Fragen zur Rolle der Mutter auf. War sie Opfer oder Mittäterin? Die Antwort darauf bleibt bis heute umstritten.
Die Entführung in der Silvesternacht verlief wie ein Thriller. Unbekannte Täter drangen in das Ferienhaus der Familie ein und nahmen die Kinder mit. Die genauen Motive blieben zunächst im Dunkeln, doch die Ermittlungen konzentrierten sich schnell auf die familiären Hintergründe.
Die Mutter der Kinder geriet früh in den Fokus der Ermittlungen. Otmar Kury, ihr damaliger Verteidiger, präsentierte eine Theorie: Die verstorbene Großmutter Christa Block soll die Entführung in Auftrag gegeben haben. Diese These stützte sich auf eine Barabhebung von 120.000 Euro kurz vor ihrem Tod.
Im weiteren Verlauf des Prozesses distanzierte sich die Mutter jedoch von dieser Theorie. Ihre Aussage kollidierte mit der ursprünglichen Verteidigungsstrategie und führte zu Spannungen innerhalb des Verteidigerteams. Die öffentliche Wahrnehmung schwankte zwischen Opfer- und Täterrolle, was den Fall zusätzlich komplizierte.
Der Rückzug eines erfahrenen Strafverteidigers wirft Fragen auf. Otmar Kury, bekannt für seine präzise Arbeitsweise, hat sein Mandat im Block-Prozess niedergelegt. Dieser Schritt überrascht viele, da Kury seit Beginn des Verfahrens eine zentrale Rolle spielte.
Hinter dem Rückzug scheinen interne Spannungen zu stecken. Kury und sein Co-Verteidiger Ingo Bott hatten unterschiedliche Ansätze zur Verteidigungsstrategie. Während Kury auf die Großmutter-These beharrte, setzte Bott auf eine andere Linie.
Ein weiterer Grund könnte die Distanz zwischen Kury und seiner Mandantin gewesen sein. Gerichtsprotokolle zeigen, dass Kury stets professionell blieb und sie als «Die Dame Block» bezeichnete. In den Pausen bevorzugte sie jedoch den Kontakt zu Bott.
Kury äußerte sich besorgt über den Zustand seiner Mandantin. Seine Formulierung «Besorgt um den Zustand» deutet auf versteckte Kritik hin. Er beharrte darauf, dass sie unschuldig sei, doch ihre Entscheidungen erschwerten die Verteidigung.
| Verteidiger | Strategie | Herangehensweise |
|---|---|---|
| Otmar Kury | Großmutter-These | Reserviert, perfektionistisch |
| Ingo Bott | Alternative Linie | Medienerfahren, direkt |
Der Rückzug von Kury markiert einen Wendepunkt im Prozess. Seine juristische Expertise wird fehlen, doch die Frage bleibt: Wird der neue Anwalt die Verteidigung erfolgreich fortsetzen?
Mit dem Rückzug von Otmar Kury übernimmt Ingo Bott die Verteidigung im Block-Prozess. Bott, bekannt für seine medienwirksame Herangehensweise, bringt eine völlig neue Dynamik in das Verfahren am Hamburger Landgericht.
Bott vertritt eine spektakuläre These: Er sieht ehemalige Mossad-Agenten als mögliche Drahtzieher der Entführung. Diese Theorie stützt sich auf internationale Verbindungen und Erfahrungen aus früheren Fällen, wie dem Paraguay-Fall.
Seine Herangehensweise unterscheidet sich deutlich von der seines Vorgängers. Während Kury auf familiäre Hintergründe setzte, konzentriert sich Bott auf globale Zusammenhänge. «Die Wahrheit liegt oft im internationalen Kontext», so Bott in einer Presseerklärung.
Die Zusammenarbeit zwischen Bott und Kury war von Spannungen geprägt. Kury, bekannt für seine penible Vorbereitung, und Bott, der auf Medienpräsenz setzt, hatten unterschiedliche Strategien.
Gerichtsbeobachter beschreiben Bott als «modernen Robin Hood der Justiz», der sich gezielt in Szene setzt. Sein Comeback vom Loveparade-Prozess zur Promi-Verteidigung zeigt seine Fähigkeit, komplexe Fälle zu meistern.
Der plötzliche Rückzug von Otmar Kury hinterlässt ein juristisches Vakuum im laufenden Prozess. Seine umfassende Aktenkenntnis und strategische Expertise werden fehlen, was zu Verzögerungen führen könnte. Der neue Verteidiger muss das Beweismaterial neu aufrollen, was den Fortgang erschwert.
Die Frage, welches Narrativ sich durchsetzt – die Großmutter-These oder die Geheimdienst-Intrige – bleibt offen. Die Spannungen zwischen den Verteidigern könnten auch die Glaubwürdigkeit der Mutter beeinflussen. Langfristig könnte der Wechsel auch den Ruf von Kury beschädigen, obwohl der Rückzug offiziell als freiwillig dargestellt wird.
Der Prozess wird sich nun auf die Zusammenarbeit des neuen Teams konzentrieren. Die Kinder bleiben im Mittelpunkt, während die Justiz nach Antworten sucht. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob die Verteidigung ihre Strategie erfolgreich anpassen kann.
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