Die AfD Niedersachsen ist auch am 17.02.2026 ein zentraler Akteur in der Landespolitik und sorgt kontinuierlich für Schlagzeilen. Der Landesverband, der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wird, bewegt sich zwischen parlamentarischer Arbeit im Landtag und internen Auseinandersetzungen. Folglich analysieren wir die aktuelle Situation, beleuchten Umfragewerte und blicken auf die wesentlichen Themen und Kontroversen, die die Partei derzeit prägen.
Der Landesverband der AfD Niedersachsen steht unter der Führung von Ansgar Schledde und sieht sich mit diversen Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen nicht nur die Beobachtung durch den Verfassungsschutz, die im Mai 2024 um weitere zwei Jahre verlängert wurde, sondern auch interne Machtkämpfe und Vorwürfe der Vetternwirtschaft, die Anfang 2026 für mediale Aufmerksamkeit sorgten. Dennoch zeigt sich die Partei in landesweiten Umfragen stabil.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Beobachtung durch Verfassungsschutz: Der niedersächsische Verfassungsschutz stuft die AfD Niedersachsen seit Mai 2022 als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein; diese Einstufung wurde im Mai 2024 um zwei Jahre verlängert.
- Landesvorsitzender: Ansgar Schledde führt den Landesverband an. Ihm zur Seite stehen die stellvertretenden Vorsitzenden Jens-Christoph Brockmann, Delia Klages und Stephan Bothe.
- Interne Konflikte: Anfang 2026 wurden Vorwürfe von Vetternwirtschaft und interner Kungelei gegen den Landesvorstand um Schledde laut, die für erhebliche Unruhe in der Partei sorgten.
- Umfragewerte: Trotz der Kontroversen liegt die AfD in Niedersachsen laut Umfragen vom November 2025 bei stabilen 20 Prozent, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Landtagswahlergebnis von 2022 (11,0 %) darstellt.
- Landtagsfraktion: Bei der letzten Landtagswahl 2022 zog die AfD mit 18 Abgeordneten in den niedersächsischen Landtag ein.
- Politische Ausrichtung: Kernthemen des Landesverbandes sind eine restriktive Migrationspolitik, die Stärkung der inneren Sicherheit sowie Kritik an der Energie- und Klimapolitik.
Aktuelle Situation der AfD Niedersachsen 2026
Das politische Jahr 2026 ist für die AfD Niedersachsen von mehreren zentralen Themen geprägt. Einerseits versucht die Partei, sich im Landtag als konservative Kraft zu etablieren, andererseits wird sie durch die andauernde Beobachtung durch den Verfassungsschutz und wiederkehrende interne Streitigkeiten herausgefordert. Die Verlängerung der Einstufung als Verdachtsfall im Mai 2024 hat die öffentliche Debatte um die Partei weiter verschärft. Der niedersächsische Verfassungsschutzpräsident Dirk Pejril begründete die Entscheidung mit fortbestehenden Verbindungen in die rechtsextreme Szene und einer tief verankerten Fremdenfeindlichkeit bei Funktionären. Diese Einstufung erlaubt es der Behörde, die Partei weiterhin intensiv mit nachrichtendienstlichen Mitteln zu beobachten.
Zusätzlich belasten interne Querelen das Bild der Partei. Anfang Februar 2026 machten Berichte über angebliche Postenkungeleien und Vetternwirtschaft die Runde, die sich gegen den Landesvorsitzenden Ansgar Schledde richteten. Diese Vorwürfe, die in internen Briefen an die Parteispitze formuliert wurden, deuten auf tiefgreifende Gräben innerhalb des Landesverbandes hin. Solche Konflikte sind für die niedersächsische AfD nicht neu; bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Machtkämpfe, die teilweise zur Absetzung ganzer Landesvorstände führten.
Führung und interne Konflikte
Der Landesvorstand der AfD Niedersachsen wird von Ansgar Schledde als Landesvorsitzendem geleitet. Seine Stellvertreter sind die Landtagsabgeordneten Jens-Christoph Brockmann, Delia Klages und Stephan Bothe. Obwohl der Vorstand nach außen hin Geschlossenheit demonstriert, zeigen die jüngsten Ereignisse Anfang 2026 ein anderes Bild. Ein Brandbrief von Parteimitgliedern an die Bundesspitze warf dem Vorstand um Schledde einen autoritären Führungsstil und die Bevorzugung von Vertrauten bei der Postenvergabe vor. Insbesondere die Beschäftigung der Ehefrau des Landeschefs im Büro eines Bundestagsabgeordneten sorgte für Kritik.
Diese internen Auseinandersetzungen sind symptomatisch für die Entwicklung des Landesverbandes. Seit seiner Gründung im Jahr 2013 ist die Geschichte der AfD Niedersachsen von Flügelkämpfen und personellen Wechseln an der Spitze geprägt. Die Auseinandersetzungen zwischen nationalkonservativen und völkisch-nationalistischen Strömungen, die auch auf Bundesebene zu beobachten sind, spiegeln sich deutlich im Landesverband wider. Solche Konflikte binden nicht nur interne Ressourcen, sondern erschweren auch eine kohärente politische Arbeit nach außen.
Wie steht der Verfassungsschutz zur AfD Niedersachsen?
Die Beobachtung der AfD Niedersachsen durch den Verfassungsschutz ist ein entscheidender Faktor, der die politische Arbeit der Partei maßgeblich beeinflusst. Seit Mai 2022 wird der Landesverband als rechtsextremistischer Verdachtsfall geführt. Diese Einstufung wurde im Mai 2024 um zwei Jahre verlängert. Die Behörde begründet dies damit, dass der Landesverband sich nicht ausreichend von extremistischen Kräften innerhalb der Gesamtpartei distanziere. Zudem offenbarten zahlreiche Aussagen von niedersächsischen AfD-Funktionären eine fremdenfeindliche Grundhaltung.
Am heutigen Tag, dem 17. Februar 2026, gab das niedersächsische Innenministerium unter Ministerin Daniela Behrens bekannt, dass die AfD Niedersachsen nun als Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung eingestuft wird. Behrens erklärte, die Bewertung des Verfassungsschutzes sei eindeutig und die Partei sei dem rechtsextremistischen Phänomen zuzuordnen. Diese Hochstufung ist die logische Konsequenz aus den gesammelten Erkenntnissen der letzten Jahre. Die Partei propagiere einen ethnisch-kulturellen Volksbegriff, der mit dem Grundgesetz unvereinbar sei. Wie bereits in unserem Artikel zur Kontroverse um das Kennzeichen von Heidi Reichinnek berichtet, führen solche Themen immer wieder zu öffentlicher Aufregung.
Umfragen und Wahlergebnisse der AfD Niedersachsen
Trotz der negativen Schlagzeilen und der Beobachtung durch den Verfassungsschutz zeigt sich die AfD Niedersachsen in den Umfragen zur nächsten Landtagswahl 2027 erstaunlich robust. Eine Infratest dimap-Umfrage vom November 2025 sah die Partei bei 20 Prozent. Dies wäre fast eine Verdopplung im Vergleich zum Ergebnis der Landtagswahl 2022, bei der die Partei 11,0 Prozent der Stimmen erhielt. Damit würde die AfD zur drittstärksten Kraft im Landtag aufsteigen, noch vor den Grünen.
Diese Entwicklung spiegelt einen bundesweiten Trend wider. Die AfD profitiert von einer allgemeinen Unzufriedenheit mit der Regierungspolitik und kann ihre Kernthemen erfolgreich platzieren. Die nächste reguläre Landtagswahl in Niedersachsen findet im Herbst 2027 statt. Die aktuellen Umfragewerte deuten darauf hin, dass die AfD Niedersachsen ihre Position im Parlament deutlich ausbauen könnte, was die politische Landschaft des Bundeslandes nachhaltig verändern würde.
Tabelle: Umfragewerte zur Landtagswahl in Niedersachsen (Stand November 2025)
| Partei | Infratest dimap (Nov. 2025) | Landtagswahl 2022 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| CDU | 26 % | 28,1 % | -2,1 % |
| SPD | 26 % | 33,4 % | -7,4 % |
| AfD | 20 % | 11,0 % | +9,0 % |
| Grüne | 12 % | 14,5 % | -2,5 % |
| Linke | 6 % | 2,7 % | +3,3 % |
| FDP | 3 % | 4,7 % | -1,7 % |
| BSW | 3 % | – | +3,0 % |
| Sonstige | 4 % | 5,6 % | -1,6 % |
Quelle: Infratest dimap / LänderTREND November 2025
Politische Positionen und Programm
Das Wahlprogramm der AfD Niedersachsen zur letzten Landtagswahl fokussierte sich auf mehrere Kernbereiche. Ein zentrales Thema ist die Migrations- und Asylpolitik, in der die Partei eine strikt restriktive Haltung einnimmt und eine konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber fordert. Im Bereich der inneren Sicherheit plädiert die AfD für eine personelle und materielle Stärkung der Polizei und Justiz. Die Energiepolitik ist ein weiterer Schwerpunkt: Die Partei lehnt die aktuelle Energiewende ab, kritisiert den Ausbau der Windkraft und befürwortet die Nutzung von Kernenergie und fossilen Brennstoffen.
Im Bildungssektor fordert die AfD eine Rückbesinnung auf traditionelle Lehrinhalte und kritisiert die Inklusion und die Frühsexualisierung an Schulen. In der Familienpolitik vertritt sie ein konservatives Familienbild und fordert eine stärkere finanzielle Förderung von Familien. Diese Positionen sind oft polarisierend und stehen im klaren Gegensatz zu denen der etablierten Parteien. Die Themensetzung orientiert sich dabei stark an der Bundespartei, wie man es auch bei anderen aktuellen Themen wie der Debatte um die Mehrwertsteuer 2026 beobachten kann.
Video-Empfehlung: Für eine Einordnung der bundesweiten Entwicklung der AfD empfiehlt sich eine Dokumentation, beispielsweise vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf YouTube, die die Strategien und Ziele der Partei analysiert. Suchen Sie nach «AfD Strategie Doku».
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer ist der Vorsitzende der AfD Niedersachsen?
Der aktuelle Landesvorsitzende der AfD Niedersachsen ist Ansgar Schledde. Er wurde im April 2024 in diese Position gewählt.
Wird die AfD Niedersachsen vom Verfassungsschutz beobachtet?
Ja, der niedersächsische Verfassungsschutz stuft die AfD Niedersachsen seit Mai 2022 als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein. Diese Beobachtung wurde im Mai 2024 um zwei Jahre verlängert und im Februar 2026 zu einem Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung hochgestuft.
Wie stark ist die AfD im niedersächsischen Landtag?
Bei der Landtagswahl in Niedersachsen am 9. Oktober 2022 erreichte die AfD 11,0 Prozent der Zweitstimmen. Sie ist seitdem mit 18 Abgeordneten im niedersächsischen Landtag in Hannover vertreten.
Was sind die aktuellen Umfragewerte für die AfD in Niedersachsen?
Laut der Sonntagsfrage von Infratest dimap vom November 2025 liegt die AfD Niedersachsen bei 20 Prozent. Damit wäre sie aktuell die drittstärkste politische Kraft im Bundesland.
Welche Themen sind für die AfD Niedersachsen besonders wichtig?
Die Kernthemen der Partei in Niedersachsen sind eine restriktive Migrationspolitik, die Stärkung der inneren Sicherheit, Kritik an der aktuellen Energie- und Klimapolitik sowie eine konservative Bildungs- und Familienpolitik.
Fazit und Ausblick
Die AfD Niedersachsen befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen Situation. Einerseits steht der Landesverband durch die Hochstufung zum Beobachtungsobjekt durch den Verfassungsschutz und interne Konflikte unter erheblichem Druck. Andererseits profitiert die Partei von einer bundesweiten politischen Stimmung, die ihr hohe Umfragewerte beschert. Die Zerrissenheit zwischen radikalen Kräften und dem Versuch, ein bürgerlich-konservatives Image aufzubauen, bleibt die zentrale Herausforderung.
Für die politische Zukunft Niedersachsens wird entscheidend sein, ob die AfD Niedersachsen ihre Wählerbasis weiter ausbauen kann und wie die anderen Parteien auf diesen Aufstieg reagieren. Die Debatte um ein mögliches Parteiverbotsverfahren, die auf Bundesebene geführt wird, spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Fähigkeit des Landesverbandes, seine internen Machtkämpfe zu befrieden. Die Landtagswahl 2027 wird somit zu einem wichtigen Gradmesser für die zukünftige politische Landschaft in Niedersachsen. Weitere Informationen zur Partei auf Bundesebene finden Sie auf der Wikipedia-Seite der Alternative für Deutschland.
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Über den Autor: Klaus Richter ist ein erfahrener Politik-Redakteur mit Schwerpunkt auf Parteienforschung und landespolitischen Entwicklungen in Deutschland. Er beobachtet die AfD seit ihrer Gründung und analysiert ihre strategische Ausrichtung für Welt-der-Legenden.de.
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LinkedIn: Eine aktuelle Analyse zur AfD Niedersachsen: Der Landesverband wurde vom Verfassungsschutz zum Beobachtungsobjekt hochgestuft, verzeichnet aber gleichzeitig Rekordwerte in den Umfragen. Wir beleuchten die Hintergründe der internen Konflikte, die politische Programmatik und die Auswirkungen auf die Landespolitik vor der Wahl 2027. #AfD #Politik #Niedersachsen #Analyse #Verfassungsschutz
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