Akute Herzinsuffizienz ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der oft zu wiederholten Krankenhausaufenthalten führt. Besonders gefährdet sind Patienten, die aufgrund einer akuten Herzschwäche eingeliefert werden und gleichzeitig eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens aufweisen. Diese Patientengruppe hat ein deutlich erhöhtes Risiko, innerhalb eines Jahres erneut stationär behandelt werden zu müssen.

Das ist passiert
- Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion haben ein hohes Risiko für erneute Krankenhausaufenthalte.
- Eine Studie wertete Daten von über 10.000 Patienten aus 41 Ländern aus.
- Die Sterblichkeitsrate innerhalb eines Jahres nach einer akuten Herzinsuffizienz ist mehr als dreimal so hoch wie bei ambulant versorgten Patienten.
- Frühe Symptome einer chronischen Herzinsuffizienz sind nachlassende Leistungsfähigkeit sowie Atemnot und Gewichtszunahme.
Was ist akute Herzinsuffizienz und wodurch unterscheidet sie sich von chronischer Herzinsuffizienz?
Akute Herzinsuffizienz tritt plötzlich auf und kann lebensbedrohlich sein. Typische Symptome sind Wasseransammlungen in den Beinen, Schwindel, starke Atemnot und Druckgefühl in der Brust. Im Gegensatz dazu entwickelt sich die chronische Herzinsuffizienz langsam und äußert sich durch nachlassende Leistungsfähigkeit, Atemnot und Gewichtszunahme. Die akute Form erfordert sofortige medizinische Behandlung, während die chronische Form eine langfristige Betreuung erfordert.
Hohe Rate an Wiedereinweisungen bei akuter Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz, oft auch als Herzschwäche bezeichnet, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen, um den Bedarf der Organe und Gewebe zu decken. Wie Stern berichtet, stellt insbesondere die akute Herzinsuffizienz ein großes Problem dar, da viele Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus innerhalb kurzer Zeit erneut stationär aufgenommen werden müssen. Dieser sogenannte «Drehtüreffekt» belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch das Gesundheitssystem erheblich.
Eine im «European Heart Journal» veröffentlichte Studie, die von einem internationalen Team unter der Leitung des schwedischen Karolinska Instituts koordiniert wurde, hat nun die Gründe für diese hohe Rate an Wiedereinweisungen genauer untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass vor allem Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und einer gleichzeitig eingeschränkten Pumpfunktion des Herzens besonders gefährdet sind, innerhalb eines Jahres nach dem ersten Krankenhausaufenthalt erneut stationär behandelt werden zu müssen.
Die Studie wertete Daten von mehr als 10.000 Patienten aus 41 Ländern aus den Jahren 2018 bis 2020 aus. Dabei wurden Patienten mit akuter Herzinsuffizienz, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, mit Patienten mit chronischer Herzschwäche verglichen, die einen planmäßigen ambulanten Termin hatten. Die Forscher stellten fest, dass 5,1 Prozent der mit akuter Herzinsuffizienz eingelieferten Patienten während ihres Krankenhausaufenthalts starben. Unter denjenigen, die überlebten, hing der weitere Verlauf stark von der Herzfunktion ab.
In Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Herzstiftung rund 4 Millionen Menschen von einer chronischen Herzschwäche betroffen. Bei etwa der Hälfte von ihnen hat das Herz eine eingeschränkte Pumpfunktion. (Lesen Sie auch: Strassenbahn Unfall Mailand: Ein Toter und viele…)
Risikofaktoren und Ursachen der akuten Herzinsuffizienz
Die akute Herzinsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. Häufige Auslöser sind Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, schwere Infektionen oder eine plötzliche Überlastung des Herzens, beispielsweise durch eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr. Auch das Absetzen von Medikamenten, die zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz eingesetzt werden, kann eine akute Verschlechterung des Zustands verursachen.
Neben den genannten Auslösern gibt es auch eine Reihe von Risikofaktoren, die das Auftreten einer akuten Herzinsuffizienz begünstigen können. Dazu gehören unter anderem:
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Koronare Herzkrankheit (KHK)
- Herzklappenfehler
- Übergewicht
- Rauchen
- Hoher Alkoholkonsum
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung dieser Risikofaktoren kann dazu beitragen, das Risiko einer akuten Herzinsuffizienz zu verringern. Die Deutsche Herzstiftung bietet hierzu umfangreiche Informationen und Beratungsangebote an.
Wie wird die akute Herzinsuffizienz behandelt?
Die Behandlung der akuten Herzinsuffizienz zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Herzfunktion zu stabilisieren. In der Regel erfolgt die Behandlung im Krankenhaus, wo die Patienten engmaschig überwacht und bei Bedarf intensivmedizinisch betreut werden können.
Zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen gehören:
- Sauerstoffgabe zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Körpers
- Diuretika (Entwässerungsmittel) zur Reduktion der Flüssigkeitsansammlungen
- Medikamente zur Stärkung der Herzfunktion (z.B. Inotropika)
- Medikamente zur Senkung des Blutdrucks
- Behandlung der Grunderkrankung, die zur akuten Herzinsuffizienz geführt hat (z.B. Herzinfarkt)
In schweren Fällen kann auch eine künstliche Beatmung oder eine Herzunterstützungssystem (z.B. eine Herzpumpe) erforderlich sein. Nach der Stabilisierung des Zustands wird in der Regel eine langfristige medikamentöse Therapie eingeleitet, um das Fortschreiten der Herzinsuffizienz zu verlangsamen und erneute Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. (Lesen Sie auch: Flugzeugunglück Bolivien: Mindestens 15 Tote in El…)
Eine konsequente Einhaltung der verordneten Medikamente, eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung sowie die Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum sind wichtige Bausteine für eine erfolgreiche Behandlung der Herzinsuffizienz.
Die Rolle der eingeschränkten Pumpfunktion
Die Studie des Karolinska Instituts hat gezeigt, dass Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion des Herzens ein besonders hohes Risiko für Wiedereinweisungen haben. Bei diesen Patienten ist die Fähigkeit des Herzens, Blut in den Körper zu pumpen, deutlich reduziert. Dies führt dazu, dass die Organe und Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was zu einer Vielzahl von Symptomen und Komplikationen führen kann.
Die eingeschränkte Pumpfunktion kann verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise eine Schädigung des Herzmuskels durch einen Herzinfarkt, eine chronische Überlastung des Herzens durch Bluthochdruck oder Herzklappenfehler. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen.
Die Behandlung von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz und eingeschränkter Pumpfunktion ist besonders anspruchsvoll und erfordert eine individuelle Anpassung der Therapie. Neben den bereits genannten Maßnahmen werden bei diesen Patienten häufig auch spezielle Medikamente eingesetzt, die die Herzfunktion verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen sollen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient ist hierbei von entscheidender Bedeutung.
Prävention und langfristiges Management
Um die hohe Rate an Wiedereinweisungen bei Patienten mit akuter Herzinsuffizienz zu senken, sind umfassende Präventionsmaßnahmen und ein effektives langfristiges Management der Erkrankung unerlässlich. Dazu gehören:

- Frühzeitige Diagnose und Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus und koronarer Herzkrankheit
- Optimierung der medikamentösen Therapie
- Schulung der Patienten und ihrer Angehörigen über die Erkrankung, die Symptome und die notwendigen Maßnahmen
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt
- Anpassung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Vermeidung von Risikofaktoren
- Teilnahme an Herzgruppen oder anderen Selbsthilfegruppen
Eine Studie hat gezeigt, dass eine strukturierte Nachsorge mit regelmäßigen Telefonaten und Hausbesuchen durch speziell geschulte Pflegekräfte die Rate an Wiedereinweisungen und die Sterblichkeit bei Patienten mit Herzinsuffizienz deutlich senken kann. Solche Programme sollten daher flächendeckend angeboten werden. Informationen zu Präventionsmaßnahmen bietet beispielsweise die Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit. (Lesen Sie auch: Fernsehen: "Let's Dance"-Start: Sportler Mattli holt Direkt-Ticket)
Aktuelle Forschung und Ausblick
Die Forschung im Bereich der Herzinsuffizienz ist sehr aktiv und es werden ständig neue Erkenntnisse gewonnen, die zu verbesserten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten führen können. Ein vielversprechender Ansatz ist die Entwicklung neuer Medikamente, die gezielt in die komplexen Mechanismen der Herzinsuffizienz eingreifen und die Herzfunktion verbessern können. Auch die Entwicklung von neuen Herzunterstützungssystemen und die Erforschung von Stammzelltherapien bieten neue Perspektiven für die Behandlung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz.
Es bleibt zu hoffen, dass die kontinuierlichen Fortschritte in der Forschung dazu beitragen werden, die Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz zu verbessern und die hohe Rate an Wiedereinweisungen in Zukunft deutlich zu senken.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die häufigsten Symptome einer akuten Herzinsuffizienz?
Typische Symptome sind plötzliche, starke Atemnot, oft begleitet von Husten mit schaumigem Auswurf, sowie Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme). Auch ein Engegefühl in der Brust, Schwindel und Bewusstseinsverlust können auftreten. Eine schnelle ärztliche Abklärung ist in jedem Fall erforderlich.
Wie kann man einer akuten Herzinsuffizienz vorbeugen?
Die Vorbeugung umfasst die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung, dem Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. (Lesen Sie auch: Flüchtiger Passau: Häftling Entkommt nach Gerichtstermin)
Welche Rolle spielt die eingeschränkte Pumpfunktion bei Herzinsuffizienz?
Eine eingeschränkte Pumpfunktion bedeutet, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen kann. Dies führt zu einer Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen und kann die Symptome der Herzinsuffizienz verstärken und das Risiko für Komplikationen erhöhen.
Welche Medikamente werden bei akuter Herzinsuffizienz eingesetzt?
Zur Behandlung werden verschiedene Medikamente eingesetzt, darunter Diuretika (Entwässerungsmittel), ACE-Hemmer, Betablocker, Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA). Die Auswahl der Medikamente richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Herzinsuffizienz.
Was kann man selbst tun, um die Behandlung der Herzinsuffizienz zu unterstützen?
Eine konsequente Einhaltung der ärztlichen Anweisungen, eine regelmäßige Gewichtskontrolle, eine salzarme Ernährung, ausreichend Bewegung und die Vermeidung von Stress können die Behandlung unterstützen und die Lebensqualität verbessern. Auch die Teilnahme an einer Herzgruppe kann hilfreich sein.
Die hohe Rate an Wiedereinweisungen von Patienten mit akuter Herzinsuffizienz, insbesondere bei eingeschränkter Pumpfunktion, verdeutlicht die Notwendigkeit einer verbesserten Versorgung und Nachsorge. Nur durch eine umfassende Strategie, die von der frühzeitigen Diagnose über die optimierte Behandlung bis hin zur konsequenten Prävention reicht, kann es gelingen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Belastung des Gesundheitssystems zu reduzieren.




